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  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.
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  1. "Ich sollte" ist ein Satzanfang, der oft in unseren Köpfen kreist, und er beinhaltet zwei Dinge:

    1. Es gibt eine Aufgabe, die ich noch nicht erledigt habe.
    2. Etwas in mir sträubt sich gegen die Aufgabe, sonst hätte ich sie bereits erledigt.

    Das Resultat ist oft ein nagendes schlechtes Gewissen, denn selten genug wird das, was wir zu sollen meinen, tatsächlich erledigt. Im Gegenteil, wir schieben es weiter vor uns her. Warum ist das so?

    Die häufigste Erklärung für sollte-Sätze ist Erziehung. Beispiel: ich sollte entspannter sein. Sicher, es ist für mich angenehmer entspannt zu sein, aber wenn ich es nicht bin, gibt es dafür einen Grund. Mein Unterbewusstsein möchte mich auf etwas aufmerksam machen, und das völlig zu recht. Aber was hat das mit Erziehung zu tun? Meine Eltern haben / mein Umfeld hat nie gesagt, ich solle entspannter sein, das ist mein eigener Gedanke.

    Wenn wir erwachsen werden, entwickeln wir eigene Wertvorstellungen, die von denen unserer Eltern und unserer Bezugsgruppe (Familie, Freunde, Lehrer, Nachbarn...) abweichen können. Als Kind haben wir vielleicht gelernt, dass es für Mädchen unangebracht ist, sich in den Vordergrund zu spielen. Mädchen sind lieb, bescheiden und hilfsbereit, manchmal sogar unsichtbar. Wut darf nicht gezeigt werden, die Bedürfnisse anderer sind wichtiger als die eigenen und auf sich selbst stolz zu sein geht gar nicht, höchstens heimlich.

    Wenn ich nun als Erwachsene erkannt habe, dass ich sehr wohl auf meine Errungenschaften stolz sein kann und es auch bin, wird sich trotz allem bei jedem "guck mal, das und das hab ich hingekriegt, ist das nicht großartig?" ein "ich sollte nicht so angeben" im Hinterkopf breit machen und mich mehr oder weniger nerven. Das Resultat ist Unruhe, weil das Bewusstsein ("hab ich toll hingekriegt") und das Unterbewusstsein ("schäm dich, dass du so rumprotzt, Eigenlob stinkt") im Klinsch liegen.

    Im Nachhinein überprüft mein Gehirn, ob ich mich irgendwie verraten haben könnte. Habe ich gestrahlt und somit zugegeben, dass ich stolz auf mich bin? Bin ich - um Himmels willen! - vielleicht mit stolzgeschwellter Brust rumgerannt? Wenn ja, schäm dich, schäm dich, schäm dich. Das Ergebnis könnte sein, dass ich beim nächsten Erfolg sofort darauf achte, mein Strahlen zu verbergen, zur Not sehe ich auf den Boden, und meine Schultern hängen lasse, damit mich niemand entlarven kann. Selbst wenn nicht, dann bleibt trotzdem ein schlechtes Gewissen für jede Angeberei, und sei sie noch so gerechtfertigt.

    Das Resultat dieser widersprüchlichen Gedanken ist innere Unruhe, weil der Streit entweder im Hintergrund oder im Vordergrund unseres Gehirns tobt. Wenn ich mich diesem Streit nicht stelle, wird er wieder und wieder stattfinden, bis ich mich für eine der beiden Seiten bewusst entscheide und der anderen kategorisch den Mund verbiete. Wie das geht ist ein anderes Thema, das habe ich in diesem Blogeintrag erklärt, falls es jemanden interessiert: http://esoterikforum.at/xfa-blog-entry/ ... onen.7050/

    Um nun zum eigentlichen Thema zurück zu kommen: ich-sollte-Sätze haben also einen Ursprung, oft gibt es eine Diskrepanz zwischen anerzogenem und neu definiertem Weltbild. Entweder sollte ich etwas, das eigentlich meine Eltern - oder wer auch immer - wollten, dass ich sollte, was ich aber nicht (mehr) will, oder ich sollte etwas, das ich will, das meine Eltern mir aber ausdrücklich verboten haben.

