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Wieviel kann man ertragen?

Dieses Thema im Forum "Trauer" wurde erstellt von Rozo, 28. Februar 2008.

  1. Rozo

    Rozo Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2008
    Beiträge:
    67
    Ort:
    NRW
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    Als ich anfing, mich in Trauerforen umzusehen, fand ich auch Leute, die in erstaunlich kurzer Zeit erschreckend viele Sterbefälle/Verluste ertragen mussten. Manche Erzählungen kamen mir sogar unglaubwürdig vor - solche Häufungen, so dachte ich, passieren nur in Filmen.

    Aufgrund eines Zwischenfalls mit meiner 11jährigen Tochter in der Schule habe ich mir erst klar gemacht, was uns selbst in relativ kurzer Zeit alles "verloren" ging.

    Eigentlich fing es schon 2005 mit dem Tod meines Vaters an. Ich hatte ihn allerdings seit 10 Jahren nicht mehr gesehen und seine späten Kontaktversuche immer abgeblockt. Daher habe ich mir wohl auch nie erlaubt zu trauern.

    Im Januar 2007 verstarb dann mein Stiefvater, den ich schon seit meiner Geburt kannte und der mir ein guter Ersatzvater war, ganz plötzlich an einem Herzinfarkt.

    Im August 2007 starb mein Mann ebenso plötzlich und unerwartet an einem Infarkt. Ich kann hier gar nicht beschreiben, wie sehr er mir fehlt. Und wie sehr wir jetzt auf die Hilfe der Restfamilie angewiesen sind...

    Jetzt trennt sich gerade ein Pärchen in der allernächsten Verwandtschaft und wir werden so schon wieder einen Mann "verlieren".

    Für meine Tochter gehört in diese Reihe noch der in dieser Zeit gestorbene Hund ihrer Schwester, den sie seit ihrer Geburt kannte und liebte.

    Ich merke, dass wir beide langsam völlig die Nerven verlieren und einfach nicht mehr weiter wissen. Wir werden beide ängstlich, wo wir früher selbstbewusst und sicher waren.

    Wieviel Leid erträgt der Mensch? Ziehen wir das Unglück an?
     
  2. lightness

    lightness Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    19
    Ort:
    Ich lebe in Koeln
    hallo rozo,

    als erstes moechte ich dir/ euch meine herzliche anteilnahme aussprechen.

    Ich kann sehr gut nachvollziehen was in dir vorgeht und was du gerade durchmachst.
    Ich selber ,das heisst meine vier kids und ich, haben eine solche efahrung im jahre 2005/2006 machen muessen.

    Ich fange einfach mal an zu erzaehlen.

    Im Februar 2005 verstarb ganz unerwartet meine Mutter , auch wir hatten seit dem Tod meines Vaters vor 10 jahren nur sporadischen kontakt (was an meinem bruder lag).
    Genau wie du fand ich es nicht gerade aufrichtig um sie zu trauern, (was allerdings "bloedsinn" ist) es kam auch nicht wirklich trauer auf. Das kam erst nach einer weile, da geschahen so dinge wie, "ach ich muss mama anrufen" oder hmm wies mutti wohl geht. Aber was ganz seltsam war wenn ich mal nicht genau wusste wie man dies oder das nochmal kochte dachte ich "ich frag mama mal"
    Ich habe seit jahren meine mutter nicht mehr um irgendwelche hilfe gebeten warum grade jetzt.Nun denn soviel erst mal zu meiner mama.

    Als ich gerade soweit war das ich das thema fuer mich abschliessen wollte starb im mai 2005 mein mann ganz ploetzlich an einem hirnschlag (im alter von gerade mal 31,er war 12 jahre juenger als ich).
    Ich war nun mit meinen vier kids von einer sekunde auf die naechste alleine.
    Naeher moechte ich nicht darauf eingehen.

    Was konnte schlimmeres passieren ? innerhalb von 3 monaten die menschen zu verlieren die man liebt?
    Auch ich dachte in der zeit sehr haeufig, "was mache ich wenn noch jemand stirbt" oder was ist wenn mir etwas passiert oder meinen kids? Wenn das Telefon laeutete ging ich erst nach langer zeit ran.Die angst im Nacken das wieder eine nachricht kommt die ich doch nicht hoeren wollte.

