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Stumme Bitten zu Ostern

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Akwaaba, 7. April 2007.

  1. Akwaaba

    Akwaaba Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. März 2006
    Beiträge:
    4.451
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    Aus aktuellem Anlass zu religiösem Brauchtum möchte ich euch die folgende Geschichte geben als Ostergruss....
    Liebe Grüße
    Akwaaba

    Stumme Bitten
    (M. Kyber)

    Die Schafherde drängte sich aufgeregt zusammen.
    Ein altes Schaf erzählte.
    »Meine Großmutter hat es selbst gesehen«, sagte es, »es ist etwas Fabelhaftes, Grauenvolles. Man weiß nicht, was es ist. Sie sah auch nicht alles. Sie kam dran vorüber, als sie zur Weide ging. Es war ein Tor, das in einen dunklen Raum führte. Es roch nach Blut am Tor des dunklen Raumes. Zu sehen war nichts. Aber sie hörte den Schrei eines Hammels darin, einen grässlichen Schrei. Da lief sie zitternd zur Herde zurück.«
    Alles schauderte.
    »Man weiß nichts Gewisses«, sagte das Schaf, »aber es muss etwas Wahres daran sein.
    Jedenfalls ist es furchtbar.«
    »Deine Großmutter lebt nicht mehr?« fragte ein junger Hammel.
    »Ich weiß es nicht«, sagte das Schaf, »es ist schon lange her - da wurde sie abgeholt.«
    »Das soll der Anfang sein, man kommt dann nie wieder«, sagten einige.
    Der Schäferhund bellte kläffend und trieb die Herde dem anderen Ende der Weide zu.
    Da stand der Schäfer und sprach mit einem fremden Mann, der nicht aussah wie ein Hirt.
    Sie handelten miteinander. Dann ging der fremde Mann mit festen Schritten in die Herde hinein und prüfte die einzelnen Stücke mit kundigen Augen. Es waren nicht die Augen eines Hirten. Jetzt griff seine Hand nach dem jungen Hammel, der vorhin gefragt hatte. Das Tier überlief es kalt. D
    ie Hand fühlte sich anders an als die Hand des Hirten.
    Der Hammel bekam eine Leine um den Hals.
    »Den nehme ich«, sagte der fremde Mann und zog einen schmutzigen Beutel mit Geld aus der Tasche. Er bezahlte. Das lebendige Leben gehörte ihm. Er hatte es gekauft. Er ergriff die Leine und zerrte den Hammel von der Weide fort auf die Landstraße. Die Herde sah dem Davongehenden erschrocken und verständnislos nach. Der Hammel wandte den Kopf. Seine Augen suchten die Verwandten und Spielgenossen. Etwas in ihm krampfte sich zusammen - etwas in ihm rief ihm zu, sich loszureißen und zurückzulaufen.
    »Das ist der Anfang, man wird abgeholt«, dachte er. Aber er wehrte sich nicht. Er war hilflos. Was hätte es genützt? »Es braucht ja nicht das Schreckliche zu sein«, tröstete er sich, »es gibt noch andere Weiden.
    Dahin werde ich vielleicht geführt.«
    Es war das Vertrauen, das Tiere haben, die zahm gehalten worden sind.
    Jetzt bogen sie um die Ecke. Die Herde war nicht mehr zu sehen. Die Weide verschwand. Nur von ferne hörte man den Schäferhund bellen und die Töne der Hirtenpfeife. Der Wind verwehte sie.
    Es war ein weiter Weg. Der fremde Mann ging schnell. Er hatte es eilig.
    »Ich bin müde, ich möchte mich etwas erholen«, bat der Hammel.
    Es war eine stumme Bitte.
    Sie gingen weiter. Es war heiß und staubig.
    »Ich bitte um etwas Wasser«, sagte der Hammel. Es war eine stumme Bitte.
    Endlich kamen sie in eine kleine Stadt. Sie gingen durch enge, krumme Straßen, in denen es keine Weiden gab. Diese Hoffnung also hatte sich nicht erfüllt.
    Sie hielten vor einem Tore, das in einen dunklen Raum führte. Ein hässlicher Dunst schlug dem Tier entgegen. Der Hammel wandte den Kopf und blökte klagend. Er scheute vor dem Dunst zurück und vor dem dunklen Eingang. Eine Angst wurde in ihm wach, im Unterbewusstsein, eine grenzenlose Angst.
    »Ich möchte nach Hause«, sagte der Hammel und sah den fremden Mann an.
    Es war eine stumme Bitte. Stumme Bitten werden nicht gehört.
    Der Mann schlang die Leine mit einem geschickten Griff um die Hinterbeine des Tieres und zog es vorwärts. Die Schnur schnitt ein.
    »Ja, ja, ich komme schon«, sagte der Hammel erschrocken. Die müden steifen Beine beeilten sich. Es waren nur wenige Augenblicke, aber sie schienen sehr lang. Dann war er in einem dunklen Raum. Es roch erstickend nach Blut und Abfällen - nach Leichen von seinesgleichen. Man hält es nicht für nötig, das vorher fortzuschaffen. Es ist ja Vieh - Schlachtvieh.
    Da packte den Hammel ein hilfloses, lähmendes Entsetzen. Ein Entsetzen, das alle stummen Bitten vorher vergessen ließ. Ein Entsetzen, das ganz allein herrschte. Der Hammel zitterte am ganzen Körper.
    »Jetzt kommt das Fabelhafte - das Grauen«, dachte er. Und es kam.

    Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören.
    Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt.
    Sie werden gebucht im Buche des Lebens.


     
  2. lichtbrücke

    lichtbrücke Guest

    :cry3: :cry3: :cry3:

    Hallo Akwaaba

    Danke für diese Geschichte *schüttel... Sie passt zu jedem Tag des Jahres, ist ein zusätzliches Mosaik-(pflaster)steinchen auf meinem Weg, weg vom Fleisch.

    Liebe Grüsse

    lichtbrücke
     
  3. Akwaaba

    Akwaaba Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. März 2006
    Beiträge:
    4.451
    Hallo Lichtbrücke, danke für Deine Tränen.
    Zeigen sie mir doch, dass ich nicht allein bin...
    :liebe1:
    Akwaaba
     
  4. Moirra

    Moirra Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    4. August 2005
    Beiträge:
    1.120
    Ort:
    Wien
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    Also danke das ist eine schöne geschichte.

    Ich schreibe uech jetz eine wahre geschichte...

    Es war sommer. So viele fliegen in meiner wohnung, danach haben wir fenster gitter angebracht,,,Und es ist noch immer eine flirge da gewessen, wir zwei Brian und Ich als überzeugte christen, haben ein experiment gemacht. Wir haben diese fliege Robert gennant, und zu unseres haustiet eklärt..also vorher hat uns Robert geerget aber mit der enscheidung das ist unseres kleines haustier...hat uns nicht mehr genervt..

    Und es ist was unglaubliches passiert, der Robert hat sich wirklich benomen wie ein haustier..wenn wir nicht da waren..hat er schon gespürt dass wir kommen und hat schon in forzimmer gewartet...er war fähig ohne zu "zapeln" oder dafon fliegen stunde lang au mein arm zu sitzen..bin ich in der küche gewesen was zu kochen...hat er vergnügt um mich geflogen..der hat mich in toalete bejleidet..und das wird keiner glauben, sind
    wir schlafen gegangen hat robert auch geschlafen...
    nur als fliege war er nich super gescheit, so ist er mermals in unseren gläsen gelandet und fast ertrunken...wir haben ihm mehrmals das leben geretet..und wenn er wieder trocken war war er wieder der alte...

    bis eines tages..wir haben nicht so aufgepast..is er wirklich in mein tee becher ums leben gekommen...

    wir haben ihm in blumenstock "begraben"

    na ja kleiner "flirge" robert hat liebe und aufmerksamkeit bekommen so ist er zu was mehr als nur eine flige geworden

    "le Petit Prince" zeigt das schön, dieses fenomen

    Sind wir nicht verückt, Ich und Brian ? Und robert erst..ha ha

    Miri
     
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