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Der Unterschied von Mensch und Tier

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 270

Hier sind die Inalte des von mir erstellten Threads "Mensch und Tier" unter der Rubrik "Wissenschaft und Spiritualiät"

Inhalt
Einfluss der Medien
- Umgang mit superlativistischen Intelligenzbegriffen
- Superlativ versus Moral

Vergleich Kinder und Art
Das Verhältnis der Jugend zu Natur und Kultur

- Die Kleinkindstufe
Vernunft, Verantwortung, Medien und Experimente
- Experimente
- Lohn versus Köder
- Geistige Ausbildung statt körperlich bezogener Gier
- Versuchskaninchen, Köder vs. Würde
- Faulheit
Was ist Kultur?

Die Bedeutung der Zeitlichkeit


Einfluss der Medien
Ein großer Einfluss auf unsere Auffassung über das Verhältnis Mensch und Tier geschieht durch die Medien. Man orientiert sich über sie an den Aussagen und Behauptungen der materialistischen Wissenschaften, wie intelligent das Tier sei. Und nicht nur das, es wird sogar superlativstisch über die Intelligenz der Tiere gesprochen. So heißt es nicht nur unentwegt, sie seien klug und clever, sondern sie seien sehr intelligent oder gar Genies. Hat man selbst die höchst mögliche Steigerung benutzt, bleibt nach oben hin kein Raum mehr frei, woraus folgt, dass dem Menschen kein Platz mehr bleibt, um intelligenter sein zu können.

Umgang mit superlativistischen Intelligenzbegriffen
Als Schüler lernt man, mit Superlativen vorsichtig sein zu sollen, weil eine weitere Steigerung nicht mehr möglich sei, da ja ggf. damit gerechnet werden müsse, dass noch eine Steigerung erforderlich sein könne.
Die höchste Steigerungsform, bedarf der entsprechenden Vorsicht. Allein diese vernünftige Vorsicht wird von den Medien und den materialistischen Wissenschaftlern bezüglich der Tiere und ihrer gewissen Intelligenz nicht vorgenommen.
Es werden verschiedene Ausdrucksweisen für die angebliche hohe Intelligenz der Tiere verwendet, die oft mit der Steigerungsform „sehr“ verknüpft werden, etwa wie „sehr klug“, „sehr clever“ oder „sehr intelligent“. Eine andere Ausdrucksweise verwendet die höchste Steigerung durch Begriffe etwa wie „Genie“, „Intelligenzbestien“ oder „Superhirn“.
Nicht nur Rabenvögeln (und anderen Tierarten) wird von den Medien nachgesagt, sie seien Genies, sondern - man könnte es bei der medialen Flut von „tierischen Genies“ schon fast vergessen - auch Menschen. Allen voran wird Albert Einstein als „Genie“ bezeichnet. Doch wie steht es im Vergleich zu den Intelligenzleistungen der Rabenvögel und Einstein? Die Medien berichten, dass Rabenvögel Nüsschen auf einer befahrenen Straße ablegen, damit sie durch die sie überfahrenden Autos aufplatzen würden. Ich selbst habe beobachtet, wie Rabenvögel Nüsschen aus luftiger Höhe auf eine unbefahrene Straße abwarfen, damit sie durch den Aufprall aufbrechen, weshalb meine Beobachtung den Berichten der Medien ähnelt.

Superlativ versus Moral
Durch die Verwendung des Begriffs des Genialen und anderer Ausdrucksformen des Höchsten werden Mensch und Tier suggestiv einander gleichgesetzt, obwohl die Relativitätstheorie sehr viel mehr an Intelligenz aufzuweisen hat als der Umgang der Rabenvögel mit Nüsschen.
Es braucht aber nicht erst Einstein zum Vergleich bemüht zu werden, denn schon ein durchschnittlich begabter Mensch übertrifft jeden Rabenvogel.
Müsste im Rahmen des modernen Gleichberechtigungsgedankens vom Genie über den durchschnittlich Begabten nicht auch zum geistig Minderbegabten oder gar zum geistig Schwerstbehinderten zum Vergleich geschritten werden? Es kann zwar sein, dass der Mensch schlechter abschneidet, aber ein Vergleichen stößt auf einen moralischen Widerstand, der selbst vom Gleichberechtigungsgedanken in der Regel nicht durchbrochen werden kann. Empörung steigt flammend als eine Ausdrucksform des Moralischen auf, zu dem ein Tier ganz gewiss keinen Zugang hat.

