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Widerstand in der Therapie

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von pluto, 6. September 2008.

  1. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
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    Hallo,

    in einem anderen Thread kam das Thema auf, dass "Widerstand als ein Therapiefehler" zu betrachten sei. In dem Sinne, dass Therapeut und Klient sich gemeinsam von der Lösung entfernt haben.

    In anderen Therapierichtungen ist Widerstand ein deutliches Indiz dafür, auf der richtigen Spur zu sein und genau hier weiter zu machen. Quasi den Widerstand zu überwinden, auch indem dem Klient dann Dinge gesagt werden, die für den Therapeuten recht stimmig sind, der Klient jedoch nichts mit anfangen kann. Trotzdem macht der Th. dann weiter in seiner Denkrichtung. Wird der Klient dann wütend o.a. dann kann es auch sein, dass der Widerstand "gewaltsam" gebrochen wird, z.B. durch recht aggressive und beleidigende Sprache und Wortwahl des Th. Glaubt der Kient immer noch an die Fähigkeit des Th., kann er sehr stark innerlich angegriffen und verletzt werden. Oder der Klient geht innerlich auf Distanz und betrachtet alles weitere Vorgehen des Th. äußerst kritisch.

    Wie habt ihr Widerstand in eurer Therapie erlebt und wie seid ihr bzw. euer Th. damit umgegangen?
    Was haltet ihr von der eingangs beschriebenen Aussage?

    Liebe Grüße Pluto
     
  2. Hannah06

    Hannah06 Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2006
    Beiträge:
    114
    Ort:
    Hamburg
    Hallo,

    find ich interessant ;) . Aber warum sollte ein Therapeut seinen Patienten beleidigen? Ich war mal bei einer Heilpraktikerin, die mich auch so anging teilweise, da dachte ich dann auch, das wäre so ne Art Provokationstherapie. ich für meinen Teil schaute dann einfach, obs stimmt, was sie sagte, ging aber nicht weiter drauf ein auf ihre Art und Weise, mir sonstwas an den Kopf zu werfen. Also, ich verteidigte mich nicht, auch wenn ich mich hinterher wunderte, wieso sie mir sowas sagt. Danach stellte sich dann öfter raus, dass das ihre Probleme waren, die sie da so sicher in mir zu sehen glaubte. Dennoch ging die Frau mir irgendwann auf die Nerven, dass mir die ganze Sache mit ihr nichts mehr brachte und ihc nicht mehr hinging. Ich finde, wenns an Respekt fehlt, dann hat das nichts mehr mit Therapie zu tun.

    Ich kam mir auch so abgegrast vor, heißt, dass sie ihre Konzepte hatte wie Widerstand heißt dies und das, und das wurde mir aufgepresst, statt es einfach zu verifizieren, ob das Konzept so stimmt, das sich irgendjemand mal ausgedacht hat. Da fehlte es irgendwie an Einfühlung und Verständnis. Statt dessen kamen irgendwelche Aburteilungen mit Kopfgeschüttel. ;) Für mich ist Therapie jedenfalls nichts mehr :D. Schon gar nicht, wenn mir jemand meine Widerstände brechen will .... hhuuuuh!

    Lieben Gruß
    Hannah
     
  3. Meetic

    Meetic Mitglied

    Registriert seit:
    2. Januar 2005
    Beiträge:
    110
    Ort:
    Niederösterreich
    Ich kenne die Problematik auf beiden Seiten.

    Als Klientin empfinde ich es als förderlich für den Gesamtprozess, wenn ich sehr deutlich auf meinen Widerstand hingewiesen werde - das gibt mir die Möglichkeit mir klar zu werden, was ich noch brauche um mich einer vielleicht schmerzhaften Wahrheit stellen zu können. Als Therapiefehler empfinde ich es so lange nicht, als der Widerstand als natürlicher Bestandteil eines Veränderungsprozesses stehen bleiben darf und thematisiert und bearbeitet wird.
    Ich empfinde Widerstand zu einem überwiegenden Teil als eigene "Unfähigkeit" und nicht als Therapiefehler.
    Ich denke, dass Widerstand ein sehr natürlicher Bestandteil in uns ist, der altes bewahren will, uns vor schmerzlichen Erkenntnissen schützen möchte und eine Grenze zieht, innerhalb derer wir sicher sind.

