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Sichtweisen des Leides

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Namo, 22. März 2004.

  1. Namo

    Namo Guest

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    Liebe Alia,

    Du sagst, daß das Thomas Evangelium nicht authentisch ist, aber Du sagst nicht warum. Du sagst Jesus hat nicht gelitten. Warum denkst Du das? Du sagst "Die Sprache des "EINGEWEIHTEN" ist immer einfach. Sie ist so, daß sie jeder versteht. Schon Jesus Christus hat in einfachen Worten zum Einfachen Volk gesprochen. Der "Wahre Eingeweihte" möchte von sooo vielen wie möglich verstanden werden. Wäre dies nicht sein Ziel, könnte er hier auch "Chinesisch" reden, wenn seine Worte "NUR" für wenige Ausnahmen gelten sollte." Nun, ein Schüler von Jesus fragt:"Warum redest du in Gleichnissen zum Volk?" Jesus: "Ich rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören, noch verstehen. Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu wissen, jenen aber ist es nicht gegeben. Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu wissen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen.!" (Matt.13) und im Thomas Evangelium, das du nicht als authentisch ansiehst, sagt er: "Denen - die meiner Geheimnisse würdig sind - sage ich meine Geheimnisse." (Thomas E. (62))

    Ich denke, jede Sichtweise ist richtig, aber offensichtlich gibt es eine spirituelle Sichtweise, welche sich nur aus der spirituellen Sichtweise verstehen läßt, und eine weltlich/soziale Sichtweise, die jeder (Mensch) versteht. Im Thomas Evangelium ist das ja auch explizit zu Anfang gesagt. Was nicht geht, denke ich, ist eine Vermengung beider Sichtweisen; das ist Murks. Vielleicht siehst Du, daß das, was als die Jesus Parabeln bekannt sind, zwar in einer einfachen Sprache gesprochen sind, aber daß sie deswegen nicht notwendig jeder (Mensch) versteht. Daß ich hier schreibe - in einem Esoterik-Forum, daß kein Boxring ist - , ist das Bemühen, exakt die spirituelle Sichtweise der Parabeln, die m.E. nicht verstanden sind - außer durch einige Wenige - zu Bedenken zu geben. Du selbst sagst, daß Du durch Leid gegangen bist, und daß es dich zu Deinem spirituellen Weg geführt hat, und wenn ich nicht irre ist das bei fast allen, die hier im Forum schreiben so gewesen. Die literarische Form des Evangeliums, so wie es in den drei oder vier Evangelien dieses Prinzip in der literarischen Figur des Jesus verarbeitet wurde durch 'Markus' & Co., thematisiert exakt dieses Leid des Menschen - genauso wie das Sterben der 'erstgeborenen Ägypter' , dem die 'IsraEliten' - als Symbol für die Seele - entkamen, und das als das Passah der Juden tradiert wird. Das Sterben des erstgeborenen - und das neu geboren werden als bewusste Seele (Johannes) zeigt denn auch, daß das Golgata Drama ein remake des Passah der Juden ist, sinnvollerweise auch zu dem Zeitpunkt, wenn der Vollmond im Frühling seinen Zenit an Licht erreicht hat. Nichts von dem ist im Thomas Evangelium zu finden. Es ist zwar ersichtlich, daß sich Jesus den Rechtsgelehrten nicht beugte, doch ist klar erkennbar, daß die Unbeugsamkeit seines spirituellen Seins, - mit viel Spott über die 'frommen' Rechtsgelehrten - jedes Saying bestimmen in seiner verborgenen Wahrheit. Nicht das Sterben der Figur Jesus hat eine Bedeutung; es ist die Unbeugsamkeit gegenüber jedem weltlichen Anspruch auf vermeintlich 'spirituellen' Gehorsam (Paulus) oder Gefolgschaft (Religionen), die spirituell einzig eine Bedeutung hat. Und jeder, der sich diese Unbeugsamkeit zu eigen macht, leidet - sozial gesehen, in dieser Welt - spirituell gesehen, notwendig. Diese Unbeugsamkeit kann uns keiner Abnehmen, auch kein Jesus. Liebe Alia, ich fühle mich hier in dieser 'sozialen Welt' ebenso fremd wie Du und viele andere hier. Wir sind alle das 'Volk IsraEl' in Knechtschaft. Knechtschaft = 'Enge Orte' oder 'eingeengte Orte', 'Knast', 'Gefängnis' heißt in Hebräisch: 'Mitzrayim' = 'Ägypten'. Es ist (nur) ein Symbol des engen physischen Körpers in dem wir als Seele eingesperrt sind, das in der wundervollen Geschichte des Exodus dramatisiert wurde. Das Leid ist der Schlüssel. Er läßt uns gehen aus der sozialen Welt in die spirituelle Welt. Alles das kann man nicht erkennen, wenn man behauptet und lehrt, das Jesus nicht gelitten hat.

