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Tod. Erlösung. Friedlich

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Artisan, 25. September 2008.

  1. Artisan

    Artisan Guest

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    Donnertag, 25. September…..

    Tod. Erlösung. Friedlich.

    Die Tür halb geöffnet. Der Raum dunkel. Er hält ihre Hand.
    Sie atmet in kurzen Intervallen.
    Sie wird sterben.
    Anfang 40. 3 Kinder. Er schaut mich an. Versucht ein Lächeln.
    Ich lächle zurück, verlasse den Raum., er rührt das ihm gebotene Frühstück nicht an.

    Tod bei Visite. Sprachlose große Männer in weiß verlassen den Raum. Er kann das Weinen nicht zurückhalten, wieso auch….
    Wieder im Raum, Stille . Mein Gegenüber streicht ihr behutsam übers Haar, wäscht ihr das Gesicht, cremt es mit ihrer Lieblingscreme ein, ich wasche Arme und Beine, zuvor Anlegen der gelben Schutzkleidung, betroffene Gesichter auf den Gängen, jedes Mal, wenn wir den Raum verlassen, Wissen um die auffällige Kleidung, wissen um die Bedeutung….
    Ziehen des Katheders, ziehen des Redon, Vorsicht bei den Sekreten…
    Während ich Arme und Beine halte, um sie zu waschen, unmerkliche Wahrnehmung der unterschiedlichen Qualitäten der Haut….Fingerspitzen, Unterarme schon kühl, der Oberkörper noch warm….
    Wir versuchen , den Unterkiefer zu heben. Geht nicht wirklich.
    Während ich weiter ihren Körper wasche, den Oberarm halte, fängt plötzlich Reiki fast unmerklich an zu fließen, bestätigt meine Wahrnehmung: sie ist noch hier…..ich wasche noch behutsamer….mein Gegenüber streicht ihr nochmals übers Haar…dankbar nimmt der anwesende Ehemann jede Geste auf.
    Ich belege sie im Stillen mit allem, was mir zur Verfügung steht, spreche in Gedanken mit ihr..
    Stille im Raum. Intensität. Frieden.
    Ihr Lieblingsschlafanzug, schwer, ihn anzuziehen, Toter Körper, wiegt um Tonnen schwerer…gleichzeitig Bett beziehen, mein Gegenüber und ich bewegen uns in stillem Rhythmus…fließende Übereinstimmung der Handlungen…..
    Ich suche nach Blumen. Da auf der Nachbarstation, ein Sträußchen, kurzerhand organisiert. Mein Gegenüber findet eine Sonnenblume, zupft die Blätter ab, bettet ihren Kopf auf ein frisches weiches Kissen, die Blätter um ihren Kopf gestreut. Kerzen.
    Die Hände auf dem unförmigen Bauch, sie konnte einfach nicht mehr, überall Metastasen. Zugedeckt.
    Schöne Frau. Viel zu jung. 3 Kinder

    Die Familie kommt. Tränen.

    Er organisiert, bewahrt die Fassung.

    Der kleinste erzählt „Mama“, was er gerade auf dem Herzen hat.

    Langer Abschied. Der Große zum Schluß als letzter an der Tür.

    Winkt durch den Türspalt…“Tschüß Mama“…





    Leben. Erlösung. Friedlich.

    Halbe Stunde später. Anruf aus dem OP. Nachschneiden. Basalzellkarzinom
    Zum dritten mal.
    Wie bringe ich ihr das bei? Sie ist über 90. Kleine liebe Frau, in
    demütiger Haltung.
    „ Das Essen bei euch schmeckt mir so gut“ ….Klinikessen…naja….

    Sitze am Bett. Die Nachricht. Hatte davor noch fast keinen Kontakt mit ihr….
    Sie schluchzt furchtbar. „ Ich habs doch gewusst, dass es ganz schlimm ist…..
    I muß doch sterben…
    Betroffen. Hatte ihr keiner was gesagt? Oder hatte sie nicht richtig zugehört?

    „Wissen sie, das ist nicht so eine schlimme Sache, die den ganzen Körper betrifft…
    Also….die Jungs da unten wollen ihre Sache eigentlich ganz gut machen….sie schneiden alles schlechte raus, dann gucken sie sich das ganz genau an , und wenn sie noch was finden, dann muß noch ein Stückchen raus. Sie wollen aber auch nicht so viel wegschneiden, deshalb lieber weniger und lieber ganz genau gucken. Und dann machen sie eine wunderhübsche Naht, die so gut verheilt, dass man sie hinterher fast nicht mehr sieht, sie wollen doch hinterher noch schön sein, oder ?“
    Sie hört erstmal auf zu weinen, ein Anflug von einem Lächeln. Sie traut dem Frieden noch nicht.
    Ich begleite sie in den OP. Sie weint noch mal, der Druck ist zu groß, die Schmerzen nach dem letzten Eingriff stark. Sie blutete erbärmlich. Normal, am Kopf, arteria meningea. Blutet jeder wie Schwein, aber jeder denkt, das ist nur bei ihm so. Ich halte die Hand , bis der Anästhesist kommt. Sie ist ruhig.

    Hinterher. Sie weiß, noch einmal ist sie dran, um die Naht noch zu korrigieren. Nichts weiter.
    Sie greift sofort nach meiner Hand, als ich an ihr Bett komme. Ein Anflug von Lächeln meine ich zu vernehmen, sie hat es hinter sich .

    Leben. Erlösung. Friedlich.
     
  2. Eisfee62

    Eisfee62 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2008
    Beiträge:
    14.667
    Mein Sohn,beginnt mit dem gleichen Beruf,wie du,er Lernt.
    Ich wünsche euch allem viel Kraft und Energie!
    LG
    Eisfee62
     
  3. Artisan

    Artisan Guest

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    Oha, eine Antwort....
    Dachte, das wäre das Monolog - Revier...

    Da hast Du was falsch verstanden, aber macht nichts, jedenfalls danke für die guten Wünsche.

    Bis die Tage,

    artisan :)
     

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