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Wie angepaßt und normal muß jeder sein und wieviel Fremdes können wir ertragen?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Ereschkigal, 17. September 2004.

  1. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
    Beiträge:
    2.220
    Ort:
    bei Köln
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    Hallo Ihr Lieben,

    aufgrund der Diskussion um die Trennung von Thabea und Lea und der Diskussion in diesem Thread, habe ich nochmal über einige Kritikpunkte von Wirbelwind nachgedacht.

    Gerade bei siamesischen Zwillingen oder anderen Abweichungen von der Norm sind die Mediziner und die Gesellschaft leicht geneigt diese durch OP und Eingriffe zu normalisieren. Ich habe einen langen Bericht im Fernsehen über über Babys gesehen, die als "Zwitter" auf die Welt kommen und meist zu Mädchen umoperiert werden.

    Sowohl bei solchen OPs als auch bei der Trennung der siamesischen Zwillinge frage ich mich, ob diese Vorgehensweise richtig bzw. angemessen ist und wann und wo es nicht eigentlich besser wäre, die Andersartigkeit zu akzeptieren und damit zu leben. Kennt irgend jemand von Euch Berichte, wie es erfolgreichen operierten siamesischen Zwillingen nach den OPs geht? Was für ei Leben sie leben und ob die OP wirklich dazu führt, daß sie ein "normales" Leben führen können.

    Können siamesische Zwillinge auch aneinandergewachsen nicht glücklich sein und ihr ganz eigenes Leben leben? Haben diese menschen wirklich de Drang uns gleich zu sein oder erkennen wir einfach nicht, daß sie eine ganz andere Qualität des Lebens haben.

    Woran messe ich, ob das leben von jmanden lebenswert ist oder nicht. Und wird operiert, weil wir "Normalen" nicht das AndersSein ertragen, oder weil es wirklich zu einem Erfolg führt?

    Vielleicht habt Ihr ein paar Antworten und Gedanken zu diesem Thema.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  2. Naturkind

    Naturkind Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. September 2004
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    Wien
    Meine grundsätzliche Einstellung ist "Die Natur weiß was sie tut.."
    Am Beispiel der "Zwitter" stehe ich auf jeden Fall hinter diesem Satz. Ich habe schon öfter von erzwungenen Mädchen gehört, die ihr Leben lang unter Identitätskrisen litten.
    Bei siamesischen Zwillingen kommt es ja doch hin und wieder vor, dass durch die Trennung Leben gerettet werden, dagegen würde ich natürlich nichts sagen. Ansonsten denke ich, sollten die Betroffenen das selbst entscheiden - was ja heißen würde, dass man mit der Trennung wartet bis die Zwillinge das bewusst und überlegt entscheiden können.
    Heißes Thema, bin schon gespannt, was die anderen so meinen :rolleyes:
    grübelnde Grüße,
    Naturkind
     
  3. Yojo

    Yojo Mitglied

    Registriert seit:
    21. April 2004
    Beiträge:
    327
    Ort:
    Nähe Nienburg/Weser
    m.E. ist jeder Fall ein Einzelfall. Und es sind sehr, sehr viele Faktoren die die Entscheidung beeinflussen können und auch müssen. Das familiäre Umfeld ist wichtig, die gesellschaftliche Akzeptanz, der Grundcharakter der betroffenen (fühlt sich ein Zwitter eher als Junge oder als Mädchen...). Gesellschaftliche Inakzeptanz kann ein sehr, sehr großes Problem sein. In unserer Gesellschaft ist "gut aussehen" fast ein "muss". Wer nicht gut aussieht, o.k., aber, wer grotesk aussieht, bei aller bekundeter Liebe! Ich denke nur an die tausende und abertausende die ganz langsam an einer Unfallstelle vorbeifahren, in der Hoffnung, etwas fürchterliches zu sehen. Und siamesische Zwillinge? Aber auch hier: wie verstehen sie sich, wie sind sie zusammengewachsen, wie ist die Familie, tausend Fragen, in jedem einzelnen Fall.
    Es ist doch oft so, gerade bei Operationen, die Überlegung: Welches Risiko gehe ich ein, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, gesund zu werden...

    Man kann es einfach nicht pauschal sagen. Sicherlich könnten viele Argumente zusammengetragen werden, die eine Entscheidung leichter machen. Und vor allem, Erfahrungswerte betroffener zu Rate ziehen....