    Selten aber doch ist es passiert, dass ich innerlich einfach NEIN dazu gesagt habe, mit einem Thera weiterzuarbeiten (weil ich ihn nicht für kompetent genug halte, weil ich mich nicht wertgeschätzt fühle, weil der Zeitpunkt nicht passt,......) Bevor meine innere Kündigung aber so klar ist, dass ich wirklich gehe, äußert sie sich mitunter als heftiger Widerstand. Da ist schon ein Fehler - vielleicht auch in der Therapie.

    Auf der anderen Seite ist es für mich ungleich schwieriger ein klares Statement abzugeben - jetzt ruft aber erst mal das Frühstück!

    lg
    meetic
     
  4. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
    Ort:
    dort, wo es schön ist
    Hallo Hannah,

    Genau so habe ich es immer empfunden. :wut1: Ab und zu habe ich auch mit Klienten zu tun und früher dachte ich, am Widerstand dran zu bleiben, sei der Weg aus der Misere. Dann wurde es richtig schlimm und heftig und ich bekam übelste Dinge gesagt (oder geschrieben). Dies war also ein Weg in die Sackgasse. Seit dem mache ich um den Widerstand einen großen Bogen, habe dabei aber immer ein schlechtes Gewissen, denn ich komme mir vor, als ob ich zu feige wäre dort zu schauen, wo es notwendig wäre. Betrache ich jetzt den Widerstand als Therapiefehler, dann zeigt es sich, dass ich gar nicht so falsch lag, an andere Schauplätzen zu gehen.

    @ Meetic,

    Es dauert auch eine Weile, bis einem bewusst ist, was da in der Therapie mit einem passiert, und sich einzugestehen und für sich zuzugeben, dass der Therapeut schlimmstenfalls falsch ist und nicht helfen kann. Selbst das Ansprechen des Widerstandes hat immer in mir noch heftigere Mauern aufbauen lassen. Mein Misstrauen galt eher dem Th., denn ich kam mir wie "ausgefragt" vor, zu seinem Gunsten. Denn wusste er alles, konnte er mir auch nicht helfen einen neuen Weg zu gehen.

    Dieser Satz müsste alle Th. hellhörig werden lassen: Der Klient schützt sich vor ihm, weil er sich angegriffen fühlt. An diesem Punkt weiter zu "bohren" wäre schlimm für den Klienten und genau das passiert tagtäglich in den Praxen und Kliniken. :-(

    Liebe Grüße Pluto
     
  5. Meetic

    Meetic Mitglied

    Registriert seit:
    2. Januar 2005
    Beiträge:
    110
    Ort:
    Niederösterreich
    @pluto:

    ich habe es anders gemeint, als es rübergekommen ist:
    Ich meinte, dass ein Teil in uns diese Grenze zieht, unabhängig davon, ob es für den gesamten Menschen gut ist.

    Insgesamt dürfen wir uns aber schon auf unsere Instinke verlassen, die einfach checken, dass jetzt nicht der Moment ist, für Konfrontation.

