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Religion - nützlich oder schädlich?

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Holbe, 21. September 2004.

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Religion - nützlich oder schädlich?

  1. Für die Menschheit absolut nützlich.

    15 Stimme(n)
    21,4%
  2. Größtenteils nützlich.

    9 Stimme(n)
    12,9%
  3. Mehr nützlich als schädlich.

    10 Stimme(n)
    14,3%
  4. Mehr schädlich als nützlich.

    20 Stimme(n)
    28,6%
  5. Größtenteils schädlich.

    6 Stimme(n)
    8,6%
  6. Für die Menschheit absolut schädlich.

    10 Stimme(n)
    14,3%
  1. Holbe

    Holbe Guest

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    Hallo zusammen ihr Gläubigen und Ungläubigen, an wen oder was auch immer ihr glaubt oder auch nicht,

    inspiriert durch das Ergebnis der Diskussion über die Bahai-Religion, siehe

    http://www.esoterikforum.at/threads/7298

    die ja nach dem Selbstverständnis ihrer Anhänger die Weltreligion für das neue Zeitalter, mit der Offenbarung Gottes für die nächsten 1000 Jahre, sein will, möchte ich euch hier fragen, für wie nützlich oder schädlich haltet ihr die Religionen grundsätzlich.

    Ich habe auch gerade ein Buch zu Ende gelesen: Bertrand Russel "warum ich kein christ bin - über religion, moral und humanität". Russel schreibt darin: "Meine eigene Ansicht über die Religion deckt sich mit der des Lukretius. Ich betrachte sie als Krankheit, die aus Angst entstanden ist, und als Quelle unnennbaren Elends für die menschliche Rasse. Ich kann jedoch nicht leugnen, dass sie einige Beiträge zur Zivilisation geleistet hat. In alter Zeit half sie, den Kalender festzulegen, uns sie veranlasste Ägyptische Priester, sie Sonnenfinsternisse mit solcher Sorgfalt aufzuzeichnen, dass sie mit der Zeit lernten, sie vorauszusagen. Diese beiden Dienste bin ich bereit anzuerkennen, aber andere kenn ich nicht."

    Ein klarer Standpunkt, so finde ich. Wie seht ihr die Sache?

    Holbe
     
  2. akutenshi

    akutenshi Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. Juli 2004
    Beiträge:
    2.209
    Ich denke ebenfalls Religion ist ein Ergebnis der Angst, aber nicht nur Religion, sondern auch jeder andere Glaube, den wir nicht als Religion bezeichnen. Ich persönlich glaube an mich selbst und meine eigenen Urteilskraft - von Religionen halte ich eigentlich nichts. Ich habe mich lange damit beschäftigt und daraus meinen eigenen Glauben entwickelt - ist aber auch sehr durch meine Leidenschaft für die Physik beeinflusst.

    Aber:
    Ich denke aber, dass sie vielen Menschen wirklich hilft. Religion gibt Halt in unserer ansonsten unpersönlichen Welt. Kirchen sorgen für die ärmeren Leute ihrer Gemeinde - verteilen zum Beispiel auch Krampussackerl und sowas (haben wir selbst gemacht bei der Firmvorbereitung - ich bereue noch immer gefirmt worden zu sein). Religion leisten einen nicht zu unterschätztenden Beitrag dazu, dass unsere Gesellschaft funktioniert! Beitrag zur Zivilisation war sicher auch eine Einführung eines Friedhofs und einer ordentlichen Bestattung! In fast allen Kulturen gab es solche Totenstätten! Das waren jetzt positive Beispiele. Es gibt auch sehr viele Religionen, die ihre Anhänger ausbeuten und abhängig machen.
     
  3. Frank

    Frank Guest

    Ich gestehe, dass ich an der Umfrage nicht teilgenommen habe und nicht werde, denn die Antwort, in die ich meinen Punkt setzen würde, ist nicht dabei.
    Darum möchte ich mir erlauben, hier mein Statement dazu abzugeben, soweit es mir möglich ist.