    Lieber Gruss

    Namo
     
  2. Mara

    Mara Guest

    ja namo ...

    oder nicht gezweifelt ...

    hat er nicht am kreuz geschrien: "vater, warum hast du mich verlassen!" ?

    alles liebe Dir

    :) mara
     
  3. Namo

    Namo Guest

    Liebe Mara, wenn man das Phänomen Jesus verstehen will, dann muss man sich über den Tellerrand der Christlichen Evangelien bewegen. Evangelien sind eine literarische Form. Sie dramatisieren ein Symbol, aber sie sind nicht historisch belegt. Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf. daß der Jesus der Evangelien je gelebt hat. Im Gegenteil, man kann zeigen, dass die erzählenden takes in den synnoptischen Evangelien aus Quellen kommen, die bereits lange vor der Zeit von Jesus als Geschichten bekannt waren (Jungfrau mit Kind, Gott Osiris = El Azar = La Zarus, Der Heiler Jesus Ben Pandera, der 100 Jahre vor Jesus gelebt hat (Celsus), etc). Niemand steigt als physischer Körper in den Orbit auf. Es ist ein spirituelles Symbol aus einer spirituellen Sichtweise.

    Das, was Fakt ist, ist, dass es ein Thomas Evangelium gibt, das weder ein Jakob Lorber kannte, noch ein Maitreya. Es enthält 47 sayings, die auch in den synoptischen Evangelien in absolut gleicher Form enthalten sind. Alle diese Sayings sind spirituell verstehbar, aber nicht sozial/weltlich verstehbar. Wenn sich jemand in die spirituelle Welt begibt, so sagt Lao=Tsu, muß man nicht das Haus verlassen und Jesus parabelisiert, daß man kein zweites Hemd braucht, wenn man die Reise in die spirituelle Welt antritt. Natürlich nicht, denn es ist die Reise in das Innere des eigene Selbst und keine Reise mit dem schwitzenden Körper. Scharen von Christen haben das nicht verstanden, ebensowenig wie alle andern Pilger. Kabir sagt:

    "Where do you search me?
    I am with you
    Not in pilgrimage, nor in icons
    Neither in solitudes
    Not in temples, nor in mosques
    Neither in Kaba nor in Kailash
    I am with you o man
    I am with you
    Not in prayers, nor in meditation
    Neither in fasting
    Not in yogic exercises
    Neither in renunciation
    Neither in the vital force nor in the body
    Not even in the ethereal space
    Neither in the womb of Nature
    Not in the breath of the breath
    Seek earnestly and discover
    In but a moment of search
    Says Kabir, Listen with care
    Where your faith is, I am there"
    (Kabir)

    Die Schreiber der synotischen Evangelien haben aus dem Jesus einen Supermann gemacht. Aber das bringt Probleme mit sich. Lao=Tsu sagt:

