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So sieht meine Selle aus

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von sternentaler, 11. März 2009.

  1. sternentaler

    sternentaler Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. Juni 2007
    Beiträge:
    15
    Ort:
    im Kreis Dortmund
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    Hallo, eine kleine Geschichte für euch.So sieht meine Seele aus



    „Was malst du da, Linda?“ fragt eine Stimme, direkt hinter ihr.
    „ Das ist meine Seele“, antwortet sie dem fremden Wesen.
    „Woher weißt du, wie deine Seele aussieht?“ will die Stimme wissen.
    „ Ich weiß es einfach“, gibt sie zur Antwort.
    „ Aber was du malst, ist nur ein umgekehrtes S mit vielen kleinen Strichen durch“, sagt die unsichtbare Stimme gefühlvoll.
    „ Dass ist die Last die ich trage“, antwortet Linda ihr traurig. Sie wollen mich nicht mehr. Und sie sind froh, wenn ich endlich gehe. Ich habe es gehört. Und wer bist du?“
    „ Ich bin ein Türwächter“, antwortet das unsichtbare Wesen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn du dir wünschen würdest mich zu sehen“.
    „ Ich wünsche mir, dass ich dich sehen kann“, flüstert Linda ehrfürchtig.
    „ Wie siehst du denn aus?“ Linda muss laut lachen. Vor ihr, steht ein Mann mit schwarzen Haaren. Er trägt einen weißen Anzug und in seiner Hand hält er einen Schlüssel.“ Willst du zu einer Hochzeit?“ fragt sie ihn neugierig.
    „ So ungefähr“, antwortet der Mann und setzt sich zu ihr auf das Bett.
    „Warst du schon einmal auf einer Hochzeit, Linda?“ will er wissen.
    „Nein, sie nehmen mich nie mit“, antwortet sie ihm traurig.“ Ich bin hässlich und krank“.
    „ Wer sagt das?“ fragt der Mann und schaut sie dabei lächelnd an.
    „ Sie sagen es“. Linda spricht ganz leise. Ich höre es immer und immer wieder. Manchmal, gehen sie hier her und ich kann sie sehen. Aber sie fragen mich nie, ob ich mit ihnen gehen möchte. In meinen Träumen, sehe ich Gesichter und höre Stimmen. Sie sehen mich an und sagen, dass arme Ding. Es wäre besser, sie ging von dieser Welt. Das macht mich traurig.“
    „ Warum, sagen sie so etwas?“ fragt der Mann und schüttelt seinen Kopf. Hast du etwas getan?“
    „ Ich weiß es nicht“. Linda muss weinen. „ Ich weiß es wirklich nicht. Bestimmt, weil ich krank bin. Ich habe einen kaputten Rücken und ich kann schlecht sehen. Außerdem bekomme ich immer schlecht Luft.“
    Der Mann mit dem weißen Anzug, schaut Linda nun ganz tief in die Augen.“ Kannst du mich denn sehen?“ fragt er und bewegt seine rechte Hand, direkt vor ihrer Nase hin und her.
    „ Ja, das ist merkwürdig“, stottert sie. Ich kann dich sehen.“
    „ Wenn dass so ist, steh auf und bewege dich“, fordert er sie auf.
    „ Dann ersticke ich und laufen kann ich auch nicht“, antwortet sie ihm trotzig.
    „ Ach, was du nicht sagst“, antwortet er amüsiert. Du kannst nicht laufen, kaum sehen und Luft bekommst du auch schlecht. Mich kannst du aber sehen. Kommt dir das nicht sehr merkwürdig vor? Komisch, du stehst ja schon.“
    Linda, schaut ihn entsetzt an. Aber es stimmte. Sie stand vor ihrem Bett. Bevor sie etwas sagen kann, ergreift er wieder das Wort. „ Möchtest du nicht wieder das Licht sehen, Linda?“
    „Oder herum tollen mit anderen Kindern? Möchtest du ganz gesund werden?“