Vergleich Kinder und Art
Es werden gerne kleinere Kinder statt Schwerstbehinderte zum Vergleich herangezogen, wodurch gewöhnlich keine Empörung hergerufen wird. Gesunde Kinder haben ihnen gegenüber in ihrem Denkvermögen eine Zukunftsaussicht, im Vergleich mit Tieren wird der Kinder Zukunftsaussicht unbewusst auf die Tiere übertragen, wobei die Zukunft der Kinder als heranwachsende Individuen mit der betreffenden Art als ein Ganzes verglichen wird und Experimente mit Einzeltieren eine Gleichheit als Individuum suggerieren. Ein solches Experiment ist z. B. jenes, bei dem eine Nuss auf dem Boden eines Röhrchens liegt. Ein Schimpanse füllt mit seinem Maul Wasser ein, so dass die Nuss nun herausgreifbar an der Oberfläche schwimmt.
Ob Kinder ebenso eine Intelligenzleistung wie der Affe hervorbringen können, wird von den Medien als die entscheidende Frage filmtechnisch in den Vordergrund gestellt. Auch wenn manche Intelligenzleistungen einiger Tierarten uns überraschen mögen, ist viel entscheidender das Unausgesprochene und Hintergründige. Die nie offen geäußerte heimliche Aussage will sagen, die Art als solche entwickele sich im Laufe der (angeblichen) Evolution über große Zeiträume so, wie sich einzelne Kinder in ihrer Lebensspanne entwickeln würden. Die Art sei damit jetzt schon oder teilweise auf dem Stand des Kindes oder gar darüber hinaus.
Die Diskussion, wer nun der Intelligentere sei, lenkt von den entscheidenden Aspekten ab. Es werden, anlehnend an den Volksmund, Äpfel mit Birnen gleichgesetzt, wodurch der Art suggestiv eine Entwicklungsmöglichkeit und einem einzelnen Tier die Entwicklungsmöglichkeit eines Individuums im Rahmen des materialistischen und des Gleichberechtigungsgedankens unterstellt wird, das in den Zuschauern die moralische Empfindung entstehen lassen soll, dem Tier gleiche Chancen zuzubilligen - wie es z. B. zwischen Behinderten und Nichtbehinderten angestrebt wird -, ohne die Realität objektiv betrachtet, untersucht, erfasst und dargestellt zu haben.

Das Verhältnis der Jugend zu Natur und Kultur
Es ist insbesondere die Jugend, die sich mit besonderer Hingabe für den Schutz der Natur und ihre Symbiose einsetzt, deren Unberührtheit sie durch die menschliche Kultur als bedroht sieht. So taucht im jungen Menschen ein Konflikt zwischen Natur und Kultur auf, der einen Spiegel seiner selbst als eine Wesenhaftigkeit zwischen Kindheit und Erwachsensein darstellt.
Kindheit und Natur scheinen daher einander so verwandt zu sein wie Erwachsensein und Kultur. Und die Unberührtheit der Natur wirkt so unschuldig wie das Kind, dessen Unschuld wiederum wie der Natur Unberührtheit wirkt, über die wie ein geheimnisvoller Schleier ein Tabu gelegt ist, dessen Zartheit nach Schutz und sorgsamer Pflege bedarf, die Geborgenheit zu bewahren.
Doch dann passiert eines Tages das Unmögliche, das Tabu wird mit Gewalt durchbrochen. Die Pubertät bricht herein und das Gefühl der Geborgenheit, welches die Welt zuvor noch in Lebenseinigung gehalten hatte, ist zerrissen. Das Kind ist zum Jugendlichen und die Welt ist für ihn unerreichbar geworden. Um sich vor ihrer Fremdheit zu schützen, wird er manchmal depressiv oder gar kontaktfreudig, aber oft wird er sperrig, flapsig, begehrt auf und opponiert um der Opposition willen. In seiner Orientierungslosigkeit sucht er den Halt in harten Urteilen, ohne sich eine Urteilsfähigkeit erarbeitet zu haben, welche dem Fatalismus und der Undifferenziertheit obliegt.
Die Jugend setzt sich mit Vorliebe gegen Unterdrücker ein, solidarisiert sich mit den Unterdrückten und will sie befreien. So sieht sie die Natur als ein wehrloses Opfer, wenn zum Beispiel für den Bau einer Industrieanlage gerodet werden soll oder zur möglichst kostengünstigen Produktion von Eiern die Hühner in viel zu engen Käfigen eingesperrt werden. – Und doch liegt ihre Motivation in ihrem eigenen Eingepferchtsein, aus dem sie Befreiung so sehnlichst wünscht.
Der Jugend Sehnsucht ist ein Ideal, das ein Geistiges ist, zu dem ein Naturwesen, zu dem ein Tier keinen Zugang hat. Die „Pubertät“ des höheren Tieres stellt eine körperliche Bezogenheit dar, die Pubertät des jungen Menschen führt ihn darüber hinaus in eine Entwicklungsphase, die ihn aus dem Gefühl des pflanzlich wirkenden Einsseins des Kindes entlässt, ihn an das Tor zu Geist und Kultur begleitet und es öffnet. Der Blick in die unbekannte Welt mag ihn erschaudern, er fragt sich, ob er nicht zurückkönne und malt sich die Wiedergewinnung des Verlorenen melancholisch aus. Aus der gewonnenen Distanz zur Natur erwacht ein sehnsüchtiges Fantasieleben, der Jugendliche erlebt die Natur. Das Kind hat eine Fantasie, die es in der Natur leben lässt, ohne ein Bewusstsein darüber im Sinne der Erinnerung Hölderlins zu haben:

„Als ich noch um deinen Schleier spielte,
Noch an dir wie eine Blüte hing …“

Das Kind ist aber weder eine Pflanze noch ein Tier, denn das Menschenkind trägt in sich den Keim zum Verlassen des Schleiers seines Naturlebens.
Meine kurze Beschreibung der Psychologie von Kindheit und Jugend in deren Verhältnis zur Natur ist nicht nur notwendig, sich ein Bewusstsein über Entwicklungsschritte des menschlichen Lebens zu verschaffen, sondern auch um die im Verhältnis zu den Naturwesen ganz anders gelagerte Beziehung des Menschenwesens sich begreiflich zu machen, die aus der Natur heraus in die Kultur mündet.
Die psychologische Einführung stellt weiterhin eine erkenntnistheoretische Grundlage dar, die die Möglichkeit bietet, die suggestiven Methoden der Medien besser durchblicken zu können. Doch theoretische Grundlagen reichen dafür nicht aus. Es ist Mut erforderlich, Behauptungen die Stirn bieten zu können, ganz gleich, von welcher Person oder Institution (Wissenschaft, „Kirche“, Schule und Medien) sie auch kommen mögen.
Es ist die Aufgabe der Medien, Informationen u. a. aus der Wissenschaft an die Bevölkerung heranzutragen. Wie suggestiv die Medien speziell in ihrer Aufgabe in Sachen Mensch und Tier vorgehen, soll nun der nächste Schritt sein, der die Erkenntnisse der psychologischen Einführung mit einbezieht.

