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Schamanen und der Nahtod

Dieses Thema im Forum "Schamanismus" wurde erstellt von Weltengänger, 3. Dezember 2011.

  1. Weltengänger

    Weltengänger Mitglied

    Registriert seit:
    19. November 2011
    Beiträge:
    225
    Ort:
    Sachsen
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    Gehört denn das Nahtoderlebnis wirklich dazu, um ein Schamane zu werden und wenn ja, ist das heutzutage (bei uns) noch möglich?

    In der Edda selbst steht ja schon geschrieben, dass Odin sich neun Tage und neun Nächte in den Baum hing, verletzt durch den Speer und ohne Essen und Trinken.

    Beispiel einer schamanischen Ausbildung bei den Eskimos aus Across Arctic America:

    Kinalik war eine noch recht junge Frau, sehr intelligent, warmherzig, sauber und gut aussehend, und sie sprach offen und ohne Scheu. Igjugarjuk war ihr Schwager und war selbst Lehrer in Sachen der Magie gewesen. Ihre eigene Einweihung war hart gewesen: Man hatte sie in ein paar in den Schnee gesteckten Zeltstangen aufgehängt und sie fünf Tage lang dort hängen lassen. Es war mitten im Winter, die Kälte war schneidend, die Schneestürme waren häufig, aber sie fühlte die Kälte nicht, denn der Geist beschützte sie. Als die fünf Tage um waren, nahm man sie herunter und trug sie ins Haus, und Igjugarjuk wurde aufgefordert, sie zu erschießen, damit sie durch die Schau des Todes innige Vertrautheit mit dem Übernatürlichen erlangen möge. Das Gewehr musste mit richtigem Pulver geladen werden, aber anstelle einer Bleikugel musste ein Stein genommen werden, damit ihr das Band zur Erde bewahrt bliebe. Igjugarjuk feuerte im Beisein der versammelten Dorfbewohner den Schuss ab, und Kinalik stürzte bewusstlos zu Boden. Am folgenden Morgen, gerade als Igjugarjuk sich daran machen wollte, sie wieder ins Leben zu rufen, erwachte sie aus der Ohnmacht…

    Ein anderer Dorfbewohner, ein Mann namens Aggjartoq, war ebenfalls mit Igjugarjuk als Lehrer in die Mysterien des Okkulten eingeweiht worden. In seinem Fall hatte man eine dritte Prüfungsart angewandt, nämlich die des Ertrinkens. Er wurde an einen langen Pfahl gebunden und zu einem See hinausgetragen, ein Loch wurde ins Eis gehackt und der Pfahl mit seiner lebendigen Last durch das Loch nach unten gestoßen, dergestalt dass Aggjartoq tatsächlich mit dem Kopf unter Wasser auf dem Grund des Sees stand…


    Bei anderen schamanischen Einweihungen im Nahtodesbereich müssen die Initianden fünf Tage ohne zu essen und zu trinken in der Einsamkeit verbringen, erhalten dann etwas lauwarmes Wasser zu trinken, müssen weitere 15 Tage Hunger und Durst ertragen, erhalten dann etwas lauwarmes Wasser und auch ein Stückchen Fisch und sehen sich dann nochmals einer zehntägigen Fastenperiode ausgesetzt.
    Igjugarjuk selbst wurde auf diese Weise zum Schamanen. Er berichtete, er sei dabei manchmal ein wenig gestorben.

    Was meint ihr? Gehört das einfach dazu, dass man sich bewusst, und auf qualvolle Weise, dem Tod ausliefert oder wird einfach nur übertrieben? Ich meine, einen Monat quasi ohne Essen und Trinken? Sicher soll es so was geben. Aber nicht jeder kann das wirklich. War es doch vielleicht nur eine Auslese? Haben sie geschummelt und sich Wurzeln, oder was weiß ich, in der Einsamkeit gesucht?

    Bleiben "wir" am Ende, zwangsweise durch die Gesellschaft und unserer eigenen Angst, eher nur Schamanisten, statt Schamanen?
     
