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Unser Sozialstaat in der Praxis

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von esoterix, 17. Mai 2010.

  1. esoterix

    esoterix Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. März 2009
    Beiträge:
    1.436
    Ort:
    Rhein-Main-Gebiet
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    Bitte nicht wieder als Gejammer auslegen, denn ich beklage mich persönlich nicht im Geringsten, denn ich zum Glück stabil genug um dieses Spiel durchzustehen. Gleichwohl mache ich mir aber Sorgen um Mitmenschen, die einer solchen Behandlung nicht gewachsen sind. Daher möchte ich euch meine bisherigen Erfahrungen einmal schildern:

    Vor 3 Jahren zog ich die Notbremse und kündigte meinen Arbeitsplatz, der mich seit Jahren über alle Maße belastet hatte. Zunächst folgte einfach nur die Suche nach einer anderen Stelle, was wenig erfolgreich war. Allerdings setzte mir die Behandlung durch das Arbeitsamt sehr zu und ich wußte damals nicht, was ich mehr fürchtete: Arbeit zu haben, oder keine. Auf jeden Fall fand ich schließlich wieder eine Anstellung, merkte jedoch schnell, dass ich den Anforderungen nicht mehr gewachsen war. So wurde mir nach 35 Berufsjahren zum ersten Mal gekündigt. Erneut dem Druck der Arbeitsverwaltung ausgesetzt, ging ich endlich zum Arzt und war seitdem krankgeschrieben. Burnout, Erschöpfungsdepression, Distymia und andere Diagnosen habe ich gehört und gelesen. Dann kam eine 6-wöchige Reha, während der mein Zustand sich nicht besserte, sondern das Gegenteil eintrat. Als mich die Krankenkasse schließlich aussteuerte, stellte ich auf Anraten aller beteiligten Experten einen Rentenantrag. Nun ging es erst richtig los: Wieder zum Arbeitsamt, Gutachter hier, Gutachter dort: Abgelehnt. Widerspruch. Der Gutachter des Arbeitsamts hatte derart geurteilt, dass ich noch zwischen 3 und <6 Stunden arbeitsfähig bin, worauf ich mit diversen Einschränkungen als arbeitsuchend aufgenommen wurde. Damit könnte ich leben, denn dieses Pensum traue ich mir z.Zt. gerade noch zu. Stunden später hatte das schlechtere Gutachten des Experten der BFA zur Folge, dass ich nun wieder als voll erwerbsfähig gelte, was bedeutet, dass ich erneut mit min. 10 Stunden incl. Fahrt rechnen muss. Dies ist völlig unmöglich, da ich nach spätestens 3 Stunden Arbeit erschöpft bin und mich regenerieren muss. Krank schreiben geht nun auch nicht mehr. Sch....spiel könnte ich nun sagen, wenn der Staat mich mit allen Mitteln austricksen will, dann mache ich es halt auch so. Das aber ist nicht mein Ding und auch nicht sinnvoll, weil jeder Chef sehr schnell merken würde, was mit mir los ist. Es reicht im Übrigen ein Monat ohne Beitrag zur Rentenversicherung, um den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zu verlieren. Alle beteiligten Ärzte sehen es realistisch, aber ein Gutachter reicht, um mich in diese schwierige Lage zu bringen. Hätte ich nicht meinen festen Standpunkt auf Gottes Boden, im Universum oder wie wir es auch nennen wollen, ich wüsste nicht mehr ein, noch aus. Zum Glück kann mich das nicht weiter drücken, aber ich denke, dass unser "Sozialstaat" mit diesen Methoden schon viele in den Selbstmord getrieben hat.

    ....ich werde euch auf dem Laufenden halten. :)

    lg esoterix
     
  2. Khors

    Khors Mitglied

    Registriert seit:
    26. April 2010
    Beiträge:
    656
    Werde Mitglied beim VDK (5,- im monat)

    Nochmal Rentenantrag

    Solange krank schreiben lassen, bis der Rentenantrag bewilligt ist.