Die Kleinkindstufe
Schon die tägliche, seit Jahren bestehende Berieselung der Bevölkerung durch die Medien mit verschiedenen maßlos übertriebenen superlativistischen Intelligenzbegriffen für Tiere, wird in aller Regel selbst von sonst gestandenen Erwachsenen ohne jegliche kritische Reflexion übernommen, was psychologisch der Kleinkindstufe entspricht.
Das Kleinkind gibt sich ganz dem erklärenden und autoritären Wort seiner Eltern hin und fühlt sich damit rundum in zufriedener Geborgenheit. (Ausnahmen sollen hier nicht angesprochen werden) Während seine Eltern aktiv gebend sind, ist das Kind ein passiver Empfänger. Das Verhältnis zwischen Aktiv und Passiv ändert sich beim älter werdenden Kind und ganz besonders beim Durchbruch der Pubertät. Der Nachwuchs beginnt, sein eigenes Wort so zu entwickeln, dass es nun selber erklärend und autoritär werden soll. Es kommt zu Wortgefechten mit den Eltern und der Umwelt. Zwei Fronten stehen sich einander gegenüber, der Kampf lässt keine Einigungsmöglichkeit entstehen.

Vernunft, Verantwortung, Medien und Experimente
Das Mittel, zwei gegensätzliche Fronten zu einer Einigung durch den Dialog zu erzielen, ist die Vernunft. Sie ist ein geistiger Entwicklungsprozess im einzelnen Menschen sowie in der Menschheitsentwicklung, welche im Tierreich zweifellos nicht bzw. nur scheinbar vorkommt. Sie setzt voraus, dass beide Parteien den Prozess des Dialogs aktiv gestalten.Sie setzt voraus, das beide (oder ggf. mehrere) Parteien den Prozess des Dialogs gleichberechtigt aktiv gestalten. Das Verhältnis der Medien zu den Medienkonsumenten ist aber das wie Aktiv zu Passiv. Die Medien ergreifen aktiv das Wort, während der Konsument passiv empfängt. Er wird in eine Lage gezwungen, die dem des Kleinkindes entspricht. Nur ist die erwachsene Person kein Kleinkind, dessen Passivität gegenüber dem Wort seiner Eltern zu seiner natürlichen Entwicklung gehört, um später als Erwachsener aktiv mitgestalten zu können, was ihm in Beziehung zu den Medien aber nicht möglich ist.
Durch die Einseitigkeit entsteht eine Machtposition, die in Gefahr des Missbrauchs durch Manipulation zu laufen droht. Wie Eltern ihren Kindern schon frühzeitig ihre fraglichen Ideale indoktrinieren können, die von Kind als späterer Erwachsener kaum zu erkennen und schwer zu korrigieren sind, so können es die Medien mit den Konsumenten. Damit das nicht geschieht, ist seitens der Medien ein besonderes Maß an Verantwortung notwendig.

Experimente
Inwiefern Verantwortung gewährleistet ist oder ob nicht, soll am Beispiel einer Folge der Sendereihe X:enius untersucht werden. In der Sendung X:enius vom 07.01.2015, die vom Sender ARTE ausgestrahlt wurde, wird das Experiment String-Pulling-Test von der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle der Universität Wien vorgestellt, welcher von einem Rabenvogel in zwei Versionen angegangen wird; dazu steht er in einem großen Käfig auf einem Ast, an dem ein herunterhängender Faden befestigt ist, an dessen Ende Futter knapp über dem Boden schwebt. Der Vogel zieht beim ersten Versuch, an das Futter zu kommen, den Faden schrittweise hoch. Im zweiten Versuch fliegt er zum Boden, statt den Faden hochzuziehen.
Der Biologe Matthias-Claudio Loretto wird dazu von einem der beiden Moderatoren sinngemäß gefragt, wie Rabenvögel dazu bewegt werden könnten, an einem Experiment teilzunehmen, denn man könne einem Menschen dafür zwar Geld geben, aber ein Rabenvogel könne damit ja nichts anfangen. – Die Antwort des Biologen lautet: Futter!
Durch den scheinbar harmlosen Vergleich von Futter mit Geld werden auch in diesem Beispiel Mensch und Tier insgeheim einander gleichgesetzt. In der kurzen Frage des Moderators verbirgt sich zudem noch eine weitere Verwischung der Unterschiede, die durch den Begriff „Teilnahme“ eine Gleichheit suggerieren soll.
Der Vergleich von Futter mit Geld und die Bedeutung einer Teilnahme sollen nun näher untersucht werden.

