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HSP - ein Leben lang....von Anfang an...

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Uranie, 28. Dezember 2017.

  1. Uranie

    Uranie Guest

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    Ich bin noch nicht da - noch "nicht von dieser Welt "....ich weiss noch nicht, wer ich
    bin....bin noch in der Einheit mit meiner Mutter.

    Mutter ist meine Welt - die Welt um mich herum - die ich durch sie höre und über
    sie verstehen lerne. Wo sie ist - da bin ich auch. Und wen sie nicht mag, das weiss
    ich sofort ....dann scheint es enger zu werden für mich - in meiner kleinen warmen
    Behausung in Mutters Mitte. Dann wird es wie kalt für mich und auch wie abge-
    schnitten von etwas, das ich brauche.

    Mutter mag es nicht, von mir gestört zu werden. Das ich mich bemerkbar mache.
    Durch Bewegung und Treten. Bald ist es so weit - von aussen hört sie es überall
    nach innen ist ihre Antwort für mich wie ihre Reaktion auf einen Menschen,
    den sie nicht mag. Sie hat etwas Wiederkehrendes dabei ....immer wieder ...wie
    ein sich drehendes Rad, das alles enger für mich dreht und wie abdreht.

    Der Mensch, den sie mag - der mein Vater ist - hat es auch. Das Wiederkehrende -
    wie ein sich drehendes Rad. Traurig ist es - fühlt es sich an. Sie haben es beide.
    Zusammen.

    Wieder passieren - nicht wieder passieren- nicht wieder passieren. Für mich wird
    es wie mehr und mehr zugeschnürt und unbehaglich. Ich bin mittendrin. Zwischen
    den Beiden und ihrem sich drehenden Rad. Und in ihrer Spannung. Aus der ich
    nicht weg kann.

    Der Tag ist gekommen - die Stunde auch - die Enge durchlitten, das Licht der Welt
    mir erkämpft und in die Hände der Hebamme geglitten.

    Der Empfang recht unherzlich unter grellem Scheinwerferlicht, an den Füsschen ge-
    schnappt und Kopfüber gehängt - mein Schrei folgte prompt in die Stille der wie
    erstarrten Menge der uns umringenden Weisskittel hinein.

    Erleichterung ohne Freude im Raum - gespannte Ladung in der Luft, die mit meinem
    Schrei in Entladung verpufft - wie dem Feind entronnen und grad noch entkommen.
    Bin ich die Bedrohung, auf die alle nun starren? Ich beginne zu schreien und höre
    erstmal nicht auf.

    Mutter ist "nicht vorhanden" - der Mann vor mir - mein Vater schwankt - ein Gefühl
    der Leere und des Nichts breitet sich um mich aus.

    Meine Mutter erwacht und ihre Verzweiflung und Panik füllt den Raum - es scheinen
    die Weisskittel zu sein, die mich anstarren und ich fühle sie schreien - was stimmt nicht
    mit meinem Kind ?

    Das Futter für meine ersten, nächsten Stunden auf dieser Welt - -was stimmt nicht mit
    mir?-

    Dann bin ich weg - und Mutter auch.
     
    nicolina, Mrs. Jones, sikrit68 und 7 anderen gefällt das.
  2. Happynezz

    Happynezz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. März 2015
    Beiträge:
    10.282
    Ist der Text von dir , aus dir *geboren ? Sehr , sehr schön ♡
    Bist du HSP?

    LG sunnyw
     
    Adamas, Tolkien und Uranie gefällt das.
  3. Uranie

    Uranie Guest

    Danke dir, liebe @sunnyw :)-

    Ja der Text ist von mir und HSP stimmt - Du auch ?.
     
    Tolkien und Happynezz gefällt das.
  4. Happynezz

    Happynezz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. März 2015
    Beiträge:
    10.282
    Große Anteile einer HSP Persönlichkeit nenne ich mein Eigen:)
     
    Uranie gefällt das.
  5. Uranie

    Uranie Guest

    Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass die, die es "echt und voll" sind,
    es immer "irgendwie zu umschreiben versuchen" - so wie du ein bissel -
    und nie so spontan und richtig stolz drauf klingend.

    Eher immer ein bisschen wie "ein Makel" von nicht richtig sein. :(

    Das hatte ich auch ewig lange - dabei war es aber unglücklicherweise auch noch mit
    dummen unglücklichen Umständen vor und bei der Geburt verbunden - die mit
    meinem HSP gar nichts zu tun hatten - bei mir aber von der Geburtsstunde an
    damit "verquickt und allein als mir geltend abgespeichert" wurden.
     
  6. Uranie

    Uranie Guest

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    Während Mutter noch "unter Deck" war - versenkte Vater seine ganze Glück-
    seligkeit über mein "da sein" in mich hinein - nahm mir das Gefühl von nicht
    willkommen sein.

