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Seelischer Schmerz der Mutter - und dessen Auswirkungen

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Miranda9999, 1. Dezember 2013.

  1. Miranda9999

    Miranda9999 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Juni 2012
    Beiträge:
    922
    Ort:
    Deutschland
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    Hallo zusammen,

    ich bin mir jetzt zwar immer noch nicht ganz sicher, ob meine Frage hier gut aufgehoben ist, aber im Schutze der Anonymität möchte ich euch gerne um Rat bitten.

    Es geht um meine Mutter... Ich weiß gar nicht so recht, wie und wo ich anfangen soll. Meine Mutter ist eine sehr impulsive, laute, hektische Person. Sie lässt andere Personen selten aussprechen, fällt ständig ins Wort und wenn sie sich angegriffen fühlt, flippt sie völlig aus. Ja, ich würde sie als cholerisch bezeichnen, auch wenn mir diese Bezeichnung selbst sehr hart vorkommt... :(

    Ich werde wohl ziemlich ausholen müssen, damit ihr euch ein Bild machen könnt:
    Sie ist ein gebrandmarktes Kind, hat keine schöne Vergangenheit hinter sich und auch im Erwachsenenalter hatte sie es oft sehr schwer. Als Kind musste sie ein Bett mit ihrem Großvater teilen, wurde geschlagen und von der eigenen Familie gedemütigt, aufgrund einer Behinderung verspottet und in ihrem Drang, dazuzugehören, ausgenutzt. Ihr wurde immer eingetrichtert, dass sie "falsch" sein, an allem die Schuld trägt. Ja, sie war der Sündenbock für alles und jeden.
    Auch die Probleme in der Ehe mit meinem Vater - ebenfalls mit schlimmer Kindheit - haben ihr sehr zugesetzt und sie hat sich im Laufe der Jahre zu einem Menschen entwickelt, der zur Ansicht gekommen ist, nur "gehört" zu werden, wenn sie lautstark ihre Meinung äußert. Offensichtlich hat sie ihre Vergangenheit nie loslassen können, bringt heute in aktuellen Diskussionen immer wieder Dinge auf den Tisch, die bereits Jahrzehnte zurück liegen. Vor vielen Jahren trieb sie ihr unaufhörlicher Schmerz auch in die Alkoholabhängigkeit...

    Sie hat bereits eine Psychotherapie hinter sich, die über mehrere Jahre ging, in der sie ihre Vergangenheit aufarbeiten sollte. Ausschlaggebend war dabei ihre Sucht, wegen der sie sich in Behandlung begab. Dennoch bin ich der Meinung, dass auch diese Therapie nicht dazu beitragen konnte, ihr "Trauma" zu verarbeiten.

    Wie sich das äußert?
    Nun, als Beispiel: wenn ich als Jugendliche bitterlich geweint habe, wenn ich von einem Schwarm (den ich in dem Moment natürlich für meine große Liebe hielt :tomate:) abserviert wurde, gab sie immer nochmal eines drauf... wie dumm ich doch wäre, mich so verarschen zu lassen... dass ich selbst Schuld sei, so armselig wie ich mich verhalten habe usw...
    Da sie darin sich selbst sah... das, was sie früher mit sich machen hat lassen, projiziert sie auf mich und macht es mir dann zum Vorwurf.

    Wenn ich mit Problemen komme, mit Krankheiten, die mich belasten und fertig machen, kann ich immer damit rechnen, dass sie beginnt, über ihr eigenes Leid zu klagen, wie schwer SIE es früher hatte und wie viel Unheil SIE ertragen musste. Meine Mutter sieht sich immer in der Opfer-Rolle. IHR ging und geht es ihrer Ansicht nach am allerschlimmsten, die Probleme anderer reichen bei weitem nicht an das heran, was sie erlebt hat.
    Und sie fühlt sich bei jeglicher Kritik so angegriffen, dass sie den Personen das Wort im Mund umdreht, ausfallend und beleidigend wird, schreit dass die Wände wackeln und sie sich nicht mehr beruhigen kann, bis sie all ihren Frust rausgelassen hat.