    Diese Nachricht kam dann im Juni 2006, meine Schwaegerin (die schwester meines mannes) war verstorben im alter von gerade mal 44 jahren. Das darf nicht wahr sein war mein erster gedanke.Wer denn noch? Wir meine kids und icvh hatten doch schon niemanden mehr aus der familie der noch da war. Ausser meiner Schwiegermutter. Schlimmer konnte es niocht kommen.So dachte ich, aber es kam der naechste anruf es war der 25.10.06. Meine Schwiegermutter hat uns verlassen.

    Meine welt brach zusammen. Niemand war mehr da der mich auffangen konnte.Meine Kids veraenderten sich, und meine kleine damals als ihr vater starb gerade mal 8 Jahre alt fragte mich "mama musst du jetzt auch sterben"
    das waren worte die ich bis heute im ohr habe.
    Diese worte waren es die mich am leben hielten zu jener zeit.

    Heute trauer ich natuerlich immer noch um meinen mann , obwohl ich seit einem jahr wieder gluecklich in einer neuen beziehung bin.
    Mein/unser leben hat sich innerhalb von 1 jahr damals drastisch veraendert, aber ich sehe nun auch das ich durch diese umstaende sehr viel staerker geworden bin.Mein selbstbewusstsein hat sich wieder aufgebaut und ich weiss das ich sehr viel mehr schaffen kann und staerker bin als ich es mir selber zutraue.

    Liebe rozo, soviel sollte es nicht werden aber ich hoffe ich konnte dir ein klein wenig helfen dein leid zu ertragen.
    Ich wuensche euch alles alles liebe
    lg lightness
     
  3. sili65

    sili65 Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juni 2007
    Beiträge:
    341
    Ort:
    traiskirchen
    hallo rozo!so wie du denken sehr viele,ich verlor 1985 mein erstes kind,,dann einige onkeln und tanten,1998 verlor ich meine mutter,20000 unsere ur oma,20002 meinen mann,20006 meinen geliebten sohn,20007 verlor ich oma und eine tante.oft denkt mann was kommt noch und warum immer so ein schmerz.mann muß lernen damit umzugehen einen weg zu finden.aber es geht immer weiter und ich schau nach vorne nicht mer zurück.sonst würde mein herz zereißen.oft denke ich es ist von oben eine prüfung.auch ihr werdet einen weg finden,man weiß oft gar nicht was mann im leben alles schafen kann oder aushalten kann.irgend wie geht es immer weiter,die wege des heern sind unergründet.ich drück dich sili65
     
  4. Rozo

    Rozo Mitglied

    Registriert seit:
    20. Januar 2008
    Beiträge:
    67
    Ort:
    NRW
    Ihr Lieben,

    vielen herzlichen Dank dafür, dass Ihr hier nochmal Eure Schicksale mit mir teilt. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel Kraft man daraus schöpfen kann, nicht allein zu sein, bzw. nicht der einzige Mensch zu sein, der diesen Schmerz durchleidet.

    Irgendwie weiß ich ja, dass wir es schaffen werden. Nur glauben kann ich es noch nicht...

    Ich drück Euch ganz lieb für Euren Beistand

    Rozo
     
  5. Ghostwhisperer-999

    Ghostwhisperer-999 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. November 2005
    Beiträge:
    2.067
    Ort:
    Saarland
    Hallo Rozo :)

