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Sozilismus und Esoterik

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Samuel Dresden, 7. Juli 2008.

  1. Samuel Dresden

    Samuel Dresden Neues Mitglied

    Registriert seit:
    20. Dezember 2005
    Beiträge:
    116
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    Normalerweise denkt ja der Bürger, Sozialisten seien nicht religiös orientiert,
    der Sozialismus sei ja nur materialistisch und wisse nichts von Gott.
    Mir fiel aber schon 95 auf wie gut das Parteiprogramm der Linken (PDS)
    damals zu einer esoterisch orientierten Regierung passen würde.
    (Nur die Linken scheinen selber selten was davon zu wissen)

    Der folgende Ausschnitt von Silvio Gesell erklärt ganz einfach was Sozialismus im Kern ausmacht. Wer etwas von Esoterik versteht könnte hier seine Meinung darlegen warum er glaubt, wie Esoterik, also die Religiosität der Zukunft, die nicht mehr nur glaubt sondern um Gott auch weiß, mit einer gerechteren sozialistischen Welt vereinbar sein könnte oder auch nicht.

    Bekanntlich war ja Gesell Finanzminister in der Münchener Räterepublik und Minister neben dem Juden Landauer. Dieser war esoterisch wie man in seinen Texten auch nachlesen kann hochesoterisch. Es gab da aucxh noch andere ionteressante Leute wie Toller, Erich Mühsam (ein Bekanndter von Herbert Wehner, wohnten mal zusammen) usw.


