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Sie verrecken förmlich neben uns

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Ritter Omlett, 7. Januar 2005.

  1. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. November 2004
    Beiträge:
    2.899
    Ort:
    Wien
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    Heute fuhr ich wieder mal U-Bahn. In einer der U-Bahnaufgängen suchte ein Mann in zerissener Kleidung in den Mistbehältern der U-Bahnstationen nach Essbarem. Ich gab 50 Cent aus und kaufte ihm beim Ströck 2 Langsemmeln. Viele sind derzeit obdachtlos, haben kein Dach untern Kopf, kaum Essen und es friert. Ich denke nun an die grosse Katastrophe in Asien, die mich sehr erschütterte. Doch sehr viel Leid ist neben uns, keiner beachtet es bzw. viele Menschen urteilen, wie z.B. asoziales Gesindel, geh hackeln usw. Es gibt so viele Schicksale. es läuft neben dir hinter vor dir. Es mag Menschen geben, die sicher, so sagt man, selber schuld sind an dem Ganzem. Berechtigt das nun, diese Leute förmlich verrecken zu lassen? Viele waren angesichts der Asienkatastrophe spentabel. Trotzdem denke ich mir, wenn so einer etwas sieht, der Nahrung aus Mülltonen sucht, so gebt 50 Cent aus und bringt ihm zumindest ein wenig Brot. Ich habe mir vorgenommen, mir mal Zeit zu nehmen, was weiss ich, vielleicht einen Rucksack Wurstsemmeln mitzunehmen und wem seh in zerfetzter Kleidung der absolut kaputt ist ein oder 2 Wurstsemmeln zu schenken. Der Blick des Mannes, denn ich heute sah, war leer, ohne Hoffnung und ob egal ob selber schuld oder nicht und wer auch immer drüber urteilt ich finde ein Dach übern Kopf und eine neue Chance hat sich jeder verdient. Das wollt ich heute loswerden, was weiss ich, was da heute los ist mit mir, aber der nahrungssuchende Mann im Mistkübel hat mich nun sehr sehr nachdenklich gemacht. Ich denk mir für die Regierungen, irgendwelche leerstehende Gebäude so herzurichten, sodass sie Wärme und ein Dack übern Kopf ergeben, kann nicht gar solche Unkosten verursachen, oder findet ihr, dass ich übertreibe und mal nur so eine moralische Eintagsfliege habe?
     
    Walter gefällt das.
  2. nocoda

    nocoda Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. November 2004
    Beiträge:
    935
    Nee,nee, ich denke auch so.
    Allerdings ist mir was ganz anderes mal passiert.
    Ich wollte ähnlich handeln und etwas zu essen dann für diesen Menschen kaufen und erhielt nur die Antwort, dass ich nichts kaufen sondern lieber Geld geben sollte. Für was kann man sich denken. Ok, ist ja nicht meine Sache. Aber alleine sich damit (mit Alkohol, oder jede Art von Drogen) den lieben langen Tag über Wasser zu halten... ich weiß nicht.
    Geld hat er dann bekommen.
    Jedenfalls war ich irgendwie traurig und irritiert. Ist schon Jahre her, aber ich dachte mir dann, "der muß doch auch mal was essen".
    Was macht man dann in so einem Fall? Sein eigenes Empfinden ignorieren?

    Ich hatte damit damals schon ein Problem.

    *lg
    nocoda
     
  3. rincewind

    rincewind Mitglied

    Registriert seit:
    10. Dezember 2004
    Beiträge:
    220
    Ort:
    Berlin
    Hi Ritter Soletti :)

    Ich weiß nicht, wo Du wohnst. Ich lebe in Deutschland, und es gibt hier viele Obdachlose, gar keine Frage.

    Problem ist nur: in diesem Land hat jeder Anspruch auf ein Dach über dem Kopf, jeder kann im Notfall einen Platz im Obdachlosenheim fordern und wenn er diesen nicht bekommt, sind die Kommunen verpflichtet, ihm ein Pensionszimmer zu bezahlen. Essen finden diese Menschen entweder in Missionsstationen oder in kirchlichen Einrichtungen. Es ist Hilfe da. Nur: etliche dieser Menschen sind - aus welchen Gründen auch immer - bereits so desolat, daß sie den Weg dorthin entweder nicht mehr "finden" oder ganz bewußt nicht annehmen. "Niedrigschwellige Angebote" nennt man es, wenn Einrichtungen, die anonym Hilfe bieten ohne groß Fragen oder Forderungen zu stellen. Auch die gibt es. Trotzdem ist auch das für manchen schon zu viel, es wird von ihnen nicht in Anspruch genommen.

