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Psychoanalyse und Verantwortung

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von DUCKFACE, 11. Oktober 2013.

  1. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

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    Hallo!

    Ein kurzer Text vorweg:

    "Ich ging zu meinem Psychiater zur Analyse,
    um herauszufinden, warum ich die Katze umgebracht
    und meinem Mann ein blaues Auge geschlagen habe.
    Er legte mich auf eine Couch,
    um zu sehen, was er herausbringen könnte.
    Und Folgendes hat er
    aus meinem Unterbewusstsein ausgebaggert:
    Als ich ein Jahr alt war,
    versteckte meine Mutti mein Püppchen im Koffer,
    daraus folgt logischerweise,
    dass ich jetzt dauernd betrunken bin.
    Als ich zwei Jahre alt war,
    sah ich, wie Vati das Dienstmädchen küsste,
    deshalb leide ich heute an Kleptomanie.
    Mit drei Jahren war ich zwiespältig
    meinen Brüdern gegenüber.
    Daraus folgt logischerweise,
    dass ich alle meine Liebhaber vergifte.
    Aber ich bin glücklich.
    Ich kenne die Lektionen, die es daraus zu lernen gibt.
    An allem, was ich tue, ist stets ein anderer schuld.
    " (Quelle: http://www.amazon.de/Wenn-Seele-sch...92662&sr=8-1&keywords=wenn+die+seele+schmerzt).

    In der Tat sind mir Menschen bekannt, die davon ausgehen, dass es sich bei Sigmund Freud um einen "Anwalt pervertierter Seelen" gehandelt habe, dessen psychoanalytische Lehre jedes noch so kriminelle und abnorme Verhalten rechtfertige, indem mittels der Psychoanalyse familiäre Ursachen für neurotische bzw. delinquente Verhaltensweisen identifiziert werden. Auch sprechen manche von der Schuld der Eltern.

    Ich persönlich lehne jedoch beide Interpretationen ab. Selbstverständlich kann ein Mensch nichts dafür, wenn er in desaströse familiäre Verhältnisse hineingeboren wurde. Doch er ist trotz allem dazu angehalten, sein eigenes Verhalten entsprechend der moralisch-gesetzlichen Normen zu regulieren und zu kontrollieren. Er ist und bleibt für sich, sein Handeln und für den jetzigen Umgang mit der jeweiligen Situation verantwortlich.

    Schuldzuweisungen sind meines Erachtens ausschließlich destruktiver Natur. Schließlich züchten die meisten Eltern weder bewusst noch willentlich psychisch instabile Menschen heran. Sie agieren schädlich, weil sie selber unter emotionalen Defiziten und psychischen Dysfunktionen leiden, vom Unbewussten gelenkt. So wird das Leiden der Eltern oftmals zum Leiden der Kinder, deren Spiegel sie sind. Sinnvoll ist es deshalb auch hier, von einer Verantwortlichkeit zu sprechen, mitnichten von einer Schuld. So viel zu meiner Meinung.

    Viele Grüße

    DUCKFACE
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Oktober 2013
  2. yinundyang

    yinundyang Guest

    Wo ist da der logische Zusammenhang? Ist das Psychoanalytikerlogik?
     
  3. Schwarzerle

    Schwarzerle Neues Mitglied

    Registriert seit:
    22. Januar 2007
    Beiträge:
    444
    Hallo Duckface,

    smile.. ich musste schmunzeln bei deiner story über eine "geglückte" psychoanalyse... smile und sehe es ähnlich wie du.
    jeder mensch hat seine eigene verantwortung zu tragen und kann sich für oder gegen verhaltensmuster entscheiden, wenn ihm diese bewusst sind.

    was freud jedoch damit meinte, waren vor allem die unbewussten seelenanteile, erfahrungen, die wir bereits in einem alter gemacht haben, an die wir keinerlei erinnerungen mehr haben. diese prägungen wirken aus unserem unterbewusstsein weiter.. sind uns oftmal gar nicht zugänglich... deshalb sind psychotherapien ( z.B. in trancezuständen) manchmal gut, um solche muster zu erkennen.

