Eine Frag zur Meditation

M

michaelser

Guest
Hallo zusammen,
Ich habe vor kurzem gehört, dass es so etwas wie Lesemeditation gibt.
Aber ich habe eigentlich immer gedacht, dass "die Aufnahme neuer Information" nicht zu Meditation gehören kann. Genauso gut kann man dann einen sannenden Film Meditation nennen, denn beim Gucken denkt man auch nicht, man ist voll auf das Geschehen konzentriert. Man könnte noch weiter gehen und z.B. ein "Programm zum Tippen-lernen" auch Meditation nennen: man ist voll darauf konzentriert die richtige Taste u drücken und der Geist befindet sich absolut in Ruhe. Mich würde intiressieren, was ihr darüber denkt.
Vielen Dank im Voraus.
 
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Lotusz

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Hallo Michaelser

In diesem Punkt gehen die Meinungen etwas auseinander. Wir haben uns vor kurzem auch darüber unterhalten, ob Laufen Meditation ist.

Einige meinten, es sei Meditation. Ich sehe es etwas anders. Für mich können das Lesen und das Laufen zwar meditativen Charakter haben, in meinen Augen ist es aber keine Meditation. Mit Meditation verbinde ich die Konzentration auf die Atmung, auf das dritte Auge oder meinetwegen auch auf einen physischen Gegenstand (Buddhafigur, Heiligenbild, Kerzenflamme) um innerlich abzuschalten und zur Ruhe zu finden.

Andererseits, wenn dich das Lesen bzw. das Laufen zu deiner inneren Mitte bringen kann, ist es vielleicht doch eine Meditation.

Alles Liebe. Gerrit
 

Lotusz

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Jetzt beim dritten Nachdenken kommen mir wieder Zweifel, ob das Lesen bzw. das Laufen doch eine Meditation ist.

Beim Meditieren erhöhst Du deine inneren Schwingungen. Jede Zelle des Körpers wird in einen höheren Schwingungszustand gebracht. Man merkt es dadurch, dass der Körper prickelt. Jedenfalls erlebe ich es so.

Das passiert beim Lesen und Laufen wohl nicht in dem Masse. Beim Lesen kommt man zwar zur Ruhe, aber das ist eher eine vorübergehende Ruhe. Beim Laufen atmet man zwar kräftiger ein und aus, was ebenfalls eine Energieanhebung ist.... ach, ich weiss auch nicht.

Alles Liebe. Gerrit
 

Lotusz

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Hallo michaelser

Von Astralreisen (OB's) verstehe ich nicht viel. Aber es könnte sein, dass das Erhöhen der Schwingungsfrequenz auf astraler Ebene stattfindet. Ich würde eher vermuten, dass es auf körperlicher Ebene in den Zellen stattfindet. Aber genaues weiss ich auch nicht darüber. Müsste mal bei Yogananda nachschauen, der hat sich vielleicht damit beschäftigt. Ich habe das Buch zwar schon gelesen, kann mich aber nicht mehr erinnern, ob er darüber geschrieben hat.

Alles Liebe. Gerrit
 

sam°

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Klar, kann lesen, einen Film gucken, etc. eine Meditation sein - letztendlich wird jede Tätigkeit eine Meditation werden


- Du kannst es als Meditationstechnik nutzen

- oder von Anfang bis Ende meditativ machen, also mit Deiner Aufmerksamkeit sowohl im Aussen (beim Buch, beim Film) als auch in Deinem Inneren (bei Deinen Gedanken, Gefühlen, in Deinem Körper) sein - woraus sich etwas Drittes ergibt


Du kannst beispielsweise ein Buch lesen und Dir zugleich zuschauen, wie Du das Buch liest und wie Deine Gedanken immer wieder abschweifen, wieder zu den Zeilen im Buch und zum beobachten des Lesenden zurückkehren ...

Oder Du sitzt im Kino und siehst einen Film und schaust Dir zugleich zu, wie Du den Film anschaust, wie sich bei gruseligen Szenen vielleicht Deine Schultern verspannen, wie Du an einer lustigen Stelle lachst, an einer dramatischen Stelle plötzlich traurig wirst ....


Meist ist es so, dass man das Gefühl hat, da wären keine Gedanken mehr im Kopf, weil man total auf das Geschehen im Buch oder auf der Leinwand konzentriert und damit identifiziert ist. Wenn Du aber zugleich Dich selbst bewusst wahrnehmen kannst, dann wirst Du etwas wundervolles Neues entdecken


Liebe Grüße
sam
 
M

michaelser

Guest
Danke schön für eure Antworten.
Ich habe da noch eine Frage: Wenn ich meditiere , konzentriere ich mich auf meinen Atem. Dabei kann ich aber auch an etwas anderes denken und gleichzeitig meinen Atem beobachten. Also es ist nicht so, dass ich nach 10 min. aus meinen Gedanken aufwache, und feststelle , dass ich gerade woanders war, sondern so, dass ich z.B. immer ganz genau weiß , wie mein letzter Atemzug ausgesehen hat. Meine Frage wäre : Muss ich diese Gedanken stoppen um eine innere Leere zu erreichen oder spielt es keine Rolle?
Vielen Dank im Voraus.
 
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Lotusz

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Hallo michaelser

Ich möchte dich einmal auf einen Text von Swami Sivananda über die Yoga Sutras aufmerksam machen. Dort wird auch deine Frage beantwortet. Hier ein kleiner Ausschnitt, der direkt auf deine Frage eingeht:

Dharana ist das Fixieren des Geistes auf etwas Äußeres oder Inneres. Außen kann der Geist auf das Bild von Shri Hari, Shri Krishna oder Gott Rama geheftet werden, oder auf jedes andere Objekt und jeden Punkt. Innerlich kann er auf jedes Chakra geheftet werden, auf einen Teil des Körpers oder auf eine abstrakte Idee. Nachdem das Prana durch Pranayama (Atemübüngen) und die Indriyas (die Sinne) durch Pratyahara (das Zurückziehen der Sinne von den Sinnesobjekten) kontrolliert worden sind, muß man versuchen, den Geist auf irgend etwas festzuhalten. Dharana (Konzentration) kann nur gemacht werden, wenn man frei ist von den Ablenkungen des Geistes.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang sind auch die 8 Stufen des Raja Yoga.

Alles Liebe. Gerrit
 
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