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Repräsentant sein ohne Gefühle

Dieses Thema im Forum "Familienaufstellung" wurde erstellt von Lucille, 28. Mai 2006.

  1. Lucille

    Lucille Mitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2006
    Beiträge:
    734
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    Hallo an alle,

    ich hoffe sehr, hier doch einige Antworten oder mögliche Erklärungen zu
    bekommen. Keine große Sache, aber ich mache mir eben Gedanken.

    Vor drei Jahren machte ich, im Rahmen eines Aufstellungs-Wochenendes,
    meine ersten Erfahrungen als Repräsentantin in einer Aufstellung. Alle anderen, die ebenso Rollen einnahmen, zeigten körperliche Reaktionen bzw.
    äußerten, wie es ihnen ging. Und das sehr überzeugend. Die Antworten waren auch stets von Relevanz im Erarbeiten des Lösungsansatzes.
    Ich fühlte aber nicht wirklich etwas als Stellvertreterin.

    Letztes Wochenende meine zweite Erfahrung. Ich selbst stellte mein Anliegen auf, wurde aber durch eine Stellvertreterin repräsentiert. Es war eine "heftige" und sehr dynamische Aufstellung, deren Ergebnis etwas zeigte, was ich nie vermutet hätte. Als ich beim "Schlußbild" vom Aufstellungsleiter
    selbst hineingeholt wurde, empfand ich rein gar nichts. Die Frau, die mich
    dargestellt hatte, jedoch umso mehr. Inklusive der Schmerzen eines Gelenks (die hatte ich tatsächlich, aber davon konnte niemand wissen).

    Bei weiteren Aufstellungen, die die Anliegen von anderen Personen betrafen, war ich wiederholt Stellvertreterin. Und jedesmal des Gleiche: ich spürte
    nichts.

    Ich hatte meinen Verstand ausgeschaltet und war vollkommen bereit, mich
    einzulassen. Daran kann es also in keinem der Fälle gelegen haben.

    Wie kann denn so etwas sein???
    Ich fühlte mich, als würde ich jemanden (den Aufstellenden) um Gefühle betrügen, die er jedoch gebraucht hätte für seine jeweilige Lösung.

    Danke für eure Antworten.

    Daisy
     
  2. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Hallo Daisy,

    das sind für mich zwei Themen :

    Wie geht es Dir normalerweise mit dem Fühlen ? Sind die Gefühle auch in Deinem normalen Leben stark blockiert - oder war es einfach der Druck der Situation und der Wunsch alles richtig zu machen (für mich klingt es ein bisschen nach zweiterem) ? Wenn ich etwas gut und richtig machen möchte, kann es sein, dass es blockiert.

    Es kann auch sein, dass Du bezüglich Gefühlen ein hohes Intimitätsbedürfnis hast (eher introvertiert bist). Dass es nicht Deine Art ist, alles offen nach aussen zu tragen - und in Dir deshalb das Spüren in der Gruppe blockiert ist (weil Du anschließend darüber öffentlich Auskunft geben müßtest). Es gibt ja auch eine gesunde Scheu vor öffentlicher Darstellung inneren Erlebens.

    An sich ist es Aufgabe des Seminarleiters, dem Rechnung zu tragen. Es wäre sinnvoll, das mit ihm / ihr beim Seminar zu besprechen - allenfalls unter 4 Augen, wenn es Dir zu schwer fällt, es öffentlich anzusprechen.

    Was mir da am meisten auffällt ist, dass Du anscheinend etwas für Dich behalten hast und daran gelitten hast, dass Du Dich nicht mitteilen konntest und keine Form gefunden hast, damit so umzugehen, dass es Dir gut geht.

    Es kann sein, dass man noch nicht Stellvertreter sein will, dass man die Aufstellungen lieber einmal zuschauend erleben will. Das ist völlig in Ordnung und wäre zu respektieren.