    Auf der anderen Seite, als Beraterin erlebe ich Widerstand immer wieder. Für mich ist aber Widerstand nicht gleich Widerstand. Eine gewisse Scheu vor unangenehmen Antworten ist fast immer gegeben und ich sehe es sehr wohl als meine Aufgabe an Türen aufzuzeigen, die ein Klient alleine nicht anschauen, geschweige denn aufmachen würde - sonst bräuchte er mich ja nicht bezahlen und könnte seine Probleme selber lösen.
    Paradoxer Weise kommt es dann aber sehr oft dazu, dass wenn ein Anfangspunkt überwunden ist, Klienten so eine Aufdeckungsdynamik entwickeln, dass ich sie mitunter bremsen muss.
    Ich kenne aber (gott sei dank sehr selten) auch eine ganz andere Art Widerstand: dann geht gar nix und ich habe keine Lust mich daran auszubrennen. Natürlich frage ich mich dann auch mal, was ich falsch gemacht habe und manchmal komme ich zu dem Schluss, dass ich mir einen Schnitzer erlaubt habe.
    Für die Zusammenarbeit bedeutet das dann aber immer das Aus, egal an wem es liegt (das lässt sich nicht immer klären). Das tute ich meinen Klienten nicht an und mir auch nicht.


    lg
    meetic
     
  6. Hannah06

    Hannah06 Mitglied

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    10. November 2006
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    Komisch - aber wieso akzeptiert man das nicht einfach, dass der Klient womöglich noch nicht so weit ist und sich noch nicht mit dieser oder jener Thematik beschäftigen will und deshalb zumacht? Vielleicht ist ein späterer Zeitpunkt besser. Ich hatte mal eine Verhaltenstherapie bei einer Psychologin gemacht und von der fühlte ich mich nie angegriffen oder auf Widerstand, meines Erachtens, weil sie stets neutral und freundlich blieb. Wir klopften zwar zusammen gewisse Dinge ab, aber indem ich einfach nur mir dies oder jenes von der Seele sprach, half es mir schon gewaltig. Sie war aber immer sehr respektvoll und nett, da gabs keine Beurteilungen (wie Sie sind im Widerstand, das ist nicht gut, drum brechen wir ihn jetzt ;o)).

    Ich hab mal gelesen: Kommt Widerstand beim Klienten auf, spiegelt er den Widerstand im Therapeuten wider. Kann ich nachvollziehen. Der Therapeut kann schließlich nicht wissen, was gut für den anderen ist, der hat ja letztlich auch seine Baustellen. Nicht dass er die dann am Klienten bearbeitet. :rolleyes:

    Lieben Gruß von Hannah
     
  7. Lightning

    Lightning Aktives Mitglied

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    1.385
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    Wildeshausen, Nähe Bremen
    Hallo Pluto,

    ich kann Dich nun, da ich noch sehr neu hier bin, nicht einschätzen aber glaubst Du nicht, dass die Wiederstände des Klienten auch was mit Dir zu tun haben?

    Prinzipiell denke und erlebe ich es auch so, dass dort, wo der größte Wiederstand ist, das Zielgebiet ist. Die Frage ist halt, wie man dort hin kommt. Man kann das Ziel im Auge behalten und sich langsam annähern oder eben mit Gewalt und Druck vorpreschen. Da wird das Ergebnis immer auch Gegenwehr sein. Völlig normal...

    Soweit

    Gruß
    Lightning
     
  8. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. September 2004
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    19.310
    Hallo zusammen!

    Der Widerstand ist ein Phänomen, dass man auch an sich selbst entdecken kann. Wenn ich meine "Mental-Psycho-Methoden" mache, stoße ich immer wieder dran. Teilweise schon vorher und mache es dann nicht. Meistens ist es aber der Wunsch abzubrechen, aufzugeben und entsteht aus einer starken Überzeugung das es keinen Sinn hat, nichts bringen wird...

    Freud hat sehr viel über Widerstand geforscht und die Erfahrung gemacht, dass ab einem gewissen Punkt in der Therapie, der Patient die Behandlung regelrecht sabotieren.

    Es gibt einen guten, aber sehr langen Text über Widerstand in der Psychotherapie:

    http://home.arcor.de/g.mackenthun/lect/keywords/key03.htm

    VG,
    C.
     
  9. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
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    Ort:
    dort, wo es schön ist
    .

    Hi Condemn,

    was mir wichtig erschien und auch für mich positiv rüberkommt, habe ich oben mal hierher kopiert. Der Artikel war sehr aufschlussreich. Jetzt verstehe ich auch, warum bei Familienaufstellungen der Widerstand als "nicht-gesund-werden-wollen" hingestellt wird. Das liegt an der Psychoanalyse, die Bert Hellinger vor seinen Aufstellungen gelernt hatte.

