Weil er gerade gestrandet unter seinem eigenen Eigengewicht aufliegt und somit jede Bewegung auch gegen das eigene Körpergewicht angeht. Wenn solche Bewegungen einfach wären, könnte er ja auch rollend tieferes Wasser suchen und sich so schnell selbst aus seiner Lage wieder befreien.
Woher willst Du wissen, dass es ihm klar war, dass er sich durch Drehbewegungen selbst in die Freiheit hätte rollen können?
Und die Frage ist auch, ob das angesichts der vielen seichten Stellen in der Poeler Bucht überhaupt Erfolg gehabt hätte.
Er war ja anscheinend etwa 1,60 Meter hoch, doch die seichten Stellen waren dort teilweise niedriger als er hoch war.
Diese 360-Grad-Drehbewegung diente zudem bestimmt dazu, seine Gliedmaßen und seinen Körper zu lockern, denn es war kalt und er lag schon länger ohne Bewegung dort, weil er z.T. feststeckte.
Und auch wenn es ihn Kraft kostete, er hat sich damit bestimmt Linderung verschafft, denn niemand hat ihn dazu gezwungen.
Es gibt kaum ein Wirbeltier, dass sich nach langem Liegen, Sitzen oder Stehen in einer bestimmten Haltung nicht doch mal strecken muss.
Ganz allgemein: Nicht unbedingt. Tiere haben da unterschiedlichste Instinkte und Verhaltensweisen.
Ein Wal, der sich im Wasser auf einer Sandbank liegend dreht, befindet sich kaum in einem apathischen Zustand.
Speziell Buckelwale verteidigen sich aktiv gegen (Fress-)Feinde wie Orkas. Und gegenüber Menschen gelten sie als friedlich. Das ist natürlich schön und ergibt beeindruckende und schöne Momente und Filmaufnahmen mit Tauchern und Walen. Darüber, wie speziell Timmy als gestrandeter Wal die vielen Menschen um ihn herum wahrgenommen und empfunden hat, sagt das leider nicht viel aus.
Das mag ja sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Ärzte, die ihn vor Ort in Augenschein genommen haben, ihn eher als einen Wal mit Lebenswillen beschrieben haben, und nicht als einen Wal, den der Lebensmut verlassen hat und der unbedingt sterben will.
Wer weiß, wie oft er sich gedreht hätte haben können, wenn er nicht geschwächt gewesen wäre?
Wie stark er geschwächt war, vermutest Du halt.
Es kann aber auch einfach sein, dass er hat begriffen hat, dass er dort nicht so einfach ohne fremde Hilfe rauskommt.
Das mag in ihrem gewohnten Lebensraum gelten. Aber wie weit können sie das noch steuern, wenn sie eben gestrandet sind?
Das weiß sowieso niemand. Spekulatius.
Wenn sie all das auch in dieser Lage noch voll einsetzen könnten und sich dessen dabei gleichzeitig auch voll bewusst wären, wäre es auch kein Problem, sich auch selbst wieder aus der Lage zu befreien und tieferes Wasser aktiv zu suchen.
Da machst Du einen Denkfehler.
Sobald ein Wal auf einer Sandbank liegt, kann er körperlich nicht so einfach wieder weg, auch wenn er Fluke, Flipper und den Kopf bewegen kann. Der Rumpf hat einfach ein zu starkes Gewicht.
Was ihnen bei einer Strandung aber trotzdem leider nicht hilfreich ist.
Das Problem ist, wir können nur ahnen, was für eine Einstellung er den Helfern gegenüber hatte.
Tatsache ist aber wohl schon, dass er es doch sehr gern mochte, gekrault und geschubbert zu werden.
Und das ist etwas, das bei frei lebenden Walen immer mal wieder beobachtet wird, die Menschen begegnen.
Die sind neugierig, und zwar besondern jüngere Wale.
Ehrlich gesagt, Joey, ich finde, Du willst hier Dinge nachweisen, die sich nicht wirklich nachweisen lassen.
Und ich finde, es bringt nichts, darüber zu diskutieren.
Meine Meinung ist, manche Wissenschaftler scheinen Wale zu sehr nach den üblichen Wildtiermaßstäben zu messen.
Aber wenn man sich diverse Studien und Erkenntnisse zu Walen, auch zu Buckelwalen, anschaut, so merkt man, dass man ohne Kenntnis dieser Gefahr läuft, sich von üblichen Vorstellungen, wie einige Wildtiere eben sind, leiten zu lassen.
Wale sind wesentlich intelligenter und einsichtiger, daher kann man sie nicht einfach mit jeder anderen Spezies vergleichen.