    Ob das für eine Aufstellung beeinrächtigend wirkt, wenn Du nichts spürst - das liegt auf alle Fälle nicht in Deiner Verantwortung, sondern in der des Aufstellungsleiters. Das ist für mich das Auffälligste in Deiner Frage, dass das anscheinend nicht am Seminar selbst besprochen und geklärt worden ist. Wenn jemand als Stellvertreter nichts spürt (was ja immer wieder vorkommt), kann man als Aufstellungsleiter eine andere Person mit der Stellvertretung beauftragen - in einer Form, die den "Nicht-Spürenden" nicht kränkt, sondern entlastet.

    Sollte dieses "Mittun wollen, aber nicht können" auch in Deinem alltäglichen Leben ein Problem sein, wäre das ein wichtiges Thema und Anliegen für eine Aufstellung.

    Liebe Grüße, Reinhard
     
  3. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    PS.:
    Das klingt so, wie wenn Du es besonders gut und richtig machen wolltest und es anderen recht machen wolltest - und Du es Dir genau dadurch erschwert hast.

    Es ist weder notwendig noch sinnvoll, wenn ein Stellvertreter "seinen Verstand ausschaltet" - wofür soll das denn gut sein ? Als Aufstellungsleiter brauche ich ja den Verstand des Stellvertreters, um mit ihm während und nach der Aufstellung reden zu können.

    Es genügt auch, wenn man "bereit" ist, man muss nicht "vollkommen bereit" sein. Manchmal sind Leute auch nicht besonders erfreut, eine bestimmte Rolle übernehmen zu müssen. Und tun nach dem Motto mit "wenn es sein muss", wenn man sie aus bestimmten Gründen bittet, die Rolle zu übernehmen. Und es geht auch.

    Da könnte ein möglicher Tip sein : versuche weniger, es anderen recht zu machen und perfekt zu sein. Sei einfach Du selbst, so wie Du bist (mit Deinen Stärken und Schwächen).

    Nochmals liebe Grüße, Reinhard
     
  4. mikulasek claud

    mikulasek claud Mitglied

    Registriert seit:
    24. April 2006
    Beiträge:
    57
    Ort:
    wien
    liebe daisy!
    also ich kann walter nur zustimmen. allerdings würde mich noch interessieren, ob du mit dem lösungsbild einverstanden warst - war es DEIN lösungsbild und was hat sich seitdem verändert?
    lg claudia
     
  5. jarrah

    jarrah Neues Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2005
    Beiträge:
    17
    hallo daisy,

    kann es vielleicht sein, dass gerade dieses als stellvertreter nichts-fühlen oder dieses gefühl, jemanden anders um etwas zu betrügen, bestandteil der "rolle" war?

    ich habe ähnliches schon in realen beispielen gesehen. einmal war es so, dass die person offenbar aufgrund extremer umstände alle gefühle unendlich weit weggeschoben hatte und gar nicht mehr mit irgendeiner emotion in kontakt kam. deren stellvertreter stand die ganze aufstellung über völlig unbeteiligt und unbewegt im raum. aber trotzdem war dessen präsenz für die andern beteiligten und den prozess unwahrscheinlich wichtig.

    nur mal als denkanstoß.
    vgj
     
  6. Gawyrd

    Gawyrd Guest

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    Hallo Jarrah,

    Du hast grundsätzlich völlig recht. Das muss man immer mitberücksichtigen, wenn jemand in einer Rolle scheinbar nichts empfindet.

    Im konkreten Fall : Wenn Daisy in KEINER Rolle etwas spürt - ein ganzes Seminar lang - liegt es höchstwahrscheinlich nicht so an den Rollen. (Wobei das natürlich auch etwas bedeuten wird, wenn jemand, der sich mit dem Spüren schwer tut, gerade für eine bestimmte Rolle ausgewählt wird.)

