Auf Thema antworten

Danke dir, lieber Autonom. Ja, ich darf und sollte nicht so hart sein. Das ist ein wichtiger Punkt bei mir, glaube ich auch.




Ist es auch nicht, so aus einer Laune heraus geschehen. Die ersten Monate war ich blind. Nachdem es dann ein Treffen mit einem anderen Mann gab, der mich zuvor bezirzte und mir somit imponierte, seltsamerweise, wie ich heute finde, ca. ein 3/4 Jahr später, nachdem der eigentliche (wichtige) Kontakt mehr so vor sich hinplänkelte, keiner Ergriff die Initiative, keiner machte Anstalten mehr zu wollen, ein Anruf, ein Treffen etc. Jedenfalls, nachdem dieses eine Treffen mit dem anderen Mann stattfand und der Kontakt anschließend abbrach, nach in etwa 3 Monaten, war ich am Boden zerstört. Ich glaubte damals, alles falsch gemacht zu haben, mich auf den falschen Mann konzentriert zu haben usw. Ich glaube heute, dass dieses Treffen sehr wichtig war, weil zu der Zeit erst etwas in mir aufbrechen musste, bevor es weitergehen konnte bzw. bevor es überhaupt erst losgehen konnte. Danach fing ich an Sterne zu sehen als ich seine Zeilen las, an einem Tag, und anschließend ging es dann los, die vielen kleinen Wunder... Ich fand das so ärgerlich, dass mir das zuvor passiert ist, aber ich glaube, es musste einfach sein, es ging gar nicht anders.


Ja, dann kam die Zeit, zu der ich kaum noch die Finger von ihm lassen konnte und wollte. Ich bombadierte ihn mit Briefen, 2009, fast das komplette Jahr lang. Ich glaube heute, dass ich ihn erdrückt habe, mit meinem Verhalten. Er hingegen hat sich einmal im Monat bei mir gemeldet, immer dann, wenn ich nicht mehr so heftig darauf gewartet habe, nach ca. 3 bis 4 Wochen, zuvor ging ich täglich aufgeregt zum Briefkasten, wie ein kleines Kind, voller Freude und Neugier. Als ich mal einen Tag nicht daran gedacht habe, in diesem Moment, und ich im Briefkasten nachsah, lag dort ein Brief von ihm drin...


So war das fast jedes Mal. Ich denke, immer wenn wir etwas erwarten, kommt nichts oder genau das Gegenteil.


Ich glaube auch, dass ich ihm inzwischen schon fast egal war, vermutlich weil ich mich die erste Zeit nicht so verhalten habe, wie er es sich vorgestellt hat, wie er es sich zuvor ausgemalt hatte, demnach konnte ich offensichtlich auch unmöglich die Richtige für ihn sein. Und dann war da bei mir auch noch manch anderes, was nicht so seinen Vorstellungen entsprach, wie sich nach dem ersten Treffen zeigte.




Eigentlich schon. Wobei ich mich persönlich oft nicht für einen "normalen Menschen" halte. Ich komme mir eher so anders vor, mein Leben, alles, wenn ich die Menschen um mich rum so sehe. Ich bin eher so etwas wie eine Eigenbrödlerin, eine Einzelgängerin.


Erlebt habe ich so etwas, in dieser Intensität, diesem Ausmaß, dieser Heftigkeit, noch nie zuvor in meinem Leben. Und ich dachte immer, ich hätte schon einiges erlebt, auch was die Intensität der Gefühle angeht. Aber nichts war zuvor so intensiv, nichts und niemand konnte so viel in mir auslösen.


Ja, vielleicht habe ich das gleiche erlebt wie deine DS, vielleicht tue ich das auch immer noch. 4 Jahre, unglaublich, stimmt. Wir beide haben uns vor etwas über 2 Jahren kennengelernt.




Das ist lieb von dir. Ich glaube dennoch, dass ich vieles falsch gemacht habe und schäme oder ärgere mich auch heute noch für einiges, für manche meiner Taten. Ich finde, ich habe mich oft eher unweiblich und auch unfair, unvernünftig verhalten. Es ändert heute nichts mehr daran, ich habe es getan, es ist Vergangenheit und nicht mehr zu ändern, ganz gleich was ich tue oder wie ich das heute sehe. Und, anders hätte womöglich gar keine Änderung stattfinden können bzw. etwas anderes hätte da vermutlich keine Änderung auslösen können. Von daher wird es schon alles richtig gewesen sein. So wie immer alles seine Richtigkeit hat, auch wenn es manchmal schwer ist das zu glauben oder zu erkennen.




So war es bei mir auch, glaube ich, es war mir zu wenig, ich wollte mehr. Heute möchte ich mich auf keinen Fall mehr so verhalten wie damals. Ich glaube auch, ich könnte das gar nicht mehr, als wäre das aus mir raus. Ich hab so im Nachhinein auch den Eindruck, dass ich völlig fertig war, kaum aufhören konnte und er gelassen in seiner Mitte war. Das finde ich bewundernswert, zumal ich hier oft auch halb am Verzweifeln war.


Ich fühle mich auch so, als wäre da ganz viel in mir kaputt gegangen, diese unglaublich tiefen Gefühle... zumal ich ja auch weiß, dass er sich über fast die ganze Zeit regelrecht bemüht hat andere Frauen kennenzulernen. Er hat sehr viel dafür getan, von Kontaktanzeigen über Flirt-Seiten, es fanden einige Treffen statt. Blöderweise habe ich das auch noch alles mitbekommen, obwohl wir soweit auseinander wohnen. Das ist wirklich irre. Während ich hier nur blöd rumsaß. Ich hab es irgendwann dann auch versucht, aber bei mir ging das nicht. Ich konnte niemanden treffen.


