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Philosophische Aphorismen

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 111

Philosophische Reihe Nr. 8

Inhalt

- Was sind philosophische Aphorismen?
- Das Verhältnis von Wirrköpfen und Verständigen
- Der Wert der Wahrheit
- Von der Bewusstheit
- Von der endgültigen Wahrheit
- Religionen im Wettkampf?
- Schweigen
- Weisheit und allein sein
- Fragen stellen


Was sind philosopische Aphorismen?

Aphorismen sind prägnante, in Prosa gehaltene geistreiche Gedanken in Form von Sätzen oder Lehrsätzen, die aus der Lebenserfahrung zur Erkenntnis bzw. zur Lebensweisheit führen. Sie können auch als rhetorische Fragen gestellt werden. Rhetorische Fragen sind Fragen, die nicht der Antwort bedürfen und zum Nachdenken anregen sollen, wie es unten im Aphorismus "Von der Bewusstheit" ist.
Prosa heißt einfach nur, dass man in der Sprache nicht gebunden ist wie die Reime in der Dichtung oder im schon recht komplexen Aufbau des Textes wie bei einem so genannten Sonett.

Es ist eine weitere Erfahrung, dass eine Erkenntnis wie von selbst zu einer Verhaltensänderung führt, die für den Betreffenden eine Verbesserung und Bereicherung bedeutet.
Für die Außenwelt kann das ebenso eine Bereicherung sein, muss es aber nicht, wie es weiter unten im Aphorismus um den Wert der Wahrheit beschrieben ist.

Es gibt also drei Etappen: Die Erfahrung, die Erkenntnis und die bereichernde Verhaltensänderung.

Eine Erfahrung, die noch nicht zur Erkenntnis gebracht wird, braucht noch Zeit zur Reife.
Ist die Erkenntnis einmal entstanden, verhält sie sich zur Verhaltensänderung nicht, wie die Erfahrung bis zur Erkenntnis, die Zeit und Reife benötigt, sondern es kann, je nach Art und Weise der Erkenntnis, eine sofortige Verhaltensänderung entstehen. Man kann zum Beispiel in eine Situation geraten, in der plötzlich eine Hemmung vorhanden ist, wie sie in vergleichbaren Situationen oder sogar in derselben sonst nie war.

Solche Hemmungen sind keine Hemmungen, die das Leben nachteilig beeinflussen, sondern sind mir einer weiteren Instanz im Menschen unmittelbar verknüpft, die wir als Gewissen bezeichnen. Dieses Gewissen ist von dem streng zu unterscheiden, was zum Beispiel in der Erziehung einem Kind von seinen Eltern verordnet wird, was nicht heißen soll, dass solche Verordnungen bei einem Kind grundsätzlich nicht notwendig seien. Hier aber handelt es sich um Erwachsene, die aus sich selbst heraus im Zusammenhang mit den vom Leben bereiteten Erfahrungen sich ein freiheitliches moralisches Gewissen erarbeiten.

Wenn jemand zu einem Aphorismus gelangt, heißt das nicht zwingend, in seinem Leben jederzeit der verfassten Erkenntnis Folge leisten zu können. Wie im unten stehenden Beispiel, wo das Verhältnis zwischen Wirrköpfen und Verständigen beschrieben wird, kann zwar die Erkenntnis vorliegen, doch wird man gewiss immer noch der Schwäche unterliegen, hier und da selber ein Wirrkopf zu sein. Aber man hat die Gefahr wenigstens erkannt und wird dadurch in seinem Verhalten vorsichtiger, indem zum Beispiel nicht mehr die eigenen Ansichten so laut herausposaunt werden, wie es zuvor war. - Es besteht also auch hier eine gewisse Hemmung, die aus einer Erkenntnis stammt, aus der ein weiterer Aphorismus entstehen kann, indem zu sich selbst gesprochen wird: Sei nicht vorlaut, du könntest dich irren!


Das Verhältnis von Wirrköpfen und Verständigen

Es gibt zwei Arten von Denkern: Die einen sind Wirrköpfe, die anderen sind als gute Beobachter Verständige!

Wenn der Wirrkopf einen Wirrkopf hört, glaubt er, einen Verständigen zu hören; hört er aber einen Verständigen, so glaubt er, einen Wirrkopf zu hören.


Der Wert der Wahrheit

Durch meine Erfahrungen und den Umgang mit der Frage nach Wahrheit, habe ich mir allmählich die Frage gestellt, welchen Wert der einzelne Mensch der Wahrheit überhaupt gibt.

Wenn ein Autofahrer einen Unfall verursacht hat, wie wird dann sein Beifahrer als Zeuge aussagen? Würde er die Wahrheit sagen oder für seinen Fahrer sprechen?

Entscheidet sich der Beifahrer für den Fahrer und gegen die Wahrheit, ist ihm der Wert der Wahrheit geringer als den möglichen Verlust der Sympathie oder der Bindung zum Fahrer.

Wie viele Menschen würden in einem solchen oder ähnlichen Fall der Wahrheit den Vorzug geben statt der persönlichen Bindung?

Und die wenigen, die in einem Fall für die Wahrheit einstehen würden, würden sie das in anderen Situationen auch so tun oder hätten sie wenigstens die Neigung dazu?

Je mehr sie das täten, desto isolierter würden sie. - Wahrheit macht einsam!


Von der Bewusstheit

Wenn Steine sich durch Kälte- und Wärmeeinwirkung zusammenziehen und sich wieder dehnen, ist ihnen das bewusst?
Wenn fleischfressende Pflanzen ihre Opfer einfangen und sie chemisch zersetzen, ist ihnen das bewusst?
Wenn Ameisen einen Feind abwehren, der ihren Bau bedroht, ist ihnen das bewusst?
Wenn Wölfe taktisch vorgehen, ihr Opfer einkreisen, um es dann zu reißen, ist ihnen das bewusst?
Wenn Menschen taktisch vorgehen, ihr Opfer einkreisen, um es dann zu töten, ist ihnen das bewusst?


Von der endgültigen Wahrheit

Ich kenne gewisse Wahrheiten und kenne relative Wahrheiten, aber die endgültige Wahrheit scheine ich doch nicht zu kennen, wenn ich immer wieder feststelle, dass meine Wahrheit von heute zwar nicht unbedingt gleich der Irrtum von morgen ist, aber an ihr doch zu Gunsten einer neuen Wahrheit ordentlich durch das Leben gerüttelt wurde, die ein Stückchen lebenserfahrener und gereifter ist als die vorige.


Religionen im Wettkampf?

Haben die Religionen dieser Welt denn die Absicht und den Sinn, gegeneinander einen Wettkampf zu betreiben?


Schweigen

Manche Stimmen schweigen, schweigt man selbst, aber manche Stimmen fordern, das Schweigen zu brechen.

Die Stimme in den Dingen schweigt, wenn die eigene nicht schweigt.

Das Schweigen sagt, was die Dinge sagen.


Weisheit und allein sein

Der Weise ist allein; wer allein ist, ist deshalb nicht weise.


Fragen stellen

Wer nicht weiß, wie richtig Fragen gestellt werden, findet keine Antworten.
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