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Gedanken zum Buddhismus

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Filomena, 20. Dezember 2020.

  1. Filomena

    Filomena Guest

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    inspiriert von allerlei Beiträge in diesem Forum sind mir so Gedanken durch den Kopf gegangen!
    Ohne mich, weiß Gott wie gut, mit dem Buddhismus auszukennen,
    habe ich soviel verstanden,
    dass man wiedergeboren wird um die Schuld aus vergangenen Leben,
    auf zu arbeiten!
    Nun, ich finde diesen Umstand recht betrüblich, gibt es den keine Erlösung beim Buddhismus,
    keine Vergebung der Sünden?
    Wie schlimm ist das denn?
    Muss man also aus eigener Kraft ein einwandfreies Leben führen -
    um sich irgendwann glückselig im Nirvana aufzulösen?
    Habe ich die Grundidee richtig verstanden oder bin ich mit meiner Annahme auf dem Holzweg?
    Wer mag sich mit mir darüber austauschen?
     
  2. FelsenAmazone

    FelsenAmazone Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Mai 2008
    Beiträge:
    4.766
    Ort:
    Phönixland

    soweit ich weiß, lernt man im Buddhismus die vier edlen Wahrheiten und die rechte Lebensweise - womit man, wenn man sich dran orientiert, im Hier und Jetzt keine Ursachen für Leid schafft (oder wenn man es übersetzt in die christliche Lehre - so lernt man die Gebote und den Weg der Liebe kennen und ist darin so frei, bzw. befreit vom Übel, wenn man sich nicht selbst wieder dran haftet in Gedanken)

    dieses Strafprinzip (Schuld und Sünde) ist christlicher Diskurs

    das karmische Prinzip ist Ursache und Wirkung

    Im Hinduismus gibt es die Vorstellung, dass es ein Kastenwesen gibt und die Idee, man müsse etwas abarbeiten - was auch nur eine Ursache-Wirkung-Abfolge ist aber keine Sünde und Verdamnis und Erlösung wie im christlichen Denken

    man kann nur ein anderes Denksystem verstehen, wenn man das erlernte Denksystem für einen Moment komplett verlassen kann

    so wäre zum Beispiel ein hemmungloses Gewalt-Antun von vornherein im Buddhismus nicht mögich, weil man dann ja nicht auf dem Pfad des kein Leid zufügen ist
    man kann nur nach der Tat aufrichtig den Weg aufnehmen und fortan nichts mehr tun, was anderen schadet, aus Mitgefühl

    Dann ist keine Strafe nötig, denn Strafe wäre ja wieder Gewalt

    Jeder kann sich vom Rad des Leids im prinzip jederzeit selbst erlösen dadurch, dass er das Grausame lässt und Mitgefühl übt

    die christliche Denke ist, dass man Übel tun kann, dann in einem Ritual bereut, die Strafe kassiert, von einem Kirchenmitglied - oder Jesus - befreit wird und erlöst und dann wieder - im alten Trott weitermacht .... bis zur nächsten Strafe .... ehrlich gesagt ist das etwas, was mich schaudern liess, als ich mich damit auseinandersetzte, da einige Leute darauf spekulieren - und das ist weit entfernt von Jesu Bitte: sündige fortan nicht mehr ....

    Buddhismus ist da, salopp gesagt, auf Eigenverantwortlichkeit ausgerichtet

    vielleicht ein so anderer Ansatz dass das Umdenken schwerfällt wenn man im christlichen Kontext großwurde

    weiß nicht
     
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  3. Man muss hier betonen, dass es nicht DEN Buddhismus gibt. Es gibt viele Richtungen und zudem auch noch den "Volks-Buddhismus". Dort wird Buddha angebetet und die Lehre Buddhas wird hier sehr verzerrt.

    Zu deiner Frage: Nein, hier hast du etwas falsch aufgefasst! Im Buddhismus gibt es keine Seele und kein überdauerndes Ich. Im Gegenteil! Somit gibt es auch keine Strafen, die mitgezogen werden. Es gibt Karma, Ursache und Wirkung. Frühere Leben haben aber wenig bis nichts mit dem Kern der Lehre Buddhas zu tun: Erlösung von Leiden!

    Wenn du Fragen hast, frage gerne. Hier oder pm. Wie du magst
     
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  4. upgrade

    upgrade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. Oktober 2017
    Beiträge:
    1.472
    beim Buddhismus steht im Vordergrund, Mitgefühl und Weisheit gegenüber jedem Lebeweisen zu entwickeln.
    Darüber hinaus lehrt der Buddhismus, dass es keine weltliche andauernde Freude gibt, nur die geistige Freude ist nachhaltig, nicht-vergänglich und konsistent.
    Die Lehre von Karma und Wiedergeburt ist eingebettet in ein dualistisches System eines eigenmächtigen selbst-erschafften Denksystems.
    Das Nirvana stellt einen Zustand dar, der losgelöst von all diesen gedachten Erbsünden ist und der ein Aufwachen in den Moment ermöglicht. In diesem Moment fällt all das Gedachte ab und der Augenblick ist allgegenwärtig.
     
  5. Filomena

    Filomena Guest

    Danke - Felsenamazone - für deine Antwort - du hast mir die Grundlagen des Buddhismus sehr gut erklärt!
    Im Alltag sicher nicht so leicht zu händeln, aber für Menschen, welche mit diesen Grundsätzen aufwachsen nicht ganz so schwierig....
    Was ist mit den Frauen im Buddhismus eigentlich?
    Kommen die besser weg als bei den anderen Religionen?

    Was mir halt nicht so gefällt ist die Idee mit der Wiedergeburt,
    ja und was ist mit den Vielen, welche mit einem schlechten Karma auf die Welt kommen - sprich in Not und Elend,
    behindert, krank......
     
