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Traumreisen in der Gestalttherapie

Dieses Thema im Forum "Gesundheit allgemein" wurde erstellt von Immano, 8. Oktober 2013.

  1. Immano

    Immano Mitglied

    Registriert seit:
    7. Oktober 2013
    Beiträge:
    85
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    Hallo allerseits!

    In meinem Vorstellungsthread hatte ich geschrieben, dass ich alle 2 Wochen eine Sitzung bei einem Gestalttherapeuten habe, der mit mir Rollenspiele und Traumreisen macht, um meine psychische Hygiene zu verbessern und meine innere Weiterentwicklung zu fördern. Einige User hatten mich gebeten, dazu mal etwas zu schreiben.

    Mein Psychologe, den ich eigentlich mehr als so eine Art "Coach" betrachte, hat sein Psychologie-Studium nicht zu Ende gebracht, weil ihm die konventionellen, von der Krankenkasse bezahlten Therapieformen zuwider waren. Er hat aber verschiedene Weiterbildungs-Scheine gemacht, die er mir mal gezeigt hat, unter Anderem in Gestalttherapie. Er hat sich aber aus allem, was er gelernt und gelesen hat, seine ganz eigene, persönliche Therapieform gebastelt, auf die ich sehr gut anspreche.

    Sein Grundsatz ist, dass sich alles in uns nach Annahme statt Ablehung sehnt, auch die unangenehmen und finsteren Anteile von uns. Er arbeitet auch gern mit Träumen, die ich in der Zeit zwischen unseren Sitzungen hatte, und deutet jeden Charakter, der uns im Traum begegnet, als einen Persönlichkeitsanteil von uns selbst. Manchmal, wenn ich ihm einen Traum erzählt habe, lässt er ihn mich im wachen Zustand weiterspinnen, manchmal warten wir aber auch einfach nur, was an Gefühlen oder Bildern aus meinem Innersten kommt. Er sagt, wenn man seinem Körper die Gelegenheit dazu gibt, teilt er einem mit, welches Thema gerade am wichtigsten ist.

    Wenn aber nichts Besonderes ist, dann machen wir es immer so, dass wir uns erst ca. 30 Minuten unterhalten (naja, hauptsächlich spricht er), wobei ich schonmal ein bisschen runterkomme und mich beruhige, und dann bittet er mich, mich hinzulegen und abzuwarten. Manchmal führt er mich dann noch durch eine Tür, die zunächst verschlossen ist, oder in einen Fahrstuhl nach unten, und sobald die Tür sich öffnet, entsteht vor meinem geistigen Auge ein Bild, ohne dass ich mich darum bemüht hätte.

    Dieses Bild greift er dann auf, lässt mich die Details beschreiben, fragt mich, ob es dazu eine entsprechendes Gefühl in meinem Körper gibt, fragt mich, wo genau das Gefühl sitzt, und lässt mich dann manchmal Charaktere oder auch Dinge aus dieser Fantasiewelt spielen oder in die unterschiedlichen Rollen schlüpfen, die da beteiligt sind, damit diese sich miteinander unterhalten können.

    Zwischendurch bittet er mich dann auch oft, die neutrale Position des "Zeugen" einzunehmen, der das Geschehen aus unbeteiligter Perspektive beobachtet und den Charakteren Ratschläge geben kann, wie sie aus den oft recht vertrackten Situationen herauskommen können. Das ergibt sich meist von ganz allein über die entsprechenden Gefühle, nicht über den Verstand. Ein unterdrückter Persönlichkeitsanteil zum Beispiel kann wütend werden und sich gewaltsam aus der Unterdrückung befreien. Der unterdrückende Persönlichkeitsanteil ist dann möglicherweise so beeindruckt von dieser Ur-Kraft, dass er den bisher unterdrückten Persönlichkeitsanteil danach mehr respektiert.

    Wenn ich am Ende die Augen wieder öffne, erscheint mir die Welt in viel bunteren, leuchtenderen Farben und mein Körper und mein Leben scheinen plötzlich viel mehr Substanz zu haben. Außerdem begegnen mir problematische Dinge, die ich dort meist 3-4 mal "abgearbeitet" habe, anschließend im wirklichen Leben nicht mehr wieder, oder zumindest in dermaßen abgeschwächter Form, dass sie mir keine Probleme mehr bereiten.
     