    Liebe Grüße, Reinhard
     
  7. Lucille

    Lucille Mitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2006
    Beiträge:
    734
    Hallo jarrah, mikulasek claud,

    Lieber Reinhard,

    herzlichen Dank für deine Antworten und deine Hinweise. Du ahnst ja gar nicht, wie richtig du liegst.

    Ich habe mich deswegen nicht mehr zu Wort gemeldet, weil es ja immer heißt, dass man über den Inhalt/das Ergebnis einer Aufstellung erst mal nicht reden soll. Das würde ich aber trotzdem gerne, darüber reden, meine ich. Denn es haben sich für mich einige Fragen aufgetan, und die eigenen Interpretationen erweisen sich oft als begrenzt wegen Mangel an Selbst-Distanz.

    Daher - bevor ich mich auf das Thema mit mehr Tiefe einlasse - zwei ganz simple Fragen:

    Beeinträchtigt es die Wirkung einer Aufstellung, wenn man sich (vorallem im Austausch) näher damit befasst?

    Bewirkt das "Sezieren" des Ergebnisses die freie Bewegung der Seele?

    Das Lösungsbild erklärt im Prinzip auf einer tiefen systemischen Ebene mein bisheriges Leben und warum so vieles, eigentlich fast alles, falsch gelaufen ist. Ein Ergebnis, das mein Verstand niemals hätte produzieren können. Trotzdem - es bleiben Fragen über Fragen offen, die mich sehr intensiv beschäftigen und die ich selbst einfach nicht schlüssig beantworten kann.

    Ein schönes Pfingst-Wochenende und
    danke nochmals für die Hilfe,

    liebe Grüße,
    Daisy
     
  8. ChrisTina

    ChrisTina Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. Juli 2003
    Beiträge:
    4.988
    Ort:
    Im Himmelreich des Ortes, wo die Götter Schach spi
    Ich würde zu beiden Fragen eine Antwort geben.

    Egal, ob du dich mit Anderen austauscht, oder das Ergebnis *sezierst* - in beiden Fällen verändert es die Wirkung der Aufstellung und auch die Bewegung der Seele. Viele Aufstellungsleiter raten deshalb davon ab, die Ergebnisse innerhalb der nächsten Wochen mit dem Klienten zu besprechen - und raten auch davon ab, dies mit anderen Personen zu tun.

    Nachdem du für mich so rüberkommst, dass du alles irgendwie verstehen und zuordnen können willst, könnte es sein, dass, wenn du nicht drüber sprichst, dies für dich persönlich belastender wäre, als wenn dus tust.

    Ich persönlich sehe es so, dass, wenn der Klient das Bedürfnis hat, darüber zu reden, dass es für ihn in diesem Moment auch ok ist. Allerdings ist das real leichter und besser ein zu schätzen, ob es jetzt eine *Flucht vor dem ist, was sich gezeigt hat* oder *das Bedürfnis, es auch annehmen zu können*.

    Das einzige, was mir bisher passiert ist, ist, dass der Klient nach einer angemessenen Zeit nochmals eine Aufstellung machte, um das klären zu können, was nach der 1. *zerredet* wurde. Das passiert aber auch ohne *Zerreden* immer wieder, dass es noch weitere Themen gibt, die nach dem Lösen des 1. hoch kommen.

    Ich persönlich habe nur bei meiner 1. von 3 Aufstellungen danach wirklich das Gefühl gehabt, das wars, das paßt, damit komme ich klar - bei den beiden anderen blieb einiges offen für mich. Dies habe ich dann später in Repräsentantenrolle - für mich stimmig - verstehen und auch annehmen können.

    Und ich kenne auch das *nichtfühlen* in Repräsentantenrollen aus eigener Erfahrung. Wie oft standest du in *gefühllosen* Rollen? Ich persönlich hatte mal ein Wochenende, wo ich an die 5x absolut nichts fühlte - allerdings dann beim 6. Mal voll reinkippte - und endlich ein Gefühl erleben durfte, dass ich vorher nicht kannte.