    Religion ist, wie ich finde, wichtig und unwichtig, also nützlich und unnützlich zugeich.
    Ich hatte Kontakt zu sehr vielen Personen, die sich fest an Ihre Religion banden, es waren aus vielen verschiedenen Religionen Menschen.
    Diese Menschen haben in Ihrem Glauben eine ganz besondere Kraft gefunden, die ihnen in vielen Situationen sehr hilfreich ist.
    Nicht nur dass es Heilungen durch den Glauben an Gott, Buddah, Allah oder die anderen gibt, es ist auch das Gespräch mit dem jeweiligen "Gott", das vielen ihre Kraft und ihren Mut gibt.
    Ich habe mit einigen Menschen gesprochen, die mir sagten, dass Gott der einzige ist, mit denen sie reden können, und das finde ich traurig.
    Religion ist also was den Glauben angeht sehr wichtig und nützlich.

    Unnütz finde ich allerdings solche Dinge wie die gelben Überweisungsformulare, auf denen dann "Kirchensteuer" steht.....unnütz finde ich Theologen, egal welcher Religion, die anderen Menschen vorschreiben, wie sie glauben sollen, was sie für ihren Glauben zu tun haben. Unnütz finde ich es, wenn den Menschen erzählt wird, was schlimmes passiert, wenn sie nicht richtig glauben, oder wenn sie wegen eines religiösem "vergehen" misshandelt werden, oder weil es in einem "heiligen" Buch steht, verstümmelt werden.

    Ich glaube an Gott, und ich weiß, dass er mir nicht böse ist, wenn ich nicht in die Kirche gehe oder wenn ich keine Kirchensteuer bezahle.

    Lieben Gruß
    Frank
     
  4. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    die philosophiegeschichte ist seit betrand russell weitergeschrieben worden, und wenn ich etwa ken wilber folge, dann waren/sind religionen ein folgerichtiger abschnitt der evolution. ebenso folgerichtig war/ist dann auch die spiegelung gott-religion-gläubige auf der einen und machthaber-glauben-untertanen auf der anderen seite. trennungsfolgen ... das unfassbare, allmächtige numinose dort und wir unwürdigen, von außen erlösungsbedürftigen hier. das führt zu martin luthers frage: wie bekomme ich einen gnädigen gott? den bekomme ich nach dem modell der trennung-religionen nur dadurch, dass ich mich untertänigst füge, regelgehorsam leiste und meine pflicht tue, ob das nun gott verlangt oder seine stellvertreter - nicht nur der papst, sondern auch alle anderen, die sich als verlängerter arm gottes gebärden, bis hin zu schorsch dabbelju bush und co.

    auf der anderen seite haben alle religionen, die ja nicht nur in ihrer pathologischen form auftreten, auch enorm positives zur evolution beigetragen. selbst heute noch bilden religionsgemeinschaften - oder genauer gesagt: angehörige und gruppierungen solcher religionsgemeinschaften - zum beispiel so ziemlich die letzten bastionen gegen den überbordenden brutalkapitalismus des neuen götzen "wirtschaft". paul zulehner, wiener religionssoziologie, hat in einer über jahrzehnte angelegten studie über die entwicklung von werten in europa nachgewiesen, dass werte, die nicht in geld oder prestige zu beziffern sind, praktisch nur noch bei religiös gebundenen oder spirituell aktiven menschen sowie in einigen humanistisch fundierten politischen bewegungen einen namhaften stellenwert haben.

    wilber sieht uns an der schwelle einer neuen evolutionären stufe, in der eine globale (nicht wie die meisten religionen in territorialen imperialismus - mission, heiliger krieg etc. - verstrickt) transrationale spiritualität (keine prärationale, die zurück ans mystische lagerfeuer will) emergiert.

    wenn ich solche evolutionären zusammenhänge betrachte, ist die frage nach schädlichkeit oder nützlichkeit von religion so sinnvoll wie die frage nach dem nutzen oder schaden der letzten eiszeit...

    alles liebe, jake
     
  5. Kangiska

    Kangiska Guest

    Hallo,

    Wenn ich das Wort Religion höre, sträuben sich mir immer wieder die Haare. Persönlich kann ich mit diesen Truppenversammlungen nichts anfangen, und halte sie auch eher für schädlich als für gewinnbringend für den einzelnen Menschen.

