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Die persönliche und überpersönliche Philosophie

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 159

Philosophische Reihe Nr. 3


Inhalt


Kritik am Denk- und Schulsystem


Die persönliche Philosophie

Die überpersönliche Philosophie

Gründe für die persönliche Philosophie

Methoden der Angstverdrängung



Kritik am Denk- und Schulsystem

Obwohl die Philosophie zum existenziellen Bestreben des Menschen untrennbar gehört, ist aber davon gewohnlich sehr wenig zu bemerken. Dafür gibt es mehrere Gründe, die nun kurz angesprochen werden sollen.

Wir haben eine Kultur entwickelt, deren Denkweise das freie, kreative und geordnete Denken nicht fördert, sondern dem Einzelnen eher wie eine ihn festlegende Art wie beim Tier begegnet. Das Tier tut nichts anderes, als seiner Art nachzugehen und steht ihr wohlwollend gegenüber, doch steht eine Art einem freien Wesen, das der Mensch ist, autoritär unterjochend gegenüber. Was für das Tier gut ist, ist für den Menschen bewusstseinstötend.
Viele vermissen ganz zu Recht die Einbeziehung
und Förderung der eigenen schöpferischen Kräfte.

In der Schule ist dies Unterjochende im Wesentlichen gut zu beobachten. Allein der Notendruck treibt frühzeitig zur gegenseitigen Konkurrenz der Schüler an. Die einen können sich dem einigermaßen anpassen, die anderen bekommen Hemmungen. Leistung in einem quantitativen Sinne zählt: Wie viele Vokabeln sind auswendig gelernt worden, sind die mathematischen Formeln auswendig gelernt worden, ist die dreigegliederte Aufsatzform auswendig gelernt worden usw. Und schließlich geht es darum, wie gut der Schüler das auswendig Gelernte wiedergeben kann. - Wer in der Schule gute Noten hat, zeigt damit neben anderen Aspekten weniger Intelligenz, sondern wie gut sein Gehorsam ist. Die Schüler mit den schlechten Noten müssen nicht ungehorsam sein, aber es kann bei ihnen das Talent zum Auswendiglernen nicht genügend ausgeprägt sein. Die Auswendiglerner werden mit guten Noten belohnt, was bei ihnen leicht zu der Ansicht führt, Schule sei gut, während bei den Verbleibenden die Ansicht, die Schule sei gut, zu einem Konflikt wird, weil die Schule ihnen ein anderes Bild liefert.
Es ist nun nicht so, als ob es in der üblichen Schule keine Kreativität geben würde, aber sie wird durch eine autoritäre "Pädagogik" sehr kurz gehalten. So lernen die Kinder das Schreiben eher, als ob sie ein Automat wären, statt das Schreiben als einen kunstvollen kreativen Ausdruck kennen lernen zu können.
In der Schule lernen die Kinder frühzeitig, Kreativität vom Automatismus zu trennen, indem auf der einen Seite trockene Mathematik eingeübt wird und auf der anderen wird gemalt - aber selbst das Malen steht unter der kontrollierenden Benotung. Gehen Mathematik ist übrigens im Grunde auch nichts einzuwenden, aber sobald sie nicht mit dem Schopferischen im Menschen vereint ist, wird sie, wie alles andere auch, zu etwas Totem.
Es geht in der Schule nicht darum, das individuelle Wesen eines Menschen zu fördern, sondern es zu einer Unterordnung und zur Unfreiheit zu erziehen.
Dennoch gibt es Menschen, die mir durchaus den Eindruck machen, nicht ein bloßes Produkt der Schule und des herkömmlichen Denksystems zu sein. Das liegt eben daran, dass der Mensch ein freies Wesen ist, das trotz einer Unterjochung sich befreien und ein qualitativ produktives Leben führen kann.


Die persönliche Philosophie

Wie so viele Wörter, ist auch das Wort "Philosophie" mehrfachen Interpretationen unterlaufen, schauen wir uns diese einmal an:
Spricht jemand darüber, wie er das Leben aus seiner Sicht sieht und wie er sich darin einrichtet, ist das seine persönliche "Lebensphilosopie". Wenn über die Art und Weise gesprochen wird, wie ein bestimmter Mensch sich in seinem Leben einrichtet, wie er denkt und fühlt, wie er dies und das angeht und bewältigt, dann sagt man umgangssprachlich von sich selbst: Das ist "meine Philosophie", was übersetzt einfach nur meint die Art und Weise des eigenen Denkens, was über dieses und jenes gedacht wird und wie man sich im Leben einrichtet.


