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  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Der liebe Hr. J.

Eintrag von Lucia im Blog Lucia's. Ansichten: 125

hallo hr. j.

grade hab ich mit deiner frau telefoniert, die mir erzählt hat, dass du keine fahrräder mehr reparieren wirst.
dass sie es nicht vielen mitgeteilt hat, die nicht mehr so dicht wohnen, um es mitbekommen zu haben.
drum schreib ich dir jetzt hier noch ein paar worte.
sie hatten mir ja mal das du-wort angeboten, hr. j.
aber ich konnt halt nie was anders sagen, wie eben "hr. j.", wenn ich direkt mit dir geredet habe.
ich hab dich zwar schon als alten mann kennen gelernt, aber eben als sehr imposant. und dieses berliner urgestein, das du warst, das hat nix unter "hr. j." zugelassen. :)
nur das "du" und das "sie", das hat sich beim reden immer abgewechselt, und dabei will ich hier jetzt auch bleiben.
wir haben uns ja doch fast über 8 jahre mehr oder minder regelmäßig gesehen und gesprochen. und deine frau ist mir fast vom ersten tag in berlin an, eine liebe freundin gewesen.
mein erstes rad hier in berlin, das war von dir. selber gefunden und selber repariert.
deine art fahrräder zu finden, war ja auch immer gesprächsthema im haus, und man hats mit schmunzeln und augenzwinkern gesehen, wenn du wieder an einem "neuen" rad rumgebastelt hast.
wie oft hab ich dich selber durch die straßen vom viertel fahren gesehen, mit kerzengerader haltung auf dem sattel und argusaugen auf fahrräder. *gg*
tja, und wenn so eins ganz allein mindestens drei monateimmer am selben stellplatz, nicht mehr ganz in ordnung und eigentlich schon um hilfe rufend rumstand dann hast du es adoptiert. wieder hergerichtet, schön gemacht und ein mensch, der ein rad brauchte, dem hast du damit eine freude gemacht - gratis natürlich.
deine zwei garagen und der untere kellerraum, der riesig große, die waren angefüllt mit allem was man vll. irgendwann brauchen kann.
und tatsache war damit auch, daß man immer zu dir kommen konnte, wenn man was brauchte. denn die chance, daß es in deinem riesigen fundus vorhanden wäre, die war riesig.
wie oft hat ihre frau da doch rumgeschimpft, wegen dem "ganzen ramsch" und war doch immer unheimlich stolz, wenn sie sagen konnte "geh doch mal und frag mein mann, der hats sicher".
wie ich nach berlin gekommen bin, da waren sie schon lange in pension. jeden tag haben sie ihre runden gedreht, im winter den schnee geschippt und das ganze jahr über dem briefträger das verteilen der post abgenommen.
in den letzten jahren sind zwar öfter mal briefe durcheinander gekommen, weil auch die brille nicht mehr so ganz geholfen hatte.
aber die mieter, die haben sich - falls es mal vorkam - die briefe richtig eingeworfen. gesagt hat keiner was, weil trotzdem alle damit zufrieden waren.
wenn man ein päckchen erwartete, brauchte man sich keine sorgen machen, daß man nicht zuhause ist, und dann zur post latschen muß.
weil du warst ja da, und wir konnten dann das teil von dir abholen.
viele geschichten hab ich gehört, was du schon alles gemacht hattest.
lustiges genauso wie abstruses und vor allem auch fürsorgliches.
die lustigste, die mir grad einfällt, ist die über den einbruch im nebenhaus.
wo der einbrecher bei dem millionär eingestiegen ist, und den safe mit genommen hatte.
der ist übers dach geflohen und da ist ihm der safe runtergefallen ... mitten in unseren hinterhof.
da lag er nun, hatte eine delle in den weg geschlagen und du fandest ihn so interessant, daß du die schubkarre geholt hast, den safe in die garage gebracht und dann konnte man zwei stunden lang kloppgeräusche und schweißbrenner hören.
nach zwei stunden hast du den safe wieder mit der schubkarre zurück zum loch im hof gebracht, und ihn dort wieder so drapiert, wie er vorher gelegen hatte.
er war immer noch zu.
was hat da deine frau mit dir geschimpft.
dabei gings noch nicht mal um den inhalt.
du wolltest nur beweisen, daß der einbrecher zu blöde war, das ding vor ort zu öffnen.
*ggg*
deinen extrem trockenen humor, hr. j., den hab ich auch sehr geliebt.
wenn du was gesagt hast, ohne die miene zu verziehen aus einer höhe herab, die dir nicht nur deine ziemlich riesige körpergröße gegeben hat.
im ganzen viertel war es so, daß jeder wußte, wenn vom "alten Fritz" die rede ist, daß damit nicht der olle kaiser gemeint ist.
du warst halt ein richtiges berliner unikum.
und drum denke ich, daß dir jetzt hier in meinen paar worten sicherlich die ausgesprochene version der abkürzung, die ich von deinem namen verwende, zuguterletzt auch noch einen riesenspaß macht.
danke für deine freundschaft und komm gut an und vielleicht irgendwann mal wieder zurück, lieber hr. j.
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