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Kritisches über die Psychiatrie - Teil 2

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 186

Inhalt

Autoritäres Gebaren schon am Telefon

Bloßstellung durch Gruppensitzung



Autoritäres Gebaren schon am Telefon

Einmal kam ich mit der Psychiatrie telefonisch durch einen neuen Hausarzt in Kontakt. Ich hatte damals Schlafstörungen und konnte nur mit Schlaftabletten schlafen. Der Allgemeinmediziner wollte mir keine Schlafmittel verschreiben, wie es sein Vorgänger tat, und meinte, ich müsste zum Entzug in die Psychiatrie. Er vermittelte ein Telefongespräch und ich stellte der Mitarbeiterin einige Fragen. Sie erwähnte etwas darüber, dass ich die Psychiatrie verlassen könnte, wenn ich Ausgang hatte. Diese Ausdrucksweise gefiel mir gar nicht, schließlich bin ich ein freier Mensch. Es entstand ein Streitgespräch, bei dem mir auffiel, dass die Dame am anderen Ende es war, die immer ungehaltener wurde, während ich ruhig blieb. Es schien ihr überhaupt nicht zu gefallen, dass sich jemand erlaubte, kritische Fragen zu stellen und kritische Äußerungen zu machen, der potentiell in die Psychiatrie kommt, bis sie derart ungehalten wurde, dass ich ihren Namen wissen wollte, um mich zu beschweren. Ich verstand ihn nicht richtig und bat um eine Buchstabierung, worauf sie, sicher beleidigt und wütend, plötzlich auflegte.

Hier erfuhr ich zum ersten Mal in aller Deutlichkeit, dass Mitarbeiter - nicht nur die der Psychiatrie - Abhängigen gegenüber schnell autoritär werden, wenn die Abhängigen nicht so recht abhängig sein wollen, sondern sich ihrer Mündigkeit bewusst sind und davon Gebrauch machen.

Der neue Hausarzt bedachte aber nicht, dass meine Schlafprobleme durch den Entzug aber nicht überwunden würden, so ging ich wieder zu meinem vorherigen Hausarzt hin, der mir wieder brav Schlafmittel verschrieb.
Ich war mir bewusst, wie gefährlich die Abhängigkeit von Schlafmittel werden kann und suchte verzweifelt eine Lösung. Eines Tages passierten mysteriöse Geschehnisse und ich ahnte durch diese, keine Schlaftabletten mehr zu brauchen. Die folgende Nacht bestätigte das - zum Glück!



Bloßstellung durch Gruppensitzung

Ich hatte aus beruflichen Gründen die Möglichkeit, die Psychiatrie näher beobachten zu können, die ich im vorherigen Blog bereits angesprochen habe. Ich vergleiche sie mit dem beeindruckenden amerikanischen Spielfilm "Einer flog übers Kuckucksnest":

Bei einer von mir beobachteten allwöchentlichen Gruppensitzung einer offenen Psychiatrie, wurden die Patienten reihum aufgefordert, vor allen anderen ihre spezielle seelische Problematik und ihre Vorstellung, wie sie gesund werden könnten, zu offenbaren. Es wurde ihnen aufgrund der Situation und des Gruppendrucks nicht die Möglichkeit gegeben, anders entscheiden zu können. So hatte jeder zu bekunden, was sonst nur im vertraulichen Gespräch zwischen Arzt und Patient stattfinden kann (und auch dort nicht muss). Die Patienten wurden auf diese Weise entwürdigend behandelt und durch eine Zwangssituation, in die sie hineingestellt wurden, entmündigt.

Eine Patientin vertraute mir ihre Gedanken an und sprach über diese Situation als eine befehlsartige Berichterstattung über Intimes. - Die Patienten wurden also nicht mit offen erkennbaren Knüppeln oder groben verbalen Äußerungen erniedrigt, sondern durch die Konstellation der Gruppensitzung und der Selbstverständlichkeit der Forderung. In einer solchen Situation steht ausnahmslos jeder unter Druck, Auskunft geben zu müssen und Dinge über seine Heilungsvorstellung zu sagen, die er vielleicht gar nicht hat, um nicht dumm dazustehen.

Was die Patienten unter solchen Erpressermethoden wirklich denken, ist nur durch genaue und längere Beobachtung herauszufinden oder sie erzählen es in vertraulicher Atmosphäre.

In dem amerikanischen Spielfilm "Einer flog über das Kuckucksnest" mit dem bekannten Schauspieler Jack Nickolson in der Rolle des Mac Murphy, werden solche Gruppensitzungen gezeigt. Mit Hilfe der filmischen Mittel und der hervorragenden schauspielerischen Leistungen aller Mimen, kann der Zuschauer genau beobachten, wie den Patienten die Zwangsoffenbarungen unangenehm sind. Das Unbehagen steigert sich und die verbalen Angriffe richten sich zunächst nur gegen die Patienten untereinander, bis es zum Eklat kommt.
Im Verlauf des Film ergeben sich weitere verschiedenartige Steigerungen, die durch die Gewitztheit und den Freiheitsdrang des Hauptdarstellers Mac Murphy provoziert werden, bis er die zynische Stationsleiterin erwürgen will, da sie durch ihre Gefühlskälte und ihre Lust am psychischen Sadismus den Tod des naiven Billy verursachte.

Die Darstellungen des Films steigern sich zwar in Überspitzungen, aber sie demonstrieren die Wirklichkeit der in der Psychiatrie angewendeten Methoden und Prinzipien in der Weise, dass es so sein könnte, wie es der Film darstellt. Auch wenn es nie einen Helden wie Mac Murphy gegeben haben mag, so ist der Film mit all seinen Zuspitzungen doch sehr wohl realistisch und für denjenigen sehr sehenswert, der sich ein Bild über die subtilen Unterdrückungsmethoden der heutigen Psychiatrie machen möchte.
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