Teilnahme
Der Vogel macht in der gesamten Darstellung überhaupt nicht den Eindruck, ein Bewusstsein über die Teilnahme an einem Experiment zu haben, wobei natürlich berücksichtigt sein muss, dass nur kurze Ausschnitte gezeigt werden, die die Einseitigkeit des Gesagten untermalen sollen. Aber meine Gesamtbeobachtung aller von mir beobachteten Rabenvögel, weist nicht darauf hin, dass sie ein solches Bewusstsein haben könnten. Auch der Experimentator scheint nicht davon auszugehen, stattdessen geht er von der Annahme aus, der Vogel könne irgendwie an das Futter heran, um die Sättigung seines körperlich bezogenen Bedürfnisses zu bewerkstelligen, wozu der Experimentator annimmt, der Vogel sei zu manchen Intelligenzleistungen in der Lage, welche festzustellen das Bestreben des Biologen gemäß der TV-Darstellung ist.

Lohn versus Köder
Menschen können an Experimenten wegen des Geldes teilnehmen, um sich materiell besser absichern zu können. Im Gegensatz zum Vogel ist des Menschen Teilnahme eine bewusste, wofür er einen Lohn erhält. Ohne Kenntnis, wovon ich ausgehe, an einem Experiment teilzunehmen, stellt das Futter keinen Lohn dar und erfüllt nicht einmal den Status einer Belohnung, dafür aber den eines lockenden Köders.

Geistige Ausbildung versus körperlich bezogener Gier
Auch bei Experimenten mit Schimpansen, wie es beim Röhrchentest ist, stellt das Futter nur einen Köder dar. Wird der Test zum Vergleich mit kleineren Kindern gemacht, ist ihnen sicherlich nicht bewusst, an einem Experiment teilzunehmen, aber ihre Teilnahme stellt ihnen eine geistige Herausforderung zur Ausbildung ihres denkerischen Geistes dar, welches über die körperliche Bezogenheit, wie es beim Tier ist, hinausgeht.
Ein solcher Vergleich zwischen Kindern und Schimpanse suggeriert dem Medienkonsumenten, die Kinder hätten dieselbe körperlich bezogene Motivation wie der Affe, an den Leckerbissen heranzureichen, der beim Tier eine Nuss und beim Kind eine Süßigkeit ist. Tatsächlich wird mit solchen Vergleichen der Medienkonsument geködert, sich ein falsches und dekadentes Urteil bilden zu sollen. Wie die Kinder an der Bildung ihres Geistes freudig teilnehmen, so wird der Geist des Erwachsenen auf die unbewusste und körperlich bezogene Ebene des Tieres zurückgedrängt, obwohl er zur Fortentwicklung und zur Produktivität drängt.

Versuchskaninchen, Köder vs. Würde
Der Vogel und der bewusst teilnehmende Mensch sind in der kühlen Sprache der materialistischen Wissenschaften zwar jeweils ein „Versuchsobjekt“, doch ist der Vogel umgangssprachlich vielmehr ein „Versuchskaninchen“. Das der Vogel einem Experiment unterzogen wird, von dem er nichts weiß, führt offensichtlich selbst bei idealistischen Tierschützern nicht zu einer Empörung. Sie entsteht erst dann, wenn ein Mensch ohne Kenntnis und Zustimmung heimlich unter die Bedingungen eines Experiments gestellt und beobachtet wird. Es entsteht die Empfindung des Ausgenutzt-Werdens, die selbst dann entsteht, wenn die beabsichtigte Heimlichkeit eines Experiments bereits erahnt wird.
Es darf davon ausgegangen werden, dass ein Rabenvogel keinerlei Bewusstsein über das hat, was ein Mensch unter einem Experiment versteht, weshalb ihm keine Kenntnis vermittelt werden und er keine Zustimmung erteilen kann.
Die Bewusstheit über die Bedeutung eines Experiments verlangt ihre Kenntnis und ihrer Zustimmung, andernfalls gegen die Würde, die Bewusstheit aus sich selbst heraus entstehen lässt, verstoßen würde. Wenn ein Kleinkind heimlich unter die Bedingungen eines Experiments gestellt würde, hätte das zwar nicht dieselbe Bedeutung wie bei einem bewussten Erwachsenen, aber auch nicht die, wie bei einem Rabenvogel. Dem Kleinkind fehlt zwar das Bewusstsein, aber in ihm liegt der sich entwickelnde Keim des Bewusstseins, der dem Vogel, dem Schimpansen - trotz seiner angeblichen Verwandtschaft mit dem Menschen - beim Röhrchentest und der sicherlich auch anderen Tieren fehlt. Das noch fehlende Bewusstsein des Kindes, das mit dem Begriff „Unmündigkeit“ ausgedrückt wird, verlangt aber die vertretungsweise Zustimmung seiner Eltern als Vormund. Die Würde des Keimes im noch unbewussten Kinde wird durch seine Eltern geschützt, was bei der Unbewusstheit eines Tiers, dem kein Entwicklungskeim unterliegt, keine Notwendigkeit aufweist.
Im Namen der Wissenschaft werden auch heimliche Experimente mit Menschen gemacht, weil nur so bestimmte Erkenntnisse gewonnen werden können.
Bekannt ist das so genannte Milgram-Experiment, das in den 1961 in New Haven (USA) durchgeführt wurde. Die unwissend an einem Experiment teilnehmenden Personen sollten einem (erwachsenen) Schüler, der in einem Nebenraum für sie unsichtbar saß, sie sollten ihm immer stärkere Elektroschläge bei falschen Antworten geben und konnten dessen Schreie und Flehen hören.
Bei solchen Experimenten ist es selbstverständlich, die Personen am Ende aufzuklären, lediglich an einem Experiment teilgenommen zu haben, und in diesem Falle darüber aufzuklären, dass die Elektroschläge nicht echt und der Schüler ein Schauspieler war.
Bei den Teilnehmenden hätte eine Empörung bereits während des Experiments oder nach der Aufklärung entstehen können. Besonders im letzteren Falle dürfte aber die Erleichterung im Vordergrund gestanden haben, als erfahren wurde, dass alles nur vorgetäuscht war und sie von dem Konflikt zwischen Moral und Wissenschaftshörigkeit endlich erlöst wurden.
Würden höhere Tiere, wie etwa Schimpansen, in eine ähnliche Situation versetzt, würden sie vielleicht einen ähnlichen Konflikt in sich erleben, auf den Menschen zu Gunsten einer Belohnung hören zu sollen und auf der anderen Seite einem Artgenossen einen elektrischen Schlag dafür versetzen zu müssen. Wie ein solches Experiment auch ausgehen würde, das Tier gerät in den Konflikt durch eine körperlich bezogene Belohnung und nicht durch einen Lohn, wie es beim Menschen ist. Niemand würde auf den Gedanken kommen, das Tier am Ende aufklären zu müssen, alles sei für eine wissenschaftliche Erhebung nur vorgetäuscht gewesen. - Die Würde des menschlichen Bewusstseins des geistigen Erkennens verlangt die Aufdeckung einer Maskerade!