    Die Lösung für dieses Dilemma ist denkbar leicht. Suche und finde Deine eigenen ich-sollte-Sätze und prüfe, wessen ich-sollte das ist. Will ich das, oder will jemand anders, dass ich das will?

    Um das herauszufinden ist es hilfreich, die ich-sollte-Sätze in ich-könnte-Sätze umzuformulieren.

    Ich könnte meine Erfolge bescheiden für mich behalten, wenn ich wollte.

    Das nimmt den Druck aus dem ich-sollte. Ich könnte - herrlich!

    Nun ist die Frage: will ich das oder will ich das nicht?

    Der Verstand ist dabei eine Sache, die Seele eine andere. Natürlich sollten wir z.B. alle, allein schon aus gesundheitlichen Gründen, wenigstens halbwegs schlank sein. So einfach ist das aber nicht. Wie viele Menschen sind mehr oder weniger verzweifelt, weil sie sich mit diesem ich-sollte-abnehmen rumplagen?

    Es gibt Gründe, warum der Verstand hier nicht weiter kommt. Frag Deine Seele, finde heraus, warum Du es nicht schaffst. Ich wollte schlank sein, es war mein größter Wunsch, aber ich habe es nicht geschafft, die Tüte Chips oder der Schokoriegel waren immer stärker. Dann fing ich an nach der Ursache zu forschen.

    Einer meiner Gründe für genau dieses Problem war, dass ich befürchtete, wenn ich schlank wäre, würde ich vielleicht nur wegen meines Aussehens geliebt werden. Mein wahres ich würde gar nicht gesehen werden, nur die Fassade. Wie sollte ich den Unterschied erkennen? Also war nicht-schlank-sein die beste Methode, mich vor diesem Zweifel zu schützen. Jemand, der mich so dick liebte, wie ich war, würde wirklich mich lieben, nicht meinen Körper.

    Inzwischen weiß ich, dass das Blödsinn ist. Es gibt Menschen, die schlanke Menschen unattraktiv finden und lieber üppige oder sehr üppige Körper mögen. Also kann auch ein dicker Mensch nur wegen seines Körpers geliebt werden. Es gibt genug Fälle, in denen ein Paar sich getrennt hat, weil einer der beiden stark abgenommen und nicht mehr dem Schönheitsideal des anderen entsprochen hat. Nicht der nun dünne Mensch verließ den Partner, sondern der Partner verließ den nicht-mehr-dicken Menschen. Traurig oberflächlich, aber wahr.

    Dann stand ich vor der Frage, was ich nun wirklich will. Will ich weiter das essen, was mir schmeckt und meinen Körper so akzeptieren, wie er ist? Wo wäre meine Grenze? Wie dick müsste ich werden, bevor mein jetzt-reicht's erreicht wäre? Gibt es überhaupt eine Grenze oder erlaube ich mir dicker und dicker zu werden? Was ist mit meinem eigenen Schönheitsempfinden? Finde ich üppige Körper schön oder schlanke? Oder ist es mir gleichgültig, wie viel jemand wiegt, mich eingeschlossen?

    Ich habe meine eigenen Antworten gefunden und konnte mein ich-sollte in ein ich-will umwandeln - in welches, das verrate ich nicht :D Jedenfalls lebe ich jetzt sehr entspannt mit dem Ergebnis.

    Ich möchte jede*n hier ermutigen, sich den fiesen ich-sollte-Fragen zu stellen. Ja, sie nerven, ja, sie sind anstrengend, ja sie sind verdammt unangenehm und machen vielleicht sogar aua.

    Aber die Antworten sind Gold wert.
    Miramoni, übermütig und Kirmes gefällt das.
  2. Mit dem Aussehen des eigenen Körpers zufrieden zu sein stellt viele Menschen vor eine große Herausforderung. Er ist zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, die Haut ist doof, es müssten mehr Muskeln da sein und überhaupt stimmen die ganzen Proportionen nicht.