    "Wer da sagt Schön - schafft zugleich Unschön •
    Wer da sagt Gut - schafft zugleich Ungut •
    Sein bedingt Nichtsein - Schwer ergänzt Leicht •
    Lang bemisst Kurz - Hoch erzeugt Niedrig •
    Laut bestimmt Leise - Jetzt folgt Einst •
    Der Weise handelt ohne Tun - lehrt ohne Worte - Dinge entstehen und vergehen •
    Er erzeugt ohne zu besitzen - er handelt ohne zu erwarten - er vollendet ohne zu verweilen •
    Indem er sein Werk vergisst - bleibt es unvergessen •"
    (Lao=Tsu)

    Es ist das Problem, dass sich die Menschen als minderwertig gegenüber Jesus fühlen (sollen), sie aber in dieser Position die Unbeugsamkeit, von der ich sprach, nie damit in Einklang bringen können.

    Ich denke, wer verstehen will, muss sich schon die Mühe machen und das Erkennbare über das Überhöhte stellen.

    In dem Moment, wo der Evangelienschreiber Jesus, den Unbeugsamen zweifeln läßt, diskreditiert er und vernichtet er alles das, was als unbeugsame sayings aus dem Thomas Evangelium bekannt ist. Mit Erfolg. Du und andere glauben es immer noch, während kein einziges Saying wirklich in seiner spirituellen Wahrheit verstanden ist. Spielberg läßt grüßen.

    Es ist nicht nur aus dem Thomas Evangelium bekannt, dass Jesus das verlorene spirituelle Verständnis der jüdischen Rechtsgelehrten als falsch zurückwies oder sie spottet, weil sie die spirituelle Bedeutung nicht mehr kannten (Nikodemus). Deswegen ist es notwendig, das zu verstehen, was verstehbar ist, und nicht das Nichtverstehbare zu heiligen als ein authentisches Wort eines historischen Jesus, den es so nie gegeben hat.

    Der Evangelienschreiber 'Markus' hat übrigens die Osiris Geschichte, die als das Testament der Ägypter seit ihrer Hochzeit galt als die Lazarus Episode in das Markus-Evangelium mit eingebaut. Darin verbringt Jesus eine Nacht mit einem reichen Jüngling und zeigt ihm das Reich Gottes. Markus hat dann später diesen part wieder aus dem Manuskript entfernt, weil man nicht wollte, daß das - Jesus - missverstanden wird, und es ist als 'Geheimes Markus-Evangelium' versteckt worden vor den Christen. Clement von Alexandrien hatte eine Kopie davon und gab zu, daß er die Manipulation am Text befürwortete und kannte.

    Ich denke Zweifel ist angebracht um das Verstehbare vom Unverstehbaren zu trennen. Zweifel hat sonst keinen Sinn. Niemals zweifelt ein Zweifler daran, ob Zweifel einen Sinn hat, denn dann müßte er anfangen zu Erkennen. Ohne Erkennen aber bleibt der Jesus der Evangelien immer ein Fremder oder eine Prothese für den eigenen schwachen und unbeugsamen Glauben an einen Supermann oder hero.

    Was ist ein Mensch, wenn man ihm seinen Jesus-hero nimmt? Er ist allein mit sich und seiner Wahrheit. Lao=Tsu sagt:

    Wahres Wort ist nicht schön - schönes Wort ist nicht wahr •
    Wer Weisheit hat streitet nicht - wer streitet hat Weisheit nicht •
    Wer Weisheit hat sucht kein Wissen - wer Wissen sucht hat nicht Weisheit •
    (Lao=Tsu)

    Jesus ist nicht das Problem; das Problem ist das eigene Selbst, dass das Schöne über das Wahre stellt. Wenn jemand das anspricht, dann beginnen die Projektionen oder ein neues Golgata ... in dieser Welt - in der Sichtweise dieser Welt.

    Alles Liebe Dir Mara

    Namo
     
  4. Mara

    Mara Guest

    nein - namo ... ich glaube nicht ... ich weiß es ...

    ich habe diesen moment am kreuz selbst erlebt. ich habe den zweifel gefühlt und den fall ...

    das was am kreuz stirbt ist nicht der unbeugsame, das ist auch nicht das, was zweifelt, fleht ...
    das fallen, das zweifeln, das leiden ... es gehört alles dazu...