    Danke, dass du das Thema aufgegriffen hast, das ist mutig, vor allem, über seine Ängste zu schreiben. Der Tod rückt einem meist er richtig ins Bewusstsein, wenn man geliebte Menschen (oder auch Tiere) verliert.
    Auch wir hatten eine ganze Zeit den Eindruck, das Unglück würde nie abreissen.
    Vor einigen Jahren starb ein Bruder meiner Oma nach Krankheit, damit fing es richtig an. Meine Tante (Schwester meiner Mutter) erlitt etwa 1 Jahr darauf 3 schwere Schlaganfälle (recht kurz nach ihrer Scheidung) und sitzt seitdem im Rollstuhl, halbseitig gelähmt. Ihr Lebensgefährte pflegte sie zuerst zu Hause, bis er nach schon 1 Jahr plötzlich und unerwartet starb. Da meine alten Großeltern sie nicht pflegen konnten, musste sie ins Heim. Einige Monate später verstarb dann meine liebe Großtante, Schwester meiner Oma. Auch hier war die Trauer erheblich. 2004 starb der Opa meines Mannes, 2006 mein eigener Opa. Zwischen 1999 und 2003 hab ich allein drei Kinder durch Fehlgeburten verloren. 2006 trennten sich meine Eltern, der Rosenkrieg dauert bis heute an und ein Ende ist erst so langsam in Sicht. 2007 erkrankte auch meine Oma schwer, sie lebt aber Gott sei Dank noch.
    Dazwischen starb der Hund meiner Mama, den wir 13 Jahre lang hatten. Ich habe selbst 2 Katzen verloren. Den einen Kater tot aufgefunden unterm Bett, der andere kam nicht mehr nach Hause.
    Viele kleine Unglücke gab es zudem zwischendurch. Und mit jedem Unglück mehr, wächst auch die Angst. Diese gilt es, in den Griff zu kriegen. Die spirituelle Arbeit hilft mir sehr dabei. Man muss immer auf das Positive im Leben kucken, man darf sich nicht entmutigen lassen, das Leben hat so viele schöne Seiten. Ich seh mir dann meine Kinder an, die mich so glücklich machen, auch wenn sie mir manchmal Sorgen bereiten.

    LG
    Astralengel
     
  6. SandyEngel

    SandyEngel Guest

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    Hallo liebe Rozo,

    ja es ist schon erstaunlich, was menschen zu ertragen vermögen.

    auch ich kann davon ein lied singen.....ich hab mir auch niemals vorstellen können, dass ich all das ertragen könnte, was mir im leben widerfuhr.
    aber scheinbar gibt es wirklich eine kraft, die einem geschenkt wird.
    es heißt ja nicht umsonst, dass der mensch nur das aufgeladen bekommt, was er tragen kann. obwohl mir da manchesmal der glaube fehlt, weil sonst gäbe es nicht so viele selbstmorde.

    im jahr 2002 wurde mein mann ermordet (die vielen schmerzhaften prozesse, die sich über jahre zogen, möchte ich gar nicht näher schildern), 2 monate darauf starb meine mutter (3 tage vor weihnachten). ein absolutes alptraumjahr sozusagen!!
    im jahr 2005 nahm sich die freundin meines sohnes das leben mit 26 jahren und 5 wochen später starb mein sohn im alter von 30 jahren. der alptraum schien kein ende zu nehmen.

    und dennoch hab ich wieder zurückgefunden ins leben.

    ich danke gott dafür, dass ich nicht daran zerbrochen bin und dass meine beiden kinder auch wieder ins leben zurückgefunden haben, denn die hatten ja dasselbe schwere los zu tragen wie ich. sie hatten ihren vater, ihre oma und ihren bruder innerhalb von 3 jahren begraben müssen.

    wir sind heute alle wieder glückliche menschen. die liebe, die unsere familie immer verbunden hat, trägt uns und läßt uns das schwere schicksal annehmen!!!

    lg
    sandy
     
  7. EviiiRalph

    EviiiRalph Aktives Mitglied

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    Unsere Schmerzgrenze ist höher als wir es selbst erwarten nur wird uns das in der Situation gar nicht bewußt sondern erst viel später ... unsere Familie hat in der anderen Dimension schon mehr wiedergeborene Menschen und Tiere - als wir hier in diesem Leben und wir werden nicht gefragt "The Show must go on" ob uns das so Recht ist oder gefällt - ich glaube wir werden es erst *drüben* begreifen, den Sinn des Ganzen ..... und bis dahin sollten wir versuchen so gut wie möglich hier über die Runden zu kommen, denn ob wir weinen oder lachen - es ändert nichts!
    Eva
    PS:. Aber auch ich kann nicht immer lachen sondern muß weinen!
     
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