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Die inneren Erde und Wasser

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Pfeil, 27. Februar 2019.

  1. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Gemäss der vedischen Göttertriade Agni - Vaju - Indra ist Indra dann der Hauptgott des Ayurveda-Doshas Kapha. Die Elemente von Kapha sind Erde und Wasser.

    Agni - Feuer - Pitta - Das innere Feuer
    Vaju - Luft - Vata - Die innere Luft
    Indra - Erde/Wasser - Kapha - Die inneren Erde und Feuer


    Kapha ist das materiellste Dosha. Es wird manchmal etwas geringschätzig betrachtet, in dem Sinne dass es etwas faul und träge im Vergleich mit Feuer und Luft ist. Doch gerade die Materie ist es doch, die den eigentlichen materiellen Körper ausmacht. Erde, verschiedene Elemente im Gesamtwert von ein paar Cent, wie jemand mal freundlicherweise ausgerechnet hat und eine ganze Menge Wasser.

    Dazu passt Indra, der ein recht kriegerischer, Gott ist. Im heutigen Hinduismus wurde er als Götteroberhaupt weitgehend abgelöst von Vishnu, wohl auch weil er zu weltlich, träge und seinen sinnlichen Genüssen und dem berauschenden Somatrank übermäßig ergeben war.

    1,3. An die Asvin, Indra, die Allgötter und Sarasvati.


    1. Asvin! Traget nach den Opfergebeten begleiteten Labsalen Verlangen, ihr flinkhändigen Meister der Schönheit, ihr Vielnützenden!

    2. Asvin! kunstreiche Herren, mit überlegenem Verständnis nehmet die Lobesreden gut auf, ihr flinkhändigen Meister der Schönheit, ihr Vielnützenden!

    3. Ihr Meister Nasatya´s, euch gehören die Somatränke des Opferers, der das Barhis umgelegt hat. Kommet herbei, die ihr die Bahn des Rudra wandelt!

    4. Indra! Komm her, du prachtglänzender; nach dir verlangen diese Somatränke, die von den zarten Fingern in einem Zuge geläutert werden.

    5. Indra! Komm her, durch unsere Dichtung angespornt, von den Redekundigen zur Eile getrieben, zu den erbaulichen Worten des Priesters, der Soma bereitet hat!

    6. Indra! Komm her, dich beeilend, zu den erbaulichen Worten, du Falbenlenker, trage nach unserem Soma Verlangen.

    7. Schützende Völker-Erhalter, Allgötter, kommet her, als Spender zum Soma des Spenders!

    8. Ihr Allgötter, kommet die Gewässer überschreitend eilig zum Soma wie die Kühe zur Frühweide!

    9. Ihr Allgötter, ohne Fehl, willkommen und ungern fortgelassen, ohne Falsch, sollen den Lebenssaft genießen, die Wagenführer.

    10. Die lautere Sarasvati, an Belohnungen reiche, soll nach unserem Opfer verlangen, die durch Weisheit Schätze gewinnt.

    11. Schenkungen anregend, auf Wohlwollen bedacht, hat Sarasvati das Opfer angenommen.

    12. Mit ihrem Banner offenbart Sarasvati ihr große Wasserflut; sie beherrscht alle frommen Gedanken.


    Indra hatte ich schon in meinem Blog bei "War Indra der Gott der Bronzezeit?" untersucht. Dort wurde festgestellt, dass der kriegerische Indra, Herr der himmlischen Heerscharen der Engel und Blitzeschleuderer wohl bei den Germanen als Thor, den Griechen als Zeus, den Römern als Jupiter und den Juden als Jahwe auftrat.

    Mit dem Wechsel vom Brahmanismus zum Hinduismus und dem obersten Gott Krishna hörten dann auch die grausamen Menschenopfer und andere Unsitten der Bronzezeit auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Februar 2019
  2. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Wollte eigentlich bei der Luft der Reihe nach vorgehen stellte aber fest, dass Indra wohl mehr hierher gehört. Obiges Zitat ist übrigens aus dem Rig-Veda.

    War anfangs beim Feuer noch alles überschaubar, da gab es nur Agni, kommen ab dem zweiten Unterkapitel die vielfältigen Verflechtungen der Elemente untereinander mehr zum Ausdruck. Die drei Doshas gehören eng zusammen, wie auch die Halbgötter zusammen gehören.

    Gleichzeitig will man auch den Praxisbezug nicht aus dem Auge verlieren. Was hat Indra mit Erde, Wasser und Kapha zu tun? Wikipedia:

    "Indras Eltern waren Himmel (Dyaus) und Erde (Prithivi), die der Gott gleich nach der Geburt für immer voneinander trennte. Er entthronte seinen Vater, stürzte die alte Ordnung und riss die Herrschaft über die Welt an sich. Er scheint darüber hinaus den Gott Varuna als höchsten Gott verdrängt zu haben und übertrifft ihn mit der Zeit an Beliebtheit."