    Wenn dann auch noch Funktionsstörungen dazu kommen, ist es ganz aus. Es tut hier weh oder da, es fehlt was, die eine oder andere Stelle ist krank oder funktioniert nicht so wie man es gerne hätte und generell hätte man lieber gerne einen ganz anderen Körper, bitte. Blödes, nutzloses Ding.

    Kann man so sehen, muss man nicht. Mein Körper ist wie er ist. Wenn ich das akzeptiere und mich lieber darauf konzentriere, was ich damit alles (noch) machen kann und welchen Teil ich vielleicht sogar gut finde, dann ist mein Körper zwar immer noch der gleiche, aber ich finde ihn lange nicht mehr so doof wie vorher. Mein Körper ist halb voll, nicht halb leer... oder so ähnlich.

    Wenn Du nicht so einfach die Kritik ausschalten kannst, die immer wieder hochkommt, dann helfen Affirmationen, siehe Shortcuts. Jetzt mal im Ernst: aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht hilft vor dem Spiegel zu stehen und mich darüber zu ärgern, dass mein Hintern breiter ist als ich es gerne mal gehabt hätte. Egal wie oft ich das praktiziert habe, er ist - glaub es oder nicht - einfach nicht schmaler geworden.

    Inzwischen weiß ich, dass es da draußen den einen oder anderen Menschen gibt, der meinen Körper gut findet, so wie er ist. Ich weiß auch, dass es Menschen gibt, die ganz andere Körper gut finden, welche die größer oder kleiner, dicker oder dünner,... Ich kann also entweder bei denen mitmachen, die meinen Körper gut finden oder bei denen, die lieber andere mögen. Hmmmm.....

    Nachdem ich also meinen Fokus in die andere Richtung geschwenkt hatte, habe ich begriffen, dass ich das eine oder andere hinnehmen muss, einfach weil ich es nicht ändern kann. Es gibt aber Aspekte, auf die ich sehr wohl einen Einfluss hätte, wenn ich das wollte. Dazu müsste ich meine Gewohnheiten ändern, und da wird es haarig. Ist es das wert? Ist es das wirklich, wirklich wert?

    Bewegung und Sport

    Nehmen wir mal als Beispiel die Muskeln. Zu meinem Glück habe ich noch nie zu denen gehört, die großen Wert auf gut definierte, riesige Muskelpakete gelegt haben. Im Gegenteil, ich finde muskulöse Menschen eher hässlich, wenn sie nicht dünn dabei sind - Geschmackssache eben.

    Aber mal angenommen, ich hätte gerne tolle Riesenmuskeln und wäre bereit, dafür entsprechend viel zu tun. Ich müsste mindestens drei Mal die Woche für jeweils mindestens zwei Stunden in ein Fitnessstudio oder mir einen entsprechend anspruchsvollen Sport suchen. Ich müsste mich an einen gut ausgearbeiteten Fitnessplan halten und in der Zeit dort intensiv für den Muskelaufbau trainieren.

    Die Ernährung wäre enorm wichtig, ich müsste darauf achten, während des Trainings schnell verfügbare Kohlehydrate zu mir zu nehmen (auch wenn ich gerade keinen Appetit darauf hätte) und danach bräuchte ich in ausreichender Menge Eiweiß, das die acht essenziellen Aminosäuren beinhaltet.

    Sorry, das ist so GAR nicht meins. Gut, es ist auch üblicherweise nicht nötig einen ganz so großen Hermann drum zu machen, aber ich gehe die Sache anders an: ich bin bereit, morgens ein paar Kniebeugen zu machen, das muss reichen. Das ist nämlich das äußerste, zu dem ich meinen inneren Schweinehund überreden konnte, alles andere ist ihm zu stressig.