    (notfalls hausarzt wechseln)

    Bei Ablehnung des Rentenantrages alles dem VDK übergeben, der macht den

    Wiederspruch bis zur letzten Instanz.

    Viel Erfolg !
     
  3. Alice94

    Alice94 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. März 2010
    Beiträge:
    3.103
    Hallo!

    Stress im Beruf ist sicherlich für viele ein Thema. Die Belastung kann körperlicher oder seelischer Natur sein. Ich bin zunächst dafür, dass der Betroffene versucht, Konflikte im Betrieb zu lösen, indem er z. B. das offene, sachliche Gespräch mit seinen Mitarbeitern oder dem Chef sucht. Es ist vor allem für Burnout-Gefährdete wichtig, Grenzen zu setzen, auf sich und die Warnsignale seines Organismus' und seiner Psyche zu achten und berufliche Aufgaben entsprechend der individuellen Belastbarkeit zu delegieren. Das kann aus meiner Sicht auch beinhalten, dass man zu verrichtende Arbeiten mal liegen lässt. Sind all diese psychologisch-organisatorischen Maßnahmen erfolglos, ist es bestimmt sinnvoll, sich langfristig einen neuen Arbeitsplatz zu suchen, bei dem man nicht solchen gewaltigen Belastungen ausgesetzt ist. Das ist vollkommen verständlich und legitim.

    Wer an einem schweren Burnout-Syndrom leidet, sollte eine psychotherapeutische Fachklinik aufsuchen, um die psychisch-körperliche Symptomatik des Burnout-Syndroms aufzuarbeiten und um Strategien zur Behandlung zu entwickeln. Entspannungsübungen wie meditative Praktiken oder autogenes Training kann sich gewiss auch als hilfreich erweisen, um dem alltäglichen Stress standzuhalten. Gönne Dir Ruhe und Pausen. Mache jeden Tag etwas Urlaub, um die psychische Balance zu erhalten. Überfordere Dich nicht, sondern schaffe bewusst und gezielt.
     
  4. mindanao

    mindanao Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2007
    Beiträge:
    339
    Ort:
    Mrigashira
    Warst Du jemals berufstätig?
     
  5. Isisi

    Isisi Guest

    Wäre es möglich evtl. von vorneherein eine dreiviertel oder halbe Stelle zu suchen? Dann könntest Du 4-6 Std. am Tag arbeiten, ohne ständig dein Pensum nicht zu erfüllen. Oder wird es dann finanziell zu eng?

    Eine Freundin von mir fiel es auch schwer 100% zu arbeiten und konnte auf 75% reduzieren. Ist natürlich auch eine finanzielle Entscheidung und je nachdem wie niedrig das Gehalt ist vielleicht nicht machbar.

    Lg Isisi
     
  6. Alice94

    Alice94 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. März 2010
    Beiträge:
    3.103
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    Nein, noch nicht.
     
  7. kosima

    kosima Mitglied

    Registriert seit:
    5. Juli 2009
    Beiträge:
    754
    Ort:
    Deutschland
    Hallo Esoterix.

    Gut dass du dieses Durchhaltevermögen hast die Strukturen dieses Systems
    klar durchschaust ,und auch siehst dass es andere eben nicht schaffen oder nicht mehr.
    Ich wurde krank und habe noch einiges vor mir.Hatte aber bis jetzt Glück mit den zuständigen Sachbearbeitern,wofür ich sehr dankbar bin.Ich kann nicht mehr voll in Berufsleben einsteigen wenn möglich und so siehts gerade aus
    kann ich an einem Platz helfen und arbeiten wo gerade Menschen die es nicht mehr schaffen unterstützt werden