Ich sehne mich nicht mehr nach ihm, da ist auch oft so eine Abneigung in mir, negative Gefühle, wenn ich an ihn denke, an die vergangenen 2 Jahre. Ich kann heute auch nicht mehr sagen, dass ich ihn liebe oder irgendwas. Manchmal habe ich den Eindruck, dass er sich nach mir sehnt oder einfach an mich denkt, dann ist das bei mir auch so, dann empfinde ich für eine kleine Weile auch sehr viel Liebes für ihn. Aber das ist so selten mal. Ich weiß nicht, wie das ist, wenn auf mich zugehen würde, wenn er sich bei mir melden würde, wie das dann in mir aussieht. Ich habe so das Gefühl, dass das bei mir jetzt nur noch ist, wenn von ihm etwas kommt, innerlich. Deshalb weiß ich eben nicht, wie es ist, wenn er mich zum Beispiel anrufen würde. Ich komme mir ein bisschen so vor, als hätte er inzwischen alles allein in der Hand, seit einiger Zeit schon, als würde es allein an ihm liegen, wie er sich entscheidet, was er tut usw.


Allerdings, er hat voriges Jahr den Kontakt abgebrochen und bis heute kam nichts, warum sollte auch noch etwas kommen... Ich hatte es dennoch immer wieder probiert, hab ihm Anfang des Jahres noch Briefe geschrieben, ihm Nachrichten und E-Mails geschickt. Aber es kam nichts mehr. Nichts. Im Endeffekt ist das ja auch vernünftig. Ich bin diejenige, die nicht aufhören konnte. Das ist mein Problem. Da komme ich mir fast vor wie eine Stalkerin. Ich möchte mich einfach nicht mehr so zum Hampelmann machen, als Frau. Und, mal ehrlich, eine vernünftige Frau verhält sich nicht so, was mir leider erst viel zu spät bewusst geworden ist, vor allem was dieses Hinterherlaufen angeht. Es sollte doch genau andersrum sein. Der Mann macht seiner Auserwählten den Hof und nicht die Frau dem Mann, schon gar nicht, wenn dieser gar kein Interesse hat. Es sei denn, beide sind sich da einig, beide begehren sich, es beruht auf Gegenseitigkeit, dann ist das etwas anderes. Das ist irgendwie ziemlich peinlich, heute, für mich. Vergangenheit.




Ich weiß nicht. Das war so heftig nachher alles. Da war so viel verbale Gewalt. Soweit ich da richtig informiert bin, wollte seine Mutter und er mich anschließend anzeigen, weil er nicht mehr klargekommen ist, mit diesen Gefühlen, mit dem was da in ihm war. Er fühlte sich von mir belästigt, von meinen Briefen. Ich war ihm nicht mal mehr einen Cent wert, nichts. Da war so viel, so viel Gewalt, so viel Negatives. Und wenn das stimmt, was mir offenbart wurde, dann hat er auch ein Leben lang das getan, was seine Mutter wollte, dann hat er nie so etwas wie einen eigenen Willen gehabt, zumindest nicht seiner Mutter gegenüber. Womit ich persönlich nicht wirklich umgehen kann, ich finde so ein Verhalten sehr abstoßend und unsexy, kindisch, wenn ich das so sagen darf.


Wenn ich da noch weitergemacht hätte oder jetzt noch weitermachen würde, dann hätte ich wirklich eine Vollmeise. Ich möchte nicht angezeigt werden und ich möchte auch niemanden belästigen, auf keinen Fall. Und es ist ja nun inzwischen auch so, dass da kein Sehnen mehr in mir ist. Ich träume nicht mehr von ihm, empfinde da keine so tiefen Gefühle mehr. Ich meine, irgendwo gibt es auch Grenzen und ich denke, hier ist auf jeden Fall die Grenze weit überschritten worden. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun. Das einzige, was ich oft in mir fühle, ist Leere. Oft bin ich aber auch noch wütend, versuche jedoch mittlerweile, mich nicht mehr so damit zu befassen, sonst kann ich ja nie abschließen, sonst wird das nie was.




Vorwürfe bringen nichts, sie ändern nichts an dem was bereits passiert ist und sie helfen auch nicht. Ich hab mal gelesen, dass es bei manchen Menschen auch schleichend geschehen kann, dieses Erkennen, also auch später als beim Gegenpart. Jedoch, wenn es so wäre und ich mich all die Zeit nicht in etwas verrannt habe, dann würde er vor Sehnsucht doch nicht so lange die Finger still halten können, dann würde er bei mir sein wollen, mit mir reden wollen, Zeit mit mir verbringen usw. Ich glaube, ein Mensch kann dann gar nicht anders und ich glaube auch, wenn es ehrlich ist, kann man noch so schüchtern sein, dann unternimmt man etwas, weil man gar nicht anders kann.


Wahrscheinlich ist und war es bei mir nur so etwas wie eine karmische Verbindung, eine sehr intensive. Mittlerweile ist da auch so viel Gleichgültigkeit in mir. Es ist mir inzwischen, nach zig Büchern und Stunden die ich mit lesen diesbezüglich verbracht habe, so ziemlich egal, was auch gut so ist, denke ich.




Ja, das glaube ich auch, dass es da noch einiges gibt, was aufgearbeitet werden möchte. Die Zeit wird es bringen.


Alles Liebe


Zurück
Oben