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Wall-Street-Analyst legt sich mit Pharmafirma an

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Tarbagan, 3. Juni 2011.

  1. Tarbagan

    Tarbagan Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. September 2010
    Beiträge:
    6.880
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    http://dealbook.nytimes.com/2011/06/01/for-one-whistle-blower-no-good-deed-goes-unpunished/

    Für all diejenigen, die kein so gutes Englisch haben, erklär ich den Artikel in den wichtigsten Zügen:
    David Maris war ein Top-Analyst für die Bank of America, der vor allem mit der Pharmabranche vertraut war. 2003 hat er einen Bericht über eine kanadische Pharmafirma namens Biovail geschrieben, und die Aktie auf "sell" gesetzt, soll heißen man solle die Dinger seiner Meinung nach loswerden (buy-hold-sell: kaufen-halten-verkaufen). Und zwar hat er die Erklärung der Firma, warum sie ads Quartalsziel nicht erreicht haben, als absurd und unglaubwürdig abgetan: Angeblich habe ein LKW voller Medikamente einen Unfall gehabt.

    Biovail hat Maris und die Bank of America 2006 verklagt, und ein paar andere Beteiligte auch noch. Ein legal killing spree, sozusagen. Sie sagten, es sei eine riesige Verschwörung der Börse im Gange, um die Firma bankrott zu treiben.
    Zuerst stand die Bank of America zu ihrem Analysten, aber kurz vorm Ende von 2006 warfen sie ihn raus - kurz, bevor er seine Boni (die sich auf 21 Millionen belaufen) ausgezahlt hätte bekommen.

    Später hatte Biovail Probleme mit der SEC (man könnte sagen die amerikanische Finanzaufsicht), und wurde schließlich in mehreren Fällen schuldig gesprochen, Steuerhinterziehung etc. Es stellte sich heraus, dass die Fakten, die Maris präsentiert hat, der Wahrheit entsprachen. Biovail ließ alle Klagen gegen ihn fallen, aber gleichzeitig wurde ein Knebelvertrag ausgehandelt, sodass er weder sein Geld zurückverlangen noch auf sonstige Weise die Firma rechtlich belangen könne.


    Jetzt erzählt Maris, wie er seit dieser Klagen systematisch ausgegrenzt wird: große Banken wollten ihn nicht mehr als Analysten (trotz seiner Top-Arbeit!), nicht einmal Hedge-Fonds sagten ihm zu. Momentan hat er aber wieder einen Job gefunden. Auf Konferenzen von Firmen darf er keine Fragen mehr stellen, und und und ...

    Er sagt selbst, er würde den Weg, den er eingeschlagen hat, nicht nochmal gehen. "Die Wahrheit" zu sagen sei es einfach nicht wert gewesen.
     
  2. Nelly111

    Nelly111 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Mai 2011
    Beiträge:
    1.173
    vielleicht war die Wahrheit es für ihn persönlich nicht wert ausgesprochen zu werden. Doch für den Menschen schon!

    LG
    Nelly
     
  3. FraterMoarte

    FraterMoarte Mitglied

    Registriert seit:
    9. Oktober 2008
    Beiträge:
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    Österreich
    Seit wann ist diese Firma im Aktienindex notiert? Anscheinend glauben manche Firmen tatsächlich das eine Aktiengesellschaft wie eine GmbH zu führen ist. Auf der anderen Seite werden Analysten die tatsächlich ihren Job machen und mit der Wahrheit herausrücken, mit Klagen bombadiert.
    Insofern hat dann wiedermal keiner wirklich etwas von der Wahrheit gehabt.
     