    Indra ist also der Sohn der Erde. Er hatte vorher Varuna verdrängt, so wie er selber von Vishnu abgelöst wurde. Auch im vedischen Götterhimmel und ebenso im germanischen, römischen und griechischen findet man all das was wir aus unserer Welt kennen. Warum will man denn dann überhaupt in den Himmel, wenn alles im Prinzip ist wie bei uns auf der Erde? Weil im Himmel natürlich alles viel schöner, besser, immaterieller ist!

    "Er vollbringt eine Reihe von Heldentaten. So tötet Indra mit seinem Donnerkeil (vajra) den Drachen bzw. Dürredämon Vritra und befreit die Kühe von den panis, einer Schar reicher und geiziger Dämonen. Ebenso tötet er der Mythologie zufolge den Dämonen Namuci, der ihm sein Soma stiehlt. Indra hat stark anthropomorphe Züge. Der Indologe Jan Gonda beschreibt ihn als anthropomorphesten der vedischen Götter. Er ist der große Eroberer und Held sowie Kämpfer gegen die Asuras für Götter und Menschen, strotzt vor Kraft und Vitalität, ist der größte Esser und Trinker, trinkt in riesigen Mengen Soma (ein belebendes Getränk), er bringt Materielles zum Blühen, schenkt Wohlstand und bestraft die Lüge."

    Zu der Zeit wurde noch der grösste und stärkste Held König. Hat man aber alles erreicht und sitzt auf dem Thron wird man nicht selten bequem, ruht sich auf seinen Lorbeeren aus und berauscht sich. Anthromorph bedeutet die Vermenschlichung von eigentlich tierischen, geistigen oder anderen Eigenschaften. Das kennen wir heute auch noch, wenn auch in der heutigen Welt meist alles viel langweiliger gesehen wird. Indra personifiziert noch mehr als die anderen Götter. Er ist gleichzeitig Gottkönig, Herr über die Erde und die Naturgewalten.

    "Verheiratet ist er mit Indrani, der Göttin von Zorn, Eifersucht und Nörgelei."

    Hier findet man eine deutliche Parallele zur römischen Götterwelt, wo Jupiter mit Juno verheiratet ist. Dabei werden Juno genau die gleichen Eigenschaften zugeschrieben wie Indrani.

    "Er wohnt in der Stadt Amaravati als Herr über die Himmelswelt (svargaloka) in einem Palast auf der Spitze des Berges Meru. Dort herrscht er zusammen mit seiner Frau Indrani über eine Art "Kriegerparadies" in den Wolken, ähnlich dem germanischen Walhalla. Gandharven machen dort die Musik, während Apsaras Tänze und Schauspiele für Indras gefallene Krieger aufführen. Gelegentlich schickt Indra von Svarga aus seine apsaras auf die Erde, um Menschen zu verführen, die der Gott für zu asketisch hält. Auch Indra selbst besteht zahlreiche Liebesabenteuer. Der Gott gilt allgemein als wohltätig, hilfreich, aktiv, dynamisch, ekstatisch, sinnlich, schnell, wild, kriegerisch, heldenhaft, tapfer und stark."

    Alles wie bei den Germanen, Römern, Griechen und Juden. Nur eben viel besser als auf der Erde. Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir da hinkommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Februar 2019
  3. Oberon LeFae

    Oberon LeFae Sehr aktives Mitglied

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    Wobei ich da die Paralellen zum sakralen Königtum spannend finde...
     
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  4. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Das solltest du näher ausführen.
     
  5. Oberon LeFae

    Oberon LeFae Sehr aktives Mitglied

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    Ich meinte diese Absätze hier. Wobei ich sagen muß, dass ich mich mit dem sakralen Königtum auseinandersetzen musste. *g* Viel geholfen hat mir dabei die Lektüre des "Goldenen Zweiges" vom Frazer. Da wird der König als gottgleich oder gottähnlich gesehen, er hatte auch die Macht über die Geister, und seine Aufgabe war es, für den Wohlstand der Menschen und des Landes (!) zu sorgen. Er mußte deswegen auch Kraft haben. Sich auf dem Thron ausruhen war nicht unbedingt ganz ungefährlich. *g* Spannend übrigens auch die Paralelle zu dem nordischen Thor, wobei der zwar gerne futtert und säuft, aber nicht die "königliche" Komponente hat. Ansonsten passt da alles, bis zum Plattmachen diverser Dämonen mit dem Thorshammer (=Donnerkeil). Übrigens meine ich gelesen zu haben, dass Indra eher dem Bhang (ein hanfhaltiges Getränk) zugetan war, was vielleicht zu Odrorir aus Odins Runenlied passen könnte - wobei da eben Odin und nicht Thor davon trinkt.
     
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  6. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Frazer habe ich noch gar nicht gehört, da muss ich mich erst schlau machen.
     
  7. Oberon LeFae

    Oberon LeFae Sehr aktives Mitglied

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    Ist zumindest für mich ein sauinteressantes Buch über alte Rituale, aber Obacht: es ist ein fetter Wälzer.
     