  2. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2012
    Beiträge:
    3.476
    Was ich gerne wissen möchte ist, ob dir die Traumreisen schon wirklich echte Durchbrüche verschafft haben ?
    Es ist eine interessante Welt in die man da eintaucht, keine Frage.
    Dann kommt man zurück in die irdische Welt, die so vollkommen anders gestrickt ist und es stellt sich die Frage wie man die Traumerkenntnisse nun auch umsetzen kann.
    Ich trage diese "inneren Bilder" mit in den Alltag hinein und sie geben mir Kraft. Darüber hinaus sind sie nicht einfach kommunizierbar. Wenn dich jemand fragt warum du so und so handelst, kannst du nicht wirklich sagen das ist so, weil du das in einer Traumreise so gelernt hast ?

    Interessant finde ich den Punkt wo du deine Lebensrealität dadurch veränderst dass du bestimmte Problematiken in der Traumwelt regelst.

    Bietet das nicht gleichzeitig die Gefahr der "Weltflucht" weil die andere Welt eben so viel schöner und bunter erscheint, so viel einfacher sich darin zu behaupten als in den schweren irdischen Energien ?

    Wie löst du ein konkretes Beziehungsproblem oder eine Konkurrenzsituation auf der Arbeit in der Traumwelt auf, oder funktioniert das nur für abstrakte Probleme ?

    Wie sieht es aus mit dem Sinn des Lebens oder deiner zukünftigen Lebensaufgabe ? Hast du dazu schon Reisen unternommen und wenn ja mit welchem Ergebnis ?

    Hattest du jemals Zweifel an der Realität der anderen Wirklichkeit ?
    Was wenn sich die gefundenen Lösungen real nur ganz schwer oder überhaupt nicht umsetzen lassen ?

    :)
     
  3. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. August 2008
    Beiträge:
    6.536
    Ort:
    An den Ufern der Logana
    Sorry, wenn ich da ungefragt ein paar Gedanken zur Klärung mit einbringen möchte, aber es geht hier um ein unerschöpfliches Thema, das mir sehr am Herzen liegt.

    Die reale Welt ist auch nur eine Illusion des Geistes, wohin geflüchtet wird ist also die Frage des Standpunktes. Die Flucht vor der Traumwelt ist im Prinzip eine Flucht vor sich selbst ("... will das nicht wissen!").

    In der Traumwelt gibt es keinen Unterschied zwischen Real und Fiktiv. Das würde auch keinen Sinn machen, denn das Traumgeschehen findet ja ausschließlich in der Innenwelt statt. Eine Welt, in der nur noch wenige unterschwellige Informationen den Draht zur Außenwelt aufrecht halten.

    Unsere Erinnerungen orientieren sich an Bildern (Symbole), die mit bestimmten Informationen verbunden werden. Eine Erinnerung ist aber nichts Festes, denn die einzelnen Informationen werden mit jedem Erinnern neu verknüpft. Es werden auch nicht alle Informationen zu diesem Bild aufgerufen, sondern nur jene, die für die augenblickliche Situation hilfreich erscheinen. Was am Ende bleibt, ist das jeweilige Netz, mit dem die Komponenten miteinander verbunden waren. Das Ganze läßt sich mit einer Konferenzschaltung vergleichen, bei der nur die Teilnehmer miteinander verbunden werden, die zur Sache auch etwas zu sagen haben.

    Auf diese Weise verändern sich die Erinnerung unmerklich und wird mit immer neueren Wahrheiten (Schaltkreisen) überschrieben – oft bis zur Unkenntlichkeit der tatsächlichen Ereignisse. Dieses Phänomen erlebt man häufig, wenn man Freunde aus der Vergangenheit trifft und alte Erinnerungen austauscht.

    Das ist dann auch der Ansatz für diese Therapie, in der diese Bilder der Erinnerung aufgerufen und mit einer anderen Wahrheit überschrieben werden. Erinnern ist aber auch mit der Erfahrung verbunden, mit denen man Strategien für das alltägliche Leben entwickelt. Man kann also mit neuen Bildern auch neue Erfahrungen für künftige Herausforderungen im Leben sammeln. Es gibt viele Bereiche, in denen man mit diesen Bildern und Visionen seine Innen- und Außenwelt formen und gestalten kann. Die subtile Kraft der Bilder wird gerne als nebensächlich unterschätzt, dabei verbergen sich in ihnen eine Unzahl von Botschaften in äußerst komprimierter Form: Ohne sie wären wir ein Wesen ohne Erinnerungen.