    ... zu der erkenntnis - die bedingungslose liebe ist IMMER da - man selbst ist es, der zweifelt, gott zweifelt nicht ... er weiß, so wie man tief in seinem wesen weiß: auch im moment des tiefsten tals - des tiefsten zweifels weiß man ...

    irgendwann wird man wieder aufgefangen ...

    und nur deshalb kann man loslassen, sich fallenlassen, sich ans kreuz nageln lassen - aus diesem tiefen glauben heraus ...

    ich habe es erlebt und erfahren - niemand kann mir das mehr nehmen ...


    und DU ? ;)


    :tongue: ganz viel liebe dir, mein lieber namo

    mArA
     
  5. Mara

    Mara Guest

    für den einen ist es jesus, für den anderen ist es kabir oder lao-tsu, für den nächsten ist es sai baba ...

    ... und für mich sind das "alte" wege, die schon gegangen wurden ...

    und wenn du sie fragst, all diese erleuchteten und weisen, werden sie dir sagen: "geh deinen weg" ... oder sie sind nicht weise oder erleuchtet ... :)

    und trotzdem egal, wen die menschen sich zum wegweiser machen, wenn sie nur die hälfte der lehre verinnerlichen können, dann wird die welt heil ... und das ist für mich alles was zählt, oder ?

    aber alle worte und alle lehren sind mE nur krücken ... vorbild sein, den glauben leben, das ist DIE lehre, die jedes und jeden erreicht ...

    :winken5: marA
     
  6. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    5.379
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    ich meine, jesus hat doch überhaupt nur deshalb eine bedeutung, weil viele menschen daran glauben, dass in ihm "das wort fleisch geworden" ist, dass in ihm "gott mensch geworden" ist. und welcher taschenspielertrick wäre das gewesen, wenn er sich in seinem menschsein eine der grundtatsachen des menschlichen lebens - das leid - einfach ausgeklammert hätte? nein, alle dimensionen des menschseins oder keine.

    die evangelien allerdings berichten wenig über dieses menschsein. die evangelien sind verkündigungstexte. propagandaschriften, die missionieren wollen. wobei die motive, wie bei allen "gut gemeinten taten", wohl sehr gemischte sind...

    jedenfalls ist es seit jahrzehnten gelehrter theologischer standard, dass die evangelien keine reportagen des lebens jesu sind.

    matthäus möchte die juden bekehren und zitiert besonders gern aus den prophetischen schriften des alten testaments, um zu "beweisen", dass sich in jesus die messias-erwartung erfüllt hat. lukas war vermutlich griechischer abkunft und dürfte medizinisch (aus-)gebildet gewesen sein; sein augenmerk gilt in besonderer weise den wundern jesu. markus wird unterstellt, dass er römischer herkunft gewesen sein, allgemein hält man sein evangelium für das älteste. das johannes-evangelium ist überhaupt erst gut 100 jahre nach dem tod jesu geschrieben worden, unterscheidet sich auch in den "fakten" deutlich von den drei anderen kanonischen evangelien und atmet unverkennbar die einflüsse der gnostischen philosophie. die ältesten erhaltenen schriften sind die paulusbriefe - da kommt jesus selbst schon deswegen nicht ausführlich vor, weil sie zu einer zeit entstanden sind, in der sich die meisten noch gut erinnern konnten. paulus betreibt politik, der bekehrte saulus ist immer noch der kohortenführer, der seine untergebenen zurechtweist und befehligt.

    den drei synoptischen evangelien (markus, matthäus und lukas) liegt, so vermutet man, eine gemeinsame älter quelle zu grunde, die von den theologen als "quelle Q" bezeichnet wird - erkennbar an gemeinsamen formulierungen, die wohl alle drei irgendwo abgeschrieben haben. weiters erkennbar sind neben den zitaten aus alttestamentlichen schriften sprüche, die auf sammlungen der essener-klöster in qumran zurückzuführen sind, denen man wiederum ein naheverhältnis zu buddhistischen lehren nachsagt (schon damals war ja z.b. alexandria ein tummelplatz für gelehrte aus allen regionen der welt, und auch der buddhismus war nicht völlig unbekannt).

