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Das Abstellen von Gefühlen

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Terrageist, 6. Oktober 2020.

  1. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Juli 2019
    Beiträge:
    3.804
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    Mir ging gerade einiges durch den Kopf. Erinnerungen an früher, Kindheitsanteile, die man weiter mit sich herumträgt.
    Seit ich ganz klein war schon, hatte meine Mutter immer wieder schwere Asthmaanfälle und bekam keine Luft.
    Sie saß dann da, konnte sich nicht mehr bewegen, und wenn der Notarzt kam, musste man ihr den Ärmel aufschneiden, um ihr eine Spritze geben zu können.

    Ich fand das als Kind ziemlich schrecklich. Zum einen natürlich die Angst, sie zu verlieren, also vor dem Tod meiner Mutter, Hilflosigkeit und Lebensangst hingen auch damit zusammen. Dann Schuldgefühl, denn wenn ich ein wenig "frech" gewesen war, sie sich nicht durchsetzen konnte, bekam sie einfach keine Luft mehr.
    Das Gefühl machte sich breit, Herr über Leben und Tod sein zu können.
    Hatte ich rechtzeitig den Notarzt gerufen (wir hatten früher noch nicht mal Telefon), dann bezeichnete sie mich als ihre Lebensretterin. Ich war in einem Fall mitten in der Nacht (als kleines Kind) aufgestanden, und sie saß am Tisch und bekam keine Luft. Sie hatte nur ganz leise gerufen.

    Nun, auch die Angst vor dieser Art "Ersticken" war für mich furchtbar. Sie sagte oft, wenn es ihr gut ging, das sei etwas das sie ihrem ärgsten Feind nicht wünschen würde.

    Nichts konnte je darüber hinaus. Mein Vater, alle wagten kaum, etwas "Falsches" zu tun.
    Auch die Morallatte war hoch gehängt. Mein Vater, mit dem sie Streit und Probleme hatte, sagte mal zu ihr, sie könne ruhig keine Luft kriegen, er würde trotzdem (Roulette) spielen gehen.
    Da war sie ja hoch, dass er das gesagt hatte, nahm sie ihm ziemlich übel.

    Dafür bekam mein (drei Jahre jüngerer) Bruder auch häufig Prügel. Wenn ich und er sich stritten, was häufiger vorkam, so ging es meiner / unserer Mutter schlecht und sie rief nach unserem Vater, der dann gar nicht mehr guckte, was eigentlich los war, sondern meistens direkt auf meinen Bruder losging.
    Mich fasste er niemals an, ich weiß auch nicht warum.
    Manchmal war er kurz davor, aber dann sank seine Hand wieder, wir sahen uns still an, in meinen Augen wohl die Angst, aber ich fühlte dann auch immer so eine Art Wehrlosigkeit und Hingabe in das was kommen wollte.
    Das war immer der Augenblick, an dem er sich beruhigte, sich umdrehte und wegging.

    Ja warum schreibe ich das. Ist mir gerade im Moment danach zumute, eben kamen mir aus eher unerfindlichen Gründen beim Nachdenken an Vergangenheiten die Tränen.

    Ich erinnere mich, dass meine Mutter ihre Gefühle weitestgehend abgestellt hatte.
    Sie hat es mir mal erzählt. Als kleines Kind kam sie zu ihrem brutalen Vater, und sie hatte zwar Angst, war aber auch zornig auf ihn. Von ihren Großeltern hatte sie nur Schlechtes über ihn gehört, und dann gaben sie sie (als sie sechs Jahre alt war) ab zu ihm und ihrer Mutter, weil sie ihnen selbst über den Kopf gewachsen war.

    Er schlug sie oft und brutal , aber sie schrie nie. Denn sie wollte nicht schreien. Sie schaffte es, alles in sich zu verbarrikadieren. Als sie später als erwachsene Frau ein Kind zur Welt brachte, sagte man wohl zu ihr, sie solle schreien. Aber sie konnte es nicht. Sie konnte niemals Schmerzgefühle herauslassen.

    Kinder übernehmen von ihren Eltern. Kurz vor der Geburt meines ersten Kindes saß ich in der normalen Arztpraxis und stellte auf der Toilette fest, dass ich blute. Ich ging nach draußen und sagte es.
    Aber ich sagte es ganz ruhig , ohne jede Aufregung.
    Man ließ mich eine Weile sitzen, der Arzt käme gleich. Als er mich dann auf seinem Stuhl hatte, sagte er scheinbar überrascht zu mir, "Sie bluten ja richtig."
    Ja, genau das hatte ich ja gesagt, aber eben nicht theatralisch genug. Man nahm es nicht richtig ernst.

    Nun, am selben Tag noch brachte ich meinen Sohn zur Welt und es war alles in Ordnung.

    Das ist jetzt schon über 30 Jahre her. Sollte nur ein Beispiel sein, für abgestellte Gefühle, wofür das auch immer dienen kann.
    Es führte zu Verkrampfungen bei meiner Mutter früher, was sicher nicht so gut war.
    Ich selbst gewöhnte mir an, nicht mehr so viel bei ihren Anfällen zu fühlen, das denke ich mir zumindest, denn auch ich wollte ja leben, und es war etwas ziemlich regelmäßiges.

    Nun, ich höre hier auf. Wollte nicht herumjammern. Ist alles ziemlich lange her, sagt aber vielleicht etwas aus über das Wesen unserer Persönlichkeit und Psyche.