    Aber ärztliche Überwachung und ein ständiges an mir Herumgepuzzle und
    Durchchecken von emsig agierenden Weisskittel, die mir die Ruhe nicht liessen
    und gefühlt wie unter der Bedrohung einer vorgehaltenen Waffe agierten,
    liess parallel das Gefühl wachsen,- die Erde ist kein guter, sicherer Ort .

    Nach einer Woche und Alarm-Entwarnung zu meiner kleinen Anwesenheit im
    Sein - war Mutter wieder "mit an Bord", aus der Schockstarre erwacht -die Freude
    immer noch verhalten bis klein.

    Für sie war ein Makel an mir geblieben - der verlorene Sohn war nicht zu
    ihr zurückgekehrt.

    Das in mir Fragende - was stimmt nicht mit mir?- wurde mehr und mehr zur
    gefühlten Gewissheit - mit mir stimmt was nicht-!

    Für Vater schien das nicht zu gelten - doch er war nicht immer da - doch wenn-
    dann ging für mich die wärmende Sonne auf - wenn auch nicht als die noch
    von mir real benötigte Nahrungsquelle.

    Nahrungsquelle das A und O in frühen Kindertagen schien auch kein Ort der
    Fülle zu sein - eine Brustdrüsenentzünung hatte sie bei meiner Mutter
    für mich "ausser Gefecht" gesetzt. Ersatzbehandlung musste her und das
    Gefühl - das was ich wirklich brauche, ist nicht da für mich- begann sich mit jedem
    eingesaugten Ersatz-Schluck in mir auszubreiten.

    Immerhin wich die äussere Stimmung der Bedrohung durch die scheinbar
    vorgehaltene Waffe bei den Weisskitteln nach einer Woche - mein Vater
    entspannte sich und wurde wieder Vater und Ehemann.

    Ein Gefühltes -äussere Bedrohung kann sich über Nacht ändern - trug auch
    zu meinem da sein entspannend bei und wurde ins innere "Programm mit
    eingespeist"..
     
    sikrit68, Mondauge, Adamas und 3 anderen gefällt das.
  7. Uranie

    Uranie Guest

    Was ich erst später erfahren habe - und für mich gefühlt wie hundert Jahre
    später - waren die Umstände vor meiner Geburt, die mit meiner Geburt
    eng verknüpft waren - und meinen Lebensweg und Werdegang danach sehr
    geprägt und mitgesteuert haben-

    Meine Mutter war mit mir und meiner bevorstehenden Geburt an den Ort
    des Todes ihres ersten Kindes und Sohnes zurückgekehrt.
    Einem Krankenhaus ihrer evangelischen Religion entsprechend - da gab es nur
    eines und damals also keine andere Wahl.

    Zurück an den Ort des sich Ausgeliefert-Fühlens und Ohnmächtig-Seins gegenüber
    den Weiss-Kitteln, die ihre eigene Anwesenheit damals erstmal verweigerten.

    Sie den alleinigen Händen der Hebamme überliessen, die darauf drang, den
    Geburtsvorgang zu stoppen - und "das Kind zurückzuhalten" bis der Arzt kommt.
    Der gemeinsame Kampf der Beiden gegen das eintreten-wollende Leben dauerte
    gefühlt für beide ewig. Und kostete ihrem Sohn und meinem Bruder 1 Tag nach
    der Geburt sein Leben.

    Als mein Vater am Tag nach der Geburt nichtsahnend und voller Stolz und Freude
    zuerst in das Anmeldungsbüro des KH ging, um den Namen eintragen zu lassen -
    fragte ihn der Angestellte - was wollen sie zuerst - die Todesurkunde oder die Geburts-
    urkunde ?.

    Weiss wie eine Wand ist dieser 2,00 Meter grosse, starke Mann danach im Kranken-
    zimmer vor dem Bett meiner Mutter auf die Knie gefallen. Das von ihm so liebevoll
    (und natürlich perfekt) eingerichtete und hergerichtete Kinderzimmer würde leer
    bleiben....

    In 9 Monaten Schwangerschaft mit mir begleiteten die Beiden und mich zwei gleiche
    und 1 unterschiedlicher Gedanke.

    Wenn mir das wieder passiert .....und ein fest entschlossenes - das wird mir nie
    wieder passieren - so lange ich lebe...
    Der (sein) zweite(r) Gedanke hat mir 2 Mal das Leben gerettet.

    Zum Geburtstermin - diesmal zeitlich gut vorbereitet - verlangte mein Vater
    laut und vernehmlich in der Anmeldung die sofortige Anwesenheit des Chefarztes,
    des Assistenzarztes, des Stationsarztes und der Hebamme.