    Das Ergebnis ist besser als wenn ich es nicht täte, denn selbst wenn es nur bedeutet, dass ich Treppen leichter hochkomme, fühle ich mich insgesamt wohler. Der Aufwand nervt nicht und dauert nicht lange - damit kann ich gut leben. DAS ist die Hauptsache.

    Dabei könnte es bleiben, aber ich will in ein paar Wochen besagten Schweinehund mal beiläufig fragen, was er von zusätzlichen Liegestützen halten würde. Bin ja mal gespannt, aber wenn nicht, dann nicht. Hauptsache, er lässt mich weiter Knie knicken. Falls er aber nichts dagegen hat, traue ich mich vielleicht irgendwann ihn um Lauferlaubnis zu bitten.

    Worauf ich hinaus will: es ist immens wichtig das eigene Maß zu finden.

    • Will ich alleine Sport machen oder mit anderen zusammen? Im Verein oder nur mit ein oder zwei Freund*innen?
    • Wie viel Zeit will ich mir dafür nehmen? Wie intensiv will ich das betreiben? Wie oft? Wie regelmäßig?
    • Kann ich auch mal zwei Wochen Pause machen, wenn ich gerade keine Lust habe oder mich nicht aufraffen kann? Bin ich dann gescheitert oder kann ich einfach da weitermachen, wo ich aufgehört habe?
    • Wenn ich mir das Falsche ausgesucht habe, darf ich dann was anderes ausprobieren oder ist Sport einfach nichts für mich?
    • Kaufe ich mir gleich ein teures Sportoutfit oder tun es auch erst einmal die ausgelatschten alten Turnschuhe und die beulige Jogginghose? Dazu kann ich nur sagen, dass ich mir absichtlich zunächst billiges Zeug gekauft habe.
      Wenn ich irgendwann tatsächlich so viel Sport machen sollte, dass ich mich nicht mehr schäme es jemandem zu erzählen, dann sind vernünftige Laufschuhe und später für verschiedenes Wetter passende Sportsachen dran. Aber solange ich mir noch keine Sorgen um kaputte Knie machen muss, weil ich sie viel zu selten und zu wenig beanspruche, reichen die billigen Klamotten.
    • Muss ich wirklich irgendeinen blöden Sport machen? Reicht nicht auch Spazieren gehen, Radfahren im Alltag und/oder Gartenarbeit? Oder mein körperlich anstrengender Job?
    • Muss ich immer das gleiche machen oder kann ich mir nicht auch jede Woche was anderes aussuchen?
    • Will ich einen Kurs belegen oder einem Verein beitreten? Kann ich mir das leisten? Will ich dafür Geld ausgeben?
    Fragen über Fragen. Jede*r wird sie anders beantworten, und das ist gut so.

    Ernährung und Diäten

    Soviel dazu, aber apropos Aufwand: ähnlich verhält es sich mit dem Gewicht. Wenn ich dick bin und spindeldürr sein will, dann ist der dafür nötige Aufwand so riesig, dass ich schon keine Lust mehr habe bevor es überhaupt los geht.

    Was spricht gegen fünf Kilo? Oder gegen drei? Fünf Kilo abzunehmen und das Gewicht dann zu halten, ist eine Mega-Leistung. Drei Kilo sind auch schon schwierig genug, also einfach mal klein anfangen. Oder noch besser: aktuelles Gewicht irgendwo notieren, mit passenden täglichen Affirmationen anfangen, Ernährung in einem gut machbaren Maß ändern und nach ein paar Wochen spaßeshalber mal wieder auf die Waage steigen.

    Das einzige, was ich zu Diäten zu sagen habe, ist eine Frage: hat es bei Dir schon mal so funktioniert, wie Du es Dir erhofft hast?

    Wenn Du mit Deinem Gewicht nicht zufrieden bist, kennst Du die offensichtlichen Probleme: zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viele kalorienreiche Getränke, zu viel tierisches Eiweiß. Oder einfach insgesamt zu viel des Ganzen und zu oft.