    An anderer Stelle schrieb ich ja, dass ich später begann, eng mit meiner Mutter zusammenzuarbeiten.
    In psychologischer Hinsicht, innere Wege, Verarbeitung usw.
    Der Gedanke war für mich damals, das "Heilen" der Familienwunde, um es mal so zu nennen. :)

    Nun, wie auch immer, liebe Grüße, wer sich hier durchgewurschtelt hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Oktober 2020
  2. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

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    Hmm, einige Zeit in meiner Kindheit bis Jugend anfangs nahm ich Gefühle auch als Schwäche war. Wenn andere Kinder mich mobbten wollte ich nicht ängstlich oder traurig sein.

    Dass das Unsinn ist habe ich spätestens mit den Teleempathieerfahrungen dann bemerkt.

    Aber generell fällt es mir sehr schwer, speziell real, Gefühle nach außen zu zeigen. Mag teilweise an meiner Kindheit liegen, aber bin auch Asperger wohl.
     
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  3. Yogurette

    Yogurette Sehr aktives Mitglied

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    es gibt so viele traurige geschichten.
    unglaublich, was menschen ertragen.
    und doch, du weißt ja: die sonne scheint.
    obwohl, heute isses total verhangen hier.
     
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  4. SoulCat

    SoulCat Nalyë elen ya cala silë tindómessë Mitarbeiter

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    Ich nehme auch kaum Gefühle wahr.
    Jedenfalls nicht in dem Ausmaß wie andere Menschen.
    Die meisten Gefühle kann ich nicht Mal verstehen.

    Das ich doch fühlen kann, hat mir meine SP gezeigt.

    Bei mir gibt es keine Gründe aus der Jugend dafür.
    Es war immer schon so.
    Als Kind habe ich mich stets über andere Kinder gewundert.
    Hab auch eine hohe Asperger Zahl.
     
  5. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

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    5. August 2007
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    Saarland
    Das wäre Alexithymie, ist vergleichsweise häufig mit Asperger verbunden, aber gibt auch nicht wenige normale Leute mit Alexithymie und wiederum Asperger, die emotional sind.

    Letztlich bin ich ja als Asperger nicht diagnostiziert, aber es macht sehr viel Sinn. Aber halte mich für eine emotionale Person. War bei mir nur immer schwierig es nach außen raus zu lassen. Aber denke, dass man schon emotional sein muss für Teleempathie. Und generell, ich habe geweint, war verliebt usw. Einzige was ich nicht so kenne (zumindest aus meiner Sicht), ist diese euphorische Ausgelassenheit. Dafür bin ich glaube ich zu blockiert.

    Wobei ich die anderen Kinder auch nicht verstanden habe als ich klein war, und umgekehrt war es wohl genauso, und Mobbing war das einzige was vielen noch eingefallen ist.
     
  6. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Juli 2019
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    3.804
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    Nun, es muss auch keine Gründe geben. :)

    "Nicht wahrnehmen" ist vielleicht auch nicht ganz die richtige Bezeichnung.

    Aber bewusst "abschalten". Ich habe auch später manchmal diese Möglichkeit genutzt bei der Arbeit in Krankenhaus
    und Altenheim. Bei "Windelwechsel", Saubermachen von Diversem, sicher gibt es da auch Grenzen, jedoch kann man,
    hatte ich den Eindruck, so eine Art Hebel umschalten, und fühlt kaum etwas.
    Wobei ich nicht Mitgefühl meine, sondern Abscheu vor gewissen Verrichtungen.
    Sind nur Beispiele. :)
     
    Yogurette gefällt das.
  7. Xonolil

    Xonolil Sehr aktives Mitglied

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    Also mir haben schon immer "Leute/Geister/Seelen" viele Gefühle geschenkt.

    Ich kann mich noch erinnern, als ich 10 Jahre alt war und das erste mal das seelische Gefühl von verliebt sein gefühlt habe.
    (Nichts ernstes - man sollte nicht sagen, "the first cut is the deepest"!)

    Es ging so weiter...

    Bis ich vor ca. 4 Jahren Herr über das Gefühl wurde. Ich konnte das Gefühl der Liebe beherrschen! Das mir "Seelen schickten".

    Dennoch, wenn es eine Person darauf auslegt, die das beherrscht, kann ich ganz schön leiden darunter. Immer noch. Die Liebe würde mein Herz explodieren lassen. Deshalb habe ich damals zuletzt "nein" sagen müssen, weil ich es nicht ausgehalten habe. Das war vor ca. 6 Jahren.

    Mein kleiner Beitrag zum Thema.
     
  8. SoulCat

    SoulCat Nalyë elen ya cala silë tindómessë Mitarbeiter

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    Tirol
    Es ist gut wenn man 'nein' sagen kann.
    Und es ist gut wenn man ein Nein akzeptieren kann.
     
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  9. Pandora54

    Pandora54 Neues Mitglied

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    15. September 2020
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    7
    Was genau meinst du damit, dass du das Gefühl der Liebe beherrschen konntest? Liebe Grüsse
     
  10. Xonolil

    Xonolil Sehr aktives Mitglied

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    19. März 2009
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    Ich kann diesbezügiches Nein nicht akzeptieren. Ich habe nur schon vorher aufgehört, weil es zu schwierig war.
    Irgendwann... einmal... wird es wohl weitergehen.... Deshalb KEIN NEIN.
     
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