    Merlin
     
  4. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    3.476
    Du siehst beide Welten als gleichberechtigt nebeneinander stehend oder die innere Welt als informativer wegen der höheren abrufbaren gespeicherten Information und der leichteren Veränderungsmöglichkeit ?

    Gleichzeitig ist es ja auch nicht möglich nur über die Traumwelt zu existieren, denn denn den Bedürfnissen des physischen Körpers muss Rechnung getragen werden. Es ist nur spannende in welchem Verhältnis sich die äussere Realität durch die innere bewusste Bildarbeit tatsächlich verändern lässt.

    Die Erinnerung ist also gleichzeitig Illusion und benutzbares Werkzeug sein Leben freier und besser zu gestalten ?

    Ich danke dir sehr, sehr für diesen informativen Beitrag. Ich hab zwar gewusst dass es irgendwie funktioniert, habe aber nie eine plausible Erklärung dafür finden können warum eigentlich.

    Da wir ständig sowieso ungewollt von allen möglichen inneren/äusseren Bildern überflutet werden scheint es irgendwie auch sehr viel Sinn zu machen dem eigene, positive, konstruktive Bilder entgegenzusetzen.

    :danke:
     
  5. Vego

    Vego Sehr aktives Mitglied

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    Niedersachsen
    Ich finde, dass du das sehr gut erklärt hast. :)

    Ich arbeite auch mit diesen Führungen und finde sie in mehreren Bereichen gut einsetzbar. Zum Beispiel hilft sie in den Beziehungen den ICH-Anteil zu erkennen. So laden wir oft unsere eigenen Probleme dem anderen auf oder Kämpfen uns mit Lasten ab die wir von dem Leben eines anderen übernommen haben. Die Grenze zwischen er/sie und ich verschwindet im wir und eine Beziehung erträgt das manchmal nicht weil es nicht so einfach ist -wenn nicht sogar unmöglich - eine Lösung für Probleme zu finden dessen Ursprung mann nicht kennt. Dabei hilft diese Führung zum Beispiel sehr.

    Ein Beispiel:
    A zerbricht an der Beziehung weil er/sie das Problem hat das B ihn/sie nicht genug Zärtlichkeiten gibt. Also steht das Problem zwischen ihnen im Raum. Was keiner weiß ist, das A in der Kindheit selten Zärtlichkeiten bekommen hat und das durch die Beziehung mit B ausgleichen will. Das Problem dabei, es kann sein das genau dadurch die Situation entsteht, dass egal wie viel Zärtlichkeiten zwischen B und A sind es nie genug sind. Weil es nicht die Beziehung zwischen A und ihren Eltern verändert. Aber wie soll man das herauszufinden?

    Die Führungen können sowas zeigen. Und zu den Problemen die Ursache finden. Damit es überhaupt eine Lösung geben kann.

    Ich mache die Arbeit mit der Traumwelt und nicht nur darin.
    Und da Immano sich ja stets ausgiebig mit seinem - ich hoffe ich gebe ihm keinen falschen Titel - Mentor unterhält ist da ja auch wieder die Körperliche "reale" Ebene. :)

    @ Immano: Ich arbeite nicht ganz genauso wie er. Aber sehr ähnlich. Und ich fand es sehr spannend es mal aus einem unparteiischen Blickwinkel zu hören. :)
     
  6. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

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    Was mir als zusätzliche Frage grad noch einfällt:

    Auf mentaler Ebene so zu arbeiten macht Sinn wenn es einfach um bestimmte Muster und Verständnisschwierigkeiten geht, die man durch neue Bilder austauscht.
    Es braucht nicht sehr viel Kontrolle oder Stärke ein altes Bild wie ein Dia wegzuschieben und ein neues hinzusetzen.

    Was aber bei Menschen tun die von extremen Emotionen überspült werden, die in diesen Momenten zu überfordert sind eine Technik anzuwenden ?

    Oder was tun wenn körperlich schlimme Schmerzen auftreten. Sind die einfach durch eine Traumreise zu neutralisieren oder durch Bilder auszublenden ?

    Ich denke mal in diesen Situationen dienen die Traumreisen mehr der Ursachenforschung und dadurch indirekter Lösungsfindung ?