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  8. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Mal sehen was Frazer über Jupiter (Indra) schreibt:

    http://www.sacred-texts.com/pag/frazer/gb01302.htm

    " But Jupiter did not reign alone on the top of his holy mountain. He had his consort with him, the goddess Juno, who was worshipped here under the same title, Moneta, as on the Capitol at Rome. As the oak crown was sacred to Jupiter and Juno on the Capitol, so we may suppose it was on the Alban Mount, from which the Capitoline worship was derived. Thus the oak-god would have his oak-goddess in the sacred oak grove. So at Dodona the oak-god Zeus was coupled with Dione, whose very name is only a dialectically different form of Juno; and so on the top of Mount Cithaeron, as we have seen, he appears to have been periodically wedded to an oaken image of Hera. It is probable, though it cannot be positively proved, that the sacred marriage of Jupiter and Juno was annually celebrated by all the peoples of the Latin stock in the month which they named after the goddess, the midsummer month of June."

    "Aber Jupiter regierte nicht alleine auf seinem heiligen Berg. Er hatte seine Gemahlin bei sich, die Göttin Juno, die hier unter dem gleichen Titel Moneta verehrt wurde wie auf dem Kapitol in Rom. Da die Eichenkrone Jupiter und Juno auf dem Kapitol heilig war, können wir annehmen, dass sie sich auf dem Alban-Berg befand, von dem die Kapitolinische Verehrung abgeleitet wurde. So würde der Eichengott seine Eichengöttin im heiligen Eichenhain haben. In Dodona wurde der Eichengott Zeus mit Dione verbunden, dessen Name nur eine dialektisch andere Form von Juno ist. Und so, wie wir gesehen haben, scheint er auf dem Gipfel des Cithaeron regelmäßig mit einem Bild von Hera verbunden worden zu sein. Es ist wahrscheinlich, obwohl nicht eindeutig bewiesen werden kann, dass die heilige Hochzeit von Jupiter und Juno alljährlich von allen Völkern des lateinischen Stammes in dem Monat gefeiert wurde, den sie nach der Göttin benannten, dem Hochsommermonat Juni."

    So ist Juno und Dione wohl die gleiche und die Pflanze des Jupiters (Indra) die Eiche (in unseren Breiten).
     
  9. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Die beiden Ashvins " (von aśva „Pferd“) auch Nasatyas nāsatyau "(zwei) Nichtunwahre“ "sind in der vedischen Mythologie zwei göttliche jugendhafte Zwillinge. Ihre Namen sind Dasra und Nasatya.

    Die Ahsvins gelten als Zwillingssöhne von Dyaus pita oder von Vivasvat und Saranyu, der Tochter von Tvashtri. Im indischen Epos Mahabharata werden sie als Söhne des Aditya Martanda bezeichnet. Zudem werden Nakula und Sahadeva, die Zwillingssöhne der Kunti, als mythische Söhne der beiden Ashvins betrachtet.

    Den Ashvins sind im Rigveda nach Indra, Agni und Soma die meisten Hymnen gewidmet. Sie sind untrennbare Zwillinge, und werden als hübsche Jünglinge mit einem goldenen Schimmer beschrieben. Sie sind stark und schnell wie ein Adler oder Gedanke. Sie sind wohlwollend und helfen in Not geratenen Menschen, befreien aus Seenot, und besitzen auch Heilkräfte. Dem greisen Maharishi Chyavana gaben sie gar seine Jugendlichkeit zurück"


    Anders als Mithra und Varuna, die Gegensätze sind, werden die Ashwins als gleich bezeichnet und untrennbar.

    "Als Getränk bevorzugen sie Madhu oder Soma, ein Honiggetränk, und geben dieses den Bienen. Ihr von den Ribhus verfertigter dreirädriger Wagen (Ratha) ist honigfarben und honigbeladen. Dieser wird von geflügelten Pferden oder Vögeln gezogen. Mit ihrer Peitsche schleudern sie Honig aus. Doch wurde ihnen auch Milch geopfert.

    Die Ashvins werden von der Religionsforschung als indogermanisches Erbe betrachtet und mit den griechischen Dioskuren Kastor und Polydeukes (Pollux) und den baltischen Dieva dēli verglichen."


    Kastor und Pollux sind ebenfalls Zwillinge, werden aber als eher aggressiv beschrieben. In Rom gab es einen ausgeprägten Kult mit ihnen.
     
  10. Pfeil

    Pfeil Sehr aktives Mitglied

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    Das ist schon veblüffend, wenn man sich das mal überlegt: Ziemlich am Anfang der Veden wurde also ein Zwillings-Halbgötterpaar verehrt und zwar in Indien und in Rom gleichermassen. Aber mit anderen Namen. Offenbar existierten die übrigen Götter wie Indra ebenfalls mit anderen Namen in Rom.

    Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Sie existieren tatsächlich. Es wäre doch absurd zu denken, die alten Völker hätten so viel Energie und Zeit aufgewandt, für etwas was nur reine Erfindungen gewesen wären.

    Die Götter kann man tatsächlich sehen, es ist heute aber schwierig geworden, da der moderne Mensch im Durchschnitt viel zu unrein ist. Fleischessen, Drogen, unzulässige Sexualität und Spielsucht haben ihn immer mehr vom Götterhimmel entfernt, sodass heute viele denken es gäbe ihn gar nicht.
     
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