Böhmermann zerstört Anthroposophie oder wenn freie Entfaltung auf gefährliche Weltanschauung trifft: Waldorfschulen

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Niflheimr

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das macht mich stutzig, mit * ihre Noten sollen nicht leiden*

in den Waldorfschulen gibt es in diesem Alter keine Noten.

wenn jetzt erklärt wird, Waldorfschule begünstigt sexuelle übergriffe, dann bitteschön doch auch entsprechende Vergleiche oder Statistiken mit den anderen Schulen.
Ohne Statistik ist das auch wieder nur Gerede,

und natürlich, in allen Schulen gibt es sexuelle übergriffe die gerne vertuscht werden.
Wenn man sich das alles mal durchliest und recherchiert, ist Gewalt an Waldorfschulen jetzt auch keine Seltenheit. Der Bund reagiert darauf (wie auf alles andere auch) mit Rechtfertigung und Konzepten. Aber wird's auch umgesetzt? Ganz sicher ist es nämlich, das auch in Waldorfschulen genauso viel Mist passiert, wie woanders auch. Auch wenn rechte Winkel fehlen und alles flauschig schön aussieht und die Kinder kreativ geförderrt werden.

ABER in solchen "Parallelgesellschaften" wird es eben auch mal gerne vertuscht, bzw die Gefahr ist mit Sicherheit größer.
 

JimmyVoice

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der Quelle der Boshaftigkeit entsprungen
Auch Waldorfschulen haben nunmal keine Reine Weste.
Natürlich wird danach einiges vertuscht
So viel besser als andere Schulsystemen sind sie natürlich eben nicht

Aber warum genauer hinschauen, wo man doch schön mit dem Finger auf andere zeigen kann
So sind se die Verfechter solcher Waldorfschulen
Nur nicht genau hin schauen, denn die heile Welt muss ja unbedingt aufrecht erhalten werden.

Ausflüchte und Kleinrederei von den Schattenseiten solchen Schulen.

Manche Esoteriker schauen eben nicht wirklich genauer hin.

Natürlich kann man nicht alle in einen Topf werfen
 

SunnyAfternoon

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Ich mag den Böhmermann überhaupt nicht. Dennoch hab ich mir das Video zur Gänze angeschaut und das wäre allen anzuraten, die es nicht getan haben.

Dann könnte man sehen, WAS genau kritisiert wird.
Nämlich zum einen, dass die Waldorf-interne Lehrerausbildung zum Teil esoterisch verläuft (die Anwendung wird wohl von Schule zu Schule unterschiedlich ausgeprägt sein, je nach Lehrer), aber dass zum anderen Fälle von gewalttätigen Lehrern oder sexuellen Übergriffen jahrelang unentdeckt bleiben können aufgrund ihrer Strukturen, da sich die Trägerschaft quasi eine eigene "Verfassung" gezimmert hat, die einen Einblick von außen äußerst erschwert.
Es wird alles intern "geregelt" und sollte es jemand wagen, etwas nach außen dringen zu lassen, wird er mit Rechtsanwaltsbriefen "beglückt".
Beispiele werden im Video angeführt.
Sowas kennt man normalerweise von Sekten und Böhmermann ist beileibe nicht der erste und einzige, der das so sieht.


 

Laguz

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Naja, die Frage ist hier:
Was ist hier eigentlich das Thema?
Geht es um Böhmermanns Sendung über Waldorfschulen oder geht es um die Qualität von Waldorfschulen?

Fakt ist - und dabei ist es egal, in welche Schule man schaut - die Qualität steht und fällt mit Rektor, Konrektor und mit allen Lehrkräften, die für die Struktur und das Lehrprogramm an ihrer Schule sorgen.
Und das gilt durch die Bank für jede Schule!

Es gibt sehr gute Waldorfpädagogen, die ausschließlich das Kind bzw. den Jugendlichen und die jeweilige Entwicklung im Fokus haben. Das sind dann aber meistens solche, die ein abgeschlossenens Lehramtsstudium bzw. eine abgeschlossene Lehrerausbildung vorweisen können, und dann auf Waldorfpädagogik umgesattelt haben. Das Problem an manchen Waldorfschulen ist jedoch leider, dass manche unterrichtende Lehrer dort nicht unbedingt eine klassische Lehrerausbildung genossen haben. Insofern fehlen manchen Lehrkräften wichtige pädagogische Kenntnisse, um gut unterrichten und eine Klasse führen zu können.

Dennoch kann man kann hier wahrlich nicht alle Waldorfpädogen über einen Kamm scheren.
Denn es gibt auch sehr bodenständige und engagierte darunter, die mit Steiners Lehren nur bedingt etwas anfangen können, und nur jene Bausteine für ihre Pädagogik herausziehen, die sich für den Unterricht mit den Kindern und Jugendlichen auch wirklich bewährt haben.
Sprich, Dogmatiker gibt es nur dort, wo Dogmatik vorgelebt wird. Aber das gilt für alle Schulen, nicht nur speziell für Waldorfschulen.