  4. Nelly111

    Nelly111 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Mai 2011
    Beiträge:
    1.173

    Doch
    denn alleine dass dieser Beitrag hier gelesen wird zeigt die Wahrheit auf, also denken zumindest genau diese Leser hier ein bisschen mehr über die Wahrheit nach. Das ist es schon Wert gewesen!
    LG
    Nelly
     
  5. FraterMoarte

    FraterMoarte Mitglied

    Registriert seit:
    9. Oktober 2008
    Beiträge:
    385
    Ort:
    Österreich
    Ist es auch wert gewesen, das sich nach diesem Szenario danach keiner mehr die Wahrheit sagen traut, weil er eben dann genau diese Konsequenzen befürchten muss, um von Firmen die ihrer wirtschaftlichen Funktionalität nicht anständig nachkommen, verklagt zu werden?
    Im Grunde genommen scheint es hier an einer ordnungsgemässen Aufklärung gescheitert zu sein.
     
  6. peterle

    peterle Aktives Mitglied

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    "nicht trauen" stimmt nicht so ganz

    durch meinen vater bekomme ich recht gut mit, dass eine immer breiter werdende neuorientierung aus seiten der "schulmedizin" bzw. von "schulmedizinern" gibt.
    die pharmaindustie tritt dabei zunehmend in den hintergrund bzw verliert an bedeutung.

    wie auf dem üblichen markt wird zwar mit einem selektiven angebot auch eine suggestive nachfrage initiert, aber kunden und verteiler können diese mechanismen durchaus nachhaltig beeinflussen.


    die lobby ist zwar derzeit ziemlich gigantisch, aber nicht allmächtig!
     
  7. lichthelfer

    lichthelfer Mitglied

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    Im Grunde geht es darum, ob es MIR wert ist, hinter MEINER Überzeugung zu stehen, auch wenn ich meinen Job verliere, ins Gefängnis komme, mein Hab und Gut verliere oder ans Kreuz genagelt werde, wies schon vor 2000 Jahren einem ergangen ist, der das gemacht hat.
     
  8. peterle

    peterle Aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Ort:
    halle
    büschn alberner querverweis
    märtyrertum auf dieser ebene ist nonsens und bringt keinem was
    tendiert m.e eher in richtung fanatismus

    ist letzten endes dann das gleiche
     
  9. Shimon1938

    Shimon1938 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    16.742
    Ort:
    Witzenhausen/Hessen in BRD


    ... unnd was ändert sich durch die wahrheit für die menschheit?

    (seit urhzeiten und in jede epoche gab es mutige köpfe, die "warheiten" ausgsprchen haben ... und trotzdem hat sich für die grossteil der menschen nichts verändert: wir haben "sklaven"= harz4 "empfänger", "leibeigene"=leiharbeiter, "adel"=aufsichtsräte ... und irgendwo sitzt auch noch ein "könig"
     
  10. Tarbagan

    Tarbagan Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. September 2010
    Beiträge:
    6.880
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    Mit dem ersten Satz hast du auf jeden Fall recht - Ärzte orientieren sich neu. Ich hab letztens einen Arzt in meinem Bezirk gesucht; ohne Scheiß, ich habe KEINEN (!) Allgemeinmediziner gefunden, der NICHT irgendeine alternativmedizinische Praxis im Angebot hatte. Sei's drum.

    Allerdings tritt dadurch die Pharmaindustrie nicht unbedingt in den Hintergrund. Die verdienen nämlich ohnehin am meisten an den "schweren" Krankheiten, wo intensiv medikamentiert werden muss oder es nur wenige Mittel zur Anwendung gibt (wie z.b. Gilenya, das neue Multiple Sklerose Medikament von Novartis).
    Allerdings stimmt es, dass die Pharmaindustrie es immer schwerer hat; durch diverse Auflagen wird es immer unmöglicher, ein neues Medikament auf den Markt zu bringen. Die Kosten dafür belaufen sich schon auf mehrere Millionen bis zu einer Milliarde Euro.


    Ansonsten:
    Das sollten sich manche Leute mal hinter die Ohren schreiben. Viele Menschen haben keine Ahnung, WAS durch Lobbying möglich ist und was nicht. Und wenn ich mir dann Weltverschwörungen und verrückte politische Intrigen anhöre und immer von der Pharmalobby die Rede is, muss ich mir schon manchmal an den Schädel greifen.
     
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