Quelle dieser schöpferischen Umgestaltung ist der göttliche Funke im Menschen, die durch die göttliche Liebe aus göttliche Gnade geschenkte Offenbarung des göttlichen Geistes im Menschen, das menschliche Ich. Dieses ist das Ziel und die eigentliche Triebkraft der künftigen Menschwerdung. Unvorstellbare Kämpfe werden um dieses menschliche Ich entbrennen, und die Menschheitsentwicklung kann auch scheitern. Aber im menschlichen Ich ruhen verborgen auch ungeahnte Kräfte, diese Kämpfe siegreich zu bestehen. Diese Kräfte müssen an die Oberfläche des Bewusstseins gehoben und tätig verwirklicht werden.
Die Schöpfung aus dem Nichts
Das Wesen, das begriffen werden kann,
Ist nicht das Wesen des Unbegreiflichen.
Der Name, der gesagt werden kann,
Ist nicht der Name des Namenlosen.
Unnambar ist das All-Eine, ist Innen.
Nambar ist das All-Viele, ist Außen.
Begierdenlos ruhen, heißt Innen erdringen.
Begierdenvoll handeln, heißt Außen verharren.
All-Eines und All-Vieles sind gleichen Ursprungs,
Ungleich in der Erscheinung.
Ihr Gleiches ist das Wunder,
Das Wunder der Wunder,
Alles Wundervollen Tor.
Das Ich ist ein solches alles Wundervollen Tor (wenngleich hier im Chinesischen noch das Sippen-Ich angesprochen ist). Durch dieses Tor tritt das Okkulte in die äußere Erscheinung, wird Schöpfung. Nach der Ursache der Schöpfung kann man nicht sinnvoll fragen, sie ist ein freier Entschluss des Schöpfers; sie ist eine Schöpfung aus dem Nichts, und, insofern sie göttliche Schöpfung ist, im Urbeginn auch eine Schöpfung in das Nichts hinein. Jeder Schöpfungsprozess beginnt mit einem Sprung in das Nichts, in den Abgrund (Ginungagap, Chaos) Insofern auch der Mensch über Schöpferkraft verfügt, schafft auch er aus dem Nichts, aber er kann nicht in das Nichts hinein schaffend wirken, sondern muss die vorhandene Schöpfung umschaffen, allem voran sich selbst, insofern er noch Geschöpf ist, d.h. seine niederen leiblichen Wesensglieder. Es muss wohl kaum betont werden, dass dieses Nichts tatsächlich die höchste, nämlich die geistig schaffende Wirklichkeit ist, die selbst kein «Sein» hat, also das schlechthin verborgene, okkulte, der unaussprechliche Name Gottes ist, aber zugleich die Quelle alles seelischen, ätherischen und physischen Daseins ist und zugleich die Senke in welche die gesamte Schöpfung einmal wieder verschwinden wird.
Ent-nichtung und Zer-nichtung gehören zusammen à Phönix aus der Asche. Aus der geistigen Quelle wird die Schöpfung ausgeatmet, in die Senke hinein wird sie wieder eingeatmet. Erst mit der Schöpfung aus dem Nichts beginnt die Zeit, man kann nicht sinnvoll danach fragen, was vor der Schöpfung war, denn da gab es die Zeit noch gar nicht. Der eine große Atemzug vom Werden aus dem Nichts bis zum Vergehen im Nichts gliedert sich in kleinere Atemzüge. In 7 solchen kleineren Atemzügen entfaltet sich die Schöpfung in der Zeit, entsprechend den 7 großen Schöpfungstagen (Äonen), wobei der 7. Tag ein Tag der Gottseligkeit und Ruhe ist, wo die Schöpfung vollendet in sich ruht. Diese 7 Schöpfungstage sind wesenhaft zu denken; Jakob Böhme nennt sie in seiner Aurora die 7 Quellgeister Gottes. Jeder dieser 7 kleineren Atemzüge gliedert sich wieder in 7 noch kleinere usw. Es ist hier nicht der Ort, näher zu begründen warum sich die Schöpfung auf diese siebenfältige Weise entwickelt, aber hingewiesen werden kann darauf, dass sich die Spuren davon in der ganzen Schöpfung finden, von den 7 klassischen Planeten über die 7 Farben des Regenbogens und das periodische System der chemischen Elemente bis hin zu den 7 Intervallen in der Musik. Die 7 spiegelt sich aber auch in 7 nachatlantischen Kulturepochen und den sie leitenden Zeitgeistern wider, und ebenso in den 7 Erzengelregentschaften, die einander etwa alle 350 Jahre abwechseln usw.
Wolfgang Peter 2002
1. Vortrag
(19.2.2002)
(Menschheitszukunft_01.pdf)
Karuna
Da die Erde den Höhepunkt des Ausatmungsprozesses darstellt, ist hier die räumliche Erstarrung am stärksten ausgeprägt; in späteren Entwicklungszyklen wird das Einatmen bereits wieder so stark, dass vieles aufgelöst werden wird. Mit der Erdeentwicklung ist die Schöpfung am meisten äußerlich geworden. Sie ist dadurch am meisten verhärtet und verdichtet, gleichsam an stärksten materiell geworden. Die Schöpfung erstirbt gleichsam an der Peripherie. Dass sich die Materie derart verdichtet, liegt aber daran, dass sich zuerst die Astralkräfte entsprechend verdichten und in sich verhärten, also egoistisch werden. Diese egoistische Begierde, die sich die ganze Welt eigensüchtig einverleiben will, anstatt dass sie in den Schoß des Göttlichen zurückkehrt, spiegelt sich äußerlich in der physikalischen Schwerkraft wider.