    Ich habe im Laufe der Jahre "gelernt", damit umzugehen, dass ich sie nicht ändern kann, nur meine eigene Haltung dazu. Wenn es eskaliert, schließe ich die Türe hinter mir und kehre in meine eigenen 4 Wände, da ich weiß, dass jeglicher weitere Satz an ihr abprallt. In der Vergangenheit kam es aufgrund dessen schon zu Handgreiflichkeiten zwischen uns und um das zu vermeiden, gehe ich dann lieber und spreche mit ihr an einem anderen Tag, wenn sie sich wieder beruhigt hat.

    Heute kam es nun im Kreise der Verwandtschaft wieder zu einem eskalierenden Streit, in dem ich die Verwandten irgendwann bat, zu gehen, da es keinen Sinn habe, weiterzudiskutieren.
    Auch ich verließ im Anschluss die Wohnung meiner Eltern, sitze nun hier und frage mich, ob wirklich jegliche Hoffnung verloren ist!?

    Meine Mutter ist kein von Grund auf böser Mensch, nein. Sie hat sich aufopfernd um uns Kinder gekümmert, während mein Vater Tag und Nacht in der Arbeit war, sie hat uns nie im Stich gelassen, sich immer um alles gekümmert und dafür gesorgt, dass es allen "gut" geht.

    Dennoch lebt sie in ihrer eigenen schwarzen Welt, in der jeder versucht, sie kaputt zu machen und ihr für alles die Schuld zuzuschieben. Sie kann nicht verzeihen, was ihr widerfahren ist... Und ich frage mich, ob wir das so akzeptieren und hinnehmen müssen, ob es nicht doch einen Weg gibt, ihr in ihrem fortgeschrittenen Alter noch zu einer inneren Ruhe zu verhelfen!?

    Ich weiß, dass das ein schwieriges Thema ist und ich ich habe keine Ahnung, ob euch dazu etwas einfällt, ob und wie diese tiefgehenden Wunden in ihr noch irgendwie zu "heilen" sind. Es tut im Moment auf jeden Fall schon mal gut, mir das gerade vom Herzen geschrieben zu haben und ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere vielleicht doch einen Einfall oder Rat hätte.

    Vielen Dank erstmal fürs Lesen :danke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Dezember 2013
  2. Garfield

    Garfield Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Dezember 2007
    Beiträge:
    9.795
    Hi,

    Ich habe auch so eine Problemmutter.

    Ich würde dir raten den Abstand so zu organisieren daß du gut damit umgehen kannst.

    Ich denke, ja, sie könnte an der Situation was bessern für sich. Das müsste sie aber selbst wollen und sich darum bemühen. Aber es ist natürlich auch bequem sich als Opfer zu fühlen und dann die ganze Umwelt auf trab zu halten. Es ist anstrengender was an seinem Leben zu ändern.

    Womöglich wäre eine Verhaltenstherapie für sie derzeit sinnvoller. Aber wenn sie keine Motivation hat dann ist das müssig.
     
  3. Miranda9999

    Miranda9999 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Juni 2012
    Beiträge:
    922
    Ort:
    Deutschland
    Danke für deine Antwort, Garfield!
    Tut mir leid, dass du dieses Problem kennst.

    Hmm ja... ich verstehe, was du meinst... habe mir immer wieder gesagt, ich kann ihr nicht helfen, wenn sie sich nicht selbst helfen (lassen) will und ihr schmerzlich den Rücken gekehrt. Aber ich denke auch, dass sie es auch einfach nicht sieht.

    Das war genauso bei ihrem Alkoholproblem. Jedes Wort war umsonst. Ich drehte sogar Videos von ihr, als sie betrunken war, um ihr vor Augen zu halten, dass sie ein Problem hat. Nutzlos. Erst als sie alkoholisiert einen Autounfall hatte (Gott sei Dank niemanden verletzte!!) und den Führerschein verlor, wurde ihr bewusst, dass etwas nicht stimmt.

    Daher meine Ratlosigkeit. Ob sie sich überhaupt helfen lassen würde, wenn es ihr wirklich bewusst wäre. Und ob eine Therapie wirklich helfen würde? Wenn der Schmerz doch so tief sitzt... nicht mal die Aufarbeitungstherapie konnte ihr helfen... Manchmal denke ich, sie sitzt auf einem anderen Planeten und versteht nicht, was sich auf der Erde abspielt :confused:
    Danke für deinen Rat!! Es ist nur so schwer, hilflos zu sein und das alles akzeptieren zu müssen ... :(
     
  4. Asaliah40

    Asaliah40 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    34.685
    Ort:
    Kärnten
    HI :)