  6. Filomena

    Filomena Guest

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    Danke für euren Antworten -
    Also erlebt man das Nirwana auch im Diesseits - hab ich das richtig verstanden - also wenn man glücklich, sorglos und sich unbelastet fühlt???
     
  7. Es gibt im Buddhismus keine Kasten und ein "besser" geborenes! Im Buddhismus geht es darum sich von diesen Etiketten und Polen zu lösen. Die Frau kommt so weg wie der Mann. Beide leiden. Und Buddha weist einen Weg auf, sich davon zu befreien.

    Es kommt wieder etwas auf die Richtung an. Aber ja! Nirvana kann jederzeit geschehen. Und danach putzt man weiterhin sein Klo ;-) Es ist kein Ort, sondern eine Erkennntis, eine Befreiung. Und es gibt Stufen dahin. Und so paradox es ist...man erreicht nur dann Nirvana, wenn man nichts erreichen will
     
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  8. Filomena

    Filomena Guest


    Das Ziel der buddhistischen Praxis ist, die Erleuchtung zu erlangen. Zuvor muss der Buddhist einen Kreislauf der Wiedergeburt durchleben. Im Theravada-Buddhismus ist es für die vollständige Erleuchtung notwendig, einen männlichen Körper zu haben. Eine weibliche Wiedergeburt wird als Strafe für schlechtes Verhalten angesehen.



    hab ich auch gelesen! Stimmt das??????????
     
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  9. FelsenAmazone

    FelsenAmazone Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Mai 2008
    Beiträge:
    4.766
    Ort:
    Phönixland
    oh, ich glaube, gerade der Alltag ist dazu geeignet, verantwortlich zu handeln und es zu üben, also Du benutzt ja zum Beispiel Topflappen wenn Du einen heißen Topf anfasst, weil Du dafür verantwortlich bist, Deine Hände nicht zu verbrennen - du vermeidest das Leid an Deinen Händen

    Du würdest einen Hund füttern, für den Du verantwortlich bist und wenn Du willst, dass er nicht verhungert oder wegläuft, dann wirst Du ihn füttern, aus Zweck ... wenn Du es aus Mitgefühl machst und nicht nur aus Zweckdenken, dann ist es schon buddhistisch ... wenn Du Dich nicht mehr um den Hund kümmern kannst, so würdest Du für ihn ein neues Zuhause suchen und nicht einfach irgendwo aussetzen und dem Tod überlassen (das wäre ihm Leid zuzufügen)


    buddhistische Frauen (Nonnen) haben Bücher geschrieben, ich habe gerade meine verliehen .. da erfährt man mehr


    ich verstehe die Frage nicht was meinst Du?
    es geht im Buddhismus um Mitgefühl mit allen lebenden und fühlenden Kreaturen da gehören auch Frauen dazu möcht ich meinen

    man braucht die Idee ja nicht anzunehmen, es geht auch ohne den Glauben an die Reinkarnation
    ich glaube nicht, dass es ein Glaubensbekenntnis gibt, dass man nachbeten muss, jedenfalls nicht in dem Sinne wie das Glaubensbekenntnis der katholischen Kirche oder die Koransuren oder sonstige Texte, die kritiklos in verpflichtender Weise gedacht und geglaubt werden müssen

    in der Stille des Inneren braucht gar kein Gedanke zu sein, da würde auch kein verpflichtender Text hineinpassen

    bin aber keine - buddhistische - Nonne und habe nur ein bisschen aufgeschnappt


    Die Lehre des Buddhismus sieht einfach das Leid in der Welt und bietet Wege aus dem Leid an mehr nicht.

    Wenn jemand krank ist, ist er krank, lebt aber ein würdiges Leben, so wie es möglich ist.

    Wenn jemand mit einer Behinderung auf die Welt kommt, ist dies in den Augen der anders Geborenen Leid, in den Augen des Menschen, der so auf die Welt kommt, ist es seine Welt. Er muss ja nicht die Zuschreibung der andren annehmen und sich "obendrein" schlecht fühlen.

    Wer Leid erfahren hat und es loslassen, akzeptieren, überwinden will, findet manchmal Hilfe darin, einen Sinn zu entdecken in dem Leid. Dann ist der Gedanke, dass es einen Sinn gibt oder einen Plan im Universum, eine hilfreiche Sache. Dann kann man so den Gedanken an Wiedergeburt zur Leidvermeidung einsetzen. Dafür ist es wohl gedacht.

    Ein nicht-behinderter Mensch aber, der einem behinderten Menschen sagt, dass er sicherlich ein Bösewicht wäre oder gewesen wäre wegen der Behinderung, hat nicht verstanden, dass er damit hier und jetzt Leid verursacht und weder sich noch dem anderen hilft damit.

    Liebe Grüße
    eva
     
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  10. FelsenAmazone

    FelsenAmazone Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Phönixland
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    Es stimmt für den Theravada-Buddhismus.
    Es stimmt nicht für "alles Buddhistische das es so gibt".

    Es gibt ja auch viele, viele Kirchen ... Religionen, Sekten und so fort.
    Die haben auch verschiedene "Gesetze und Überzeugungen".
    Manchmal so grausame Sachen wie: Du wirst im Himmel soundsoviele Jungfrauen haben können, wenn Du Menschen mit einem andren Glauben als unserem tötest.

    Es gibt überall solche Sätze. Die stehen aber nicht für eine Idee schlechthin.

    LG
    Eva


    PS ich habe die 10 Fragezeichen jetzt mit einer Antwort beantwortet und hoffe, dass es nicht unausgewogen war ;)
     
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