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Reinkarnation gegen Vergebung und Auferstehung?

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 622

I N H A L T

- Reinkarnation versus Auferstehung?
- Reinkarnation verbindet Tod und Geburt
- Persönliche Sünde, Weltsünde, Karma, Kreuzigung und Auferstehung
- Literatur




Reinkarnation versus Auferstehung?

Als ich zum ersten Mal von Reinkarnation hörte, war ich ihr gegenüber nicht ablehnend. Sie schien mir möglich, weil ich an das, was sich mir als christlich mit Vergebung und Auferstehung darbot, nicht recht glauben konnte. Demgegenüber gab mir die Reinkarnation Sinn, denn sie bezieht die Entwicklung des einzelnen Menschen, der Menschheit und letztlich auch die der ganzen Welt mit ein, während im konventionellen Denken dessen, was sich sonst christlich nennt, das Ideal des Glaubens auf Autorität hin vorherrscht. Dazu fügt sich der Zwang, Glauben zu müssen, sonst hätte man nach dem Tod vor dem großen Strafgericht Gottes gestellt keine Chancen.

Nimmt man aber Reinkarnation für sich in Anspruch, muss sie dann unbedingt gegen Auferstehung und Vergebung sein? Und muss nicht irgendwie doch etwas daran sein, dem zur Aufhebung der Erstarrung einfach der Reinkarnationsgedanke fehlt, und fehlen dem Reinkarnationsgedanken womöglich die Gedanken von Auferstehung und Vergebung?

Fehlt der Entwicklungsgedanke, muss ein religiöser Glaube, Apokalypse sowie Vergebung und Auferstehung zu einer Erstarrung führen, die den Menschen von dem trennt, das in ihm entwicklungsfähig und individuell ist - sein Ich!

Seit meinen jungen Jahren ist mir das Verhalten jener sehr seltsam und unverständlich gewesen. Der Unterschied ist heute aber, dass ich nunmehr den Grund kenne und als Gast in ihren Kreisen sitzend mich wage, eine ganz andere Ansicht zu äußern und diese auch noch zu begründen. Kraft meiner Worte schaffen es solche Gruppen nicht weiter, ruhig und freundlich zu bleiben, wie es ihr oberflächliches Bild sonst zeigt. Rede ich selbstsicher von einer Weiterentwicklung über dieses Leben hinaus, stelle ich Vergebung und Auferstehung in ein ihnen völlig unbekanntes Verhältnis in den Rahmen eines über eine einzige Inkarnation und über ein einziges Weltverhältnis hinausgehendes, so geraten jene in eine eigentlich unverständliche erhebliche Unsicherheit.


Reinkarnation verbindet Tod und Geburt

In sich als christlich nennenden Kreisen meint man, man müsse seine Individualität klein halten und manchmal sogar leugnen, denn sie zeigen, dass sie ein tiefer seelischer Schock, dass große Existenzängste es sind, die sie zur Erstarrung bringen und sie darin behindern, den Entwicklungsgedanken aufzugreifen.
Tief in ihrer Seele wird ein Schmerz empfunden, nicht mehr in einer Art Paradies zu sein und es wird eine tiefe Schuld empfunden, etwas getan zu haben, in diesem Zustand nicht mehr sein zu dürfen.
Die heutige physische Welt wird wie ein Verbannungsort empfunden, sie wird aber auch wie ein Ort der Bewährung gesehen. Man ist in ihr wie in einer Schockstarre geraten, die verhindert, über das hinauszugehen, was die physische Welt bietet. Sie bietet den physischen Sinnen Geburt und Tod, nicht aber das sie übersinnlich Verbindende, das als Reinkarnation über die sinnliche Wahrnehmbarkeit hinausreicht.


