Gestrandeter Wal in der Ostsee

Ihre Gedanken waren so ungefähr auch meine, ich dachte, das erstickt das Hautgewebe, schließt kranke Stellen ein und begünstigt damit Infektionen und trocknet gesunde Stellen aus, so dass noch mehr Zug auf die Wundränder entsteht.
Aber man hat das wohl abgewogen und entschieden, alles rauf da, Hautbarriere ist erstmal wichtiger- und Walhaut regeneriert sich wohl sehr schnell, wenn sie dann in die richtige Umgebung kommt. Sie ist auf ständige Erneuerung ausgelegt.

Man sieht eben, gehst du zu 3 Experten, kriegst du 3 Meinungen...
Und es hat letztlich geholfen, denn die Haut sah besser aus nachher.

Ja, und so eine Anwägung benötigt mitunter auch einiges an Zeit.

Natürlich kann man jetzt im Nachhinein sagen: Wenn Jenna Wallace von Anfang an da gewesen und generell freie hand gehabt hätte, wäre es viel besser gelaufen. Und möglicherweise stimmt das auch - unbestritten. Aber das in der Situation selbst richtig einzuordnenund zu erkennen, ist nunmal nicht so einfach. Umso schwieriger wird es, wenn dann noch Romanautoren und Möchtegern-Influencer mit Selfiestick herum stolzieren und die Chefs miemen.

Da jetzt dauernd auf die Experten zu zeigen, zu betrauern, dass diese unbeschoren davonkommen, weil die ja entweder zu still oder (angeblich) zu arrogant waren, weil sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen kennen und mit unterschiedlicher Gewichtung der Prioritäten natürlich untereinander dann automatisch auch zu unterschiedlichen Meinungen kommen, wird der Sache nicht gerecht.
 
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Da jetzt dauernd auf die Experten zu zeigen, zu betrauern, dass diese unbeschoren davonkommen, weil die ja entweder zu still oder (angeblich) zu arrogant waren, weil sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen kennen und mit unterschiedlicher Gewichtung der Prioritäten natürlich untereinander dann automatisch auch zu unterschiedlichen Meinungen kommen, wird der Sache nicht gerecht.
Es ist ein Präzedenzfall ... alle lernen dazu.
 
Ach Du dickes Ei ...
Na, hoffentlich verliert er das Teil bald.

EDIT:
Wobei, Gewicht und Wasserwiderstand spielt bei einem Sender auch eine zentrale Rolle.

Schreckt mich jetzt gar nicht mal so, wenn man das ins Verhältnis zu uns Menschen setzt. Bei einer Körperlänge von 13, 14 m relativiert sich das.
 
Wer noch was von Dr. Dörnath bezüglich Wal lesen will:

Wie schrieb Jenna Wallace am 28. April?

"CONGRATULATIONS to the team and to TIMMY!​

They have set a new precedent for marine mammal rescue!!!!!"​


Anhang anzeigen 165666
(Quelle)

. . . . . . . . . Anhang anzeigen 165668

Da haben wir nun zwei unterschiedliche Meinungen von zwei ähnlich qualifizierten Menschen.

Die Aussagen von Jenna Wallace sind verständlicherweise die symphatischeren. Aber sind es auch die wahreren?

Wenn sie sagt, dass sie den Wal untersucht hat und meint erkennen zu können, dass da noch Lebenswillen und Überlebensmöglichkeit besteht, ist das natürlich auch eine Aussage, die mich freut. Ebenso wenn Robert Mark Lehmann in seinem Abschluss-Statement auf YouTube (vorgestern glaube ich) erläutert, dass er schon schwerer verletzte oder kränkere Wale gesehen hat, die lange überlebt haben. Das sind natürlich schöne Aussagen.

Aber machen sie weg, was u.a. Frau Dörnath dazu dann erklärt? Machen sie weg, dass gestrandete Wale meistens relativ schnell und qualvoll sterben, oder ist das nur böse Statistik, auf die ja nur arrogante Meeresbiologen hören?

Es ist ein Präzedenzfall ... alle lernen hier dazu.

Ja! Das hoffe ich.
 
Wenn sie sagt, dass sie den Wal untersucht hat und meint erkennen zu können, dass da noch Lebenswillen und Überlebensmöglichkeit besteht, ist das natürlich auch eine Aussage, die mich freut. Ebenso wenn Robert Mark Lehmann in seinem Abschluss-Statement auf YouTube (vorgestern glaube ich) erläutert, dass er schon schwerer verletzte oder kränkere Wale gesehen hat, die lange überlebt haben. Das sind natürlich schöne Aussagen.

Aber machen sie weg, was u.a. Frau Dörnath dazu dann erklärt? Machen sie weg, dass gestrandete Wale meistens relativ schnell und qualvoll sterben, oder ist das nur böse Statistik, auf die ja nur arrogante Meeresbiologen hören?

Der Unterschied, Frau Dr. Dörnath war meines Wissens nicht beim Wal und kann sich nur ein Urteil aus Fotos bilden.
 
Aber machen sie weg, was u.a. Frau Dörnath dazu dann erklärt? Machen sie weg, dass gestrandete Wale meistens relativ schnell und qualvoll sterben, oder ist das nur böse Statistik, auf die ja nur arrogante Meeresbiologen hören?
Das eine ist Statistik, das andere ist individuelle Patientenbehandlung.