    Religionen haben ihre Regeln und Gebote, ihre Götter oder ihren Gott an welchen man glauben sollte usw, aber wann denn nun wer zu welcher Religion gehört, da fängt dann das Schubladendenken an, was mir persönlich gegen den Strich geht.

    Ich sehe es wie der Dalai Lama, wenn er sagt, er wünsche sich Spiritualität (oder Esoterik) ohne Religion. Für mich ist es auch die Möglichkeit sich persönlich zu entfalten und einer Grundethik zu folgen, welche mich in Religionen stört. Oder wie eine Freundin von mir sagt: Und wenn du damit klarkommst, deinen Kaktus anzubeten, dann tu es doch, wenn es dir das bringt, was du in deinem Glauben benötigst.

    Bright blessings


    Kangiska
     
  6. Paolo

    Paolo Mitglied

    Registriert seit:
    10. März 2004
    Beiträge:
    894
    Ort:
    Stuttgart
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    Immer wieder tritt das Problem auf, dass ein Wort benütz wird, das zuvor nicht präzise definiert wurde. Der eine versteht unter Religion eine Lehre, der andere eine Glaubensgemeinschaft.
    Für mich ist Religion das interessanteste Wissensgebiet, wobei ich deswegen auch vergleichende Religionswissenschaft betreibe, um nicht in einer Sackgasse hängen zu bleiben. Vor allem vergleiche ich nicht zwei ähnliche, sondern entgegengesetzte Religionen, wie Naturreligionen und sogenannte Hochreligionen. Dabei bin ich zu dem Schluß gekommen, dass die Naturreligionen teilweise höher stehen als die Hochreligionen. Wie schon von anderen gesagt wurde, sind Religionen Entwicklungsstufen der Menschheit. Und wenn man dies mit in seine Betrachtung miteinbezieht, dann muss einem klar werden, dass das Christentum in 8 Jahren der Schnee von gestern sein wird und deshalb sich auch die Auflösungtendenzen und Hinterfragungen zeigen.

    Danke fürs Lesen
    Paolo.
     
  7. Kangiska

    Kangiska Guest

    Hallo Paolo,

    Yep, darin besteht wirklich ein Problem. Persönlich sehe ich mit solche Worte immer etymologisch an, und wenn mich da nicht alles täuscht, kommt das Wort Religion von "relegere", was in etwa soviel wie "zusammenschliessen" heisst.

    Wenn ich mit Indianern spreche kommt immer diese Reaktion auf: Religion? Wir haben keine Religion, die uns zusammenhält, wir halten uns zusammen.

    Insofern sehe ich zum Beispiel Schamanismus auch nicht als "Religion" in dem Sinne an. Die Naturvölker benötigten sozusagen keine "Religion" um zusammenzuhalten, sie hielten aus vielen anderen Gründen zusammen.

    Bright blessings


    Kangiska
     
  8. Scrutinizer

    Scrutinizer Guest

    Jesus bspw. hat nie von einer Religion gesprochen oder sein Werk zu einer gemacht. Warum man das Christentum nennt, liegt wohl im Schubladensystem nahe(definieren, definieren). Angst (jaja, immer diese tiefenpsychologischen Aussagen) -tz tz.

    Hier on Board hab ich mal folgendes gelesen: "Der Buddhismus...ist einfacher..."
    Also doch eher Bequemlichkeit? Es geht immer um Effizienz und einer Anschauung die welteinheitlich zu leben ist. Die in einen Rationalismus und Materialismus passt.

    Jesus sagte einst:
    Gedenket des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.(Joh 15,20)

    Soviel zur Angst und Bequemlichkeit, nicht wahr?