    Ist mir keine Unbekannte , dieses Problem und du hast es für dich bereits sehr gut analysiert. Was ich auch gut finde, dass du die Geschichte deiner Mutter kennst und dafür echtes Verständnis aufbringst und dir eh deinen Weg des Umganges gewählt hast . Ich denke, dass ist auch der einzige Umgang damit.
    Ich weiß nicht ob noch etwas veränderbar ist, bei deiner Mutter. Wie tief das Ganze bei ihr sitzt, denn vermutlich sehr tief, wenn auch die Therapie sie da nicht weiter brachte. Und die Frage ist : Möchte Sie sich ( noch /wieder ) helfen lassen, oder weist Sie solches vehement von sich ?

    Sie ist der Schlüssel zu ihrer eigenen Lösung, und zumeist ab einem bestimmten Alter , wollen Menschen die eigentlich tief verbittert sind über ihr Leben, keine Hilfe mehr.

    Du kannst sie fragen , in einer ruhigen Stunde , die ihr vielleicht miteinader verbringt oder mit Hilfe eines Dritten? Es kann aber auch "nach Hinten" losgehen, wenn sie das eigentliche Problem nicht mehr erkennen kann. Sie könnte darüber hinaus sich eben wieder angegriffen fühlen und entsprechend reagieren.

    So kannst du nur immer wieder Abstand suchen, für dich und versuchen zu akzeptieren, dass es ihr restliches Leben ist, auch wenn es dir lieber wäre, sie wäre glücklicher und befreit von ihrem ganzem Übel und Leid, dass in ihr arbeitet. Hilfe ist einfach nur möglich , wenn Sie es wirklich selber will!

    Zeig ihr, wenn es dir möglich ist, dass du sie als Mutter liebst , achtest und verstehst , dass ihr Leben hart war, vielleicht bricht auch dann was ab , von der harten Schale.
    Rede mit deinem Verwandten wenn möglich, dass sie dich dabei auch unterstützen, wenn sie bei euch sind, damit es vielleicht nicht mehr zu diesen Ausrastern kommen muss.

    Tja, mehr kann ich dir da leider auch nicht sagen, ausser Sie sein lassen und dass du DEIN Leben lebst.

    GLG Asaliah :)
     
  5. Venja

    Venja Guest

    soviele traumatisierte Mütter. Das Weibliche verdammt, getreten und missbraucht. Das war so, ist immer noch so, wandelt sich. Aber, es war ne verdammt harte Zeit, die noch nicht zu Ende ist.

    In meiner Familie sieht es genauso aus.

    Wenn man sich seinen eigenen Defiziten stellt und die Situation als Chance sieht, sich selbst treu zu bleiben, kann das ein enormes eigenes Wachstum generieren, an dem wieder alle profitieren.

    Meiner Erfahrung nach, kann man nur jemandem helfen, indem man man selbst ist. Ich sehe keine andere Möglichkeit, außer, man möchte noch Tricks nutzen, an denen man sich eine zeitlang noch festhalten kann.
     
  6. Miranda9999

    Miranda9999 Aktives Mitglied

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    Liebe Asaliah, liebe Venja,

    vielen Dank auch an euch für eure Antworten :danke:

    Sicherlich ist das kein seltenes Phänomen. Gerade, dass aus der Kindheit erfahrene Verletzungen im Erwachsenenalter nachwirken... Bei dem einen erkennt man es nur bei genauerem hinsehen, bei anderen (wie meiner Mutter) ist es offensichtlich, dass da etwas nicht abgeheilt ist.

    Ja, ich kann Verständnis für sie aufbringen, habe mich viel mit ihr unterhalten, ihr zugehört, mein Mitgefühl ausgedrückt. Hätte ich mir nicht die "Mühe" gemacht, mich mit den Hintergründen auseinander zu setzen, wären wir wohl längst geschiedene Leute, nachdem was zwischen uns und in der Familie generell alles vorgefallen und passiert ist.

    Den Rat, sie in einer ruhigen Minute zu fragen, ob sie nicht doch noch "versuchen" möchte, zu verzeihen und loszulassen, ist gut - aber leider kläglich gescheitert. Es war sogar die Einsicht da, dass sie ihre Vergangenheit noch immer in einem großen Rucksack mit sich mitschleppt... aber den Unterschied zwischen vergessen und verzeihen versteht sie nicht.