    @Alice
    Irgendwie bewundere ich dich ja schon wie du mit deinen 16 Jahren über alles
    mögliche Bescheid weisst.redegewandt bist oder dies zumindestens aufs Papier bringst.
    Nur hat Esoterix 35 Jahre gearbeitet ,und nun frage ich mich wie willst du einem Menschen etwas raten das du nur aus der Theorie kennst
    Und das ist oftmals genau das Problem das wir haben egal ob Jugendamt,Sozialamt Arbeitsamt.Es geht nicht darum dass die dort eine Ahnung haben sondern wie die Menschen am Besten abgefertigt werden.
    Da könnte ich X Beispiele nennen wie zum Beispiel eine 30 jährige einem Schichtarbeiter sagt dass er weiter schichten kann (nach 36 Jahren Schichtarbeit jetzt alleinerziehend)mit der Begründung ,ander packen das auch.
    Oder eine 30 jährige beim Jugendamt ohne Kinder die sich vom Vater der Kinder einlullen lässt bis eine Therapeutin mal Tachilles geredet hat
    Und eins zählt heute eben nirgens mehr Werte ,Anerkennung,Achtung vor den Menschen.Denk mal drüber nach

    Namaste Kosima
     
  8. DadalinSpa

    DadalinSpa Guest

    Ich kenne deine Fachkompetenz nicht esoterix.

    Eines weiß ich, im Alter hat man viele Erfahrungswerte gesammelt und Erfahrungswerte bedeuten eine enorme Zeitersparnis für ein Unternehmen.
    Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass man dich bisher falsch eingesetzt hat.
    Ein guter Unternehmer richtet dir dein Arbeitsplatz so ein, dass du effizient arbeiten kannst. Ich zum Beispiel hätte keine Schwierigkeiten damit, wenn du auch regelmäßig kleine Pausen einlegst. Das heißt, wenn du dir mal wirklich kurz Ruhe gönnst. Danach hast du wieder Energie und kannst so etappenweise Ziele in Angriff nehmen. Das du nicht mehr wie ein Jungspunt agierst ist dann auch normal. Ich rechne auch eine gewisse Trägheit mit ein, was einfach total normal ist. Der Geist wächst und der Körper wird eben mit den Jahren wieder schwächer. Ich halte deinen Fall sogar für zukunfsweisend. Das gilt zumindest für Deutschland in welchem das Durchschnittsalter immer höher ist und die Gesellschaft mehr und mehr zu einer Greisengesellschaft wird.

    Du lässt dich auch ein wenig hängen finde ich und machst dich wahrscheinlich schlechter als du bist.
    Du hast jahrelang eintönig gearbeitet und es ist kein Wunder, dass du Mühe hast dich völlig neu einzuarbeiten. Diesen Elan, den man dafür benötigt ist ab einem gewissen Alter schwer aufzubringen. Aber du besitzt Erfahrungswerte und diese Erfahrungswerte kannst du doch auf andere Systeme übertragen und ein Unternehmen davon profitieren lassen.
    Du musst dir sowohl deine Schwächen vor Augen halten, aber auch die Stärken sehen.

    Ich denke nicht mal ansatzweise daran, dass du jetzt bereits in Rente müsstest. Du musst einfach checken, dass du dir etwas suchen musst, was zu dir passt und es ist eben wichtig sich selbst ganz stark zu motivieren.
    Am Anfang ist es immer Mühe, das ist normal und am Anfang hat man auch enormen Stress, wenn alles neu ist. Das wirst du auf Grund deiner Erfahrung schließlich auch am Besten kennen. Ist schließlich in jeder Lebenslage so.

    Burnouts entstehen, wenn du dich einseitig überanstrengt hast.
    Ich kenne mich selbst damit sehr gut aus, trotz meiner Jugend.
    Aber sieh im Burnout auch die Stärke. Wenn du derart ausbrennen kannst,
    dann kannst du auch im gleichen Maße wieder richtig Power haben.
    Du musst nur die Energie richtig lenken, auf ein konstruktives Ziel und einfach glauben, dass dir bei Zeit die richtige Türe geöffnet wird.

    Und wie du siehst, es ist wieder das Thema. Du gibst dem Sozialstaat die Schuld. Scheißegal was die von dir fordern. Glaube an dich und setze deine Ziele einfach durch. Darauf kommt es an und nicht der Blick auf äußere Umstände.