    Es sind unsere Gewohnheiten, die uns an dieser Stelle das Leben schwer machen, nicht bestimmte Lebensmittel. Ich bin mit Chipstüten aufgewachsen, die 200 g enthalten haben. Es kam oft vor, dass ich mir abends einfach mal eine ganze Tüte alleine reingeschrotet habe, nach dem Abendbrot vor dem Fernseher. Reste übrig lassen war nicht drin, bei uns wurde aufgegessen - das galt unausgesprochen auch für diese Tüten.

    Ich zähle mal ein paar Gewohnheits- und Denkfallen auf:

    • Wasser schmeckt nicht, wenn ich was trinke, soll es auch lecker sein.
    • Der Teller wird leer gegessen.
    • Es ist unhöflich, als Gast etwas nicht zu essen, z.B. den Nachtisch oder die Vorsuppe.
    • Ich habe keine Zeit aufwändig zu kochen.
    • In der Kantine gibt es nur große Portionen, und was ich bezahle, esse ich auch.
    • Das Essen in der Kantine ist Mist, aber wo soll ich sonst essen?
    • Fettiges Essen schmeckt nun mal besser.
    • Ich bin süchtig nach Süßigkeiten.
    • Wenn ich kleine Portionen esse, habe ich nach kurzer Zeit wieder Hunger, das nervt.
    • Ich trinke immer Kaffee, was soll ich sonst trinken? Und ohne Zucker und Milch schmeckt er mir nun mal nicht.
    • Wenn ich vor dem Fernseher sitze, brauche ich was zu knabbern.
    • Bei uns gibt es regelmäßige Mahlzeiten, da kann ich nicht einfach nichts essen, wenn ich noch keinen Hunger habe.
    • Wenn es mir schlecht geht, macht Essen das Leben etwas erträglicher.
    Es geht vor allem darum zu gucken, was ich wann und warum esse. Verstehe wie Du tickst und überlege Dir kleine, machbare Kompromisse. Was ist mir wirklich wichtig, worauf möchte ich auf gar keinen Fall verzichten und wo könnte ich was ändern? Sind die Mengen, die ich esse, wirklich nötig, damit ich mich wohl fühle? Fühle ich mich damit überhaupt wohl oder habe ich mich daran gewöhnt, mehr zu essen als angenehm ist?

    Der innere Schweinehund ist wie beim Sport ein wichtiger Drahtzieher. Wenn der sich querlegt, geht gar nichts. Also immer schön alles mit dem blöden Vieh absprechen, was passieren soll und aufpassen, dass es sich nicht aufregt. Es gewöhnt sich an neue Dinge, man darf es nur nicht überfordern - oder man legt es an die Leine und ist konsequent, eine Kunst, die ich nie beherrscht habe.

    Jede*r hat andere Ernährungsgewohnheiten, und das ist der einzige Punkt, an dem es Sinn macht etwas zu verändern, nämlich langfristig. Beispiel: ich liebe Chips, geröstete Nüsse und Pommes. An diesen Dingen kann ich sehr schwer vorbeigehen. Stell mir schalenweise Süßigkeiten vor die Nase, kein Problem, ess ich nicht, weder Gummibärchen noch Schokolade oder raffinierte Leckereien. Auf Kuchen kann ich genauso verzichten wie auf Kekse. Aber diese vermaledeiten Chips...

    Da ich also diese nicht-in-den-Griff-zu-kriegende-Schwäche habe, muss ich ein passendes Maß finden. Wie viel geht, was ist zu viel? Das ist bei jeder*m anders.

    In meinem Fall bedeutet es, dass ich warte, bis ich mal wieder so richtig dolle unbedingt JETZT eine Tüte Chips will. Die kaufe ich mir dann, manchmal lege ich sie noch ein paar Stunden zur Seite und freue mich drauf, dann esse ich sie und alles ist gut. Wenn das Mittags ist, dann ist eben ausnahmsweise die Tüte Chips mein Mittagessen. Die Gier ist jedenfalls weg und ich kann Tage- oder Wochenlang drauf verzichten. Ich mache mir keinen Stress mehr damit.