    Was soll man tun? Ich persönlich denke mir manchmal, man müsse diese Menschen eben "einfangen" und ungefragt ins Warme bringen, ihnen Nahrung und med. Behandlung angedeihen lassen. Das aber läßt unser Rechtssystem nicht zu, das wäre - juristisch gesehen - Freiheitsberaubung. Zwangsmaßnahmen sind nur dann (mit richterlicher Genehmigung) zulässig, wenn der Betroffene unmittelbar Gefahr für sein eigenes oder anderer Leute Leben bedeutet.

    Was würdest Du also tun? Ich finde es gut, daß Du in Form von Nahrung hilfst. Mehr kannst Du m.M. nach wirklich nicht tun.

    LG, rince :zauberer1
     
  4. RaZIel999

    RaZIel999 Mitglied

    Registriert seit:
    26. September 2004
    Beiträge:
    242
    Ort:
    Nordrhein Westfalen
    Du übertreibst nicht.
    Geholfen werden muss diesen Menschen auf jeden Fall, aber da spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Nicht jeder ist der "arme" Obdachlose.
    Einige sind sich zu stolz, andere sind drogenabhängig, und wieder andere sind psychisch am Ende und haben gar keine Hoffnung mehr. Was nicht bedeutet, dass das ein Nicht - Handeln rechtfertigt. Im Gegenteil, es müsste noch mehr geholfen werden.
    Aber ich sag mal so, es ist ja nicht so, dass diese Menschen gar keine Hilfe oder Geld kriegen.
    Nur ist es damit nicht getan. Sie müssen motiviert werden, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren ( Ich mag Gesellschaft, aber "DIE GESELLSCHAFT" nicht so wie sie im Moment ist, vielleicht geht das einigen von denen auch so. Aber anderen wiederrum nicht. oh man das ist kompliziert.). Und vor allem muss gerade denen ( finde ich wichtiger als bei "normalen" Arbeitslosen ) eine neue Chance gegeben werden.
    Es kann doch nicht sein, dass sich die Verantwortlichen unseres ach so tollen Sozialen Staates insgeheim ins Fäustchen lachen und denken: " Der Öffentlichkeit sagen wir, wir haben kein Geld oder uns sind die Hände gebunden und die Betroffenen verrecken inner Gosse ).
    Nach dem Motto: Probleme lösen sich von selbst. Aber so ist nunmal das Volk, schau dir dochmal die Menschen an wenn sie an Obdachlosen vorbei laufen. Man versucht krankhaft an denen vorbei zu starren, ja fühlt sich vielleicht noch belästigt wenn man "angebettelt" wird. Und das sind keine Vorurteile gegenüber den Menschen, es ist ne Tatsache dass sich einige so verhalten. Ich war selbst mal so anteilnahmslos.
    Es ist nicht schwer die Frage zu beantworten, warum die sogenannten "Penner" so demotiviert sind. Wir ( und damit meine ich nicht Euch sondern einfach mal so dahingestellt DIE GESELLSCHAFT ) haben sie so gemacht.
    Sicher gibt es Menschen wie dich, die dann in bestimmten Situationen helfen, aber wie viele laufen an einem armen zerzaustem Straßenmusikantem vorbei und denken sich: " Oh, tolle Musik, warum macht der da kein Geld mit?"
    Wenn ich einem Obdachlosen Geld gebe fühle ich mich schlecht, weil ich weiss, das das nichts bringt. Ein Tropfen aufm heissen Stein.
    Aber dann wiederum sind wir uns zu Gut diesen Menschen bei uns aufzunehmen ( und da schliesse ich mich nicht aus, obwohl ich schon oft drüber nachgedacht habe). WARUM???
    Das hier irgendwas gewaltig falsch läuft ist wohl keine Frage.
    Nein um nochmals darauf zurück zu kommen: Du hast nicht übertrieben.

    Alles Liebe

    RaZIeL
     
  5. Aktivist

    Aktivist Guest

    Hochachtung Ritter ;) Eintagsfliege? Wirst Du selbst am Besten wissen nicht? Ich sag nur, bleib am Ball. Viele Leute, so meine ich zumindest, trauen sich auch erst gar nicht zu denen. Wenn der mir was tut? usw usf.

