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Philosophie als Universalwissenschaft für jedermann

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 206

Philosophische Reihe Nr. 2


Inhalt

- Irren ist menschlich

- Zwischen Überzeugung und erkanntem Irrtum
Ein Hintertürchen aus Erkenntnis gewonnen

- Philosophie als Universalwissenschaft

- Philosophie für jedermann



Irren ist menschlich
Dem Bestreben nach Erkenntnis stehen Vorurteile durch vielerlei unterschiedliche Ursachen entgegen. Dem Menschen mag ähnlich wie bei einer Maschine, von der immer eine gewisse Betriebsgefahr ausgeht, der Gefahr unterlaufen sein, sich zu irren.

Zwischen Überzeugung und erkanntem Irrtum
Ein Irren setzt - anders als bei der Lüge - Unbewusstheit voraus. Man weiß also nicht, sich zu irren und geht stattdessen von der Ansicht aus, die Wahrheit zu wissen, was sich ganz schnell bis zum Fanatismus steigern kann.
Vermeidbar ist der Irrtum gewiss nie, aber es kann ein anderer Umgang mit ihm durch die Erfahrung errungen werden, bemerkt man in irgendeiner Situation, sich geeirrt zu haben.
Ein erkannter Irrtum kann umso stärker auf die Seele wirken, je peinlicher die Erkenntnis des Irrtums empfunden wird. Daraus kann die Vorsicht entstehen, seinen Ansichten nicht gleich als das Absolute darstellen zu wollen. Dem steht wiederrum dieses unbändige Gefühl der Überzeugung entgegen, die Wahrheit zu wissen und sie fanatisch herausposaunen zu wollen. Warum sollte sich also dann mit der eigenen Überzeugung zurückgehalten werden? - Es ist daher ein Spiel des Hin- und Hergerissenseins zwischen Überzeugung und Irrtum, bis die Disziplin erworben wird, das rechte Maß zu finden.

Ein Hintertürchen aus Erkenntnis gewonnen
Wird die Vorsicht allmählich eingeübt, heißt das auch, sich immer ein Hintertürchen offen zu lassen, um andere Ansichten wahrnehmen, prüfen und ggf. berücksichtigen zu können. Neben der Disziplin offnet sich hier auch die Vernunft, die andere Ansichten angemessen einbezieht, sich ihnen gegenüber aber nicht blind verhält und sie grundsätzlich einbezieht, nur weil sie gerade da sind, sondern sie werden als Möglichkeit genommen, die eigene Ansicht zu überdenken. Manchmal kann es sogar passieren, dass die langjährig gehegte Lieblingsmeinung ganz über Bord geworfen werden muss.
Wer auf dem Weg der Philosophie bewusst beschreiten will, wer diesem inneren Ruf folgen will, wird vor allem und zuerst einen riesigen Berg von Vorurteilen abbauen müssen, die er im Laufe seines Lebens erworben hat. Ein Vorurteil ist die Folge eines Irrtums; aus dem Irrtum ensteht eine Beurteilung (ein Vorurteil), das heißt nicht, zwingend eine neue an die alte setzen zu müssen, aber das heißt, den Erwerb der Neutralität als eine notwenige Grundlage.
Unsere Kultur hat viele Möglichkeiten, auf Menschen Einfluss nehmen zu können. Da gibt es zum Beispiel die Ansichten aus religiösen Kreisen und konträr dazu Thesen aus der Wissenschaft. Besonders strittig wird es, geht es um die Entstehung des Lebens: Schöpfung oder Evolution? - Solches ist wie ein Gezerre an einen Menschen, um seine Gunst erwerben zu können. Man kann dann leicht beobachten, wie die einen sich auf der einen Seite und die anderen sich auf die andere stellen - und jeder posaunt inbrünstig heraus, wie sehr er doch die Wahrheit kenne.
In dem Maße, wie die Vorurteile abgebaut werden, macht sich der Weg zur Philosophie frei. Aus diesem Grund müssen hier in meinen Ausführungen viele Abgrenzungen gemacht werden über das, was Philosophie nicht ist.