Faulheit
Das Verhalten des Vogels der zweiten Version des String-Pulling-Tests (wo der Rabenvogel den Faden nicht mehr hochzieht, sondern herunterfliegt) interpretiert die „Moderatorin“ mit einem vorgetäuscht ernsten Gesicht als „Faulheit“. Dabei tut sie so, als ob der Vogel ein Mensch wäre, den es wegen Faulheit (ggf. durch ein ernstes Gesicht, wie es Eltern häufig bei ihren Kindern tun) zu moralisieren sei. Der Biologe nimmt den Begriff zwar auf, erweitert ihn aber mit „Flexibilität“, begegnet dem „Ernst“ mit einem leichten ironischen Lächeln und korrigiert rücksichtsvoll: Man kann es Faulheit, aber auch Flexibilität nennen.
Unabhängig der Kritik, dass ein Vogel zu einem angemessenen abschließenden Urteil für die Zuschauer hätte mehrfach beobachtet werden müssen, was der Biologe für sich sicherlich gemacht haben wird, verwendet ein ironisches Lächeln – bzw. die Ironie selbst – Begriffe nur im Übertragenen. Die Moderatorin wendet eine irreführende kaspernde Mimik an, wodurch dem Tier ein menschliches Verhalten zugesprochen werden soll, wobei der heranreifende oder erwachsene Zuschauer suggestiv auf die Kleinkindstufe zurückgebracht werden soll.
Faulheit ist ein Vorwurf, der einem Tier nicht gemacht wird und auch nicht gemacht werden kann, denn es verhält sich lediglich gemäß der Natur seiner Art. Der rechte Adressat der Kritik wäre daher die Art. Der Vorwurf der Faulheit ist ein moralisierender Begriff der Empörung und wird nur gegenüber einem Menschen gemacht, weil nur ein Mensch dafür eine Empfänglichkeit hat und von ihm aus Sicht des Vorwerfenden mehr oder Besseres erwartet worden ist. Von einem Tier wird die Überwindung einer „Faulheit“ nicht erwartet, andernfalls müssten insbesondere einem Faultier (vom Menschen) Vorwürfe gemacht werden, die aber völlig verhallen würden, da ein Faultier eben nur so sein kann, wie seine Art es bestimmt.