    Wer ein generelles Problem mit Süßigkeiten hat, hat es da schon schwerer. Mein Vorschlag wäre zu überlegen, auf welche der vielfältigen Süßigkeiten ich gar nicht verzichten wollen würde. Bei welchen Gelegenheiten wäre es in Ordnung sich darauf zu stürzen und sie mit vollem Genuss zu essen? Was wäre ein Zeitraum, den ich halbwegs problemlos ohne diese Süßigkeiten überbrücken könnte?

    Eine weitere Sache ist die des Ersatzes. Kann ich einfach auf etwas verzichten oder ist es sinnvoller, es mit was anderem zu ersetzen? Mit anderem Essen oder mit einer Ablenkung?

    Mein persönliches Fazit zum Thema Sport und Ernährung: diese ganzen bescheuerten Sport- und Diäthefte, Webseiten und Ratgeber setzen die untere Latte viel zu hoch an. Wer sich auf deren Mindestmaß problemlos einlassen kann, HAT überhaupt kein Bewegungs- oder Ernährungsproblem.

    Miramoni, Hiltrud und Luftsegen gefällt das.
  3. Einstieg in Affirmationen

    Zum Ausprobieren hier eine kurze, effektive Kombination, für die Du morgens ca. 5 Minuten brauchst:

    1. Schreib folgende Affirmationen morgens auf einen Zettel: ich bin glücklich, entspannt, energiegeladen und voller Tatendrang. Ich erledige, was ich mir vornehme, alles geht ganz leicht und macht Spaß.
    2. Nimm Dir danach Zeit für eine kurze Meditation, es reichen 3-5 Minuten. Eine simple Variante: bequeme Sitzhaltung, Augen schließen. Beim Einatmen bis 10 zählen, also jeweils beim Einatmen eine Zahl denken, beim Ausatmen das Wort "ausatmen" denken. Nach dem 10. Mal wieder bei 1 anfangen. Drei mal bis 10 zählen reicht.
    3. Während Du meditierst, halte Deine Finger in der Pran-Mudra-Fingerhaltung: http://bewegungstuch.de/assets/images/pdf/PranMudra.pdf
    4. Denke im Laufe des Tages immer mal wieder die Sätze der Affirmation, lies ggf. den Zettel.
    Wenn Du Tagebuch schreibst, dann notiere Dir abends, wie Dein Tag war. Du kannst dadurch den Effekt später nachlesen. Ich finde das hilfreich.

    Um zwischendurch ein bisschen Energie zu tanken, kannst Du - z.B. während Du auf dem Klo sitzt - die Pran-Mudra-Fingerhaltung wiederholen, mit oder ohne kurze Meditation.

    Im Grunde sollte das ausreichen, um Dein Lebensgefühl deutlich zu verbessern. Wenn nicht, lies weiter. Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich etwas intensiver damit auseinander setzt.

    Was sind Affirmationen?

    In unseren Köpfen gibt es viele Gedanken, einige denken wir bewusst, andere unbewusst. Wenn wir selbst Gedanken bewusst wählen, um unbewusste zu verändern, werden diese Affirmationen genannt.

    Wozu soll das gut sein?

    Unerfreulich, aber wahr, unser Unterbewusstsein lässt uns oft Dinge tun oder sagen, die wir uns nicht erklären können, weil unser Bewusstsein sich eigentlich ganz anders entschieden hätte. Das ist bestenfalls verwirrend, schlimmstenfalls selbstschädigend.

    Noch unerfreulicher ist es, wenn unser Unterbewusstsein darauf trainiert ist, uns zu beleidigen und klein zu halten, z.B. mit Gedanken wie "ich bin zu dick", "keiner kann mich leiden", "ich muss immer alles tun, um es Person X recht zu machen, ob es mir gefällt oder nicht".

    Wo kommt das her?

