1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im grössten und ältesten Esoterik-Forum!
    Hier findest Du alles zu Astrologie, Lenormand und Tarot, Karten legen, Feng-Shui, Traumdeutung, Religion und Spiritualität, Engel, Familien-Aufstellung, Gesundheit, Reiki
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Unique Existence

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Eintagsfliege, 12. September 2009.

  1. Eintagsfliege

    Eintagsfliege Neues Mitglied

    Registriert seit:
    27. August 2009
    Beiträge:
    15
    Ort:
    Niederösterreich
    Werbung:
    Achtung: Diese Geschichte wird in zwei Sichtweisen erzählt, die von Lillith und Samiel.
    Würde mich über Komplimente, Kritiken etc sehr freuen!

    Unique Existence ​

    Vorwort​

    Hoffnungslos.
    Ja, das war ich.
    „Ein hoffnungsloser Fall“, so wie meine Eltern mich damals nannten und mir jeden Tag in meinem verdammten Leben einbläuten, war es doch kein Wunder, dass ich mich nicht mehr für andere interessierte.
    Was heißt für andere? Ich interessiere mich für NICHTS. Rein gar nichts was mich irgendwie am Leben halten konnte. Zwecklos.
    Den genauso ohne jeglichen Sinn und Zweck erblickte ich einst mein nutzloses Leben. War ich denn wirklich so anderes als die anderen? Höchstwahrscheinlich. So behaupteten es jedenfalls alle und ich war auch schon deren Meinung. Mir doch egal was ich bin. Warum ich so bin. Ich hatte ja immerhin ausreichend Beweise dafür dass ich abnormal bin. Wie tief gesunken ich doch bin. Was heißt hier tief? Tiefer als tief. So tief wie ein kleiner, dummer Abgrund eines kleinen, dummen Lebens.

    Abscheulich.
    Abartig.
    Unheimlich.
    Grauenvoll.


    Einige meiner Spitznamen. Daran hatte ich mich schon gewöhnt. Verdammt nein, ich durfte mich doch an nichts gewöhnen! Sie mieden mich sowieso schon alle, warum versuchte ich es ihnen Recht zu machen? Damit sie mich noch mehr abstoßen konnten? Mir verachtende Blicke zuwerfen konnten?
    Dumm.
    Auch das war ich. Dumm genug um weiterzuleben und nie die Hoffnung aufzugeben. Also doch nicht hoffnungslos, oder wie? Ich war schon so am Ende, dass ich selber keine Ahnung hatte was für einen Scheißdreck ich von mir gab. Was die Leute von meiner besonders vulgären Wortwahl hielten war mir auch reichlich egal. Ich war ja ein Monster. Um genau zu sein, war ich, laut der alten, dämlichen Legenden, das Teufelskind.

    Schwarzes Haar.
    Rote Augen.
    Symbol der Verderbnis.


    Recht ungewöhnlich wenn man so bedachte. Überhaupt das Symbol der Verderbnis. Weiterer Blödsinn der Legenden. Was es ist? Ein kleines aber doch auffälliges Mal an der Schläfe und am Handgelenk. Wut. Das war der Auslöser dafür. Es begann zu glühen und nahm eine rötlich-schwarze Farbe an, wenn ich außer mir war. Ich fand es nicht schlimm, im Gegenteil. Aber was sollte man denn machen, wenn der Rest sich vor dir fürchtete? Dich mied? Dich verstieß?

    Weglaufen?
    Töten?
    Verstecken?


    Von denn blieb mir nicht viel übrig. Lief ich weg, verfolgten sie mich. Tötete ich, wurde ich eingesperrt. Versteckte ich mich, fanden sie mich. Aber an Ort und Stelle bleiben war ebenfalls keine gute Lösung, im Gegenteil. Früher oder später hätten auch sie mich verstoßen, so wie meine Familie und meine Ziehfamilie damals.

    Sterben?

    War das die Lösung?