Was ist Kultur?
Die Medien propagieren, dass manche Tiere, wie etwa der Schimpanse, zur Kultur befähigt seien, was mit einer Lernfähigkeit begründet wird, deren Umstände allerdings nicht genügend erklärt werden. Nur durch ständiges bewusste Beobachten schälen sie sich heraus: Lernen heißt innerhalb der Mediendarstellungen, dass es über ein vererbtes Verhalten, wie es z.B. der Nestbau ist, hinausgehe. So lernt ein Rabenvogel beim String-Pulling-Test, den Faden hochzuziehen, um so ans Futter zu gelangen. Dies sei deshalb nicht vererbt, weil es Fäden, an deren Ende Futter hängt, in der Natur nicht gibt. Es werden daher Vererbung und Natur gleichgesetzt, hingegen hebe sich die Lernfähigkeit von der Natur/Vererbung ab.
Die Medien berichten aber nicht, was die Tiere mit ihrer Lernbefähigung aus sich selbst heraus machen bzw. gemacht haben. Sie werden darüber wohl nichts berichten können, weil die Lernfähigkeit brachliegt. So haben sie keine Verstädterung, Urbarmachung und Technisierung vorgenommen und haben auch keine Kunst aus sich selbst hervorgebracht. Manchmal lässt sich beobachten, wie ein ganzer Baum voller Nester ist oder der Boden voller Maulwurfsgänge, aber dem unterliegt kein Zivilisationsprozess einer Verstädterung und Urbanisierung, sondern der Natur. Nester und Maulwurfsgänge entsprechen zwar einem Technischen und Künstlerischen, doch handelt es sich nicht um aus sich selbst hervorgebrachter Technik und Kunst, sondern ebenfalls nur um die Vorgabe der Natur der betreffenden Art.
Es ist also festzuhalten, dass Tiere mit ihrer gewissen Lernfähigkeit selbstständig nichts Neues gestalten können. Sie bringen ihre sonst brachliegende und eng begrenzte Lernbefähigung nur dann ins Spiel, wenn sie dem Menschen in Form von Experimenten oder dessen Kulturobjekten begegnen.
Kultur beruht entgegen der Masse der Mediendarstellungen in der Erschaffung von etwas, das es in der Natur nicht gibt. Zwar erschafft der Schimpanse simple Stäbchen, wobei die Medien im Rahmen der Angleichung des Tiers an den Menschen immer fleißig behaupten, früher sei behauptet worden, nur der Mensch könne sich ein Werkzeug herstellen, was ihn einzigartig mache. Freilich wird das eifrig ohne jegliche Belegung und somit ohne Verantwortungsgefühl getan. Bei objektiver Betrachtung kommt es darauf aber auch nicht an, denn Kultur geht über die Erschaffung eines simplen Gegenstandes, der zur bloßen Befriedigung des Hungergefühls erschaffen wird, hinaus, etwa wie die Erschaffung der Straße erst durch das geistige Ideal des Handels mit vielfältigen Handelsgütern zur Bereicherung des menschlichen Geisteslebens ermöglicht wird. Dazu gehört auch das geistige Erfassen der Bedeutung der von anderen bereits erschaffenen Straße. Hingegen werden Wildpfade oder Ameisenstraßen von den Tieren nicht eigens angelegt, sondern sie entstehen von selbst durch die notwendige Bewahrung des Artbezogenen und sie dienen nicht einem Geistesleben.
In einer TV-Sendung wird dargestellt, dass Ausgrabungen an einer Stelle im Dschungel gezeigt hätten, dass die Schimpansen schon vor 1000 Jahren wie ihre Zeitgenossen mit Steinen Nüsse geknackt hätten. Stolz wird erwähnt, die Ausgrabung beweise, dass Schimpansen (wie Menschen) Geschichte hätten. Doch beweist die Ausgrabung keine Geschichte, denn Geschichte verlangt Entwicklung. Die Ausgrabung beweist das Fehlen der Entwicklung von Schimpansen und somit das Fehlen von Geschichte. Im Vergleich zu archäologischen Funden menschlicher Artefakte etwa desselben Alters, zeigen sie im Gegensatz zu dem Fund über die Schimpansen eine Entwicklung quer durch unterschiedliche Kulturen bis heute.
Die Gleichsetzung von Geld und Futter in der genannten Folge der Sendung X:enius unterschlägt die Bedeutung des Geldes als ein Kulturobjekt des Handels und des Tausches. Futter oder das Fleisch eines erjagten Beutetiers wird unter Tieren nicht getauscht oder über Handelsrouten transportiert. Die Verteilung wird durch die artgebundene Hierarchiebildung geregelt. Von manchen Raubkatzen heißt es, sie sollen ihre Beute vor anderen verstecken, damit sie an späteren Tagen ihren neuen Hunger sättigen können. Wölfe sollen so nicht vorgehen, sondern würden ihre Beute (soweit möglich) gleich komplett verschlingen und ihre Mägen sollen dann prall gefüllt sein.
Regelmäßig wurde über Jahre in einem Zoo bei der Fütterung der Paviane Obst von einem der Tierpfleger den Tieren aus einer sicheren Entfernung zugeworfen. Das Geschrei und das Spektakel, um an Futter zu gelangen, das die Gier der Tiere deutlich zum Vorschein brachte, zog scharenweise die Zoobesucher an. Menschen würden sich nur dann ähnlich wie die Paviane verhalten, wären sie ausgehungert. Was bei Pavianen ein normales artgebundenes Verhalten ist, und ihnen ihre Gier deshalb auch nicht vorgeworfen werden kann, wäre beim Menschen eine entsetzliche Notlage. Hingegen ist beim Menschen eine gepflegte Essenskultur normal.
Mit seinen Handelsrouten zu Lande, zu Wasser und zu Luft kann der Mensch zwar auch Bananen transportieren und sie wie ein Schimpanse pur vertilgen, aber der Mensch empfindet dabei den Genuss purer Natur, welcher nur durch den Kontrast zu seiner Essenskultur entstehen kann, durch die er als ein etwas Neues erschaffender Kompositeur neue Rezepte zum abwechslungsreichen kulinarischen Genuss erfindet.
Der Schimpanse vertilgt die Banane immer pur und kann einen puren Naturgenuss nicht empfinden, weil ihm der dazu notwendige Kontrast zur Essenskultur fehlt. Selbst wenn ihm ein originelles Rezept als mehrgängiges Menü gegeben würde und er es auch in der vorgegebenen Reihenfolge vertilgen würde, was übrigens gar nicht anzunehmen ist - er wäre ja gewiss schon zufrieden, würde man ihm das Futter zuwerfen -, so wäre er dennoch kein Wesen, das Neues erschaffen könnte, und es wäre nicht davon auszugehen, dass er zum Erlebnis des Kontrasts befähigt wäre, da er eben nicht anders kann, als ein artgebundenes Naturwesen zu sein.

