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Das Gift der Polarisierung

Eintrag von Solis im Blog Solis's blog. Ansichten: 148

Philosophische Reihe Nr. 6


Inhalt

- Das Gift der Polarisierung
- Vorurteile durch das Fühlen



Das Gift der Polarisierung
Was eine Polarisierung ist, ist zwar leicht zu verstehen, aber schwer zu vermeiden, weil es Disziplin erfordert.
In dem Begriff befindet sich das Wort "Pol". Bekannt ist, dass es nie einen Pol gibt, sondern zwei. Pole tauchen im Magnetismus auf. An einem Magneten gibt es einen anziehenden und einen abstoßenden Pol, die beide so weit voneinander entfernt sind, wie es nur möglich ist. Auch die Erde hat zwei magnetische Pole, der Nordpol in der Arktis und der Südpol in der Antarktis.
Polarisieren bedeutet sprachlich-denkerisch, dass ein Thema bewusst oder unbewusst in zwei (oder auch mehrere) Stücke zerrissen wird, so dass die Teile wie bei den magnetischen Polen so weit voneinander entfernt zum Liegen kommen sollen, wie es nur möglich ist.
Dadurch nähert man sich einander nicht an, sondern trennt sich und begegnet sich mehr oder weniger kriegerisch.
Gerade bei einer Diskussion um Frieden wird i. d. R. vom Volk extrem polarisierend gedacht. Man spricht in der Weise, als ob die Herstellung des Friedens sehr leicht wäre. Teils wird so geredet, als ob er ein göttliches Geschenk sei, das man durch das Mittel des (blinden) Glaubens bekäme.
Es wird auf die Politiker geschimpft, sie würden nur reden und nichts tun, ohne zu realisieren, wie die Politiker der demokratischen Staaten sich in harter Arbeit dafür einsetzen.

Es gibt zwei Motivationen, eine Polarisierung vorzunehmen, die schon angesprochene bewusste und die unbewusste.
Die bewusste Polarisierung treibt mit Absicht die Meinungen der betreffenden Parteien auseinander, statt einen Konsens zu finden. Diese Praxis findet sich überall, wo Streithähne sind, die mit Vorsatz spalten und die Gegenpartei unglaubwürdig machen wollen. In der Politik wird das häufig gemacht, der Politiker der einen Partei wettert gegen die andere und versucht, einen möglichst großen Abstand von dieser schlecht gemachten Partei zu gewinnen, um auf diese Weise umso besser auf sich als der Bessere hinzuweisen. Es werden dazu auch keine Differenzierungen vorgenommen, sondern das Schwarz-Weiß-Denken wird mehr und mehr angestrebt.
In der Praxis wird eine Polarisierung raffinierter vorgenommen. Einer der beiden Streithähne geht absichtlich nicht auf einen für ihn empfindsamen und schuldbeladenen Aspekt ein und lässt ihn einfach weg. Indem er diesen Aspekt aus der Wirklichkeit ausblendet, stellt er stattdessen das der Wirklichkeit angemessene Verhalten seines Gegners raffiniert in ein schlechtes Licht. Ein Beispiel: Jemand geht mit einem Anliegen zu der Geschäftsstelle eines Vereins, der vom Gericht bestellte Delinquenten (zum Beispiel Bewährungshilfe) betreut. Die Person ist nicht vom Gericht bestellt, sondern kommt als freier Mensch aus einem ganz anderen Grund. Er macht sich an der Tür bemerkbar, jemand kommt und er sagt, er würde die Dienste eventuell in aAnspruch nehmen, wolle aber vorab wissen, ob in den Räumen geraucht würde, weil er Allergiker sei. Man versucht, aus ihm herauszupressen, weshalb er gekommen sei. Er lässt sich darauf nicht ein, weil er dazu genug Antwort gegeben hat. Man will sich damit nicht zufrieden geben, eine zweite Person kommt hinzu und fängt an, die anfragende Person anzuschreien und fragt schreiend, ob sie sich ausweisen könne. Die Person beschwert sich beim Vorgesetzten, der geflissentlich seine Mitarbeiter deckt, indem er auf die Kreuzverhörmethode und das Schreien nicht eingeht, obwohl er mehrfach darauf hingewiesen wurde. Der Vorgesetzte lässt also diesen Aspekt der Wirklichkeit aus und wirft der Person vor, nicht genügend Auskunft gegeben zu haben.
Fortsetzung folgt!

Vorurteile durch das Fühlen
Gegenüber dem Denken besteht bei einigen Vertretern der Populäresoterik, vor allem bei den weiblichen, das Vorurteil, es würde sie am Fühlen hindern. Das Denken sei kalt und das Fühlen sei warm, heißt es. Man wolle nur aus der Wärme des Gefühles schöpfen, das wie von selber ginge. Dazu gebe es verschiedene Instanzen oder körperliche Bereiche wie der Bauch, das Herz, der Solar Plexus oder die Intuition. Auffällig ist dabei, dass die Vertreter jener Bereiche sich einander nicht bekriegen, dagegen wird manchmal sogar eine Diffamierung gegen das Denken vorgenommen, wenn jene in Gefahr laufen, dass durch Denkprozesse anderer Personen Schlussfolgerungen entstehen, die dem Fühlenden als überlegen oder als disqualizifierend erscheinen, ohne es freilich zuzugeben. Dann kann die Diffamierung sich zuspitzen, es wird persönlich und eine Hysterie entsteht, zu der gegebenenfalls noch weitere hysterisch reagierende Personen sich anschließen können. Man hat dann auch schnell ein Wort zur Hand, in das all das Böse hineingelegt wird: der Verstand! Nachfragen ergeben, dass keine Kentnisse über den "Verstand" vorliegen. Man weiß also nicht
einmal, was das sein soll. Tatsächlich wird "Verstand" als ein Sammelbegriff für all das benutzt, was aus dem Affekt des Gefühls bis zur Häme abgelehnt wird. - Für den objektiven Beobachter sind solche Reaktionen ein Beweis, dass die Fühlenden einen Mangel in sich bemerken und sich weigern, das Denken anzuerkennen. Eine Anerkenntnis würde für sie das Schwarz-Weiß-Denken der Polarisierung bedeuten, bei der es in diesem Fall nur das eine oder das andere geben kann. Eine Anerkenntnis kann aber auch ein Sowohl-als-Auch bedeuten. Doch durch die Fixierung auf das Gefühl und das mit ihr verknüpfte Erlebnis, damit eine Möglichkeit zu haben, der Welt begegnen zu können, wodurch die jedem Menschen zugrunde liegende latente Existenzangst gelindert werden kann, führen zu einer zur Verbindung unmöglich gemachten Blockade, die übrigens ihrerseits aus dem Denken kommt.
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