    das thomasevangelium ist, wie die vielen anderen apokryphen evangelien zumeist auch, eine sprüchesammlung. zu zeiten, als das leben jesu noch in der mündlichen tradition frisch erinnert war (und als die frühesten quellen des thomas-evangeliums entstanden sein dürften), war es nicht die frage, wie er, und schon gar nicht, ob er gelebt hat, sondern vor allem war wichtig: was hat er gesagt?

    die vier kanonischen evangelien haben ihren "offiziellen" rang definitiv erst 1546 beim konzil von trient erhalten, allerdings nach einer auflistung kanonischer schriften, die auf synoden zurückgeht, die augustinus um 400 abgehalten hat. in den ersten jahrhunderten christlicher überlieferung lag eine vielzahl von gemeinden im theologischen widerstreit, und es war eine unzahl von schriften entstanden, von denen sich wohl die allermeisten darauf beriefen, "wahre worte jesu" wiederzugeben. dieses - IMHO - fruchtbare chaos der urgemeinden ist dann dem macht-wort der kirche erlegen, und seither wissen wir, was wir zu glauben haben...

    was jesus wirklich gesagt hat und wie er gelebt hat und wie er gestorben ist, wird wohl im dunkeln bleiben.

    alles liebe, jake

    zum thomas-evangelium (z.B.):

    http://www-user.uni-bremen.de/~wie/texteapo/thom-einleit.html
    http://home.t-online.de/home/wolfgang-simon/eig-thom.htm
     
  7. Mara

    Mara Guest


    ich habe den perfektionismus in diesen worten noch nie gemocht.

    für mich gab und gibt es da immer nur zwei möglichkeiten:

    a) du bist noch nicht soweit, dann zieht es dich runter und gibt dir das gefühl, dass du schlecht bist, unvollkommen, nicht wert ...

    oder

    b) du bist da, dann brauchst du die worte höchstens noch als bestätigung, das andere die selben erfahrungen gemacht haben wie du ...

    und so denke ich, dass man sie nur dann lesen sollte ...

    wenn man DA ist ...
    (was latürnich nicht heißt, dass diese worte nicht wahr und dafür sehr unschön sind ...)

    *ggg* Mara
     
  8. Namo

    Namo Guest

    Liebe Mara,

    Du weißt es, ich weiß es, viele wissen es, aber viele andere wissen es nicht, und verstehen Zweifel als Herausforderung an das Wissen können und einen Jesus, der zweifelt als einen Beugsamen der sozial Mächtigen. Das nährt die irrige Vorstellung, das soziale Macht stärker ist als spirituelle Unbeugsamkeit.

    In der römischen Zeitung "Avisi di Roma" stand am Sonnabend, 19.2.1600: " Der abscheuliche Dominikanerbruder von Nola (Giordano Bruno), über den wir schon früher berichtet haben, wurde am Donnerstag Morgen auf dem Campo die Fiori bei lebendigen Leibe verbrannt. Er war ein ungemein halsstarriger Ketzer, der aus seiner eigenen Eingebung verschiedene Dogmen gegen unseren Glauben fabrizierte, besonders aber gegen die heilige Jungfrau und andere Heilige. Der Elende war so hartnäckig, daß er gewillt war zu sterben. Er sagte sogar daß er gerne und als Märtyrer sterben werde und daß seine Seele in den Flammen zum Paradiese aufsteigen werde. Jetzt wird er wohl wissen, ob er die Wahrheit gesagt hat."

    Es ist exakt die soziale Perspektive, und nicht die spirituelle Perspektive, über die ich schrieb, die hier arrogant beansprucht, daß soziale Macht stärker sein soll als spirituelle Unbeugsamkeit.