    Der erste Abwiegelversuch der Angestellten mit - was stellen sie sich eigentlich
    vor - wurde von meinem Vater mit seinem ganzen aufgestauten Hass - all seinem
    Schmerz und all seiner Wut - laut brüllend beantwortet...

    -Sehen sie sich ihr Krankenhaus ganz genau nochmal an - ich habe hier schon
    einmal ein Kind verloren - weil ihre Ärzte schon Feierabend wollten - wenn ich
    hier noch ein Kind verliere - dann schlage ich hier alles kurz und klein !-

    2 Meter grosse - gut durchtrainierte männlich-menschliche wuterfüllte Masse
    tat ihre überzeugende sofortige Wirkung ähnlich der Demonstration eines
    umgeschnallten Bombengürtels - ein zu allem bereit -war deutlich auch ohne
    zu merken.

    Meine Mutter- oben schon auf Station -wusste von der Drohung nichts - hat es
    erst nachher durch das Stations-Gänge-Geflüster erfahren. Als sie nach der Geburt
    und Kurz-Narkose erwachte - umringt von Ärzten in "Hab-Acht-Stellung" und
    spannungsgeladener, besorgter Haltung - war ihr sofort klar - mit meinem Kind ist
    wieder etwas passiert !

    Erst nach einer Woche und sich langsam lösender Schockstarre - konnte sie
    wirklich und sehr vorsichtig registrieren, dass mit mir körperlich tatsächlich
    wirklich alles in Ordnung war. Nur ein Sohn - war ich natürlich trotzdem immer
    noch nicht. Aber auch das geriet dann erstmal in Vergessenheit ...

    Ihre Geburts-Wunde des eigenen persönlichen Versagens, samt der Schuldgefühle
    und der Selbstvorwürfe begann mit mir und meinem mich-zu-entwickeln zu heilen...

    Das Kinderzimmer zuhause würde diesmal nicht leer bleiben....:)

    Bis heute kann ich -von der Stimmung her -meinen Geburtstag erst eine Woche
    danach feiern. Am Tag meiner Geburt und meinem Geburtstag erfasst mich
    immer noch eine ungute Stimmung.

    Das habe ich auch trotz aller Innenarbeit nicht wegbekommen. Es gehört zu mir
    und zu meinem Leben dazu. So ist es eben.
    Dieser Tag gehört dann immer allein mir und der Anwesenheit eines Mannes,
    den ich liebe. ❤️
     
    Nurmar, Mrs. Jones, sikrit68 und 5 anderen gefällt das.
  8. Uranie

    Uranie Guest

    Liebe @Mondauge - :)

    durch einen "Zufall", den es für mich in Wahrheit nicht gibt - bin ich auf deine
    sehr tief und zu Herzen gehenden persönlichen Beiträge in dem Thread Wahr-
    nehmung gestossen worden....und "gelandet"
    https://www.esoterikforum.at/threads/was-ist-mit-meiner-wahrnehmung.194713/page-3

    Mit dem ich mich nicht nur von der HSP-Wahrnehmung her und deinen
    überaus sensiblen und treffende Beschreibungen der Gefühls-Welt einer
    HSP völlig mitgehen kann und überein bin - sondern mich auch von den
    Beschreibungen deiner Beziehung mit deinem Vater zutiefst angerührt und
    auf einer besonderen Ebene mitangesprochen fühle - und mich darüber
    hinaus noch mit meinem absoluten - mich immer noch flashenden Lieblings
    Musik-Video samt der innewohnenden "heiligen Botschaft" unendlich und
    ganz tief mit dir verbunden fühle kann, liebe @Mondauge [​IMG]

    Übrigens eine ganz besonders schöne, optisch untermalte Version, die ich
    einfach mal "moppsen" und mit hierher geholt habe - irgendwie "musste" -
    ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, liebe@Mondauge :)


    [​IMG]
    .[​IMG]
     
    sikrit68, Mondauge und Happynezz gefällt das.
  9. Tolkien

    Tolkien Sehr aktives Mitglied

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    4. Juli 2017
    Beiträge:
    9.913
    Ort:
    Kohlenpott
    Liebe @Urania02 ,

    ich habe Deine 3 Hauptbeiträge mehrfach gelesen und - wow - ich muss sagen, so eine ergreifende Geschichte habe ich hier noch nicht gelesen, ich brauchte erst mal ein Taschentuch.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du den restlichen Teil der Dir noch fehlt zu Deiner Aufarbeitung ganz leicht und schnell auflösen kannst und dies Dir dann Dein Leben angenehmer macht.:)

    Und ich glaube, Du bist auf einem guten Weg.....:)
     
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  10. Happynezz

    Happynezz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. März 2015
    Beiträge:
    10.282
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    Hast du schön ausgedrückt Tolkien. Ich fühlte mich auch total angerührt beim lesen und meine Aufen füllten sich mit Tränen!
     
    Südwind und Tolkien gefällt das.
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