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Vergangenheit im Zerrspiegel

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von intrabilis, 8. März 2005.

  1. intrabilis

    intrabilis Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Februar 2005
    Beiträge:
    1.541
    Ort:
    ungefähr da
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    oder konstruktive Erinnerung möchte ich diesen Thread nennen (hiermit geschehen)

    Aber zuerst wünsche ich Euch allen einen guten Morgen und einen angenehmen Tag

    Ich habe wieder mal eine dieser schlaflosen Nächte, also hab' ich gelesen und nachgedacht.
    In einem Magazin über Gehirnforschung/Psyhologie erweckte ein Artikel mein besonderes Interesse.
    Beschrieben wird ein Test, durchgeführt von Ulric Neisser und Nicole Harsch (Emory Universität).

    Rund 100 Personen sollten am Morgen nach der Challenger Katastrofe (1986) schriftlich festhalten, wie sie von diesem Desaster erfahren hatten.
    Gefragt wurde nach sieben exakt formulierten Punkten zb. wo waren sie, wer war dabei, woher kam die Information.
    Nach mehrern Jahren wurden diese Personen abermals danach befragt.
    Ergebnis:
    3/4 der Befragten konnten sich nicht einmal erinnern an dieser Befragung schon einmal teilgenommen zu haben.
    1/4 lieferte in allen sieben Punkten eine abweichende Version.
    Von 7 möglichen Übereinstimmungen wurden im Schnitt 2,9 erreicht.
    Der Versuch, die verwischte Erinnerungsspur mit Hilfe von Anregung und Suggestion wieder aufzufrischen, war völlig vergeblich.
    Die Reaktionen der Probanden ging von "das soll ich gesagt haben" bis "ich glaube trotzdem, dass es anders war".
    Schluss:
    Der Grad der Sicherheit, mit dem die Personen ihren Erinnerungen vertrauen, hat keinen Einfluss auf die Richtigkeit.
    Das Gedächtnis montiert die Vergangenheit bei Bedarf im Sinne eines Indizienbeweises zusammen und interpretiert sie neu.
    In die Rekunstruktion der Vergangenheit fliessen Dinge wie: später erworbene Kenntnisse, kulturell vermittelte Klischeevorstellungen und,
    last not least, das Bedürfnis sich selbst in ein möglichst positives Licht zu rücken.
    Diesen Einflüssen können wir uns nicht entziehen, geschweige denn steuern.

    Das heist auf Deutsch: unser Gehirn verzerrt unsere Erinnerungen und damit unsere eigene Vergangenheit.
    Das sogenannte "fotografische Gedächtnis" existiert nicht.

    Jetzt wirft das bei mir einige Fragen auf.
    Wie sieht's mit der Gegenwart aus? Hält unser Gehirn allzu "schädliche" Eindrücke von uns fern?
    Wie real ist dann die Gegenwart?
    Und zuguter letzt.
    Wo ist unser heissgeliebter "Freier Wille", wenn unsere Erinnerungen (Erfahrungen), auf deren Basis viele Entscheidungen getroffen werden nicht der Realität entsprechen?
    Sind wir nun die Lenker oder werden wir gelenkt?

    Es ist jetzt 4:20 und ich werd' mal wieder versuchen etwas Schlaf zu ergattern.

    Ich wünsch Euch allen noch was
     
  2. Wendezeit

    Wendezeit Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. März 2004
    Beiträge:
    2.467
    Ort:
    NRW
    Hi,
    ja ich bin der Meinung wir blenden eine ganze Menge aus. Wir können vor einem Baum stehen und sehen nur das Auto davor. Wir sehen einen Menschen und können nichts nettes an ihm entdecken, einige Jahre später kann sich das in Bezug auf den gleichen Menschen total ändern. Das Gehirn filtert nach Wichtigkeit (wobei Wichtigkeit aus Erfahrungen resultiert). Es werden aber nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Informationen ausgeblendet, meist wohl aus Angst vor dem Unbekannten.
    Ich glaube schon an den freien Willen, aber der wird von der von uns erwünschten Weiterentwicklung gelenkt, bzw. dem erwünschten Stillstand. Wenn ich hier so manche Forumsdisskussion betrachte fällt das stark auf (an mir natütlich nicht :) ). Es gibt Menschen, die saugen neue Informationen auf wie ein Schwamm, andere wieder scheinen überhaupt keine Möglichkeit zu haben, sich auf neue Sichtweisen einzustellen.
    Aber ich denke sowohl das eine als auch das andere hat seinen Sinn.
    Ich denke diese Sicht kann auch auf die politische Ebene angewandt werden. Der Mensch bestimmt welche Erfahrungen er machen will, die Masse auch.
    Ich glaube, dass nur Menschen, die von wenigen Ängsten geplagt werden, wirklich viel sehen können und wenig ausblenden.
    Elke
     
  3. Cailly

    Cailly Mitglied

    Registriert seit:
    21. Februar 2005
    Beiträge:
    214
    Ort:
    Dortmund
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    Hallo Elke,
    ich hab mir mal einen Satz aus deiner Antwort rausgepickt, weil ich denke das es etwas sehr wichtiges ist:
    Ich denke das Ängste eine sehr wichtige Rolle im Leben und handeln eines Menschens spielen - wobei ich denke das es besonders auch darauf ankommt wie man mit den eigenen Ängsten umgeht...
    Ein Mensch der seine eigenen Ängste völlig verdrängt wird sicherlich kaum Bereit sein neue Erfahrungen zu zu lassen...
    Aber das Wissen und Bewusstsein der eigenen Ängste stellt auch noch keine sooo große Veränderung dar , denn es gehört neben der eigenen Erkenntniss der eigenen Ängste und der Bereitschaft sie anzugehen, auch eine gewisse "Hilfe von Aussen" dazu um mit diesen Ängsten anders umzugehen zu lernen - insbesondere wenn diese Ängste aufgrund problematischer zwischenmenschlicher Beziehungen entstanden sind.
    Nicht umsonst werden Angst-Störungen mitlerweile als Krankheit bezeichnet und im Psychologischen Bereich als Behandlungsbedürftig angesehen - gerade weil Ängste einen Menschen sehr stark beeinflussen können in seiner gesamten Lebensweise und die Lebensqualität stark beeinflussen.
    Je weniger Ängste jemand hat - es sei denn er glaubt gar keine zu haben, das ist dann meist nur ein komplexes Verdrängen - desto leichter wird derjenige zurechtkommen und bereit und fähig sein sich weiter zu entwickeln und offen für neues zu sein.

    nachdenkliche grüße von einer relativ "ängstlichen"
    Cailly
     
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