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Tierethiken - Peter Singer und Co.

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Spiritualität" wurde erstellt von LeBaron, 23. Juli 2006.

  1. LeBaron

    LeBaron Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. Mai 2005
    Beiträge:
    2.903
    Ort:
    Rheinland
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    Hallo Tierethik-Interessierte

    ich möchte gern über Tierethiken diskutieren und mit Peter Singer
    anfangen, weil dessen Theorie in Kreisen der Tierrechts-Bewegung
    (animal rights) eine quasi Monopolstellung innehat. Ausserdem berufen
    sich moralisch motivierte Vegetariar und Veganer häufig auf Singer.
    Das schliesst einige User dieses Forums mit ein.

    Die Position von Peter Singer

    1. Nach Singer ist die Mitgliedschaft zur Spezies Homo Sapiens kein
    Kriterium für den Besitz einer moralischen Persönlichkeit.

    2. Moralische Urteile seien von einem universalen Standpunkt aus und
    species-unabhängig zu treffen. Es gelte ein Gleichheitsprinzip für
    Menschen und Tiere
    .

    3. Da die Species-Grenze des Homo Sapiens ungeeignet für eine moralische
    Bewertung sei, solle die Leidensfähigkeit das entscheidende Kriterium sein.
    Leidensfähige, bewusste Lebewesen seien "Personen", andere dagegen "Nicht-Personen".
    Es gäbe damit auch menschliche Nicht-Personen, z.B. Säuglinge, die moralisch
    anders zu behandeln seien als menschliche Personen wie gesunde Erwachsene.

    4. Manche Tierarten hätten ein Bewusstsein, also damit eine Leidensfähigkeit,
    die derjenigen des Menschen voll und ganz entspräche. Sie hätten also damit
    ähnlich wie Menschen Interessen und seien aufgrund ihrer Leidensfähigkeit in
    Interessenabwägungen einzubeziehen. Tiere mit Bewusstsein seien also Personen.

    5. Bei der Interessenabwägung sei das Kriterium "Verminderung des Leidens"
    anzuwenden
    . Und zwar unabhängig von der Spezies und nur aufgrund des
    Bewusstseinszustandes des Leidenden. Im folgenden bezeichne ich mit "A ist
    mehr wert als B", dass das Interesse von A bei dieser Abwägung höher zu
    gewichten sei das das Interesse von B. Personen seien grundsätzlich mehr
    Wert als Nicht-Personen.

    Handlungsrichtlinien nach Singer

    Dies ist grob vereinfacht das Gedankengebäude des Herrn Singer. Es hat den
    dezidierten Anspruch als Handlungsgrundlage der Menschen zu dienen.

    Singer selbst gibt Beispiele für Handlungsrichtlinien, die seiner Ethik
    gemäss seien:

    A. 24 Stunden alte Säuglinge hätten weniger Wert als beispielsweise ein gesundes
    Schwein
    . Wenn der Säugling behindert ist oder sonstwie ein leidvolles Leben
    vor sich hat, so sei eine Tötung dieses Säuglings berechtigt i.S.v. Verminderung
    des Gesamtleidens. Dies sei insbesondere gerechtfertigt, wenn die Eltern
    bei der nächsten Geburt ein gesundes Kind zu erwarten hätten. Sobald ein
    Säugling eine Woche oder ein Monat (?) alt sei, müsse er zu den Personen gezählt
    werden.

    Singer:

    »Wenn das Leben eines Kindes so elend sein wird, daß es sich aus der inneren
    Perspektive des Wesens, das dieses Leben führen wird, nicht zu leben lohnt,
    dann folgt,... daß es, ...besser ist, ihm ohne weiteres Leiden zum Sterben
    zu verhelfen."

    »Sofern der Tod eines behinderten Säuglings zur Geburt eines anderen Säuglings
    mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, dann ist die Gesamtsumme
    des Glücks größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird."

    B. Schwer Geisteskranke und Debile seien ebenfalls menschliche Nicht-Personen
    und weniger wert als z.B. eine gesunde Ziege, die zu den Personen zähle. Die
    Eliminierung solcher Schwachsinnigen sei deshalb durchzuführen, wenn dadurch
    Leiden insgesamt veringert werde. Die Tötung der Ziege zwecks Verspeisen dagegen
    sei moralisch verwerflich.

    C. Singer ist offen für das Töten beliebiger Menschen, solange deren Tod das
    Gesamtleiden reduzieren würde
    . Singer befürwortet nichtfreiwillige Euthanasie.