    Vorgeschichte

    „…weg!“
    Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Ich war wie betäubt. Das Atmen fiel mir schwer. Mühevoll versuchte ich zu schlucken und mich wieder an die Worte zu erinnern. Doch sie wollten nicht kommen, weil ich sie nicht hören wollte.
    Es regnete.
    Wie schön Regentropfen doch waren. Im Winter gefroren sie zu Eis und schimmerten wunderbar, im Sommer wurden sie eins und durchfluteten das Ödland.
    Wirklich schön. Und nützlich. Jeder wusste Regen zu schätzen, sie empfanden ihn weder als unnütz noch als Fluch.
    Du musst hier weg!
    Wieder erinnerte ich mich an die Wörter. Ich war abgelenkt und fasziniert zugleich. Aber sie war verärgert.
    „Mutter…“
    Sie schüttelte mich unsanft aus meiner Trance, nahm meine eiskalte Hand und führte mich über die Türschwelle.
    Ich will hier nicht weg!
    Ich schrie in meinen Gedanken, völlig durcheinander, doch wollte ich ihr nicht zeigen wie schwach ich doch war.
    „Es… tut mir leid… aber…“, meine Blutsverwandte, meine Mutter, schluchzte und zog mir eine Jacke über.
    Warum weinst du?
    Sie drückte meine Hand fester, begleitete mich einige Meter bis zur Kutsche und schubste mich vorsichtig hinein.
    Ich bin müde. Will schlafen.
    Ich zögerte keinen Moment und ging meinem Instinkt nach, schloss die Augen und schlief ein.
    Ich träumte von meiner Mutter. Wie sich verschmitzt lächelte und mich am Kopf tätschelte, nachdem ich ihr ein Ständchen zum Geburtstag gesungen hatte. Ihr gefiel es sehr gut, auch mir. Ich wusste, dass dies kein erfundenes Gespinst, was sich in meinem Hirn abspielte, war, es war noch vor einem Tag. Das Gefühl von Glück ließ es in meinem Magen kribbeln und zauberte ein Lächeln auf meine Lippen.
    Doch der Traum änderte sich schlagartig. Dicke Gewitterwolken verdunkelten den Himmel, Regen strömte von ihnen herab, es donnerte. Doch das Donnern und der Regen fanden keineswegs im Traum statt, sie waren real. Wir fuhren jetzt schon eine Weile in der Kutsche, ich dachte das Dach wäre undicht, aber es waren die Tränen meiner Mutter. Warum weinte sie?
    Ich wollte sie eben fragen, als plötzlich die Kutsche anhielt und meine Mutter mich auf ihren Arm nahm und draußen absetzte.
    „Liebling… es tut mir leid…“, wieder erklang ihre wunderschöne Samtstimme, doch sie hielt inne, schluckte einmal kräftig und fuhr dann fort: „Es ist besser so… für dich, für Vater, für das restliche Dorf… und für mich. Verzeih mir, Liebes…“
    Sanft küsste sie mich auf die Stirn und kehrte mir zögernd den Rücken zu.
    „Ma…ma“
    Wieso verlässt du mich? Hab ich etwas falsch gemacht?
    Mit Tränen in den Augen blinzelte ich ihr nach und realisierte, dass ich alles verloren hatte.


    Lillith​



    Kapitel 01​



    Jeder Mensch erlebt öfters Niederlagen. Genau, jeder Mensch. Ist es dann genauso unbedeutend, wenn man kein Mensch ist?

    Ich bin ein Monster. Unzähmbar. Eigensinnig.
    Ich wusste doch ganz genau, was passiert wenn ich mich nicht beherrsche. War ich einfach zu dumm um es sein zu lassen? Das Leben anderer zu zerstören?