Die Bedeutung der Zeitlichkeit
Ein Ereignis hat noch keine Bedeutung, steht der Erlebende mitten in ihm. Erst die zeitlich spätere Erinnerung an das Ereignis lässt rückblickend eine Bedeutung entstehen, welche als Erfahrung den geistigen Erkenntnisschatz erweitert und den Verlauf des Lebens produktiv bereichernd verändert. So entwickelt sich der erlebende Mensch und weist rückblickend Geschichte auf, die hier bei einem Individuum besser als „Biografie“ bezeichnet werden muss. Erinnerung, Biografie und Individuum bilden daher mit Bedeutung und Zeitlichkeit eine Einheit. Was für einen einzelnen Menschen gilt, gilt auch für die Menschheit, da auch sie in der Zeitlichkeit steht, weil sie Geschichte hat, die Kulturgeschichte ist. Die Beobachtung einzelner Tiere zeigt, dass sie sich nur artgebunden entwickeln und verhalten können und weisen keine Biografie auf, welche also nicht eine bloße Zusammenstellung äußerer Ereignisse meint. Die Beobachtung einzelner Tiere zeigt, dass sie sich nur artgebunden entwickeln und verhalten können und weisen keine Biografie auf, welche also nicht eine bloße Zusammenstellung äußerer Ereignisse meint.
Ohne sich ein rechtes Verständnis über den hohen Begriff der Individualität erarbeitet zu haben, wird der Begriff trivialisiert. Sehr oft wird gemeint, Individualität beruhe auf Unterschiede in der Körperlichkeit, etwa in der Form der Hände oder des Körpers überhaupt oder gar in den Neigungen des Charakters. Hingegen wird die unterschiedliche Körperform manchmal als unwesentlich für das Gleiche zwischen Mensch und Tier gesehen.
Auch weiß jeder, dass Tiere derselben Art sich insoweit individuell verhalten, als dass das eine Tier mehr Temperament als ein anderes aufweist usw. Auch der Mensch kennt das, aber die Tiere haben nur diese individuelle Verschiedenheit, welche von der Verschiedenheit der menschlichen Biografie zu unterscheiden ist, die sich nur durch die Individualität eines Ich-Bewusstseins zeigt.
Das Beispiel über die archäologischen Funde der Überreste von Schimpansen vor 100 Jahren zeigt zusammen mit anderen recherchierbaren Hinweisen, dass auch die Art der Zeitlichkeit nicht unterworfen zu sein scheint. Es lassen sich uralte Fossilien von Arten finden, die es heute noch unverändert gibt, wenngleich andere ausgestorben sein mögen. Die Wunschvorstellung der materialistischen Evolutionstheorie sucht die Artenentstehung durch eine allmähliche, körperlich bezogene Höherentwicklung zu erklären, wobei eine höhere Art aus einer niederen entstanden sein soll und konstruiert den körperlich bezogenen Begriff „missing link“ (= fehlendes Verbindungsstück), um so gedanklich eine aufsteigende Entwicklungslinie zu konstruieren und um sie so glaubhaft zu machen.
Nach den ausführlichen Erläuterungen zufolge, muss die Erinnerungsfähigkeit der Tiere im Verhältnis zum Menschen in einer bestimmten Weise begrenzt sein, wie auch ihre Lernfähigkeit auf die körperliche Bezogenheit begrenzt ist. Der Tiere Erinnerungsfähigkeit führt nicht dazu, aus einem Erlebnis eine (akörperliche) Bedeutung herauszuarbeiten und als Art auch keine Kulturgeschichte entwickeln zu können, denn das Tier steht ja nicht auf dem Boden der Zeitlichkeit, wodurch die Erinnerungsfähigkeit von Mensch und Tier zu unterscheiden ist.




Hinweis:
Die Fortsetzung des Themas folgt gleichzeitig mit der Fortsetzung des Threads.


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Inhalt


Der Unterschied von Mensch und Tier
Mensch als Sucher, Einzelmensch ist eigene Art, Horizonterweiterung durch schöpferische Fähigkeit, was Bildung ist, Geist bildet aus dem Verlust der Erinnerung eine dauernde Fähigkeit, Denken der Tiere qualitativ begrenzt, Individualität



Der Unterschied von Mensch und Tier

Die Biologie versucht durch ihr materialistisches Denken einen Beweis anzuführen oder wenigstens den Eindruck herzustellen, der Mensch entstamme dem Tier und er sei nur eine Weiterentwicklung des Tiers. Dazu werden z. B. Vergleiche von Kleinkindern mit erwachsenen Tieren angestellt. So soll der Schimpanse beim Gekitzelt-Werden ähnlich lachen wie ein Kleinkind. Das kann im Verhältnis auch stimmen, aber das Kleinkind wird eines Tages über Witze und Ironie lachen können und seine Art des Lachens völlig verändern, was der Schimpanse nicht kann. - Ist das etwa ein Beweis dafür, dass der Mensch sich aus dem Tier entwickelt und er die Tierheit um eine Stufe erhöht hat? So offen wird das nie gefragt und beantwortet wird das ebenso nicht, genauer gesagt, nicht direkt. Es wird durch suggestive Mittel der Eindruck hergestellt, der Mensch sei aus dem Tier erwachsen. Das Mittel besteht zunächst darin, dass in den Medien mit Selbstverständlichkeit so gesprochen wird, als ob es als eine unumstößliche Tatsache sei, das jeder davon Kenntnis hätte und als ob das jeder schon wüsste. Wer aber neutral und objektiv darüber nachdenkt, wird leicht feststellen, dass es lediglich so sein kann, aber nicht so sein muss.

Bereits durch sein Suchen nach Sinn unterscheidet sich der Mensch wesentlich vom Tier, das sich keine Gedanken macht über die Sinnfragen seines Daseins, es ist ganz einfach und lebt als reines Naturwesen in Symbiose mit der Natur, während der Mensch sich Kopfzerbrechen über sein Dasein bereitet und Schwierigkeiten hat, mit der Natur leben zu können, ohne dabei zerstörerisch zu sein.
Es kann mögöicherweise im Tier eine unüberwindliche Blockade geben, die es daran hindert, zum Menschen zu werden. Wenn dem so sein sollte, wo kommt dann der Mensch her?