    Bleib am Ball. Finde ich stark. ;)

    Gottes Segen
    Marcus
     
  6. rincewind

    rincewind Mitglied

    Registriert seit:
    10. Dezember 2004
    Beiträge:
    220
    Ort:
    Berlin
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    Das glaube ich Dir gern, nocoda.

    Ignoriere Dein eigenes Empfinden auf gar keinen Fall. Nur: erwarte nichts - keine Gegenleistung. Nicht mal in Form von Dankbarkeit.

    Klingt jetzt vielleicht "böse", meine ich aber nicht so. Viele dieser Menschen empfinden es bereits als Bevormundung, wenn man ihnen Essen statt Geld gibt.

    LG, rince
     
  7. nocoda

    nocoda Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. November 2004
    Beiträge:
    935
    Wobei ich darüber auch streiten könnte... ;)
    Also eine gewisse Form des Annehmens erwarte ich schon. Schließlich möchte ich nicht noch unfreundlich (gelinde ausgedrückt) angemacht werden, wenn ich helfen will.

    Ja, aber ich denke auch, dass man sein eigenes Empfinden, was für diesen Menschen in diesem Moment gerade besser wäre, zurück stellen soll. Man weiß es ja wirklich nicht und kann nicht in der Haut Desjenigen stecken. Das ist wohl wahr.

    *lg
    nocoda
     
  8. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. November 2004
    Beiträge:
    2.899
    Ort:
    Wien
    hi nocoda
    Schade, dass du als Antwort bekommen hast, besser Geld geben als Nahrung. Nur in diesem Falle des Mannes wusste ich, weil er in den Mistkübeln gewesen, dass er nach Nahrung sucht. Bei uns gibt es Zeitungen, die von Obdachtlosen verfasst wurde, daher wusste ich von einem Bericht eines Mannes, dass sich in diesen Mistkübeln essbares befindet.

    Ich traue mich auf diese Leute zugehen, gut ich bin 188cm *ggggg*
    Es ist natürlich auch Saufgelages unter diesen Leuten, da scheint mir hoffnungslos etwas zu tun, aber bei diesem Mann wusste ich es. Wenn wer Geld fordert statt Nahrung will er sich meiner Meinung nach todsaufen, so hart das klingt.

    Ich lebe in Österreich, da hat auch jeder Anspruch auf einem Dach übern Kopf...
    aber ich lese in den Zeitungen von hoffnungslos überfallten Lagern, ich glaube es wird einfach zuwenig gemacht. Ob selber schuld oder nicht, ein Dach übern Kopf und im Winter nicht erfrieren sollt jeder haben, oder?
     
  9. RitaMaria

    RitaMaria Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Am Rhein
    Klar - gibt es.

    Haben allerdings zwei Haken, wie mir mal ein "befreundeter" Obdachloser erzählte. Die Anfführungszeichen deswegen, weil der Kontakt sehr unregelmäßig war..

    Bevor man in Gefahr kommt, zu verhungern oder zu erfrieren, geht man natürlich dahin. Allerdings nicht, ohne vorher wichtige Dinge, auf die man keinesfalls verzichten möchte, vorher anderweitig versteckt zu haben - denn die Gefahr ist sehr groß, dass man ohne sie aus diesen " Heimen " für eine Nacht wieder herauskommt.

    Der weitere Knackpunkt ist, dass es in diesen Heimen notgedrungen Regeln gibt. Wer lange genug auf der Straße gelebt hat, der ist nicht mehr bereit oder willens, solche Regeln einzuhalten. Und wenn er ein paar Mal geflogen ist, dann kommt er nicht mehr rein.. und dann gibt es wirklich keine Möglichkeit mehr, auch bei größester Kälte wo unterzukommen.

    Frankfurt/Main war dann irgendwann so schlau - selbst den Hauptbahnhof, der die Hauptanlaufstation war, der Optik wegen nachts für alle zu schließen, die nicht eine gültige Fahrkarte vorweisen konnten. Selbst die ersten Wintertoten konnten daran nichts ändern - wegen des Verweises auf diese Heime...

    Tja - für manche gehts halt nicht.

    Gruß von RitaMaria
     
  10. Ritter Omlett

    Ritter Omlett Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. November 2004
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    Wien
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    Die Trageweite was diese Leute bedürfen, ist sehr sehr gross.
    Psychologische Betreung würde dazugehören und ärztliche.
    Einen Job sollte man dann auch finden.
    Aber gerade das sind Herausforderungen, dass vergisst man einfach.
    Oder darüber traut sich auch so recht niemand Verantwortung übernehmen.
     
    Walter gefällt das.

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