    Vielleicht findet sich hier jemand, der dazu einen Erfahrungsbericht hat ?

    :)
     
  7. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

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    Was ist denn in dieser Situation die durch die Traumreise gezeigte (symbolische) Lösung ?
    Denn dieses Mangelgefühl muss ja irgendwie aufgelöst werden und dazu reicht unter Umständen nicht nur der intellektuelle/verstandesmässige Ansatz.

    Hast du Erfahrungen damit dieses rein bildlich/symbolisch aufzulösen mit den entsprechenden Ergebnissen ?

    :)
     
  8. Vego

    Vego Sehr aktives Mitglied

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    Niedersachsen
    Ich habe die Lösung im Vorherigen Beispiel vorweg gestellt.

    Ich kann dir jetzt kein generelle Beispiel nennen. Aber ein Fallbezogenes.

    Eine Frau die immerzu fix und fertig war weil ihr Freund der sie vergötterte enttäuscht hat. Sie wäre fast daran zerbrochen.

    Nach einem Ausführlichen Gespräch haben wir die Gefühle die sie dabei erspürte aufgegriffen. Unter Anderem zum Beispiel: Wut, Ohnmacht, Trauer, Einsamkeit. Dann haben wir zusammen in ihrem Inneren nach Situationen gesucht in denen sie ähnliche Gefühle durchleben musste.

    Dann haben wir aus den Situationen heraus die Personen dazu analysiert. Und sie in eine Reihe gestellt. Wir konnten also mit ihnen arbeiten ohne das sie anwesend sein mussten. Und konnten so das Symbol für das sie im leben der Frau standen. Und so konnten wir herausfinden was die Frau brauchte und wollte. Dann konnten wir ihren Freund in die Szene einfügen und so sehen was sie wirklich brauchte. Woran sie arbeiten muss allein. Und wie sie mit ihm arbeiten muss. Sicher ist das nicht die Lösung ihres Problems... Aber es hat der Frau geholfen an dem wahren Problem zu arbeiten und es nicht mehr auf die Beziehung zu übertragen.

    Und den Rest wird sie im hier und jetzt klären können. Wobei ich sie auch da weiter begleitete.
     
  9. Immano

    Immano Mitglied

    Registriert seit:
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    85
    Ich finde Deine Fragen auch sehr interessant und möchte sie daher zunächst beantworten, auch ohne den restlichen Gesprächsverlauf gelesen zu haben. Das hole ich noch nach, versprochen!

    Konkrete äußere Konflikte kann ich durch meine Traumreisen nicht lösen. Es sind eher die inneren Konflikte, denen dadurch Klärung verschafft wird. Ich glaube aber fest daran, dass unsere äußeren Konflikte nur Spiegelbilder oder Echos unserer inneren Konflikte sind. Löst man die äußeren Konflikte, bleiben die inneren trotzdem da, und es wird zwangsläufig wieder neue äußere Konflikte geben müssen, so lange, bis man die inneren gelöst hat.

    Ein Beispiel für eine lebensrealitätverändernde Erfahrung: Ein Militärgeneral und ein alter Mann mit Hund (alles 3 Teile von mir) gingen durch die Wüste. Es war sehr heiß, und wir hatten kein Wasser dabei. Der General, ein schneidiger Soldat, wusste ganz genau, was zu tun ist, nämlich dass man möglichst schnell das Gebirge erreichen müsse, das am Horizont zu sehen war. Entgegen der in der "realen" Welt geltenden Naturgesetze kam aber das Gebirge nicht näher, egal wie sehr wir uns beeilten. Der alte Mann wusste das und wollte den General dazu bewegen, innezuhalten. Dieser war jedoch so fixiert auf seinen Plan, dass mit ihm nicht vernünftig zu reden war. Da wurde der Hund sehr wütend und drohte dem General, ihn zu beißen, wenn er sich nicht sofort auf den Boden setzen und eine Pause machen würde. Der General setzte sich widerwillig hin, und da geschah das Unglaubliche: Es bewölkte sich und begann zu regnen.