    D. Singer kritisiert Mutter Theresa von Calcutta, denn sie sei getrieben von
    ihrer Liebe zu Individuen und nicht von einer Liebe zur Menschheit an und
    für sich. Es sei rationaler, wenn sie ihre Resourcen einsetzte um so viele
    Leben wie möglich zu retten. Statt spezifische, individuelle Leben zu retten,
    wäre es logischer von ihr, sich z.B. mit Fragen der Zahl der Autounfälle bei
    verschiedenen Geschwindigkeitsbeschränkungen zu befassen. Ihre direkten Kontake
    und Hilfe leidender Individuen sei nur eine Energie- und Zeitverschwendung.

    E. Seltsames passiert jedoch, wenn es sich bei dem leidenen Individuum um einen
    Menschen aus Singers Familie handelt! Singer brach seine sämtlichen Regeln, als
    seine Mutter an Alzheimer erkrankte.
    Singers Mutter erreichte schliesslich
    einen Punkt in ihrem Leben, ab dem ihre vegetative Existenz der Definition
    einer Singerschen "Person" nicht mehr entsprach. Was tat Singer? Er heuerte
    ein ganzes Team von Therapeuten an und bezahlte zehntausende Dollars für die
    Pflege seiner Mutter.

    Abschliessend:

    Soweit also meine - mit der Faust in der Tasche - sachliche Darstellung
    der Tierethik von Singer.

    Meine Bewertung, d.h. Vernichtung der Ethik von Singer erfolgt in Kürze.

    Ihr seid aber erstmal herzlich eingeladen, eure Meinung zur Tierethik des
    Herrn Singer abzugeben. Fragen sind natürlich auch jederzeit erwünscht.

    Links:

    Aufwertung der Tiere = Abwertung der Behinderten?

    What's Love got to do with it?

    Tierethik

    Peter Singers Gleichheit

    Gruss
    LB
     
  2. dura

    dura Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2006
    Beiträge:
    2.215
    ich glaube dazu muss man eigentlich nichts mehr sagen oder?
    absolut überflüssiger mensch (abgesehen davon, dass seine theorie zu einem gewissen grad der belustigung dienlich ist)
     
  3. Regelwerk

    Regelwerk Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. Januar 2006
    Beiträge:
    1.042
    Ganz schöne Anmassung, über das noch unbekannte Leben eines Wesens zu Urteilen.
    Seine Definition der Personen ist willkürlich.

    Wer definiert das mal sauber...

    Und mit dem Gesamtleiden : Diese Theorie schreit gradezu nach Mißbrauch.

    Nach seiner Def. müßten alle ständig Halbdepressiven auch getötet werden.
     
  4. LeBaron

    LeBaron Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Rheinland
    Hola dura. Danke für deine Antwort.

    Wenn das mal so einfach wäre.

    Singer hat erhebliches Renomee in der Tierrechts-Szene.

    Und ein User wie Venuss3 schreibt in ihre Signature

    Wir sollten so leben,
    dass wir in unserer Handlung,
    so wenig wie möglich Leid produzieren


    weil sie das für eine tolle Handlungsmaxime hält
    ohne zu ahnen, was für ein Gedankengebilde und
    welche Implikationen dahinter stehen.

    Es ist unmöglich, sie darüber zum Nachdenken
    zu bringen, und ich vermute, es geht vielen moralisch
    motivierten Vegetariern/Veganer genauso.

    Gruss
    LB
     
  5. dura

    dura Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2006
    Beiträge:
    2.215
    hallo Baron

    ja, die signatur klingt ein bißchen nach einer abwandlung des berühmten Kategorischer Imperativs

    das problem ist nur; in einer gesellschaft voller individuen ist das nicht durchführbar

    ausserdem ist evolution, der wir es zu verdanken haben so zu sein wie wir sind, darauf aufgebaut, eben nicht auf alles und jeden rücksicht zu nehmen

    das ist zwar kein gutes argument, aber meiner meinung nach ein interessanter zusammenhang.
     
  6. LeBaron

    LeBaron Neues Mitglied

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    Sehr gut erkannt! Hast du dich mit Philosophie schon
    beschäftigt?

    Eine Gesellschaft, in der die Singerschen Prinzipien
    gelten, ist nicht möglich. Sie sind nicht durchsetzbar.

    Das Argument ist doch gut und auch wichtig!

    Die Singer-Adepten werden darauf sagen, dass der
    Mensch schliesslich die Wahl habe (im Gegensatz
    zum Tier) und sein Verhalten ethisch ausrichten
    könne (z.B. kein Fleisch zu essen).

    Dieses Argument widerspricht jedoch diametral
    der Position -2- (s.o.) des Singerschen Kartenhauses,
    dem Gleichheitsprinzip von Mensch und Tier.

    Ja, was denn nun? Gleich oder doch nicht gleich?

    Interner Widerspruch.

    Gruss
    LB
     
  7. LeBaron

    LeBaron Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Rheinland
    Hallo Regelwerk,

    tja, es gibt eben zwei Typen von Menschen:

    die Personen und die Nicht-Personen.