    Alles Liebe von Yojo
     
  4. akutenshi

    akutenshi Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. Juli 2004
    Beiträge:
    2.209
    also zum fall der siamesischen zwillige sage ich auch jeden fall sie sollten getrennt werden wenn es möglich ist und dann auch gleich so schnell wie möglich. wenn sie das nicht werden sollte man es lassen, da es sonst eine sehr starke pschische belastung ist auf einmal alleine zu sein. bei den meisten trennungen ist es doch auch so, dass sie entweder nur "leicht" zusammengewachsen sind (zb an der hüfte ohne geteilte organe) oder dass nicht beide am leben erhalten werden können, wenn man sie nicht trennt. ich finde sie sollten eine chance auf normalität haben solange man sie ihnen noch geben kann.

    zu zwittern: auch hier bin ich der gleichen meinung. man versucht ihnen meistens nur die chance zu geben ein normales leben zu führen und ich denke mal wenn man nicht für ein geschlecht entscheidet gibts in der pupertät absolute hormonkrise!

    in beiden fällen würde ich sagen man sollte den eltern auch die chance geben "normale" kinder zu haben. denn auch sie müssen mit der gesellschaft leben - und das viel früehr als die kinder. es wird schon gelacht wenn man schiefe zähne hat - wie dann erst wenn man zusammengewachsen ist oder kein geschlecht hat. das möcht ich in der umkleidekabiene vor dem turnen nicht miterleben müssen!
     
  5. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
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    2.220
    Ort:
    bei Köln
    Liebe Tenshi,

    gerade zu Zwittern habe ich einige Berichte gelesen, daß es auch mit Operation eben keine normale Kindheit ist. Je nachdem was vorhanden ist und was nicht, müssen sie ihr ganzes Leben Hormone nehmen ...

    Was ist für Dich an einem normalen Leben so erstrebenswert? Wenn Kinder in einer Gesellschaft leben, in der sie mit ihrer Eigentart akzeptiert werden und wenn Lehrer und Erzieher sich dementsprechend benehmen, sind besondere Kinder meines Erachtens nicht so ein großes Problem.

    Meiner Meinung ist es teilweise so, daß solche Kinder uns dazu auffordern unseren Horizont zu erweitern und auch das außergewöhnliche zu akzeptieren und eben nicht nur eine Normalisation anzustreben. Denn so wie ich es aus einigen Berichten verstanden habe, ist es eben nur eine äußere Normalisation und das anders Sein bleibt innerlich bestehen. Das ging auf jeden Fall aus den Berichten über die "Zwitter" hervor. Der eine Zwitter wurde zur Frau umoperiert und fühlte sich sein ganzes Leben als Mann. Erst hat er weibliche Hormone bekommen und dann männliche, das führte dazu, daß er sich dann die gewachsenen Brüste wieder entfernen lassen wollte, die durch die weiblichen Hormone entstanden waren.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  6. akutenshi

    akutenshi Sehr aktives Mitglied

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    9. Juli 2004
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    das ausergewöhnliche akzeptieren - ist das in unserer gesellschaft denn der fall. meine schwester (4) ist ein ganz normales kind nur ein bisschen übergewichtig und wird ständig gehänselt. sie kommt heim und sagt: "mimi bin ich dick? .... die xxx hat das gesagt.". verdammt nochmal sie ist 4! ich möchte nicht wissen was über ein wirklich außergewöhnliches kind gesagt wird. ich wurde in meiner ganzen schulkarriere nicht akzeptiert und ich war ein völlig normales kind - nur hab ich mich mit den falschen dingen beschäftigt.

    ich stimme zu dass es gerade bei zwittern ein problem ist.
     
  7. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
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    2.220
    Ort:
    bei Köln
    Liebe Tenshi,

    ich weiß, daß es oft schwierig ist, etwas außergewöhnliches zu akzeptieren. Mein Sohn war im Kindergarten in einer integrativen Gruppe, da wurde von den Erzieherinnen drauf geachtet den Kindern klar zu machen, jeder hat seine Werte und jeder kann etwas anderes gut. Meine Tochter war in einem stinknormalen Kindergarten und die Erzieherinnen haben sie immer als nicht normal angesehen, als zu sehr an mich gebunden ... Sie haben nicht die Stärken eines Kindes angeschaut und versucht das Kind zu stärken, sondern haben die Schwächen hervorgehoben. Zu mir wurde gesagt, es sei doch nicht normal, daß meine Tochter so auf mich bezogen ist ...

    Wenn Erzieher, Eltern und Lehrer damit richtig umgehen, sind Hänseleien nicht notwendig, sondern jeder kann in seiner Eigenart akzeptiert werden. Das fände ich ein Ziel für die Erziehung und nicht aus jeden einen 0815 Menschen zu machen. Das funktioniert sowieso nicht.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  8. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Und was machst du mit einem Schüler, der massiv den Unterricht stört oder Mitschüler drangsaliert? Kann der auch in seiner Eigenart akzeptiert werden? Oder heisst in diesem Falle die leider zur Leerformel mutierte Forderung, dass der Schüler eventuell anderswo besser aufgehoben wäre?

