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Deregulierung (die Lösung für alles ..?)

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Amant, 27. Juni 2019.

  1. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Morjen an die Forenleser! :)

    Wollen wir einmal über die Zaubereien der Deregulierung(en) diskutieren? Beginnen wir mit dem Finanzmarkt. Später können wir schauen, wo das Übel eigentlich entstanden ist und wann bzw. wo die Büchse der Pandora geöffnet wurde.Vor allem, wohin führt es uns (?)

    Boomende Finanzmärkte und geschwächte Sozialstaaten erhöhten die Ungleichheit und dämpften die Konsumnachfrage, so Schulmeister. Die Beschäftigung stagnierte weiter. Zum Abbau der Arbeitslosigkeit wurden nun die Arbeitsmärkte dereguliert und die Entstehung prekärer Jobs gefördert oder zugelassen.


    Die Sozialkürzungen, etwa bei den staatlichen Rentensystemen, lieferten die Begründung für den Aufruf zu individueller Eigenvorsorge. Das spülte weitere Finanzmittel an die Börsen – wo institutionelle Anleger nach Schulmeisters Analysen systematisch im Vorteil gegenüber Kleinanlegern sind.


    Die Expansion des Finanzsektors ließ dessen wichtigste Spieler so groß werden, dass sie bei drohender Insolvenz mit Steuermitteln gerettet werden müssen. Im Vertrauen darauf würden die „Finanzalchimisten“ die „selbstreferentielle Geldvermehrung“ noch intensivieren – unter anderem mit billigem Geld, das die Notenbanken eigentlich zur Stützung der Realwirtschaft zur Verfügung stellen.


    „Die neoliberalen Ökonomen und Politiker“ würden, so Schulmeister, zur Bewältigung der Krise dennoch weiter jene Therapien einfordern, „die Teil der Krankheit sind: Senkung der Staatsausgaben, umfassende Privatisierung, Schonung der Finanzvermögen, keine Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder sonstiger Beiträge der Bestverdiener“. Zwar rechnet der Forscher damit, dass sich die Entscheidungsträger in Zukunft auch wieder anderer Konzepte besinnen werden; etwa wenn der aktuelle Aktienboom zusammenbricht und erneut offenbar wird, dass die vermeintlichen Vermögenszuwächse fiktiv waren. Allerdings dürfte der Lernprozess dauern: „Die Geister, die man vor mehr als 40 Jahren gerufen hatte, wird man so schnell nicht wieder los.“

    https://www.boeckler.de/45592_45620.htm#

    free to discuss
     
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  2. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Na dann schauen wir mal. Man muss schon ein wenig in die Vergangenheit reisen, um das ganze Geschehen in sich konsistent nachvollziehen zu können. Leider kann ich aktuell kein Links setzen, aber Die Anstalt ist dabei auch top!
     
    Verena123456 gefällt das.
  3. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Aus Der Anstalt - !



    Mont Pélerin
     
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  4. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Was das Ensemble der ‚Anstalt’ aus diesem gruseligen Gedenken an 70 Jahre Neoliberalismus gemacht hat, ist schlicht und einfach sensationell! Das ist ein furioser Ritt durch ein so noch nie gesehenes, prall faktengeschwängertes, heller und durchsichtiger werdendes Dickicht der Begründer dieser Ideologie und seiner mächtigen, unvorstellbar einflussreichen Helfer aus Politik und Wirtschaft. Im Fokus steht dabei die ‚Mont Pelerin Society’, das „bedeutendste neoliberale Netzwerk der Welt“ (Lobbypedia) mit über 500 Mitgliedern. Ein wahrhaft gigantisches Netzwerk, in dem das Who is Who neoliberaler internationaler und nationaler Think Tanks versammelt ist. Sie „ist die einflussreichste Denkfabrik dieser Republik“. Benannt übrigens nach dem landschaftlich reizvollen Mont Pèlerin, einem kleinen Bergzug in der Nähe von Montreux mit Blick auf den Genfer See. Dort, in einem Hotel, trafen sich 1947 auf Einladung von Friedrich August von Hayek 36 dem Liberalismus nahestehende Sozialdarwinismus-Freaks aus Wirtschaftswissenschaftlern, Philosophen, Politikern und Historikern. Darunter Walter Eucken, James Buchanan und Milton Friedman. Leckerli: Der 1968 von der Schwedischen Reichsbank (!) verliehene und nachvollziehbar umstrittene „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“ ging allein acht Mal an Mitglieder der MPS (Mont Pelerin Society).