    Das zeigte mir sehr eindrucksvoll, dass man mit seinem ach so schlauen Verstand (der General) manchmal sowas von auf dem Holzweg ist und lieber auf sein Herz (der alte Mann) hören sollte, das oft viel weiser ist, wo der Verstand mit komplexen Zusammenhängen hoffnungslos überfordert ist. Wenn Herz und Bauch (der Hund) zusammenarbeiten, können sie den Verstand überstimmen, sollte dieser uneinsichtig sein. Immer, wenn ich mal wieder das Gefühl habe, mich gedanklich verrannt zu haben, halte ich jetzt inne und "warte auf den Regen".

    Eine "Weltflucht" sehe ich darin nicht. Ich fühle mich in meiner inneren Welt häufig unwohler als in der äußeren, weil sie so unberechenbar ist und nicht den meinem Verstand bekannten Wirkungsprinzipien wie zum Beispiel der Kausalität folgt. In der wirklichen Welt würde es niemals anfangen zu regnen, nur weil ich mich entschließe, eine Pause zu machen. Da ist es eher umgekehrt. In der inneren Welt kann *alles* passieren, und das macht mir manchmal Angst. Daher kostet es mich eher Überwindung, mich in diese Welt zu begeben, als dass ich dorthin flüchten könnte. Ich flüchte mich im Gegenteil manchmal in Gedanken, um nicht mit den Gefühlen konfrontiert zu werden.

    An der Existenz der inneren Welt habe ich als studierter Diplom-Ingenieur häufig gezweifelt. Seit mich einmal eine Hexe mit einem Liebeszauber belegt hat, habe ich aber angefangen zu glauben, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen oder mit technischen Geräten messen können. Heute ist für mich meine innere Welt mindestens so real wie die äußere. Ich halte sie sogar für die wichtigere der beiden. Die äußere Welt halte ich nur für einen Spielplatz für unsere Seelen und Ort zum stofflichen Austausch mit der Umwelt, den ja jedes Leben benötigt, während die innere Welt die wirklich reale ist. Das spiegelt sich zum Beispiel auch in unseren Gehirnen wider, denn nur ein kleiner Anteil unserer Hirnmasse ist für die Interaktion mit der Außenwelt zuständig. Trotzdem würde man natürlich etwas Entscheidendes verpassen, wenn man sich *nur* auf die innere Welt fixiert.

    Über meine Wünsche und Zukunftsperspektiven haben mir meine Traumreisen noch nie Aufschluss gebenen. Sie haben mich manchmal auf wichtige Entscheidungen aufmerksam gemacht, die demnächst anstehen werden. Ansonsten beschränken sich die Erkenntnisse aber meist auf Vergangenheit und Gegenwart.
     
  10. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Ein paar Gedanken zur Realität:

    Wir können die eingehenden Informationen aus den Sinnesorganen nicht zeitgleich wahrnehmen, denn mit diesem Wirrwarr wäre ein zielorientiertes Handeln unmöglich. Deshalb werden alle Informationen aus einer Zeitspanne von 30 Millisekunden in kleine Zeitpäckchen verpackt. Diese werden dann wiederum als Pakete von 3 Sekunden aneinandergereiht, das wir dann als Gegenwart verstehen.

    Aus diesen Paketen werden jedoch nur jene Dinge für das Bewusstsein gefiltert, die für wichtig angesehen werden. Diese Auswahl wird dann mit den Erinnerungen abgeglichen, um mögliche Entwicklungen abschätzen zu können. Zu allem Überfluss wird dieser Wahrheit noch ein Cocktail von Wünschen und Bedürfnissen beigemischt und dem Bewusstsein als Realität präsentiert.

    Interessant ist nun, dass jedes neue Paket mit dem vorhergehenden auf Veränderungen abgeglichen wird. Hat sich da nichts Wesentliches verändert, wird nach ca. 5 Minuten die Gehirnfrequenz automatisch zu einer Art Ruhemodus heruntergefahren. Das bedeutet, dass wir unsere Aufmerksamkeit von der Außenwelt auf die Innenwelt richten.

    Das ist dann auch der Bereich, in dem das Gehirn mit seiner eigentlichen Arbeit beginnt, dem Ordnen und dem Suchen nach einer Lösung. Wir spielen dabei vor unserm inneren Auge die unterschiedlichen Möglichkeiten durch, bis wir zu einer optimalen Lösung gefunden haben. Diese Arbeit des Gehirns erleben wir auch in den Träumen des Schlafes, da besteht also kein Unterschied.