    Ja, ich muss mich selbst schützen und nicht wieder versuchen, ihre Hand zu nehmen und sie zwanghaft in eine andere Richtung zu führen. Mir nicht selbst etwas aufzubürden, wo die Chancen schlecht stehen, irgendwas (sinnvolles) damit zu erreichen. Das hat mich in der Vergangenheit an meine eigenen Grenzen geführt und zerstört nur mich selbst, das ist mir bewusst. Ihre Geschichte und ihr Verhalten hat mich natürlich geprägt - ich kann daraus lernen, ich kann daraus Erkenntnisse gewinnen und das habe ich sicherlich auch bislang schon getan und werde weiterhin analysieren, um nicht in die selben Fallen zu tappen.

    Der Schmerz, einen mir geliebten Menschen in seinem ewigen Leid baden lassen zu müssen, kommt nur immer wieder durch - so wie heute aufgrund der aktuellen Situation. Diese Mischung aus unglaublicher Wut auf ihr Verhalten und dem Mitgefühl für ihre immer noch blutenden Wunden, ist schwer wegzustecken. Vor allem, da ich so ein unglaublich sensibler mitfühlender Mensch bin :(

    Was ich in jedem Fall machen werde, dass ich mit den Verwandten spreche und versuche, ihnen nahezulegen, nicht unnötig zu provozieren und zu versuchen, ihre Worte überlegt zu wählen. Nicht, weil sie falsch sind, sondern schlichtweg weil sie falsch ankommen. Danke für den Rat! :thumbup:

    Und nein, Tricks anwenden liegt mir fern. Wenn überhaupt möglich, möchte ich ihr die Hand reichen und sie nicht mit Fesseln dazu zwingen, meine Hand zu nehmen. Wenn die Wahrheit so aussieht, dass ich sie in ihrem schwarzen Loch lassen muss, werde ich das akzeptieren (müssen) und bei ihren Ausfällen die Distanz wahren, auch wenn dies zähneknirschend geschieht.

    :danke:
     
  7. Asaliah40

    Asaliah40 Sehr aktives Mitglied

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    :thumbup: und mit Verlaub :umarmen:

    Ich denke, du machst das schon . ;)

    GLG Asaliah
     
  8. Miranda9999

    Miranda9999 Aktives Mitglied

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    Deutschland
    Danke für deinen Zuspruch, du Liebe :kiss4:
     
  9. Venja

    Venja Guest

    Miranda, Du lässt sie nicht alleine, wenn Du DICH SELBST liebst. Wir sind mit allem verbunden. Liebst Du dich, liebst Du sie, anders geht es nicht. Liebst Du dich nicht, liebst Du sie nicht. Es geht nur so, oder so, aber nichts dazwischen*g;-)

    Viele wehren sich dagegen, weil diese Opferrolle sehr alt ist. Von den Müttern der Mütter, der Mütter, der?... Bist Du Mutter? Vielleicht weißt Du, worauf ich hinaus will?;-)

    So haben wir Mütter, die sich geopfert haben und opfern uns, usw.

    Oft versuchen wir, uns zu kontrollieren, damit die Welt nicht auseinanderfällt und man nicht daran erinnert wird, wie es war, als das eigene Zuhause gar nicht in Ordnung war, sondern ein einziges Chaos. Bewältigungsmechanismen sind oft auch Tricks.

    Im Laufe der Generationen, werden diese Themen angeschaut und aufgelöst. Meine Mutter war schon besser und ich bin es auch*g

    Wenn ich mich selbst liebe, mache ich das Beste, was ich - für das Ganze - geben kann.
     
  10. Miranda9999

    Miranda9999 Aktives Mitglied

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    Ich danke dir für deine Worte, die mich sehr zum Nachdenken bewegen.

    Mit dem "mich selbst lieben" erwischt du bei mir im Moment einen Punkt, den ich aktuell nicht von mir behaupten kann ... aber daran arbeite ... ist grad wieder mal wie eine kleine versteckte Botschaft für mich :tomate:
    Nein, ich bin (noch?) keine Mutter.

    Ja, ich denke zu verstehen, worauf du hinaus willst und ich empfinde deine Worte als sehr wertvoll! Ich werde sie mir durch den Kopf gehen lassen - das wohl nicht nur einmal - und versuchen, "das Beste zu machen" :)

    Vielen lieben Dank :umarmen:
     
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