    Viele Grüße

    D.
     
  9. DadalinSpa

    DadalinSpa Guest

    Ach, lass die Kleine doch. Sie ist noch jung und versucht sich einfach sprachlich anzupassen und eine eigene Meinung herauszubilden.
    Sie hat Potential und wird das nötige Feingefühl sicherlich noch entwickeln.
    Sie hat Erfahrungswerte auf kleiner Ebene und überträgt diese eben auf etwas größere Systeme. Da fehlt ihr eben noch die nötige Einsicht und ich zum Beispiel werde auch erst in 30 Jahren wirklich mitreden können, aber darauf freue ich mich.

    In meinem Studium habe ich auch viel Theorie gelernt und weiß durchaus, dass man in der Praxis oft nur sehr wenig bewegt auf Grund des Trägheitsverhaltens der Mitmenschen. Die Menschen sollen heute immer so flexibel und anpassungsfähig sein, aber es wird völlig missachtet, dass das Alter Starre bedeutet und dafür großen geistigen Background.
    Würde man die Fachkompetenz des Alters mit dem Elan der Jugend paaren, hätte man wesentlich effektivere Teams.
    Da muss ein Umdenken endlich mal stattfinden.
     
  10. esoterix

    esoterix Aktives Mitglied

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    Danke für euere Beiträge, auf die ich jetzt nicht umfassend eingehen, sondern nur noch folgendes anmerken will:

    In die heutige Situation bin ich sehr langsam hineingerutscht, teils aus falsch verstandenem Pflichtbewusstsein, aber auch durch Mangel an erkennbaren Alternativen. Heute ruht meine Zuversicht tatsächlich auf dem von Dadalin angesprochenen Vertrauen darauf, dass sich die richtige Türe im rechten Moment auftun wird, was bislang noch nicht der Fall war.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ihr die Zustände in unserer Arbeitswelt wirklich kennt. Rücksicht auf Personen, die nur noch über vermindertes Leistungsvermögen besitzen, kennt der 1. Arbeitsmarkt nicht. Hier hat nur der eine Chance, der dauerhaft überdurchschnittlich belastbar ist. Schon 2004 habe ich auf ärztliches Anraten die Abeitszeit reduziert, was die Firma finanziell entlastet hat, mich jedoch nicht; der Druck wurde immer höher. Größere Unternehmen stellen längst kein Personal mehr ein, das vorne eine 4 hat. Kleinere schon, aber dort herrschen Wildwest-Regeln. Diese Unternehmen können nur überleben, wenn sie die staatlich geforderten Standards nicht wirklich erfüllen, sondern sie lediglich bescheinigen. Dort gibt es keine geregelte Arbeitszeit, keine bezahlten Überstunden, keine Zulagen und krank darf man auch nicht wirklich werden.

    In Rente will ich nicht wirklich, bzw. dauerhaft, nein. Aber es ist die einzige Chance, die unser System theoretisch anbietet, um die notwendige Zeit zur Genesung zu bekommen. Mein Nervensystem ist derart ausgelaugt und nur durch ein Antidepressivum ist meine Stimmung, wenn zwar festgetackert, aber auf erträglichem Level. Allein die Taubenschlagatmosphäre in unseren Büros treibt mich zur Verzweiflung. Die Bewilligung wäre ohnehin nur für 2 Jahre, ein Zeitraum, in dem ich regenerieren könnte. Und, wie ich es mir vorstelle, über einen erlaubten Minijob in den Bereich hineinwachsen zu können, wo ich hin will.

    Ja, ich bin Mitglied des VdK, der die Formalitäten erledigt. Auf die faule Haut legen möchte ich mich nicht, aber auch nicht mehr ständig im Zustand der körperlichen/mentalen Erschöpfung mir auferlegte Pflichten erfüllen, während ich mein persönliches Umfeld komplett vernachlässige. Ist das zuviel verlangt?

    lg esoterix
     
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