    Ich habe es wieder getan.
    „Monster!“ – „Verschwinde von hier!“
    Die klagenden Schreie der Dorfbewohner. Diese Worte hatten sich schon vor geraumer Zeit in meinem Kopf festgesetzt und drohten keinesfalls zu verblassen.
    „Hau ab!“
    Wieder.
    So behandelte man ein Monster. Was ich getan habe?
    Die Kirche in Brand gesetzt.
    „Na los!“
    Meine Wange brannte. Ich hatte den Schlag verdient. Wieso provozierten sie mich auch! Selber Schuld.
    Die Flammen loderten.
    Genau, hatte ich ja beinahe vergessen. Langsam rieb ich die Stelle, auf der ich geschlagen wurde, und sah ins Feuer. Die Dorfkinder hatten mich abermals provoziert.
    Jedes mal wenn sie es taten begann mein Kopf zu schmerzen, ein Zucken durchdrang meinen Körper und meine beiden Male, an Handgelenk und Schläfe brannten. Was danach zum brennen begann, war das Objekt des Hasses, diesmal war es die Kirche. So weit gehen wollte ich nicht…
    Ich zuckte zusammen.
    Jetzt bewarfen sie mich mit Steinen.
    „Hört auf damit, es sei denn ihr wollt in der Hölle schmoren, wollt ihr das?!“, schrie ich. Ich wollte nicht mehr schweigen. Nochmals durchdrang mich ein Zucken und ich versuchte nicht die Kontrolle zu verlieren um nicht noch mehr Menschen zu verletzen, obwohl sie es verdient hatten.
    Jetzt, wo ich zu viel gesagt hatte, kamen die Erwachsenen und stellten sich vor ihre Kinder, weil sie das befürchteten was jeden Moment passieren konnte. „Sieh dich nur an! Wie kannst du so was tun? Wie kannst du das Haus Gottes zerstören? Du durchtriebene Ausgeburt der Hölle!“
    Nein, bitte nicht.
    „Nennt… mich nicht so!“
    Ich schrie, verzweifelt versuchend die Wut zu unterdrücken und blickte zum Feuer. Bald drohte die Kirche zusammenzubröckeln und ein Aschehaufen zu werden. Genauso wie mein Leben.
    Diesmal hatte ich es eindeutig zu weit getrieben, es fing alles an mit einzelnen Bäumen, dann mit Heuställen, Hütten und jetzt das Haus Gottes, wenn es diesen berüchtigten Gott überhaupt gab.
    „Wieso hegst du bloß so einen Groll gegenüber unserem Herrn?!“, brüllte der Dorfvorsitzender, dessen Namen ich wissen sollte, nahm eine Mistgabel, aus Angst ich würde ihn verbrennen, und drohte mir damit.
    Ein Donner unterbrach die quälenden Schreie der Bewohner. Unmittelbar hinter mir, brach sie zusammen, die Kirche, worauf die Flammen noch mehr wuchsen und die umgehende Landschaft langsam aber doch in Brand versetzten.

    „Du Monster!“
    Youkai. Passend zu meinem verdammten Namen.