    Unser Gehirn ist wie ein Schwamm, es saugt alles auf, jeden Eindruck, jede Erfahrung. Gleichzeitig funktioniert es wie ein Sherlock Holmes, es sammelt Fakten und kombiniert. Leider ist ein sehr junges Gehirn kein sonderlich guter Sherlock, es lässt sich mit simplen Tricks täuschen, vertraut den falschen Menschen und kann richtig und falsch noch nicht unterscheiden.

    Gerade die frühen Erfahrungen und Schlussfolgerungen sind diejenigen, die auf uns am unverrückbarsten wirken, vermutlich weil sie am längsten wie selbstverständlich in unserem Kopf verankert sind und für uns sehr, sehr lange Zeit die absolute Wahrheit waren.

    Wenn wir endlich alt genug sind, um unabhängig zu hinterfragen, ist der Schaden bereits angerichtet. Unsere neuen Erfahrungen werden mit unserem bereits gemachten Welt- und Selbstbild abgeglichen und an die altbekannten Stellen abgelegt, auch wenn langsam die ersten Zweifel entstehen.

    Eine zeitlang funktioniert es noch, sich das alles irgendwie passend zurechtzumogeln und hinzubiegen, aber irgendwann merken wir, dass da etwas nicht stimmt. Wir sind nicht so doof, wie wir immer gedacht haben, unsere Umwelt ist gar nicht so feindlich, wie wir immer angenommen haben, oder wir erkennen, dass andere Menschen, die uns scheinbar nichts voraus haben, andere Erfahrungen machen als wir und fragen uns, warum das so ist.

    Was kann ich tun?

    Bevor Du anfängst, gibt es ein paar wichtige Dinge zu beachten. Je schlimmer die unbewussten Gedanken sind, desto gründlicher muss vorgegangen werden. Es ist ein bisschen wie mit einem Lagerraum, der von einer WG genutzt wird: er ist zugerümpelt bis unter das Dach, und dauernd kommt von irgendwo neuer Krempel dazu, besonders, wenn man gerade neuen Platz für sich geschaffen hat.

    Manche Sachen sind vielleicht schon so lange da, dass sie regelrecht vom Boden gekratzt werden müssen - das ist im Gehirn nicht anders. Was wir nebenbei aufgeschnappt haben, lässt sich leicht verwandeln, was uns eingetrichtert wurde, ist etwas hartnäckiger und lästiger.

    Eine letzte Schwierigkeit: die anderen WG-Mitglieder bzw. die alten Gedanken. Sie haben absolut keinen Bock darauf, dass Du sie mit dieser Aufräumaktion nervst. Sie wollen ihre Ruhe, sie wollen ihren Kram behalten und haben absolut keine Lust, Dir irgendwie zu helfen, im Gegenteil. Alles, was Du rausschleppst, tragen sie wieder hinein und zetern lautstark rum. Du bist der Arsch, den keiner mehr leiden kann, und das werden sie Dich spüren lassen.

    Dagegen hilft nur eins: lass Dich nicht davon abbringen, wehr Dich, und zwar so lange, bis sie einsehen, dass es Dir ernst ist. Wenn Du ein kaputtes, stinkendes Lieblingssofa hundert Mal rausschleppen musst, dann ist das eben so. Du trägst es immer wieder raus, bis es niemand wieder reinschleppt.

    Grundsätzlich gilt: irgendwo anfangen, dranbleiben und so lange weitermachen, bis alles blitzt und blinkt. Danach brauchst Du nur gelegentlich den Krempel wegzuräumen, den das Unterbewusstsein heimlich in einem unbeobachteten Moment irgendwo ausgebuddelt und wieder angeschleppt hat.