    Und wenn man sich die heutige soziale Welt betrachtet, dann ist sie das wie eh und je und die spirituelle Welt ist ebenfalls das, was sie immer war, für die die ihre Sichtweise darin haben.

    Mir ging es hier um diese verschiedenen Sichtweisen. Daß ich meine persönliche Historie habe ist doch klar, aber nicht wichtig.

    Lieber Gruß

    Namo
     
  9. Mara

    Mara Guest

    nein, namo ...

    du schriebst ...

    du hast mich persönlich angesprochen ...

    :D was du nicht willst, dass man dir tut, das füg´ auch keinem anderen zu :D


    :) mara

    ansonsten bin ich latürnich deiner meinung, mein lieber ...
     
  10. Namo

    Namo Guest

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    Mara schreibt an Namo: " du hast mich persönlich angesprochen ... was du nicht willst, dass man dir tut, das füg´ auch keinem anderen zu ... ansonsten bin ich latürnich deiner meinung, mein lieber ... "

    Liebe Mara,

    als ich in Oxford war, frug ich, ob ich mit deren Software ein bestimmtes physikalisches Problem lösen könnte oder nicht und ich bekam als Antwort: "Definitly maybe!" was soviel heißt wie "Ganz bestimmt vielleicht!" Auch wenn es mit Liebe gesagt ist, ist es nicht wirklich hilfreich zum Verstehen. In meiner Sichtweise ist es hilfreich zu unterscheiden zwischen dem Einem und dem Anderen. Das mag der Unterschied zwischen wahr und unwahr, richtig oder falsch, hilfreich oder nicht hilfreich, Klarheit oder Verworrenheit, Realität oder Illusion oder etwas ganz anderes sein.

    Ich sagte: "In dem Moment, wo der Evangelienschreiber Jesus, den Unbeugsamen zweifeln läßt, diskreditiert er und vernichtet er alles das, was als unbeugsame sayings aus dem Thomas Evangelium bekannt ist. Mit Erfolg. Du und andere glauben es immer noch, und es bezog sich auf das, was ich sagte und das Du anfügtes: "Alles das kann man nicht erkennen, wenn man behauptet und lehrt, das Jesus nicht gelitten hat. (Mara: ) oder nicht gezweifelt ... hat er nicht am kreuz geschrien: "vater, warum hast du mich verlassen!"? "

    Ich verstehe das so, dass es Deiner Sichtweise entspricht, dass für Dich der Zweifel des Jesus an Gott notwendig ist, um das Phänomen Jesus zu verstehen.

    Das ist nicht meine Sichtweise. Es ist deine Sichtweise, Dein Glaube, dein Wissen. Ich sehe darin kein Problem. Daß Du diese Sichtweise hast, hast Du doch bestätigt.

    Du sagst:" für den einen ist es jesus, für den anderen ist es kabir oder lao-tsu, für den nächsten ist es sai baba ... und für mich sind das "alte" wege, die schon gegangen wurden ... "

    Es ist Deine Sichtweise und Du sagts: "und wenn du sie fragst, all diese erleuchteten und weisen, werden sie dir sagen: "geh deinen weg" ... oder sie sind nicht weise oder leuchtet ... und trotzdem egal, wen die menschen sich zum wegweiser machen, wenn sie nur die hälfte der lehre verinnerlichen können, dann wird die welt heil ... und das ist für mich alles was zählt, oder ?"

    Es ist auch Deine Sichtweise. Ich habe ganz bewusst die Sichtweisen hier in den Titel hineingenommen, weil eine - z.B. Deine - persönliche Sichtweise - eine andere sein kann, als eine davon verschiedene.

    Du sagts: " aber alle worte und alle lehren sind mE nur krücken ... vorbild sein, den glauben leben, das ist DIE lehre, die jedes und jeden erreicht ... ich habe den perfektionismus in diesen worten noch nie gemocht. für mich gab und gibt es da immer nur zwei möglichkeiten: a) du bist noch nicht soweit, dann zieht es dich runter und gibt dir das gefühl, dass du schlecht bist, unvollkommen, nicht wert ... oder b) du bist da, dann brauchst du die worte höchstens noch als bestätigung, das andere die selben erfahrungen gemacht haben wie du ..."