    „Jetzt werden wir alle untergehen!“ - „Verschwinde!“ -
    „Was haben wir dir getan, dass du uns so etwas zumutest?“
    Was habe… ich getan…?
    Sie stachen zu. Schmerzen.
    Nun waren es keine seelischen Schmerzen mehr. Im Gegenteil. Einer der Bürger war angerannt gekommen und hatte mir eine Schaufel in die Rippen gerammt, als Zeichen dafür dass ich verschwinden soll. Ich zuckte zusammen, brach zu Boden. Die Schmerzen waren unerträglich, möglicherweise hatte er mir damit ein oder mehrere Rippen gebrochen. Ein Klageton entwich mir, aber es klang bestimmt nicht erschüttert, sondern eher erleichtert. Ich war froh, dass ich in einem alten Dorf wohnte, wo das gefährlichste Werkzeug eine Mistgabel war, und kein Schwert wie in manch zivilisierter Kleinstadt.
    „Das hast du davon!“ Schrie jemand aus der Menge, ich konnte die Stimmen nicht auseinander halten, oder gar die Gesichter, da sie sowieso alle von Hass erfüllt waren. Denn das war alles was ich in ihren Gesichtern erkennen konnte, mehr wagte ich auch nicht zu erkennen.
    Der Mann kam näher zu mir, mit der Schaufel drohend und instinktiv hielt ich die Hand vor mein Gesicht, aus Angst er würde mir noch viel mehr brechen.
    „Weg mit dir!“
    Ein weiterer Stich.Vermutlich hatte ich eine zu schnelle Bewegung gemacht, welche die Folge einer weiteren gebrochenen Rippe hatte.
    „Aua…“, murmelte ich.
    Schwach! Fiel mir denn nichts Besseres ein, außer einem kläglichen ‚Aua’?!
    Reflexartig drückte ich die Hand auf die Seite, aber so um die Knochen nicht in irgendein Organ zu stoßen, rutschte in der aschebeschmutzten Erde nach hinten um mich vor weiteren Stichen zu bewahren.
    „Recht so! Habe Angst, du Monster!“
    Youkai Ito. Welch reizenden Namen ich hatte. Mein Vater hatte mir diesen verfluchten Vornamen verliehen.
    Ich wich weiter nach hinten als er den Spaten hin und her schwenkte und hoffte mich zu verscheuchen.
    Vergeblich versuchte ich dem Gerät auszuweichen, sprang auf wich nicht den Blick von ihm ab und lief ein paar Schritte bis zu einem Baum der noch nicht in Flammen stand, zurück.
    Keuchend versuchte ich mich dort abzustützen, drückte die eine Hand gegen den Baum, die andere an meine Seite und versuchte verzweifelt Halt zu finden, einmal mit Erfolg.
    Ich könnte sie doch alle verbrennen.
    „Nein!“, schrie ich, verwechselte die Gedanken mit der Wirklichkeit. An so was durfte ich nicht denken! Das war unmenschlich, abscheulich, selbst für ein Teufelskind wie mir!
    Wieder durchfuhr mich das Zucken, meine Narben brannten und ich drückte die eine Hand, die eben noch versucht hatte sich festzuhalten, an meine Schläfe, worauf ich natürlich zu Boden fiel.
    Mir wurde schrecklich heiß, ich hatte das Gefühl, ich könnte jeden Moment platzen und die ganze Erde in Schutt und Asche verwandeln. Aber die Sinne waren jetzt nicht das wesentliche; wesentlicher war doch dass ich wieder die Beherrschung verlor, den Schmerz der gebrochenen Rippen nicht mehr spürte und aufsprang.
    Zu spät. Ein weiterer fataler Fehltritt.
    Zu viele Fehler hatte ich zugelassen. Zu viele Menschenleben hatte ich genommen… und dennoch verlor ich immer und immer wieder die Beherrschung.
    Gemordet.
    Einen weiteren Menschen hatte ich auf dem Gewissen. Ich hatte ihn verflucht, für die Schmerzen die er mir zugefügt hatte, verflucht dafür wie er mich nannte.
    Regungslos.
    Er lag einfach da. Zu oft hatte ich diesen Gesichtsausdruck gesehen; die Leere, wenn jemand wegen mir starb. Ich hatte ihn verbrannt… ihn verflucht und gehasst. Ich durfte doch nicht hassen! Nicht verfluchen und verbrennen! Ich wusste ganz genau was die Folge darauf war!
    Ich fühlte mich stark und spürte meine Schmerzen nicht mehr, das war kein gutes Zeichen. Zu langsam erhob ich mein Gesicht und sah in die geschockten und entsetzten Gesichter der Masse; eines war mir klar: ich musste verschwinden, sofort.
    Die Totenstille die herrschte war entsetzlich. Selbst das Knistern der Berge von Asche war nicht mehr zu vernehmen, umso unheimlicher waren die Rauchschwallen, die Formen von nicht existierenden Gestalten anzunehmen schienen.
    Die Blicke der erschütternden Masse hafteten an meinem beschmierten und verkohlten Gesicht, welches dazu verdammt war, in der Hölle zu schmoren.​
     

Diese Seite empfehlen