    Meine Einstellung zu Repräsentantenrolle ist die, dass ich mir keinen Stress dadurch mache, perfekt fühlen können zu wollen - sondern dass ich davon ausgehe, ich gebe mein Bestes - und die Klienten werden *das ihre* rausnehmen können.
     
  9. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Liebe Daisy,

    Das was mir bei Dir (wieder) am stärksten auffällt ist das Bemühen, es jemand anderem recht machen zu wollen. Wahrscheinlich ist das der Hintergrund vom "Nicht-fühlen". Echte Gefühle kümmern sich ja nicht darum, ob sie jemandem in den Kram passen - sie sind, wie sie sind. Wenn man sich anpassen will, fühlt man halt sicherheitshalber nichts - bevor man etwas "Falsches" fühlt (etwas, das einem anderen nicht passt).

    Bei Dir ist anscheinend etwas ins Rollen und in Bewegung gekommen. Es kann sein, dass Dein Wunsch nach reden und fragen gerade der "Bewegung Deiner Seele" entspricht. Empfehlungen und Regeln sind HILFEN - für manche Situationen passen sie nicht. Du spürst selbst am besten, was Du möchtest und was Dir gut tut.

    Es geht ja auch nicht darum, die Aufstellung zu "sezieren" - sondern die dort entstandene Dynamik fortzuführen und zu entfalten. (Die Wortwahl "sezieren" fällt mir auf - die könnte etwas mit Dir und Deiner Geschichte zu tun haben ?)

    Liebe Grüße, Reinhard
     
  10. Lucille

    Lucille Mitglied

    Registriert seit:
    29. Januar 2006
    Beiträge:
    734
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    Hi ChrisTina,

    danke für deine ausführliche Antwort.

    Das mit dem "darüber reden", das kann ich ja steuern. Also ich kann reden - oder auch nicht.
    Der Part mit dem "sezieren" ist für mich ein echtes Problem, denn meine Gedanken in Richtung Analyse/Deutung verselbstständigen sich, ohne dass ich sie im Griff habe.
    Und ich hätte wirklich Fragen, würde mich aber fast wie eine Verräterin
    dabei fühlen. Es würde sich anhören, als ob ich Beweise brauche. Ziemlich schwer zu erklären, was ich meine.

    Es ist keine Flucht vor dem, was gesehen wurde, ganz im Gegenteil. Ich
    konnte das Lösungsbild sofort annehmen, weil es war so erklärend war, dass eine Last von mir abgefallen ist.

    Was du sagst über deine eigene "Gefühllosigkeit" als Stellvertreterin, das beruhigt mich ungemein. Ich sah es als meine Verpflichtung an, etwas zu
    fühlen und konnte meiner eigenen Erwartungshaltung nicht entsprechen.
    Du hast Recht, der Stress, den man sich selbst macht, ist kontraproduktiv.

    Wie oft ich nichts gefühlt habe? Alle 3 x! Ein einziges Mal stand ich ganz
    alleine da, auf die Frage, wie es mir geht, sagte ich "ich fühle mich alleine".
    Das war auch so. Aber das ist je nicht unbedingt ein Gefühl, das aus der
    Tiefe kommt, sondern es ist leicht erklärbar, dass man sich alleine fühlt wenn man es tatsächlich ist.

    Eigenartig bei meiner Aufstellungsarbeit war, dass ich mir Wochen zuvor schon den Kopf darüber zerbrochen hatte, welches Anliegen ich wie formulieren soll. Aber all das hat sich wie von selbst ergeben (sicher auch durch das einfühlsame Geschick des Aufstellungsleiters), es hat sich eine
    regelrechte Eigendynamik entwickelt, die ich wahrscheinlich bewusst nie so
    hätte entstehen lassen können.

    Liebe Grüße,
    Daisy
     
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