Einen kleinen allgemeinen Einblick liefert übrigens dieser Bericht:

Und man sollte sich - wie bei Corona auch - vielleicht erst mal wissenschaftlich über verschiedene pädagogische Studien zu reformpädogischen Ansätzen an deutschen Schulen informieren, bevor man Bashing betreibt.
Denn wissenschaftliche Studien gibt es auch hier. Siehe:

Wer die Ergebnisse zur Studie "Bildungserfahrungen an Waldorfschulen" lesen will, bitte, hier entlang:
Da gibt's durchaus so einige Aha-Momente ...

Viel Vergnügen!
 
Zuletzt bearbeitet:

SYS41952

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Ich mag den Böhmermann überhaupt nicht. Dennoch hab ich mir das Video zur Gänze angeschaut und das wäre allen anzuraten, die es nicht getan haben.

Dann könnte man sehen, WAS genau kritisiert wird.
Nämlich zum einen, dass die Waldorf-interne Lehrerausbildung zum Teil esoterisch verläuft (die Anwendung wird wohl von Schule zu Schule unterschiedlich ausgeprägt sein, je nach Lehrer), aber dass zum anderen Fälle von gewalttätigen Lehrern oder sexuellen Übergriffen jahrelang unentdeckt bleiben können aufgrund ihrer Strukturen, da sich die Trägerschaft quasi eine eigene "Verfassung" gezimmert hat, die einen Einblick von außen äußerst erschwert.
Es wird alles intern "geregelt" und sollte es jemand wagen, etwas nach außen dringen zu lassen, wird er mit Rechtsanwaltsbriefen "beglückt".
Beispiele werden im Video angeführt.
Sowas kennt man normalerweise von Sekten und Böhmermann ist beileibe nicht der erste und einzige, der das so sieht.


Das es auch gute Waldorfschulen gibt ist natürlich klar, weil es immer statistische Ausreisser gibt. Das komische ist nur, dass wenn von guten Schulen berichtet wird, es komischerweise immer Schulen sind, die sich von Steiner, seiner Ideologie, Esoterik, Waldorfpädagogik und Anthroposophie, mal mehr, mal weniger, distanzieren.

Faktisch sind das dann aber schlicht keine Waldorfschulen mehr., denn bei denen gehört zwangsläufig immer das Gesamtpaket dazu. Gibt ja auch keine katholischen Schulen ohne katholisch christlichen Gkauben.

Waldorfschulen ohne den ganzen Humbug, sind in erster Linie Privatschulen, wie viele andere auch🤷‍♂️
 
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Laguz

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Interessantes Interview:


Auszug (die letzten beiden Fragen):
Steckt denn heute wirklich noch in jeder Waldorfschule so viel Esoterik wie vor 100 Jahren?
Verallgemeinerungen sind sehr schwierig, jede Waldorfschule ist anders. Es gibt manchmal sogar progressive Neugründungen, die sich explizit gegen konservative Steiner-Schulen richten.
Das ist ja das Paradoxe an der Waldorfpädagogik: Sie ist einerseits bestimmt durch eine autoritäre Diskussionskultur. Die letzten Wahrheiten des Gründers Rudolf Steiner können nicht in Frage gestellt werden. Andererseits gibt es wiederum liberale Waldorfpädagogen, die ganz beachtliche Innovationen schaffen, die zum Beispiel berufliche mit allgemeiner Bildung verbinden, ihre Schule bewusst interkulturell anlegen oder sich um den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung bemühen.

Wie erklärt es sich, dass die Waldorfschule trotz der obskuren Weltanschauung so erfolgreich werden konnte?
Waldorf steht für eine Entschleunigung des Lernens und verspricht trotzdem einen erfolgreichen Weg zum Abitur, das circa 90 Prozent der Waldorfschüler anstreben.
Die Inhalte sind hochkulturell: Es gibt einen eigenen Waldorflehrplan, in dem Grimms Märchen, Goethes Naturforschung und Parzival eine prominente Rolle spielen. Dieses Bildungskonzept spricht heute vor allem bildungsbürgerliche Eltern an, selbst solche, die mit der Anthroposophie sonst gar keine Berührung haben - und das sind die allermeisten.
95 Prozent der Eltern haben die deutsche Staatsangehörigkeit, sie haben dreimal so häufig die Hochschulreife wie die übrige Bevölkerung.
Die stärkste Gruppe unter den Waldorfeltern sind erstaunlicherweise übrigens Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen. In dieser Hinsicht hat sich die Waldorfschule in den vergangenen 100 Jahren stark verändert: Sie wurde 1919 für die Kinder der sozial Schwachen gegründet, heute ist sie hochselektiv. Zur Waldorfschule gehen nicht mehr die Kinder der Fabrikarbeiter, dort findet man inzwischen den Nachwuchs des privilegierten, gebildeten Bürgertums.
 
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