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wasser und salz

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von kona, 24. Juli 2014.

  1. kona

    kona Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. August 2010
    Beiträge:
    5.254
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    wasser und salz

    es war einmal ein kleiner bergsee mit namen siufriskh, der siebenfrische. so kristallenklar war er, bis zum grund lag er offen und lesbar. sein wasser hatte ganz leicht den geschmack von granit, und die geliebte wacholderin verlieh die allerleichteste bitterkeit, nur ein hauch, eine frische von bitter...
    der kleine bergsee hatte murmeln gehört, von tropfen die neu wiedergeboren vom himmel fielen. dass es in den tiefen ländern das meer gäbe, ein riesiger see sei das, ein salzsee von schier endlosem inhalt, der sich ewig erneuere, und dennoch immer der gleiche bleibe.
    wie faszinierend, dachte siufriskh, wie fremd und sonderbar. da will ich hin, das will ich sehen, das meer!
    und er machte sich auf die reise, plätscherte eifrig hangabwärts, die struppigen berggräser schauten verwundert ob der plötzlichen eile des sonst so stillen bergees, grad hatten sie noch zeit um "gute reise!" ihm nachzurufen...
    und, wie fremd und sonderbar fürwahr. die reise zum grossen salzsee veränderte siufriskh, wie er es nie gedacht hätte. durch die vielen länder zog er; und von überall, von jedem grund über den seine reise ging, nahm er eine spur von salz mit sich. das geschah ihm einfach so, ohne dass er das beabsichtigte. das reisen machte ihn salzig.
    und als siufriskh schlussendlich zum meer gelangte und sich, müde aber auch stolz auf sich, in den grossen salzsee vermengte - da konnte er sich gar nicht mehr recht erinnern daran, wie es gewesen war, so als bergsee.
    und siufriskh verstand die salzigkeit des meeres - es waren die tränen der reise über die erde. die tränen des satten erlebten lebens, die gleichzeitig den abschied vom salzlosen anfang bedeuten.
    und dann, welch überraschung! spürte siufriskh eine hitze und helligkeit, dass dem armen ehemals siebenfrischen bergsee angst und bange wurde. wie geschah ihm bloss, er wurde heisser und leichter und hob sich und hob sich - er schwebte ja! und er vergass ganz und gar, dass er mal siufriskh geheissen hatte, und er vergass ganz und gar die lange reise, weil, so neu und leicht war diese reise durch die luft als kleinstes wasserteilchen, wer hätte da noch an irgendetwas anderes denken wollen?
    ...es wurde kühl. siufriskh der ehemalige spürte das mittreiben im wolkenzug, überhaupt zog es ihn zusammen und zusammen, schwer und schwerer wurde sein gefühl. huh, da gings abwärts mit ihm, wie schnell das fallen doch ist! und - platsch! - siufriskh der ehemalige fiel tropfenfussvoran mitten in einen kleinen bergsee.
    "ja grüss dich", sagte der bergsee, "woher kommst du denn?". und siufriskh, murmelnd, begann zu erzählen...
     

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