    Zum Glück gibt es Menschen, die dies nicht so sang-und-klang-los hinnehmen und den Widerstand als etwas wichtiges ansehen, das sogar Trauma (mein Lieblingsthema :D) verbirgt. Das hatte ich mir auch schon überlegt, dass wenn der Widerstand zu heftig ausfällt, eine schwere seelische Verletzung dahinter liegt.

    @ Meetic,

    jetzt verstehe ich auch, warum man als Th. manche Themen ansprechen kann und bei anderen wird alles abgeblockt. Ob man die Grenze des möglichen / Ertragbaren überschritten hat, zeigt sich leider erst hinterher.

    Meinst du, dass es etwas in uns gibt, das schon viel früher Grenzen zieht, bis wir es bewusst wahrnehmen? :confused:

    @ Lightning,

    Hinzu kommt, dass das Gebiet, das geschützt wird, nicht so offensichtlich ist, wie man durch die Geschichten des Klienten glauben könnte. Oft steckt die Ursache in einem ganz anderen Bereich vergraben, der vergessen worden war, weil es so schlimm war.

    Die Gratwanderung, die du beschreibst, ist eine Kunst, die sich erst mit zunehmender Erfahrung immer mehr entwickelt, denke ich.

    @ Hannah,

    mit deiner Th. hast du wirklich Glück gehabt. So wie du es beschreibst, hat sie die wichtigsten therapeutischen Merkmale verinnerlicht und kann sie anwenden.

    Liebe Grüße Pluto
     
  10. Lightning

    Lightning Aktives Mitglied

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    Hallo Pluto,

    die Dinge, die geschützt werden, sind sicher ich viel öfters subjektiv schlimm als das sich wirklich etwas Dramatisches (z.B. Missbrauch, Misshandlung) abgespielt hat, wobei ich auch diese Dinge nicht kleiner machen will als sie empfunden werden...

    Natürlich gibt es viele Dinge, die im Dunkeln liegen, Erfahrungen, die brauchen, bis die Kraft ausreicht, um sie anzuschauen. Und ich bin mir auch sicher, dass auf einer anderen Ebene dafür gesorgt wird, dass Projektionen nicht aufeinander prallen, denn wir sollten uns ja nicht einreden, dass alle Therapeuten vollkommen frei sind. Und dieses innere Zurücktreten ist sicherlich eine der größten Theorien der Psychotherapiegeschichte. Das ist überhaupt nicht möglich, auch wenn viele das Glauben. Das ist ungefähr so wie positives Denken. Findet auch nur im Kopf statt, verändert aber nichts...

    Drei Punkte, die wesentlich zu Blockaden oder Widerständen führen fallen mir zudem ein: Loyalität, Glaubenssätze und natürlich Schattenanteile. Wer davon überzeugt ist, z.B., es nicht besser verdient zu haben wird sich über das eigene Schicksal nicht beschweren können, wer meint, sie/er wäre ohnehin nichts Wert wird nicht beginnen, für sich zu kämpfen. Und wer meint, sie/er müsse die Eltern schützen, die so schwach sind, waren und bleiben wird sich nie erlauben, ihnen das Leid vor die Füße zu werfen, welches man erfahren hat. Und wer sich selbst in den Eltern erkennt und dann aber zugeben müsste, genauso zu sein wird sich nicht selten mit Händen und Füßen dagegen wehren. Ich erinnere mich, wie ich wild schreiend vor meiner Freundin stand, weil sie immer meinte ich wäre Aggressiv. Ich? ICH? ICH BIN NICHT AGGRESSIV! Naja, als es dann plopp machte mussten wir beide ziemlich lachen. Aber das hat schon gedauert und der Kampf war wirklich hart...

    Mal so ein paar Gedanken noch dazu...

    Gruß
    Lightning
     
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