  2. Delphinium

    Delphinium Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Mai 2007
    Beiträge:
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    Bayern
    Natürlich ist das möglich, wieso auch nicht? Mit dem Begriff des Schamanen sollte aber vor allem auch hinsichtlich dessen vorsichtig umgegangen werden.

    Und warum tut er das? ;)

    Jepp, schöne Beschreibungen, mir fällt grad das Buch nicht ein ;)

    Es sind Initiationen und Berufungen. Das ist weit jenseits des Esoschamanismus und von daher mehr als nur befremdlich, vor allem wenn suchende Menschen aus dem Esomilieu mit diesen Dingen konfrontiert werden. Weil dann ist aus mit Teletubby ;) Visionssuchen haben ja meistens ein initiatisches Ziel, was oft auch mit Ausnahmezuständen zu tun hat, die einem Initiationen erleichtern oder erst ermöglichen.
    Ich finde Berufungskrankheiten und Qualen aus schriftlichen und mündlichen Quellen sehr viel krasser.

    Ja; viele Schamanen gibts bei uns eh nicht.

    ciao, :blume: Delphinium
     
  3. Holztiger

    Holztiger Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. Dezember 2011
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    Auch die Ayahuascamethode ist letztlich ein von Menschenhand eingeführtes Initiationsritual, bei dem ein Gegengift paratgehalten wird, sollte die Dosierung zu hoch sein... Diese "Vorselektion" halte ich ja für grausam und unnötig, denn die Spirits suchen sich die Ihren sowieso selber aus...sprich jene eingeleitete Grenzerfahrung ist noch kein Garant für eine Initiation...man hört halt nur von denen, die es "geschafft" haben...ungeduldig ist das Menschlein^^

    Ich lese da den Wunsch heraus, eine solche Grenzerfahrung zu machen, kann das sein? ...also es gibt schon noch andere Wege, bei denen schlimmsten Fall garnichts passiert, doch den Körper musst du ein wenig aushungern...sons haben die Spirits keine Chance "Guten Tag" zu sagen, denn die Barriere ist für gewöhnlich recht dick^^
     
  4. Delphinium

    Delphinium Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Mai 2007
    Beiträge:
    4.673
    Ort:
    Bayern
    Stimmt, aber sie macht es dir selbst leichter.

    ciao, :blume: Delphinium
     
  5. Terrorelf

    Terrorelf Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    1.025
    Hi Weltengänger!

    Also, die von Dir aufgezählten Beispiele und Gschichtln stammen aus dem zirkumpolaren Bereich und aus der Edda. Das sind/waren andere Kulturen, wo auch mal heftiger hingelangt wurde/wird. Es ist zwar richtig, daß einige Schamanen Nahtoderlebnisse haben, aber ein Nahtoderlebnis selber macht noch keinen Schamanen. Aber bei vielen "Anwärtern" des Schamanismus gibt es initiatorische Erlebnisse, die mehr oder weniger heftig sein können, und das muß nicht nur unbedingt auf körperlicher Ebene sein. Das geht auch mit Geschehnissen und "Fügungen" im Leben, wo´s einem mal komplett zerlegt. Ist vielleicht nicht unbedingt immer so dramatisch, aber das Ego zerhauts doch mal ganz gerne bei so Sachen.
    Und, jo, das geht auch in der westlichen Kultur. Da machen die Geister das. Ist auch nicht ganz ohne, auch wenn die soziale Akzeptanz solcher Erlebnisse hier fehlt.

    Gruß,
    Terrorelf
     
  6. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

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    Solche Prüfungen sind nicht ausschließlich Initiation sondern dienen auch fürs Umfeld als Beweis, dass die Geister tatsächlich mit diesem Menschen zusammenarbeiten, dass die Geister "mit ihr/ihm sind".
    Ich hab auch mal wo gelesen, dass bei den San oder den !kung, weiß nicht mehr genau, bei wem das war, die Initianden 6 Tage in ein tiefes Loch mit einem halbverwesten Leichnam gesteckt wurden. Die ersten 3 Tage u. Nächte ohne Wasser und Essen, die zweiten 3 Tage und Nächte durften sie was zu sich nehmen, es aber nicht mit der eigenen Hand berühren, sondern dazu die Hand des Leichnams verwenden.
    Wo anders essen sie glühende Kohlen, holen gekochtes Fleisch aus siedendem Wasser, etc. etc. - in Gegenden, wo möglicherweise das eigene Leben von der Schamanin, dem Schamanen abhängen kann, reichts halt net - wie bei uns - zu sagen, "Ich bin jetzt SchamanIn, weil ich hab von einem Tier geträumt und außerdem bin ich im Herzen Indianer".