Die Natur kann nur Wesen erschaffen, die ihr gemäß sind. Der Mensch hat durch seine Triebe, Instinkte und Leidenschaften eine Verbindung zur Natur, aber er existiert nicht bloß aus diesen und kann der Natur etwas entgegenhalten, indem er sie nutzbringend in ausgeklügelte Werkzeuge und Maschinen umwandelt. Er ist kulturschaffend und hält der Natur auch darin etwas entgegen, indem er sogar droht, sie zu zerstören.
- Der Mensch hat also wie die Tiere naturhafte Triebe in sich, aber er hat zudem etwas, das über die Natur hinausgeht.

Das Tier zerbricht sich zwar nicht den Kopf, aber es kann sich geistig nicht über die von seiner Art festgelegte Grenze hinausentwickeln. Jedes Tier durchläuft die von der Art vorgegebenen Entwicklung vom Anfang bis zum Ende; es gibt für das Tier keine Möglichkeit, das zu ändern; es kommt ihm auch gar nicht das Bedürfnis auf, die Grenze übersteigen zu wollen.
Die Biologie versucht diese Grenze zu kaschieren, indem sie z. B. von "Selektion" oder von "Mutation" spricht. Es wird der Eindruck hergestellt, dass mit solchen eben ganannten Möglichkeiten der Evolution neue und höhere Arten entstehen würden. Ich wüsste nicht, das jemand je bewiesen oder beobachtet hätte, dass aus einer niederen Art eine andere und erst Recht nicht eine höhere würde. Deshalb kann der Gedanke, der Mensch entstamme dem Tier, auch nicht nachvollzogen werden.
Beim Menschen sind die Verhältnisse ganz anders als beim Tier, er ist geistig keiner festlegenden Art unterworfen. Deshalb lässt sich sagen, jeder einzelne Mensch ist seine eigene Art, an deren Grenze er jederzeit kreativ arbeiten und sie erweitern kann.

Des Menschen Fähigkeit zur Erweiterung des Horizonts seines Bewusstseins scheint unbegrenzt, wenn damit weniger eine quantitative Erweiterung gemeint ist, was ein Computer besser kann, deren Kapazität durch die technische Entwicklung immer größer wird, sondern vielmehr eine qualitative und/oder schöpferische, wodurch erst durch diese er sich bilden kann.

Bildung steht sprachlich mit "bilden" und "bauen" in Verbindung. Der Mensch bildet oder baut an sich. Woran er arbeitet, ist nicht körperlich, sondern seelisch bis geistig.
Der mühevolle Akt des Lernens anhand der Lernobjekte, wie zum Beispiel die Handhabung eines Werkzeugs im Handwerk, verblasst als Erinnerung mehr und mehr; je mehr Zeit vergeht, desto weniger werden Erinnerungen als Ausnahmen verbleiben können. Dem Verlust der Erinnerung steht die Besonderheit des menschlichen Geistes entgegen, der aus dem Vergessen des länger andauernden Lernvorgangs eine Fähigkeit als Frucht herauszieht.

Gerade bei Menschen, die ihr Gedächnis verloren haben, fällt auf, das sie etwas gut oder sogar perfekt beherrschen können, ohne sich jedoch an irgendetwas in ihrer Vergangenheit erinnern zu können.
Man hört immer wieder von solchen Fällen, wie der eines Mannes, der in einer TV-Sendung mit seinem Schicksal vorgestellt wurde. Er irrte völlig orientierungslos durch eine Stadt, bis sich jemand seiner annahm und dafür sorgte, dass er in die Psychiatrie kam. Dort stand ein Klavier, es schien ihn irgendwie gereizt zu haben, sich an das Klavier zu setzen. Er begann, in Perfektion klassische Musik zu spielen. - Wie sich später herausstellte, war der Mann tatsächlich ein professioneller Musiker.

Der Geist also bildet das Vergessen des Vorgangs des Lernens in eine bleibende Fähigkeit um.

Man wird dem entgegnen können, auch Tiere seien lern- und erweiterungsfähig, wie es in den Medien immer dargestellt wird. Ja, bei intelligenteren Tieren kommt das zu einem geringen Maß vor, wenn zum Beispiel Affen Stöckchen als Werkzeug nehmen, um damit an das Objekt ihrer körperlichen Begierde gelangen zu können. Der Unterschied zum Menschen besteht nicht bloß in dem erheblichen Unterschied in der Quantität, sondern vor allem dadurch, dass der Mensch über die körperliche Begierde hinausgehen kann und zur Kunst, Kultur, Moral, Vernunft, Tugend, Religiösität und Erkenntnis befähigt ist. Das Tier hingegen kann sich keine selbstständigen Gedanken bilden, die über seinen Naturtrieb hinausgehen.

Der häufig benutzte Bergiff der Individualität wird wie viele andere Begriffe auch, trivialisierend benutzt. Man könnte meinen, auch das Tier besäße eine Individualität, welche an den unterschiedlichen Charaktereigenschaften der Tiere innerhalb einer Art, wie es bei Hunden ist, erkennbar wäre. Diese individuelle Verschiedenheit ist nicht dieselbe, wie die beim Menschen. Bei ihm entstehen die Unterschiede von Mensch zu Mensch gerade durch seine Individualität, eine eigene, sich stets ausbauende Art zu sein.

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