    Nach langen Jahren des Ausprobierens hat sich für mich folgende Vorgehensweise als effektiv herausgestellt:

    1. Immer, wenn mir ein Gedanke auffällt, den ich nicht denken möchte, sage ich mir in Gedanken: "STOP. ICH entscheide, was gedacht wird."
    2. Ich erlaube mir in Gedanken, mich zu ändern, indem ich mir konkret etwas bestimmtes erlaube, z.B.: "Ich erlaube mir, meinen Körper zu mögen - so wie er ist."
    3. Ich denke im Anschluß den Gedanken, der erlaubt wurde: "Ich mag meinen Körper - so wie er ist."
    Zu leicht? Stimmt. Andererseits: Aufräumen ist auch nicht schwierig, es kann nur eklig und lästig sein und muss erledigt werden.

    Last but not least: konzentriere Dich auf ein oder zwei neue Gedanken, überfordere Dein armes Gehirn nicht mit zu viel Veränderung auf einmal. Das alte wegzuschmeißen ist schon anstrengend genug, es reicht, wenn ein oder zwei schöne, neue Gedanken dazu kommen. Wenn sich Dein Kopf nicht mehr wehrt, wenn die Affirmationen nicht mehr nötig sind, dann kannst Du neue dazu nehmen.

    Erläuterungen zum Vorgehen

    Punkt 1: stell Dir die unbewussten Gedanken einfach weiter als die WG vor. Egal was sie tun, sag ihnen, dass Schluss ist, schick sie weg. Setz Dich durch, DU bist das Bewusstsein, DU entscheidest. Je konsequenter Du die Tür im Auge behältst, desto weniger Kram wird heimlich wieder hereingetragen. Irgendwann ziehen die Krempelträger genervt aus ;)

    Punkt 2: wir leben in einer Gehorch-Gesellschaft. Wir sind es von klein auf gewöhnt, dass wir uns für alles Mögliche die Erlaubnis holen müssen. Prima, dann geben wir sie uns, es erleichtert die Sache ungemein.

    Punkt 3: sich etwas zu erlauben, ist schön, aber dadurch ist es noch nicht erledigt - es muss auch getan bzw. angewandt werden. Daher denk zuletzt klipp und klar den neuen Gedanken.

    Meine Gedanken sind stärker als ich, was kann ich tun?

    Manche Überzeugungen sind tatsächlich so stark, dass sie nicht ohne weiteres Zutun verschwinden. Ich finde es grundsätzlich sinnvoll zusätzlich eine Therapie zu machen, denn dann geht das alles schneller und gründlicher. Manchmal ist es sogar nötig, denn z.B. Traumata sind in professionellen Händen einfach besser aufgehoben.

    Für die normalen, hartnäckigen Gedanken reicht es, sie sich genauer anzusehen. An wen erinnert mich der Gedanke? In welchen Situationen habe ich diesen Gedanken als Satz ausgesprochen gehört? Warum wurde mir das gesagt? Welche Gefühle kommen hoch, wenn ich diesen Satz denke?

    Üblicherweise muss irgendwem irgendwas verziehen werden. Erlaube Dir zu verzeihen, entweder Dir selbst oder einer anderen Person. Und dann verzeihe. Wenn das nicht so einfach ist, finde heraus, warum es nicht geht. Vielleicht steckt ein Gefühl dahinter, das noch nicht verarbeitet wurde. Erlaube Dir traurig zu sein, dann sei traurig. Oder wütend. Oder beschämt.

    Wenn ein Gefühl nicht aufhören will, dann steckt garantiert ein anderes quer, das Du Dir nicht erlaubst. Such so lange nach dem anderen Gefühl, bis Du es gefunden hast. Erlaube es Dir, fühle es.

    Probiere erneut, ob nun das Verzeihen klappt. Wenn nicht, forsche weiter, notfalls such Dir Hilfe.

    Bei mir klappt das nicht, die alten Gedanken kommen immer wieder

    Entweder versuchst Du zu viele Gedanken auf einmal zu verändern oder Du bist zu ungeduldig, bzw. nicht konsequent oder hartnäckig genug - oder Du brauchst professionelle Hilfe.

    Oooder Du leidest gerne und willst Dich gar nicht wirklich ändern.

    Woran es liegt, kannst nur Du selbst herausfinden.

    Seelentier und Miramoni gefällt das.