    """Der Sozialismus zieht seine Triebkräfte in erster Linie aus dem Wunsche
    der Ausgebeuteten, sich der ausbeutenden Mächte zu erwehren. Dieser
    Satz gestattet die Verallgemeinerung, daß als Sozialist jeder zu
    betrachten ist, der sich am Kampfe wider die Ausbeutung beteiligt.
    Umgekehrt kann man niemand als Sozialist bezeichnen, der sich der
    Ausbeutung gegenüber gleichgültig verhält.
    Ich will nicht behaupten, daß sich der Sozialismus im Kampfe gegen die
    Ausbeutung erschöpft. Aber dieser Kampf ist doch, besonders im heutigen
    Stadium des Sozialismus, das eigentliche Kennzeichen der sozialistischen
    Geistesrichtung.
    Auch bei den Kommunisten wüßten manche nicht mehr, warum sie sich
    Kommunisten nennen, wenn es keine Ausbeutung mehr gäbe. Wenn sich
    die Ausgebeuteten darüber einig wären, wie die Ausbeutung am
    sichersten und schnellsten zu beseitigen ist, so hätte es niemals
    Spaltungen in den sozialistischen Kreisen gegeben. Die
    Einheitsfront aller Sozialisten wäre von vornherein dagewesen, fest und
    unerschütterlich. Sie kommt nur darum nicht zustande, weil man sich
    noch kein klares Bild von der Natur der Ausbeutung macht. Bei den
    meisten Sozialisten handelt es sich nicht um Wissen, sondern um
    Glaubenssätze und wir wissen aus der Geschichte, daß der Streit zumeist
    dort beginnt, wo das Wissen in das Gebiet der Glaubensartikel übergeht.
    Glauben und Streiten ist ein und dasselbe.
    Die Ausbeutung des Menschen geht auf die verschiedenste Weise vor sich.
    Man kann sie einteilen in
    1. Ausbeutung auf dem Wege persönlicher Übermacht,
    2. Ausbeutung mittels wirtschaftlicher Übermacht.
    Der persönlichen Übermacht bedient sich der Räuber, der Pirat, der
    Sklavenjäger. Diebe und Kuppler gehören auch noch in diese Kategorie.
    Den Kampf wider die Ausbeutung durch Räuber, Piraten, Kuppler, haben
    die Ausgebeuteten dem Staate übertragen. Es ist ein ewiger Kampf, der
    seiner Natur nach niemals ganz beendet werden wird. Immerhin kann
    man sagen, daß, verglichen mit früheren Zuständen, dieser Kampf sein
    Ziel erreicht hat. Die Mittel, die hier angewandt worden sind, waren
    entschieden wirksam. Die Burgen der Raubritter sind niedergelegt, die
    Schiffe der Piraten sind gekapert, die Sklavenjäger sind hinter Schloß und
    Riegel gebracht worden. In letzter Zeit geht man auch bereits scharf und
    international gegen den Handel mit weißen Sklavinnen vor. Die
    Ausbeutung auf dem Wege persönlicher Übermacht hat so gut wie
    aufgehört.
    Nicht so ist es mit der Ausbeutung mit Hilfe wirtschaftlicher Waffen.
    Zwar auch auf diesem Gebiete hat man gekämpft und sich der
    verschiedensten Waffen bedient, aber irgend ein Erfolg ist bis heute nicht
    wahrzunehmen. Im Gegenteil. Die Zahl der Ausgebeuteten wächst,
    ebenso die Masse der Beute, die täglich gewaltigeren Umfang annimmt.
    Vor dem Kriege betrug diese Beute in Deutschland reichlich 20 Milliarden
    Goldmark. Jedes Land in der Zinswirtschaft, mit allem, was darin steckt
    und darauf steht und gebaut wurde, Häuser, Äcker, Bergwerke,
    Warenlager, Läden, Banken mit ihrem Inhalt, Eisenbahnen, Viehherden,
    Wälder, Handelsflotten usw., müssen die Ausgebeuteten alle zwanzig
    Jahre in Gestalt von Grundrenten und Zinsen an die Ausbeutenden
    abliefern.
    Der Kaufpreis irgend eines Kapitalgegenstandes wird im Handel ganz
    allgemein mit dem zwanzigfachen seiner jährlichen Ausbeute, d.h. also
    des Zinses oder der Rente eingeschätzt. Als Helfferich das in Deutschland
    angelegte Vermögen, von ihm Volksvermögen genannt, mit 350 Milliarden
    einschätzte, da hat er die Zinsen und Grundrenten, die im Jahre über die
    Zahltische der Rentner gingen, mit 20 oder 25 multipliziert, kapitalisiert.
    So kam die genannte Summe zustande.
    Wie geht nun diese Ausbeute vor sich? Man sollte meinen, daß man sich
    über eine Erscheinung von so gewaltigem Umfange längst klar sein
    müßte, zumal es sich hier um einen Vorgang handelt, der sich vor unseren
    Augen vollzieht, einen rein menschlichen Vorgang, den wir leicht in allen
    Einzelheiten verfolgen können. Und dennoch streiten wir noch über das
    Wie, Wann und Wo der Ausbeutung. Wir bezahlen alle Jahre 20
    Milliarden Goldmark an unsere Ausbeuter und wissen noch nicht, wie das
    geschieht! Und weil wir in dieser Beziehung uneinig sind, streiten
    wir über den Weg, der einzuschlagen ist zur Bekämpfung der
    Ausbeutung. Unglaublich erscheint es, aber es ist wahr: Die Einheitsfront
    kommt nicht zustande, weil wir nicht wissen, ob der Kapitalist uns das
    Geld aus der linken oder aus der rechten Tasche nimmt.
    Zwei Theorien streiten heute um Anerkennung in den Kreisen der
    Ausgebeuteten:
    1. die Theorie, wonach im Privatbesitz an den
    Produktionsmitteln schlechthin der Grund der Ausbeutung zu
    suchen ist, und
    2. die Theorie, wonach die Ausbeutung eine Folge unseres
    fehlerhaften Geld- und Bodenrechtes ist.
    Nach der einen Theorie erfolgt die Ausbeutung direkt und ausschließlich
    bei der Arbeit, in der Fabrik, auf dem Felde. Nach der anderen erfolgt sie
    bei der Benutzung des Bodens und beim Tausche der Arbeitsprodukte
    mittels des Geldes, sowie bei allen Darlehen, wobei auch das Verhältnis
    des Arbeitnehmers zum Arbeitgeber als Darlehensverhältnis behandelt
    wird, ebenso wie das des Mieters und Vermieters.
    Die zuerst genannte Theorie fordert in folgerichtiger Anwendung die
    Abschaffung des Privateigentums, und damit auch die der
    Privatwirtschaft, der Selbstverantwortung. Die Verteilung der Produkte
    erfolgt durch den Staat, der die Produktion leitet. Die Grundsätze, nach
    denen die Verteilung erfolgen soll, werden gesetzlich geregelt.
    Nach der anderen Theorie braucht es solcher Eingriffe nicht. Es genügt,
    wenn der Boden und das Geld "sozialisiert" werden. Das Obrige
    besorgt dann zwangsläufig, automatisch, die nun wirklich freie, zu ihrer
    Ordnung gelangte, den eigenen Gesetzen folgende Wirtschaft. Die
    Ausbeutung ist nach dieser Theorie ein Produkt gewaltsamer Eingriffe in
    die natürliche, von selbst sich ergebende Ordnung der Wirtschaft. Mit der
    Beseitigung dieser Eingriffe muß auch die Ausbeutung fallen.
    Auf der einen Seite also Staat, Gesetz, auch Zwang, auf der anderen das
    gerade Gegenteil: Freiheit, in Neuland, in noch nicht erlebte vollkommen
    neue Verhältnisse.
    Dort führt der Weg rechts in den Kommunismus hinein, also zurück,
    dorthin, woher wir gekommen sind, hier umgekehrt führt der Weg links
    ab, aus dem Hohlweg des Kapitalismus in die Freiheit, nicht Ausbau des
    Staates, sondern Abbau.
    Aber beide Systeme beanspruchen für sich die Kraft, das Hauptziel des
    Sozialismus, die Beseitigung der Ausbeutung, restlos zu
    verwirklichen.""" S. Gesell, 1922 (Urheberrecht abgelaufen)
     
  2. FIST

    FIST Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
    ähm

    und Herr Dresden also is es, der anderen Extremismus vorwirft? Nuja... wie gross ist eigentlich der Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Sozialismus (gerne auch mit in UDSSRischer Ausführung als Nationaler Sozialismus)

    lG

    FIST, Links, Sozial, aber vom Sozialismus ebenso angewiedert wie von vielen anderen Issmen
     
  3. Romaschka

    Romaschka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. März 2005
    Beiträge:
    5.096
    Ort:
    D
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    Hallo Samuel,
    vielen Dank für diesen Artikel.
    Sowas in der Art suche ich schon länger!

    LG, Romaschka
     
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