    Ähnlich bei den siamesischen Zwillingen. Yojo schreibt was von gesellschaftlicher Akzeptanz. Nehmen wir einfach mal hypothetisch eine Gesellschaft an, welche keine Akzeptanz für geistig oder körperlich behinderte Menschen hat. Ja und nun? "Jeder Fall ist ein Einzelfall", schön, gut, richtig, aber wo bleibt der Einzelfall ein solcher, wenn die Gesellschaft solche Menschen nicht mittragen will?`

    (Nebenbei: Man pflegt heute Lehrer und Erzieher im allgemeinen zu überfordern. Die Ansprüche der Eltern und Gesellschaft sind massiv gewachsen, sicherlich zurecht, aber auf der andern Seite sehe ich wenig bis keine Bereitschaft, entsprechende Schritte zu unternehmen, die zu einer Entlastung dieser Situation führen könnten, etwa die Anzahl Lehrkräfte wieder zu vergrössern.)
     
  9. Dwynwen

    Dwynwen Mitglied

    Registriert seit:
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    Wien
    Hallo Allerseits!

    Also gerade bei Zwittern sehe ich gesellschaftliche Probleme, denn wir hätte da ja schon mal die Grundproblematik, lasse ich mein Kind nicht operieren was schreib ich dann in den Ausweis rein? m oder w? Kann ich meinem Kind einen Rock anziehen oder eher Hose?

    Klar ich finde es nicht gut wenn diese Kinder gleich in ihren ersten Lebenstagen auf den OP Tisch geschnallt werden, aber gerade in einer Gaffer Gesellschaft wie unserer, mache ich das Kind doch sofort zu einem Aussenseiter wenn ich es nicht operieren lasse. Und wie erkläre ich dem Kind, das es weder Mädchen noch Bub ist?

    Es gab mal Zeiten, da war es vollkommen normal, das es Zwitter gab, in manchen Kulturen wurden sie auch besonders verehrt, aber ich denke in der heutigen Gesellschaft ist es einfach nicht möglich, weil wir Menschlein einfach immer in Schubladen denken. Und ein Zwitter passt halt nirgens richtig rein.

    Ich glaube aber auch, das jedes Kind das als Zwitter auf die Welt kommt, niemals glücklich werden kann, wenn es sozusagen gezwungen wird die Rolle eines Mädchens oder eines Burschen einzunehmen, weil sie eben nicht das Eine oder das Andere sind, sondern beides.

    Wäre die Medizin noch nicht so weit entwickelt, dann würden sich solchen Diskussionen über Zwitter oder Siamesische Zwillinge gar nicht stellen, es wäre einfach nicht möglich diese Problematik zu lösen, somit muß mans gezwungener Masen akzeptieren. Aber in Zeiten wo man sich schon seiner Altersfalten wegen unters Messer legen muß um akzeptiert zu werden, werden es Zwitter, Siamesische Zwillinge oder auch geistig Behinderte immer schwer haben.

    Und auch mit einer OP, die vielleicht vordergründig alles richtet, ist das Grundproblem nicht beseitigt, nämlich die Intoleranz von uns allen, die es solchen Kindern schlichtweg unmöglich macht ein normales ungestörtes Leben zu führen.

    Liebe Grüße Dwyny
     
  10. Idgie

    Idgie Neues Mitglied

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    hm, bei siamesischen zwillingen erinnere ich nur mal kurz an die geschehnisse im letzten jahr, als sich die 2 frauen die ja auch am kopf zusammen gewachsen waren (laden und ???) trennen lassen wollten.
    für sie war das leben also so nicht mehr lebenswert, und wollten die trennung um jeden preis.
    sie waren alt genug und es war ihr freier entschluß.
    ich denke mal aber auch das ist abhängig von den menschen, um die es geht. es mag sicherlich siamesische zwillinge geben, die mit ihrer lage zufrieden sind so wie sie ist.

    über zwitter habe ich mir bisher noch keine gedanken gemacht.

    prinzipiell denke ich auch, das die natur schon weiß was sie macht - aber mutationen gibt es dennoch.
    im tierreich würden siamesische zwillinge wohl keine chance haben zu überleben - weil wie sollten sie jagen oder sonstiges ?
    das würde die natur dann selber regeln ...... und hier versucht dann der mensch für den mensch das beste zu machen. (also das was er denkt, was das beste ist).

    und irgendwo denke ich, das jeder eine chance verdient hat - oder noch anders gesagt - ich bin froh das ich noch nicht in der lage war über leben und tot (durch abtreibung) in so einem fall entscheiden zu müssen.
    denn jetzt kann man sagen "ich würde ....." - aber ich denke wirklich sagen kann man das erst, wenn man selber in der situation drin steckt.

    liebe grüße
    birgit
     
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