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Ist Verzeihen wirklich gesund?

Eintrag von AlphaOmega71 im Blog AlphaOmega71's blog. Ansichten: 384

"Vergeltung führt zu Gerechtigkeit; Verarbeiten von Schmerz zu innerem Frieden."

Kommt drauf an ...

Angenommen, jemand tut mir Unrecht und/oder fügt mir Leid zu, dann löst dieses Verhalten Gefühle in mir aus. I.d.R. sind das Schmerz, Wut, Trauer, Enttäuschung, Ärger, Groll, Hass, Frustration, vll. Hilflosigkeit, Machtlosigkeit ... nicht zwingend alle diese Gefühle - je nach erlebter Verletzung.

Wenn ich also „verzeihe“, bedeutet das, dass ich diese natürlichen Gefühle verdrängen/unterdrücken muss. Davon abgesehen kann man nicht aktiv verzeihen. Dazu unten mehr.

Unsere Natur hat diese Gefühle zu unserem Schutz „angelegt“; nämlich, damit wir uns dieses Unrecht eben nicht gefallen lassen!

Die gesamte Natur ist auf Ausgleich ausgerichtet, denn nur Ausgleich erzeugt Harmonie.
Damit ist nicht zwangsläufig gemeint, dass man aktiv vergelten sollte oder müsste. Wie der Ausgleich stattfinden kann, ist, entweder tatsächlich über Vergeltungsmaßnahmen oder Verarbeiten der ausgelösten Gefühle. Das entscheidet jeder für sich.

Verarbeiten bedeutet immer, emotional durchleiden. Und deswegen kann man auch nicht aktiv verzeihen. Denn aktiv verzeihen würde bedeuten, ich zwinge mir mit meinem Verstand auf, jetzt auf der Stelle zu vergeben. Dadurch sind die Gefühle aber nicht weg i.S.v. verarbeitet. Wenn ich also aktiv vergeben will, muss ich meine Gefühle unterdrücken/verdrängen und das erzeugt bekanntlich (Krankheits-)Symptome.
Wer sich selber einredet, dass er erlittenes Unrecht verziehen hat, um vor sich und/oder anderen gut dazustehen, wird von dieser Selbstlüge eingeholt. Die Wahrheit findet ihren Weg ans Licht - immer ... früher ... oder später.
Werden Gefühle vollständig verarbeitet, geschieht Verzeihen "von-selbst" und ich schade mir damit nicht.

Abgesehen von den, nach meinem Ermessen, unverzeihlichen Taten. Aus meiner Sicht gibt es Dinge, die man eventuell auch nicht verzeihen will, weil manches Verhalten keine Vergebung "verdient".
Das ist kein Rat oder keine Empfehlung an andere, sondern lediglich meine persönliche Einstellung.
z.B. Unterlassene Hilfeleistung in einer Notsituation (wenn die andere Person hätte helfen können, aber nicht wollte); Gleichgültigkeit für das Leiden eines anderen entgegen-bringen, fällt für mich unter Unmenschlichkeit; Fremdgehen mit dem Liebespartner eines Familienmitgliedes oder engen Freundes; wenn sich jemand nicht für sein verletzendes Verhalten "entschuldigen" kann/will ... (Niemand kann sein eigenes Verhalten "entschuldigen": "Ich will mich entschuldigen." Nur das "Opfer" kann ein ihr/ihm zugefügtes Unrecht/Leid vergeben i.S.v. entschuldigen.)

Oben aufgeführte Beispiele geschehen nicht „versehentlich“, sondern sind bewusste Entscheidungen und fallen für mich nicht unter „ich hab einen Fehler gemacht“.
Man mag die Gefühle, die durch dieses Leiden verursacht wurden, verarbeiten. Damit tut man sich selber einen Gefallen. Jedoch „vergessen und verzeihen“? ... nicht in allen Fällen.

Manche Taten lassen sich einfach nicht "wieder-gut-machen"; bereuen schadet dennoch nicht. Jeder "Täter" schuldet seinem "Opfer" den Tribut der ehrlichen Reue als "Mindestausgleich". Als "Gegenleistung" wird er dadurch von seiner Schuldresonanz befreit. (Das geschieht einfach; jedoch nur bei ehrlich empfundener Reue.)
Andernfalls ist man es sich selber schuldig, nicht zu verzeihen, weil man sich schlecht hat behandeln lassen. Dies ist ebenfalls der Versuch eines "Ausgleiches", es auf diese Weise an sich selber wieder "gut" zu machen.

Wer die „Größe“ besitzt, mag auch Unverzeihliches verzeihen ...
Leopold o7 gefällt das.
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