Die überpersönliche Philosophie

Dann gibt es die Philosophie, die das Persönliche in den Hintergrund stellt. Sie sieht das Leben und die Welt nicht aus der subjektiven, das heißt aus der einseitigen Sicht der Lust, Wünsche, Luftschlösser, Bedürfnisse, Eigenheiten, Ängste und Verdrängungen einer Person, sondern ihr übergeordnet aus einer Distanz vor sich selbst und den Dingen der Welt. Das bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern die Distanz erlaubt, sich ein freies Urteil von solchen eben genannten Bindungen bilden zu können.


Gründe für die persönliche Philosophie

Viele bevorzugen die persönliche Philosophie, weil in der Seele des betreffenden Menschen noch nicht ausreichend das Bedürfnis entstanden ist, sich von seinem Standort zu lösen und auf Wanderschaft zu gehen, wo er die vielen Fassetten der Welt kennen lernen würde.
Ein anderer Aspekt ist die unbewusste oder uneingestandene Lebensangst, alleine und verlassen wie in einer kahlen Ödnis zu sein, die durch ein Klammern an andere und deren Ansichten gelindert werden soll.
Eine Version davon ist die Idee, seine eigene Vorstellung oder die der Gruppe, der Welt überzustülpen, denn vor den eigenen Konstrukten und denen, die gemeinsam gebildet werden, die nach den persönlichen Wünschen und Vostellungen entstehen, braucht es ja keine Befürchtugen zu haben. Die Wirklichkeit und die mit ihr zusammenhängende Wahrheit wird daher so weit unterdrückt und die eigene Vorstellung vorgezogen und künstlich zur Wirklichkeit und Wahrheit erklärt, bis die Angst vor dem. was unbekannt ist, erträglich ist.


Methoden der Angstverdrängung

Es werden gerne Bündnisse mit anderen geschmiedet, welche schnell den Beigeschmack haben, sich bei Bedarf gegen andere zu richten, die dem Bündnis nicht angehören. Es entsteht leicht ein Konkurrenz- oder gar ein Kriegsszenario.
Eine andere Methode findet sich in der Populäresoterik, die in der Bevölkerung als eine Gegenposition zur oben genannten Konkurrenzmethode einen breiten Einzug erhalten hat. Man kämpft nicht mehr gegen den anderen, sondern toleriert ihn und seine persönliche Ansicht und bindet ihn friedlich in ein Gemeinschaftsbündnis ein. Verbal wird das manchmal mit der Ausdrucksweise "für dich" praktiziert: Wie ist dies und das "für dich"? - Darauf wird eine Antwort gegeben, von der die Gruppe unterschwellig voraussetzt, über das Objekt unzureichend reflektiert zu haben und nicht eine Neigung zur Optimierung der Ansicht erkennen lässt. Eine Antwort wird mit einem "für mich ist" gegeben, etwa so: Für mich ist Gott dies und das! - Übersetzt kann das etwa heißen: Für mich ist Gott mein Kuschelteddy! - Die vorherrschende Mentalität in der Gruppe heißt verbalisiert: Du bist gut und richtig, so wie du eben bist, darum bewerten wir dich nicht; und wie du bist, akzeptieren wir dich. - Diese Praxis vermeidet vordergründig zwar das Bekriegen, aber es unterlässt die notwendige denkerische Auseinandersetzung zur Erkenntnis, stattdessen wird vorgezogen, was einem gerade so "aus dem Bauch" heraus eingefallen ist, was selbst die größte Verrücktheit bedeuten kann. Allein entscheidend aber ist nicht der Inhalt dessen, was einem eingefallen ist, sondern die Erfüllung des Dogmas zu einem inhaltlich harmlosen, nicht in die Auseinandersetzung gehenden und flachen "für dich".
Man gibt sich der Ansicht hin, die Wirklichkeit und Wahrheit für einen allein nicht erfassen zu können und bildet mit Trägern einer anderen Ansicht eine Gemeinschaft, die nach außen hin einen unterschiedslosen, Menschen sogartig einziehen wollenden Cluster in der Hoffnung bildet, die empfundene Unerträglichkeit des Seins eines Einzelnen, Wirklichkeit und Wahrheit niemals finden, erfassen und ertragen zu können, aufhebt. Es geht also gar nicht darum, Wirklichkeit und Wahrheit als ein unabhängiges Individuum erfassen zu wollen, sondern lediglich der Unerträglichkeit zu entgehen, um im Cluster von den gesammelten Ansichten anderer getragen zu werden, wobei die eigene "mitschwingt".
Damit steht also die Anhäufung des Clusters im Vordergrund, worin die einzelne Meinung den Anschein der Individualität vortäuscht, während sie tatsächlich "liebevoll" unterdrückt wird. So lässt sich auf den Punkt bringen: Nicht ich entwickle mich, sondern der Cluster häuft sich an. - Statt an der qualitativen Entwicklung der eigenen Individualität zu arbeiten, soll der Cluster quantitativ dick und fett werden.

Weiter geht es darüber, was Philosophie ist, im nächsten Blog mit dem Thema "Liebe zur Weisheit".
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