Persönliche Sünde, Weltsünde, Karma, Kreuzigung und Auferstehung

Schuld hat zwei Aspekte
Wenn ein Mensch einem anderen ein Leid zufügt, ist das einmal eine persönliche Schuld, die der Verursacher zu tragen hat. Aber diese Tat hat auch ihre Wirkung für die Gesamtheit des Lebens, für die Erde, für die Welt. Die Sünden, Vergehen und Schulden eines Menschen tragen daher in sich zwei Aspekte. Der eine ist subjektiv, also persönlich. Demgegenüber muss der andere objektiv sein und sich auf das Gesamte beziehen - die Welt.

Persönliche Schuld
Wir sprechen - anlehnend an die indische Philosophie - von Karma und von der karmischen Schuld. Die karmische Schuld bezieht sich auf die persönliche bzw. subjektive, die der Mensch auszugleichen hat. Aber die objektive Schuld ist keine persönliche und kann daher auch nicht persönlich ausgeglichen werden. Sie ist daher eine Weltschuld.
Wie verhält sich die Bibel zu dem Aspekt der persönlichen Schuld? Sie sagt sinnbildlich, man würde aus dem Gefängnis nicht herauskommen, bis nicht jeder Heller zurückgezahlt worden wäre. (Mt. 5,26) Trotzdem ist die Haltung gewöhnlich so, als ob bei der Vergebung der Sünden von den persönlichen gesprochen würde.
Es gibt keinen Sinn, die persönlichen Sünden, die ja noch nicht begangen worden sind, schon im Vorfeld verziehen bekommen zu haben. Verantwortungslosigkeit über sein Verhalten kehrt ein, man kann schön sündigen und sich dann auf Christus bekennen, so seien die Sünden eben einmal getilgt worden.
Jene Menschen, die sich gewöhnlich Christen nennen, spüren diesen Widersinn und meinen im Zusammenhang mit ihren Existenzängsten, ihn durch eine schon albern anmutende Sentimentalität genügend begegnen zu können.

Kreuzestod
Welche Bedeutung hat das nun für den Kreuzestod, von dem es heißt, die Sünden seien vergeben worden? Da sich kein Sinn in der üblichen Auffassung der Sündenvergebung ergibt, wenn die persönliche Schuld bereits durch Karma und Zurückzahlung ausgeglichen werden muss, bleibt nur noch übrig, dass sich der Kreuzestod nicht auf die persönliche, sondern nur auf die objektive Weltenschuld des Menschen bezieht, welche er offensichtlich persönlich nicht ausgleichen kann.

Die neue Erde
Die so genannte Auferstehung muss also im Zusammenhang mit der Tilgung der Weltsünde (es ist also nicht die persönliche Sünde gemeint!) stehen und ist keinesfalls konträr zur Reinkarnation. Die Weltsünde fließt nun so in den Entwicklungsgedanken ein, die, laut Anthroposophie, in eine neue Erde, in eine neue Welt mündet, die „Jupiter“ genannt wird. Es muss eine neue Erde als Wohn- und Entwicklungsort entstehen, die vor lauter Weltsünde nicht tot geboren werden darf, sonst wäre Entwicklung auf ihr nicht möglich.
Die Bibel spricht zwar an einigen Stellen eine neue Erde an, doch stehen diese in keinem recht verstehbaren Zusammenhang, der erst durch die Erläuterungen der Anthroposophie entsteht. In 2Petr. 3,13 heißt es, man erwarte eine neue Erde. In der Offenbarung heißt es im Kapitel 21, Vers 1, man sehe eine neue Erde und die alte sei vergangen.

Auferstehungsleib
Des Weiteren erhält der Mensch einen neuen Leib, der den Verhältnissen der neuen Erde angepasst sein muss, der der so oft genannte Auferstehungsleib ist.


Literatur

Die Weltsünde, die die neue Erde tot gebären würde, ist durch das Mysterium von Golgatha durch bestimmte Umstände, die die Anthroposophie durch die übersinnliche Schau Rudolf Steiners genau beschreibt, getilgt worden. Zum Thema empfehle ich das Studium besonders der beiden folgenden Werke Rudolf Steiners: Christus und die menschliche Seele, Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte
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