    Es ist auch Deine höchst eigene Sichtweise. Aber es gibt andere Sichtweisen.

    Das Problem ist folgendes: Wenn die andere Sichtweise mit der eigenen kollidiert, dann muss die andere notwendig falsch sein.

    Aber ist das immer wahr?

    Jesus hat viele Parabeln gesprochen, die niemand versteht, der eine weltliche Sichtweise einnimmt. Das ist auch kein Problem, denn niemand muß seine Sichtweise verstehen.

    Jesus sagte: "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet! Denkt ihr, daß ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung. Denn es werden von nun an fünf in einem Haus entzweit sein; drei werden mit zweien und zwei mit dreien entzweit sein: Vater mit Sohn und Sohn mit Vater, Mutter mit Tochter und Tochter mit der Mutter, Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.

    "Tage kommen, an denen man sagen wird: Glückselig die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht gestillt haben!"

    Schüler: "Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen." Jesus: "Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun." Jesus: "Begreift ihr noch nicht, daß alles, was in den Mund eingeht, in den Bauch geht und in den Abort ausgeworfen wird? Was aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht... "

    Du willst eine heile Welt. Es scheint so, dass das kollidiert mit dem, was dieser Jesus da aus seiner Sichtweise sagt. Sicher, man kann es zurückweisen, als falsch, aber das löst nicht das Problem des Leids, das wir alle wahrnehmen.

    Ich denke, es ist möglich sowohl die spirituelle Sichtweise einzunehmen, als auch die soziale Sichtweise in seinem Kämmerlein mit den Seinen un Lieben zu meistern. Mehr ist nicht drin.

    Menschen wie Jesus aus dem Thomas Evangelium oder andere Seelen (Kabir, Lao=Tsu, Guru Nanak, Rumi, Der Buddha, Girdano Bruno, Osho, Sokrates, Pythagoras ..) haben andere Sichtweisen eingenommen, aber letztlich wußten sie, dass es sinnlos ist von ihrer Sichtweise zu sprechen. Sie haben es dann gelassen, es in Poesie gepackt, oder in Parabeln, oder man hat sie sozial gerichtet, weil sie eine andere Sichtweise hatten die nicht immer Schönes beinhaltete.

    Natürlich ist es schöner Lügen zu hören. Die Ursache von Leid ist exakt verbunden mit dem Erkennen der Wahrheit, die nicht immer schön ist. Jeder hat die Freiheit sich nicht zu beugen und zu leiden oder sich zu unterwerfen und sozial akzeptiert zu sein und selbst zu unterwerfen und Akzeptanz zu verteilen.

    Aber das sowohl als auch gilt hier nicht. Jesus parabelisierte es, in dem er sagte, daß man nicht zwei Herren dienen kann. Diese zwei Herren sind die zwei Sichtweisen des Leids aus dem Titel dieses threads. Jede dieser Sichtweisen ist richtig, aber sie sind nicht miteinander vereinbar. Die sayings des Jesus aus den Evangelien nehmen nur die spirituelle Sichtweise ein ('Mein Reich ist nicht von dieser Welt') und wenn man die Rätsel der Sayings lösen will, dann ist es erforderlich die spirituelle Sichtweise einzunehmen und seine soziale Sichtweise zu verlassen, auch wen man dann geächtet, gesteinigt, oder enterbt wird. :)

    Jesus gab seinen Schülern strenge Weisung, daß sie niemand sagten, daß er der Christus sei. Jesus: "Was sagt ihr, wer ich bin?" Petrus: "Der Christus Gottes". Jesus redete ihnen ernstlich zu und gebot ihnen, dies niemand zu sagen.

    Ich denke hier in Walters Esoterik Forum sollte es möglich sein auch alternative Sichtweisen, wie die 'sperrigen' des Jesus zu diskutieren.

    Alles Liebe

    Namo
     

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