Philosophie als Universalwissenschaft

Heute gibt es viele Wissensbereiche, die wir als die so genannten Geistes- und Naturwissenschaften kennen. Einst war in der Philosophie aber alles enthalten. Sie war eine Universalwissenschaft und betraf die gesamte menschliche Wesenheit, während sie heute nur als ein Teil unter vielen Teilen gesehen wird, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Auf diese Weise entsteht ein Konkurrenzdenken, durch das z. B. gesagt werden kann: Die Philosophie sagt dies so, aber die Physik sagt es anders! Die Philosophie muss sich heute also gegenüber den anderen, aus ihr stammenden Disziplinen rechtfertigen. Man erlebt ihre Ideen nicht mehr als eine unmittelbare Wirklichkeit, sondern sie ist bestrebt, ihre Ideen theoretisch zu beweisen.

Um solche Kluften (scheinbar) zu überbrücken, gehen viele hin, nehmen z. B. den so genannten Urknall aus der Physik als Grundlage ihrer philosophischen Anschauung. Man philosophiert dann nur noch daran herum, was die Astronomie mit dem Urknall behauptet, und überlegt, was vorher gewesen sein mag. Das ist ein stupides Herumphilosophieren, denn es wird der schwere Fehler begangen, die Philosophie nicht zu einer oberständigen Disziplin zu sehen, sondern sie dem Ergebnis der Physik zu unterstellen. Nein, Philosophie steht immer am Anfang, alles andere ergibt sich aus ihr. Wird das nicht getan, entsteht ein mechanisches, totes Denken, wie es das Denken um die Urknalltheorie beispielsweise praktiziert, denn durch dieses Denken besteht keine Beziehung des Menschen als eine Ganzheit zum Weltall. In einem Zeitalter, in dem man vermeintlich glaubt, das Weltall vermessen zu können, entsteht in der Vorstellung des Materialismus das Weltall als ein gewaltiger Raum, dessen Größe und die angebliche Entdeckung erdähnlicher Planeten ja noch andere Lebewesen zulassen müsse usw.

Heute pflegt man, frühere Aussagen herumzudrehen. Der einstigen Aussage, der Mensch sei die Krone der Schöpfung, wird entgegengehalten, er sei doch (aus der Sicht einer Raumkapsel auf die Erde) so winzig und unbedeutend. - Wieso sollte dann das Weltall nur für den kleinen und unbedeutenden Menschen alleine da sein? Der Mensch wird zusehens als eine Wesenheit von vielen angesehen. - Der Trick besteht darin, quantitative Aussagen mit einer qualitativen als Folge geschickt suggestiv zu verknüpfen: Der Mensch sei (quantitativ) klein und das Weltall von enormer Größe, was in eine qualitative und abwertende Aussage umgeformt wird: Der Mensch ist angesichts der Größe des Weltalls unbedeutend. - So entsteht gleichsam eine Art kosmische Gleichberechtigung im Zusammenhang mit anderen möglichen Wesen des Alls, von denen man noch gar nicht weiß, ob es sie überhaupt gibt.



Philosophie für jedermann

Philosophie muss so ausgerichtet sein, dass sie für jeden normalen Menschen bereichernd ist, wenn er nur Willens dazu ist. Dazu muss sie wie früher eine Universalwissenschaft sein, denn unser Denken ist universal, worauf ich später beim Thema "Philosophie und Logik" zurückkommen werde.
Philosophie wird nicht passiv an den Menschen fertig verpackt herangereicht, sondern sie liegt in ihm selbst. Meine Aufgabe kann ich daher nur darin sehen, Anreize zu geben, um des Menschen Lebensinn aus sich selbst heraus eigenständig zu entfalten.
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