    :)
     
  7. Holztiger

    Holztiger Sehr aktives Mitglied

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    Würde man jeden, der sich hierzulande SchamanIn nennt, in ein Loch stecken und auf ähnliche Art und Weise behandeln, einen halbverwesten Leichnahm hinzugepackt...ich glaub, das würd strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen...xD

    Ein guter Freund von mir ist "Indianer" und er praktiziert die Medizin seines Landes in der Cherokee-Tradition, so wie es ihm weitergegeben wurde. Die Erscheinung des Plastikschamanismus hierzulande (hat nach Aut geheiratet) hat bei ihm dazu geführt, dass er auf die Terminologie in Cherokee besteht und sich von "Schamanismus" klar distanziert...kann mich nicht erinnern dass ihn jemand in ein Loch gesteckt hat, aber ich frag ihn nochmal^^

    ...und wenn ich freiwillig in ein Loch hupf, ist das ja ok...aber gut, ein Schamane ist verpflichtet und wenn die Rituale im tiefsten Dschungel Südamerikas so aussehen, soll es so sein...lässt sich auf unsere Gesellschaft dann wohl eher nicht übertragen, oder?

    Was ist denn nun des Pudels Kern? Ich möchte meinen, es ist die Zerstückelung, so wie Terrorelf schon sagte und wenn jemand von nem bunten Schmetterling träumt und glaubt, Schamane zu sein so soll er doch...so ein Hype verliert sich wieder...ein bisschen Schwund gibts immer und überall^^

    lg,
    Holzi
     
  8. Delphinium

    Delphinium Sehr aktives Mitglied

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    Aber er IST Cherokee, schon, oder? Ohne damit jetzt deinen Freund zu meinen, es gibt auch jede Menge indianischer Plastikheinis, die auf den gewinnbringenden Schamanismuszweig aufhupfen.

    Keine Ahnung, aber wäre interessant, wies bei uns aussehen sollte oder könnte. Das Dschungelcamp als Initiation? :D


    Ich fürchte, der Hype verliert sich nicht so schnell.

    ciao, :blume: Delphinium
     
  9. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

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    Nun, soweit ich damals mitbekommen hab, hat sich Changing Man auch vorher net "Schamane" genannt.
    Und das in Nordamerika bei den verschiedensten Kulturen wiederum andere Initiationen laufen, ist auch klar.
    Hier hat keiner behauptet, dass alles eins zu eins zu übernehmen ist, sondern es geht wohl eher ums Prinzipielle.
    Und das hierzulande Leute "Schamanenausbildungen" anbieten, denen man selber über die Jahre in diversen Internetforen zugeguckt hat, wie sie sich Infos über Schamanismus besorgt haben, um urplötzlich die "weisen LehrerInnen" zu sein, zeigt, dass es eben nicht einfach dann aufhört.

    :)
     
  10. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Die Mondtänzerin von Tela Star Hawk Lake ist im übrigen ein sehr interessantes Buch, in dem man auch über die oft körperlich schwer auszuhaltenden Wege im nordamerikanischen Raum, um "Medizin" zu erhalten, nachlesen kann. Das ist auch kein Zuckerschlecken, was da so erzählt wird!
    Das Buch ist authentisch, ich hatte, nachdem ich es am Wühltisch gefunden hatte, Changing Man gemailt, ob er die Frau kennt und er hat sie mir bestätigt, ist wohl sogar durch Heirat zwischen ihren Familien mit ihr verwandt.

    :)
     
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