    Linda nickt. Es gab nichts, was sie sich sehnlichster wünschte. Ja, sie wollte heraus aus der Einsamkeit, hinaus in das Licht.
    „Dann werde ich dir jetzt sagen, wer ich bin. Also, höre mir ganz genau zu. Ich werde dir zeigen, wer du warst. Also, sieh ganz genau hin. Schau in meine Augen und merke dir was du siehst“, sagt er ernst zu ihr. „ Bist du bereit?“
    Linda nickt langsam mit ihrem Kopf und schaut in seine Augen.
    Vor ihr, läuft ein Film ab. Sie sieht eine Frau und einen Mann. Sie sind Eltern geworden, doch sie sind nicht glücklich. Die Frau weint und der Mann auch. Eine alte Frau, beugt sich über das Kind und sagt. „Das arme Ding, es wäre besser es ginge von dieser Welt.“ Aber du liebtest sie, kommentiert der Mann in Weiß das Geschehen. Aus Liebe und um ihnen Kummer zu ersparen, bist du wieder gegangen. Da fügtest du dir die erste Kerbe in deinem Rückrad zu.“
    Linda, sieht noch mehr. Der Mann und die Frau sind so glücklich. Denn das Schicksal hatte es gut gemeint und ihnen noch einmal die Chance auf ein Kind geschenkt. Doch die Frau ist voller Sorge und Angst, dass ihr Kind wieder krank sein könnte.“ Deine Seele spürte diese Angst und beschloss wieder zu gehen. So bekamst du deine zweite Kerbe. Das letzte Mal, als du zurück kamst, warst du bis zu deinem achten Geburtstag sehr tapfer. Aber deine Kraft, reichte nicht zum Bleiben. So entstanden die letzten Kerben, die dir Seelenschmerzen bereiteten.
    Linda, schaut ihn immer noch an. „ Wenn ich nicht zu Hause in meinem Zimmer bin, wo bin ich dann?“ fragt sie ihn.
    Der Mann, sieht sie lange an, bevor er ihr antwortet. „ Du bist im Niemandsland. Deine verwundete Seele, sollte sich hier erholen.“
    „ Meine Seele?“ flüstert sie.
    „ Ja, antwortet er. Eine verwundete Seele, muss lernen und vergessen. Sonst durchlebt sie immer wieder die gleichen Qualen. Sie wird immer aufs Neue krank zurückkehren, weil sie nie gelernt hat zu vergessen. Was du gesehen hast in deiner Dunkelheit, waren die schmerzenden Schatten deiner vergangenen Leben.“
    Ich bin der Türwächter, der die verwundeten Seelen zurück aus dem Niemandsland, in das Licht holt. Du bist immer aus Liebe gegangen und nun kehre in Liebe zurück.“
    „ Komm zu mir Linda und gib mir deine Hand“, fordert er sie auf.
    Linda geht zu ihm und er nimmt ihre Hand in die Seine. Eine Welle der Liebe, breitet sich in ihr aus. Vergessen waren die Schmerzen der Vergangenheit. Hoffnung und Zuversicht erfüllten sie und ließen sie strahlen.
    „ Soll ich die Tür nun für dich aufschließen?“ fragt er sie freundlich. „ Bist du bereit?“
    „ Ja, ich bin bereit“, antwortet sie ihm. „ Bitte öffne die Tür“.
    Der Mann mit dem weißen Anzug, nimmt seinen Schlüssel, den er schon die ganze Zeit in seiner Hand hält und öffnet die Tür. Sie schwingt auf und ein gleißendes Licht hüllt die beiden Gestalten ein. „ Deine neue Familie ist wirklich nett, dass kannst du mir glauben“, sagt er lachend. „Ich habe sie persönlich für dich ausgesucht. Nun mach dich auf den Weg. Deine Seele will viel Neues lernen“.
    Sie, die einen neuen Namen tragen wird, bettet sich ein in den Schoß der Mutter. Und die Liebe, die sie umfängt, lässt sie das Niemandsland vergessen.
    Er, der die Türen des Niemandslandes bewacht, lässt eine neue schmerzende Seele ein.
    Mit seinem Schlüssel, verschließt er die Tür hinter ihr, auf unbestimmte Zeit.
     

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