    Jeder hat diesen kreativen Ruhemodus schon bei langweiligen Reden oder langen Autobahnfahrten erlebt, wenn sich die inneren Bilder und Gedanken verselbstständigen. Die Gehirnfrequenz kann sich dabei immer weiter absenken, bis hin zum Schlaf oder hypnotischen Zuständen. Mit diesem Hintergrund wird dann auch klar, dass wir uns überwiegend in der Sphäre der Träume bewegen und weniger in der realen realen Welt. Das erklärt dann auch, warum es uns so schwer fällt, im Hier und Jetzt zu leben. Meist sind wir damit beschäftigt, in unseren Erinnerungen nach der Zukunft zu kramen. Ich sehe uns da eigentlich mehr als Traumwandler, die sich durch diese Welt tasten.


    Nein, die Erinnerung ist unabdingbar, um in unserer Welt überleben zu können. Wir können uns daran erinnern was wir essen können und welche Situation uns in Gefahr bringt (deshalb der ständige Abgleich der Informationen mit den Erinnerungen).


    Wir können die Bilder der Erinnerungen nicht löschen und wir sollten sie auch nicht verdrängen, sondern nur verändern und mit neuen Werten überschreiben. Deshalb die "Reisen", in denen die vorhandenen Bilder eine andere Geschichte bekommen. Mit neuen Bildern werden hingegen noch unbekannte Erfahrungen gesammelt.

    Wenn ein Kind schon mit einer Märchenerzählung zu dieser inneren Welt finden kann, dürfte diese Technik auch einen Erwachsenen nicht überfordern. Bei diesem Problem mit den Emotionen würde ich zum Beispiel zu einer Reise zu Seen und dem Meer aufbrechen.

    Wie beim realen Schwimmen muss ein solcher Mensch das Vertrauen zum Meer der Gefühle und Emotionen bekommen. Lassen wir ihn doch zunächst sein Meer betrachten: Ist es es ein undurchschaubares Dunkel oder sind da gar hohe Wellen, die alles zu verschlingen drohen? Eventuell könnte man es da ja einmal mit einer beschaulichen Bootsfahrt auf dem ruhigeren See der Gefühle versuchen, um das nötige Vertrauen schaffen?

    Gefühle können wir nicht verändern, denn ihre Intensität und ihre Verweildauer hängt von den Botenstoffen Serotonin, Oxydozin und einem Gen ab mit, mit dem die dieses Botenstoffe wieder aus dem synaptischen Spalt aufgesogen werden. Bei den Emotionen spielen dann gerade Bilder eine ganz entscheidende Rolle: Ich sehe etwas, das mich an die Gefühle in einer ganz bestimmten Situation aus meiner Vergangenheit erinnert.

    Für einen rational orientierten Menschen ist es sehr schwer nachvollziehbar, dass sich solche komplexe Vorgänge im Gehirn nur an Bilder orientieren sollen.

    Wenn Du dir den Schmerz in allen Facetten ausmalst, wird Du die diesen Schmerz auch generieren. Gerade das Schmerzempfinden ist von solchen Dingen der Fokussierung stark abhängig. Etwas, das man bei kleinen Kindern noch sehr leicht nachvollziehen kann.

    Sicherlich kann über die Träume Ursachenforschung betrieben werden, wie das ja auch in Traumtherapien praktiziert wird, aber gerade die Schlichtheit mit den Bildern eignet sich hervorragend als Hilfe zu Selbsthilfe. Ich muss damit nicht die ganzen Hintergründe aufdecken und verstehen, sondern kann mit ganz einfachen Visualisierungen meine Seelenwelt gestalten. Wer mag, kann sich ja einmal auf diese Bildersprache der Seele einlassen und erfahren: Einfach die Augen schließen, ein Bild visualisieren und darauf achten, welche Gefühle und Emotionen mit diesem Bild verbunden sind.

    Ich rede nicht nur davon, sondern nutze diese Bildersprache auch in meinem alltäglichen Leben. Wer sich darauf einlässt, wird bald merken, wie sich damit die Persönlichkeit und die Dinge auf subtile Weise verändern. Wer vom Sonnenschein träumt, wird diese Stimmung auch ins Hier und Jetzt tragen. Damit möchte ich aber nun keine Republik der ständigen Glückseligkeit ausrufen, denn die alten Griechen bemerkten schon: "Wen die Götter bestrafen wollen, belegen sie mit immerwährendem Glück!"


    Merlin
     

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