    Vor allem: Der Neoliberalismus ist ein leeres Geisterhaus, er ist allgegenwärtig, aber letztlich unsichtbar. Keiner ist verantwortlich. Er fiel vom Himmel. TINA (There Is No Alternative) ist mit unüberwindbarem Abstand das kalt Genialste, Mensch und Natur dauervergewaltigende Dogma, das eine Weltanschauung jemals in der Geschichte der Menschheit hervorgebracht hat.

    https://www.freitag.de/autoren/reyes-carrillo/das-geisterhaus-der-anstalt

    Nichts weniger also als der weltweite Aufstieg und Sieg des Neoliberalismus von seiner Geburtsstunde an, dieser pathologischen, in sich hermetisch geschlossenen Weltanschauung mit ihrer Kernthese der Alternativlosigkeit im „freien Spiel sich selbst regulierender Märkte“ erfuhr in dieser ‚Anstalt’ seine angemessene Würdigung. Diese eiskalt Mensch und Natur verachtende kapitalistische Ideologie des Neoliberalismus als das ebenso alternativlose Prinzip sozialer Organisation ist auch in ihren verheerenden psychosozialen Auswirkungen auf die jeweiligen Gesellschaften historisch singulär. Weder die Weltreligionen noch alle philosophischen Denk- und Glaubensgebäude zusammen hatten es je geschafft, derart tief in Kopf, Herz und Leib (physischer Selbstoptimierungswahn) des Menschen einzudringen. Sein Sozialverhalten im neoliberalen Kampf Jeder gegen Jeden, seine Empathie- und Solidarisierungsfähigkeit wurden (ab)geschliffen, seine Selbstwahrnehmung (Ich bin selbst Schuld an meiner Misere) manipuliert. Und seine Sprache wurde vergewaltigt: Eine lange Reihe zur Orientierung und (auch emotionalen) Bewertung positiv besetzter Begriffe wurden ihres ursprünglichen Sinns beraubt. Prof. Rainer Mausfeld spricht hier vom „Falschwörterbuch“ des Neoliberalismus.

    Politisches Framing!
    Wie Sprache unsere Gedanken beeinflusst.

    https://www.freitag.de/autoren/reyes-carrillo/das-geisterhaus-der-anstalt

    Faktencheck jederzeit möglich, Die Anstalt ist ohnehin dafür bekannt, präzise und 1A bestens im Vorfelde zu recherchieren. Chapeau!
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2019
  5. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Let´s Make Money!

    Die Dokumentation von Erwin Wagenhofer folgt dem Weg des allgemeinen Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter das Geld des Westens vermehren, selbst aber bettelarm bleiben. Der Film featured gefeierte Fondsmanager, die das Kapital ihrer Klienten täglich aufs Neue anlegen sowie Unternehmer, die zu Gunsten ihrer Aktionäre ein fremdes Land ausbeuten, solange die Steuern und Löhne niedrig sind und die Umwelt Nebensache bleibt. Der Zuschauer erlebt die Gier und die damit verbundene Destruktivität, welche mit dem Geld der Bürger angerichtet wird.

    Der Film gibt ebenfalls Einsicht in mehrere Ebenen des Finanzsystems und geht auf die Frage ein, warum es auf der Welt zu einer immensen Geldvermehrung gekommen ist. Es werden deren Konsequenzen für das Leben des Normalbürgers aufgezeigt. Tagtäglich werden mit Lichtgeschwindigkeit möglichst hoch verzinste Milliardenbeträge um den Globus transferiert. Let’s Make Money zeigt einige Zwischenstationen dieser Vermehrungsreise des Geldes auf, wie etwa Jersey, Schweiz oder London.


    Steigende Guthaben – Steigende Schulden

    Szenenwechsel: Burkina Faso in Afrika. Durch die jahrzehntelange Baumwoll-Monokultur sind die Böden fast vollkommen erodiert. Der in Genf ausgebildeter Agronom Yves Delisle zieht Bilanz: “Die Baumwolle ist weg. Das Geld von der Baumwolle ist weg. Zurück bleibt dieser Boden, auf dem nichts mehr wächst.” Wenn er auf die 20 Jahre Zusammenarbeit mit den Bauern zurückblickt, kann er keine Verbesserung der Situation feststellen. Der Verdienst dieser Menschen im Jahr beträgt umgerechnet weniger als 50 Euro. Die Baumwolle hat die weltweit beste Qualität, aber auch die niedrigsten Produktionskosten. Deshalb erzielt sie auch keinen Ertrag auf dem Weltmarkt. Francis Kologo von der Sofitex beschwert sich: “Die USA subventionieren jedes Jahr ihre Baumwolle mit rund 3 Milliarden Dollar. Wenn die Amerikaner liberal sind, warum subventionieren sie dann ihre Baumwollproduktion? Sie machen selbst Protektionismus und verlangen von uns Liberalismus.”

