Andersartigkeit

naglegt

Sehr aktives Mitglied
Registriert
25. September 2012
Beiträge
2.888
Wir
und ich mitten drin
kommen von der Uni-Form


wir stellen uns die
Welt vor, wie sie sein soll
und ob im Ashram oder Militär
akzeptieren wie nur die, die sich anpassen
Du an mich
oder ich an Dich


Anpassungsleistung
können wir alle.


Andersartigkeit
lassen wir nicht zu
und wenn ihr mir das hundertmal
weißmachen wollt


Wieviel Mut braucht es
einen völlig anderen
als völlig anders zu akzeptieren
dass er oder sie so ist wie
es jetzt halt ist


und dann noch in
Kontakt zu bleiben
in der Lebendigkeit des Lebens
eine Berg- und Talfahrt


gemeinsam
und doch verschieden


wir sind eins
und sehr verschieden


Andersartigkeit
im vollen Bewußtsein
also genau zu wissen
dass der Andere und was er anderes will


es nicht erfüllen zu können
oder doch

eins und

doch verschieden
 
Werbung:
Meine Lieblingsidee ist, dass Alles-was-ist (andere sagen Gott dazu), sich geteilt hat: ein Teil blieb im reinen Sein, Geist, der Bruder, der daheim blieb und ein anderer Teil, die andere Hälfte zerstieb in Abermilliarden (Gottes-) Funken, jeder eine einzigartige Facette Gottes. Eins sind wir, weil wir als Teil von Alles-was-ist, Eins sind, immer. Verschieden sind wir, weil wir "nur" ein Minifutzel sind.

Ergo: die Wahrheit sind wir alle zusammen, eine Facette der Wahrheit sind wir, jeder von uns. Niemand hat dieselbe Wahrheit wie ich oder Du.
Darin liegt die Grandiosität und Genialität der Schöpfung: in der Verschiedenheit sind wir einzigartig - nicht wie in mancher Konkurrenzschöpfung geklont - klonen, das kann jeder: Abermilliarden identische Indentitäten, klar, die verstehen sich alle. Aber hier: Abermilliarden Individuen, keiner versteht keinen und doch kommen wir hoffentlich mal bald endlich zusammen.

Toleranz kann nur gelten, wenn wir uns so leben dürfen wie wir sind. Ein hartes Brot, denn immer noch kommen wir aus dem Uni-Formen, dem Gleichgemachten, Gleichgestellten.

Ebenbürtigkeit und auf Augenhöhe heißt, die Andersartigkeit zu akzeptieren. Immer.

Schwierig, wie ich finde. Mein Knackpunkt ist: ich will alle verstehen. Das geht aber nicht. Dann bin ich beleidigt. Schlechte Karten für mich. Ich lerne zu leben, ohne andere zu verstehen. Dann kommt aber die Angst. Klar: das Uni-Forme ist insofern angstreduziert, als alle vorhersagbar sind, vorhersehbar. Das gibt Sicherheit.

Ich will aber in die Sicherheit, die darin liegt, weil wir Menschen sind und andersartig sein dürfen.

Ich will mich mit denen treffen, die mir am schwierigsten zu verstehen sind, die ich gar nicht verstehe. Ich will die sein lassen können, wie sie sind. Ohne Grüppchebildung, Gleichmeinungsmüssen und Lobhudelei. Ich mag loben, wenn mir danach ist und ich mag kritisieren, wenn mir danach ist, ohne Gefahr zu laufen diese Basis Ich Mensch - Du Mensch zu verlieren.

Ja, mit Gottes Hilfe.
 
Andersartigkeit,
ich würds also gerne können,
damit zu leben.
So vom Kopf her, ists mir klar.
Manchmal.
Vielleicht mach ich zu viel Druck.


Jedenfalls rutsche ich
wie auf Schmierseife
in das Uni-Forme,
es ist so bekannt,
ich kanns,
jeder kanns.


Vielleicht können wir
uns zuerst im Ärger
darüber treffen, dass wir
uns nicht als Andersartige
genießen können bisher,
sondern nur, wenn wir so sind
wie wir uns gefallen.


Hey, Du bist anders,
ich mag Dich gar nicht,
aber lass uns einen Tee zusammen
trinken, etwas erzählen,
bis die Angst kleiner wird,
lass uns unsere Angst vergessen,
vor der Uni-Form,
Uni-Sex, Uni-versität ...


Einheit in der Vielfalt,
das kann doch keiner.
Ich hab nur einen Menschen
getroffen, der das kann.
Da hab ich mich ja angesteckt.
Dann träumte ich davon, es auch zu können.
Und nun scheitere ich an mir selbst.
An unbekannten Tiefen,
Staudämmen, die schon meinen
eigenen Fluß behindern, stauen,
zu einem See, wo ich eine
Quelle sein soll.


Tee?
 
Werbung:
Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse
 
Zurück
Oben