Zeig mir einen Humanmediziner, der einen Patienten nicht behandeln würde, nur weil die Statistik sagt, dass die Überlebenschancen verschwindend gering sind.
 
Der Unterschied, Frau Dr. Dörnath war meines Wissens nicht beim Wal und kann sich nur ein Urteil aus Fotos bilden.

Mag sein. Anhand ihrer Äußerungen im verlinkten Interview glaube ich aber nicht, dass sie ihre Meinung geändert hätte, wenn sie beim Wal direkt gewesen wäre.

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Das eine ist Statistik, das andere ist individuelle Patientenbehandlung.

Ja. Ich will auch nicht behaupten, dass Jenna Wallace Unrecht hätte. Frau Dörnath aber auch nicht. Und wir müssen diese Ambiguität aushalten, dass da zwei menschen mit unterschiedlicher Meinung möglicherweise trotzdem beide absolut Recht haben... und keiner der beiden wirklich etwas falsches gesagt oder getan hat.

Was können wir draus lernen? Auf wen hören wir in Zukunft, wenn wieder ein Wal in der Ostsee strandet?

Zeig mir einen Humanmediziner, der einen Patienten nicht behandeln würde, nur weil die Statistik sagt, dass die Überlebenschancen verschwindend gering sind.

Humanmediziner genießen den Vorteil, dass die Patienten oder mindestens deren Angehörige auch ihre Wünsche direkt äußern können.

Wir wissen nicht, was Timmy wollte. Wir wissen nicht, was Timmy fühlte. Wir interpretieren viel und wissen herzlich wenig.

Da gab es dann zwischendurch beispielweise den einen Politiker (glaube ich... war es Backhaus selber?), der begeistert berichtete, der Wal haben ihn an sich ran und sich streicheln lassen, und er hätte sogar dankbar die Flosse gehoben.

Woher wollen wir wissen, dass das eine freudige Geste war? Der Wal hatte gar keine Chance, die Menschen nicht an sich ran zu lassen. Das Heben der Flosse könnte auch eine Stressreaktion oder Abwehrhaltung sein. Wir kennen uns in der Körpersprache der Wale zu wenig aus, um das wirklich beurteilen zu können, bzw. der Mensch, der dieses geäußert hat, hat sicher noch keine Erfahrung mit der Körpersprache von Meeressäugern vorzuzeigen.

Möglicherweise war das analog zu: "Schau mal, das gefesselte Kätzchen da ließ sich streicheln. Und es hat sogar dankbar und freudig gegrummelt und gefaucht."

Darüber hinaus wägen auch Humanmediziner ständig Chancen und Risiken miteinander ab. Meine Mutter beispielsweise hat eine chronische Leukämie (die hoffentlich auch noch lange nur chronisch bleibt). Ihr Onkoloke/Hämatologe sagte ihr aber schon: "Wenn das jetzt akut werden würde, werden wir nicht mehr kurativ behandeln. In ihrem Alter (jetzt 91) wären die Erfolgsaussichten davon verschwindend gering, und es würde für Sie mehr Leid als Nutzen bedeuten."

(Und ich will dazu auch mal anmerken, dass in anderen Diskussionen in diesem Forum schon Ärzten zur Last gelegt und als Arroganz o.ä. ausgelegt wurde, zu lange zu behandeln, auch wenn die Erfolgsaussichten gering sind... alleine da gehen schon die Meinungen auseinander, was man überhaupt will.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Humanmediziner genießen den Vorteil, dass die Patienten oder mindestens deren Angehörige auch ihre Wünsche direkt äußern können.

Wir wissen nicht, was Timmy wollte. Wir wissen nicht, was Timmy fühlte. Wir interpretieren viel und wissen herzlich wenig.
Aber trotzdem findet immer eine Untersuchung am Patienten statt.
Und kein Humanmediziner wagt es nach einer kurzen "Videoanalyse", eine tödliche Krankheit bzw. einen tödlichen Ausgang zu diagnostizieren, ohne einen Patienten vorher mehrfach gewissenhaft untersucht zu haben.
Sowas macht man nur bei Tieren.
 
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Aber trotzdem findet immer eine Untersuchung am Patienten statt.
Und kein Humanmediziner wagt es nach einer kurzen "Videoanalyse", eine tödliche Krankheit bzw. einen tödlichen Ausgang zu diagnostizieren, ohne einen Patienten vorher mehrfach gewissenhaft untersucht zu haben.
Sowas macht man nur bei Tieren.

Frau Dörnath beschreibt in dem Interview auch, warum man das bei Tieren wenn überhaupt dann nur sparsam macht: Auch die Untersuchung bedeutet Stress für die Tiere. Die Tiere können es nicht einordnen, ob der Mensch ihnen gutes tut und in wohlwollender Absicht kommt oder nicht. Und wir Menschen können auch nur schwer richtig erkennen, ob das Tier unsere Handlung richtig einordnet.

Damit will ich nicht kritisieren, dass Frau Wallace Timmy untersucht hat. Sie hat scheinbar die Expertise und hat anhand ihrer Kenntnisse, Erfahrungen und Prioritäten ein Urteil abgegeben. Frau Dörnath hat aber auch Kenntnisse und Erfahrungen, die ebenfalls nicht von der Hand zu weisen sind. Und beide haben möglicherweise Recht.

Was lernen wir? Auf wen hören wir in Zukunft?
 
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