    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren wird, so wird er den Tod nicht sehen ewiglich. (Joh 8,51) - für was brauch ich also noch andere Religionen und Machenschaften? Wir wurden gewarnt vor falschen Propheten und darunter fällt die ganze Esoterik.

    Dazu ein Link zu nem Thread den ich einmal eröffnet habe:
    http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=7398
    Ebook reinziehen und dann Meinung bilden. :D

    Adieu
    Scru
     
  9. Jorijama

    Jorijama Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. August 2004
    Beiträge:
    235
    Eine Eiszeit ist ein langfristiges geophysikalisches Phänomen, auf das wir als Menschen keinen Einfluss haben, zumindest in der Vergangenheit keinen Einfluss hatten. Eiszeiten haben mit dem Menschen also eigentlich nichts zu tun. Es gibt sie auch ohne uns.

    Religion hingegen ist ein Produkt menschlicher Phantasie, also eine Phänomen unserer Psyche, oder des Geistes, wie man das auch nennen will. Wir Menschen unterscheiden uns von den Tieren hauptsächlich dadurch, dass wir die Produkte unseres Geistes selbst reflektieren.

    Wenn wir also reflektieren, ob Religion nützlich oder schädlich ist, dann ist das durchaus eine sinnvolle Fragestellung, besonders in dem Hinblick, wie wir in Zukunft mit diesem inzwischen sehr umstrittenen Phänomen umgehen wollen. Wird Religion nützlich oder schädlich sein?

    Jorijama
     
  10. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    Werbung:
    was du hier als tatsachenbehauptung hinstellst, ist keineswegs ein faktum, sondern nur eine von verschiedenen möglichen ansichten. der schon zitierte ken wilber, aber auch andere philosophen/soziologen wie z.b. jürgen habermas sehen auch soziale bzw. geistige entwicklungen als emersionen von evolution - eiszeiten haben ihren platz im geophysikalischen bereich, religionen im noosphärischen. "wir menschen" haben darauf ebensoviel einfluss wie auf die eiszeit ... als "ich mensch" kann ich dazu stellung beziehen, aber das phänomen religion ist ein teilchen der noosphärischen evolution der menschheit, und die vollzieht sich ebenso über lange zeiträume wie jene der physiosphäre und und der biosphäre

    außerdem, unsere phantasie, unsere psyche und der geist sind drei durchaus nicht identische kategorien ... wohin also mit den religionen?

    oder meinst du, im bereich des geistes wären wir frei von evolutionären prozessen, jori?

    @scrutinizer: klar hat jesus nie von religion gesprochen ... das gab es damals als begriff noch gar nicht. jesus hat auch nicht von autos gesprochen oder von kühlschränken. und schubladen haben auch was mit ordnung zu tun, oder? da gibt es dann jene, die die schubladenordnung überwinden und zu ihrer eigenen ordnung finden ... und jene, die einfach aus unlust und schlamperei die ganze wäsche in der zimmermitte stapeln. wenn wer so leben möchte, warum nicht...

    @paolo: religion ist eigentlich ein sehr klar definierter begriff ... und bezeichnet sicher nicht eine glaubensgemeinschaft. das wäre dann zum beispiel eine kirche... religion kommt von religio - lat. rückbindung -, bezeichnet die rückbindung unserer irdischen existenz an eine überirdische macht.

    der begriff tauchte erst im zusammenhang mit hochreligionen auf und wurde rückblickend auch auf die sogenannten "naturreligionen" angewendet ... die können allesamt mit dem begriff "religion" nichts anfangen, für die ist das völlig unreflektierte lebenspraxis. das macht es auch immer ein bisserl lächerlich, wenn angehörige unserer hochzivilisierten gesellschaften auf naturreligion machen ... da fehlt einfach die bodenhaftung, das ist spirituelles schmierentheater.

    inwiefern können naturreligionen (magisches weltbild) höher stehen als hochreligionen (mythisches weltbild), paolo? nach welchem maßstab? ginge es nicht eher darum, den weg nach vorn zu gehen und eine spiritualität jenseits von magie und mythos zu entwickeln?

    alles liebe, jake
     
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