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Schamanenkind von Gerd Scherm

Dieses Thema im Forum "Buchvorstellungen" wurde erstellt von Lucia, 4. September 2006.

  1. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Oktober 2004
    Beiträge:
    18.727
    Ort:
    Berlin
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    Buchtitel: Schamanenkind
    Autor: Gerd Scherm
    Verlag: Spirit Rainbow
    ISBN: 3937568026




    Ein Kinderbuch über Schamanismus - die Befürchtung, pro Seite zwei Klischees zu finden, kann man gleich mal fallen lassen - dem ist nicht so.
    Im Gegenteil finden sich im Buch, erzählerisch schön verpackt, gute Erklärungen und Beschreibungen zu schamanischen Techniken. Diese sind verständlich und lassen sich gut nachvollziehen - ein extra Plus, wie ich finde. Die Erklärung, was "Kraft" im schamanischen Kontext bedeutet, die Beschreibungen, wie man Kraftgegenstände findet bzw. selber herstellt, regt sicher nicht nur Kinder dazu an, sich mit der Thematik Schamanismus auseinanderzusetzen.
    Auch wird klar gesagt, das der schamanische Weg immer der Weg eines einzelnen ist, und nicht eine Massenbewegung.
    Sehr wichtig finde ich auch den Hinweis, das beide "Wirklichkeiten" wichtig sind und deshalb im Leben auch ausgewogen sein sollen. Schamanismus wird ohne mystische Verbrämung vermittelt, als das was er ist - Techniken, mit denen man in Kontakt mit der anderen Wirklichkeit treten kann und so gezielt Veränderungen im Hier und Jetzt bewerkstelligt. Ein Weg, der zu größerem Selbstverständnis führt, zu Eigen-Macht und persönlichkeitsbildend ist.

    Obwohl im ganzen Buch auf Dogmen verzichtet wird, hat sich dennoch ein von der FSS gebildetes Dogma eingeschlichen. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt.
    Um ein Krafttier als solches zu erkennen, ist es laut FSS notwendig, das sich dieses Tier viermal bei der Krafttiersuche zeigt. So wird es auch im Buch dargestellt.
    Dies ist allerdings laut Erfahrung sehr vieler Menschen, auch meiner eigenen, keineswegs eine Notwendigkeit. Es gibt auch Krafttiere, die, auf diese Sache angesprochen, sehr eigen reagieren.

    Kurz zur Geschichte selber, die von Falko handelt, einem 12jährigen, der nach dem Tod seiner Eltern zu seiner Tante gezogen ist, die auf dem Dorf lebt.
    Noch nicht so eingelebt, sieht es für ihn so aus, als würde er die eben begonnenen Schulferien recht einsam verbringen.
    Doch er lernt Magnus kennen, einen älteren Mann, der ihm Schritt für Schritt neue Welten eröffnet - im wahrsten Sinne des Wortes. Durch das, was er bei Magnus kennen lernt, wächst Falko auch innerlich, wird selbstsicherer und gewinnt auch eine Freundin.

    Zusammengefaßt ist "Schamanenkind" von Gerd Scherm wärmstens zu empfehlen - auch für schon erwachsene Kinder.
     

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