    https://www.geld.at/filme/lets-make-money
     
  6. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Chancen auf den Emerging Markets

    [​IMG]In Singapur begleitet die Filmcrew Dr. Mark Mobius, den Präsidenten von Templeton Emerging Markets, die für die Verwaltung des derzeit größten EM-Fonds der Welt mit ca. 50 Milliarden Dollar verantwortlich sind. Mobius, der in Finanzkreisen als Guru gilt und auch als “Vater der Emerging Markets” bezeichnet wird, hält den Globalisierungstrend prinzipiell für positiv. Das Geld, dass sie durch Investitionen in die Emerging Markets verdienen, wird später in den Westen transferiert: Ich glaube nicht, dass ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung oder das, was eine Firma verursacht, in die er investiert. Das ist nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist zu investieren und Geld für seine Klienten zu verdienen.”

    Vor der schimmernden Skyline Singapurs erklärt Mark Mobius abermals, wie man zu Geld kommt: “Es gab einen berühmten Ausspruch, dass die beste Zeit zu kaufen ist, wenn das Blut auf den Straßen klebt. Ich füge hinzu: Auch wenn es dein eigenes ist. Denn, wenn es Krieg, Revolution, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme gibt, dann fallen die Preise von Aktien und jene Leute, die an diesem Tiefpunkt kauften, haben jede Menge Geld gemacht.”

    https://www.geld.at/filme/lets-make-money

     
  7. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Let´s make money!

    “Noch entscheidender war, dass die Banken die Möglichkeit erhielten, viele ihrer Transaktionen ‘offshore’ abzuwickeln, an Finanzplätzen wie Jersey, Guernsey oder der Isle of Man, und noch einigen in der Karibik wie [den] Kaimaninseln und [den] britischen Jungferninseln. Das Ziel bestand darin, es britischen Banken zu ermöglichen, Kapital aus der ganzen Welt in die City of London fließen zu lassen und ihr dadurch Zugang zu preiswertem Kapital zu ermöglichen.”

    Die britische Regierungschefin Margret Thatcher sowie US-Präsident Ronald Reagan waren begeisterte Verfechter des Neoliberalismus Hayekscher Prägung. John Christensen zählt die vier Grundsätze sowie Schlüsselelemente des Neoliberalismus entsprechend des Verständnisses der Mont Pelerin Society auf, welcher in den 70er Jahren von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds zum Kern ihrer Politik erkoren wurde: “Das erste Element bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte auf der ganzen Welt. Kapital sollte sich frei von einem Land zum anderen bewegen können. Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. Es ging darum, Handelsbarrieren abzuschaffen, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen wachsenden Industrien zu schützen. Das dritte Element bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um die Interventionsmöglichkeiten des Staates zu reduzieren. Anders gesagt, wurden die Steuereinnahmen so reduziert, dass die Staaten nicht mehr einschreiten konnten, um ihre Bürger zu schützen. Und das vierte Element verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass die Industrien unter ihrem Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Dies sind die vier politischen Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfond und der Weltbank angewandt werden und die Neoliberalismus genannt werden.

    https://www.geld.at/filme/lets-make-money

    Keine der Finanzkrisen, Bankenrettungen, Rettungsschirme haben dazu geführt, dass das Bankensystem, insbesondere die Investmentbanken, die Zocker vor dem Herrn, reguluiert wurden. Wir haben aktuell fast weltumspannend ein komplett dereguliertes Finanzsystem ..
     
  8. Amant

    Amant Sehr aktives Mitglied

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    Das Mantra des Neoliberalismus:

    Privatisierung, Steuersenkung und Sozialstaatsabbau.


    Kommt euch das irgendwie bekannt vor?
     
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  9. sadariel

    sadariel Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
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    Was bedeutet Privatisierung und welche Auswirkung hat es?

    Man stelle sich z.B. vor, dass wir kein Hahnenwasser mehr haben, weil ein Riesenkonzern alle Quellen aufkaufte und das Wasser an den meistbietenden verkauft...

    Würde dadurch ein Swimmingpool für reiche Gäste auch hierzulande wichtiger, als Trinkwasser für die Armen?
     
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  10. Dyonisus

    Dyonisus Sehr aktives Mitglied

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    Ja leider und es wird nichts Gutes bringen, denn werden Menschen in Existenzangst versetzt, mögen sie zu irrationalen Handlungen neigen, was bei einer Wahl, sehr übel werden kann.
     
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