    Letztere sind die Wehrlosen, mit denen erstere nach
    Belieben verfahren dürfen.

    Zum Thema Leidensfähigkeit von Tieren poste ich
    bald weitere Informationen.

    Wie leiden Tiere eigentlich, leiden sie überhaupt?

    Gruss
    LB
     
  8. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

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    Von diesem Singer hab ich noch nie gehört. Aber mir kommt es so vor, Baron, als würdest du hier versuchen, alle Tierfreunde auf eine Stufe mit diesem Schwachsinn zu stellen.

    Ich glaub nicht, dass Singer die Weisheit erfunden hat, dass man möglichst wenig Leid in seinem Leben produzieren sollte. Soweit als möglich versuchen das eh die meisten, die keinen emotionalen Störungen oder sozialen Behinderungen unterliegen. Wobei Leid sich sowieso ganz individuell definiert, solangs nicht um körperliche Schmerzen geht.

    Willst du ernsthaft erzählen, es sei gefährlich, möglichst wenig Leid zu produzieren? Das muss ein Witz sein.

    Oder willst du alle Nichtfleischesser als lebensverachtende Psychopathen darstellen? Auch nicht sehr schlau.

    Falls es dir wirklich nur um diesen Singer und ähnliche krude Theorien gibt, möchte ich dich bitten, dich klarer auszudrücken. Ich weiss genau, dass du das kannst.

    Nichtfleischesser sind genauso individuell und verschieden wie Fleischesser. Auch ist längst nicht jeder Tierfreund ein Veganer.

    Bitte differenziere etwas! Sonst muss ich davon ausgehen, dass du eine ganze Volksgruppe lediglich wegen ihrer Ernährungsgewohnheiten verunglimpfen willst.
    Das wäre eine sehr einseitige und eingeschränkte Sichtweise, die mit anspruchsvolleren Komplexen nicht umgehen kann und daher zwecks Vereinfachung alles in eine Schublade wirft, was ein gewisses äusseres Merkmal aufweist. Woran erinnert mich das bloss?

    Liebe Grüsse
    Elli :)

    :zauberer1
     
  9. LeBaron

    LeBaron Neues Mitglied

    Registriert seit:
    29. Mai 2005
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    2.903
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    Rheinland
    Von wem du mal gehört hast, tut nichts zur Sache.

    Ein kursorisches Überfliegen meines Eingangsbeitrags klärte
    deine Verwunderung:

    ich möchte gern über Tierethiken diskutieren und mit Peter Singer
    anfangen, weil dessen Theorie in Kreisen der Tierrechts-Bewegung
    (animal rights) eine quasi Monopolstellung innehat. Ausserdem berufen
    sich moralisch motivierte Vegetariar und Veganer häufig auf Singer.


    Wenn du daran Zweifel hegtest, hättest du vor deinem
    unsachlichen Beitrag z.B. in Wikipedia nachschlagen können
    um dort folgendes zu finden:

    Sein 1975 in englischer Sprache erschienenes Buch Animal Liberation gilt als Grundstein der zeitgenössischen Diskussion über den moralischen Status von Tieren in der Tierrechtsbewegung; gemeinsam mit Tom Regan gilt Singer daher als Begründer der modernen Tierethik.

    Singer stellt in diesem Buch die These auf, dass die Zugehörigkeit zu einer Spezies bei der Frage des moralischen Unrechts Leid zuzufügen oder zu töten keine Relevanz besitze. Er folgert daraus, dass in einer modernen Gesellschaft Vegetarismus die einzig moralisch vertretbare Lebensweise sein kann.


    Du hättest den Wikipedia-Artikel auch ruhig komplett
    lesen können, um halbwegs im Bilde zu sein.

    Undifferenzierte Kritik äusserst nur du und es ist mir
    völlig egal, wovon du ausgehst.

    Gruss
    LB
     
  10. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

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    im Wald
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    Mein Beitrag war nicht unsachlich, sondern deiner zu wenig differenziert.

    Warum nur reagierst du auf alle Tierfreunde, Vegetarier und Veganer so allergisch und aggressiv? Fühlst du dich irgendwie bedroht, wenn jemand Tiere als Mitbewohner des Planeten respektiert und sie nicht als Sache sieht?

    Sind denn Tiere für dich nur Esswaren und Gebrauchsgegenstände und sonst gar nichts?

    Obwohl ich noch niemals von diesem Singer oder ähnlichen Typen gehört habe, komme ich ganz allein - aus persönlichem Erleben und persönlicher Erfahrung - zum Schluss, dass Tiere auch ein Recht auf ein lebenswertes Leben haben und dass der Planet nicht allein dem Menschen gehört.

    Das disqualifiziert mich jetzt sicher in deiner Sichtweise zum geistig minderbemittelten Untermenschen oder so *seufz*
     

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