    ändern kann ich nur, was ich erkannt habe.

    Noch was zu Freud... im Psychologiestudium wird er sicherlich immer noch erwähnt, aber nicht unbedingt "gelehrt".. er war vorreiter und mitbergünder vieler psychologischer theorien und therapien.. wie z.B. C.G Jung, Viktor Frankel... die Schüler von ihm waren, oder auch Adler usw.
    Seine denkweise war zu seiner zeit sehr revolutionär und hat sich vor allem gegen das spiessbürgertum, das jedliche sexualität als perversion betrachtete gewandt. zudem untersuchte er vorwiegend frauen aus den höheren gesellschaftsschichte, die absolut verklemmt und rigide erzogen wurden. mit gewaltvebrechern hatte er rein gar nichts zu tun.. die wurden damals hingerichtet oder weggesperrt... nicht therapiert. (soviel zum Hintergrund der psychoanalyse als katalysator vieler guter theorien :) )


    namasté

    Schwarze-Erle
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2013
  4. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2012
    Beiträge:
    3.476
    Hi Duckface

    Genau aus den von dir genannten Gründen und dem sehr überspitzten Beispiel wird deutlich warum die Psychoanalyse weniger und weniger angewandt wird.

    Sie brachte damals einen grossen Durchbruch in eine neue Art von Denken und war als Vorläufermodell sinnvoll genug.
    Jetzt scheint es Zeit zu sein sich davon wieder zu befreien denn die Schulddebatte bringt keine Lösungen, sondern entzweit die Generationen voneinander.

    Man hoffte dass allein durch die Bewusstwerdung von alten Vorgängen und Mustern eine Art Befreiung davon entstehen kann. Man sucht ein Vergangenheitsproblem, spricht darüber, weint oder ist wütend und danach ist alles besser. So wollte man systematisch alles aufarbeiten was schief gegangen ist und dadurch ein gesundes Leben ermöglichen.

    Schauen wir uns die Gesellschaft heute an, dann haben wir tatsächlich gelernt auf breiter Ebene tiefgehend über unsere Probleme zu sprechen, was sicher sehr positiv ist, doch scheint es mir immer noch nicht so, dass wir sehr viel bessere Konfliktlösungsstrategien haben.

    Früher sagte man mit einem Satz: Du bist Schuld !
    Heute lässt sich das mit Tausend Worten begründen.

    Der nächste Schritt scheint mehr Akzeptanz und Toleranz zu sein.
    Dieses findet heute statt und nicht in der Vergangenheit.

    Oder wir wenden den Blick nach vorne für positive Zukunftsentwürfe, träumen, denken, handeln, Erfolg.

    Freud hat mir nie Freude gemacht.
    Da gibt es viel bessere Wege.

    :thumbup:
     
  5. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    16.221
    Ort:
    Saarland
    Man muss nicht unbedingt alle Verantwortung für eine Situation auf sich nehmen, wenn es gute Gründe dafür gibt, dass man zumindest nicht allein (oder auch gar nicht) daran schuld war. Schlimme Paradebeispiele dafür: Frau die ständig vom Freund/Mann verprügelt wird oder Missbrauchsopfer, dass sich einredet, dass es den Täter provoziert hat...

    Andererseits ist es aber auch wieder so, dass man Probleme in den meisten Fällen nur selbst lösen kann, und dann kann es auch zu einer schlechten Vermeidungsstrategie werden die Verantwortung abzuschieben.

    LG PsiSnake
     
  6. Schwarzerle

    Schwarzerle Neues Mitglied

    Registriert seit:
    22. Januar 2007
    Beiträge:
    444
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    @ alle hier lesenden :)

    Freud hat das wort "schuld" nie erwähnt oder verwendet. er sprach von kausalen zusammenhängen und prägungen aus frühkindlichen erfahrungen (anale, orale, ödopale usw. lebensphasen)...

    ich halte das wort "Schuld" auch für entbehrlich..smile... sehe auch meinen anteil an dem was mir passiert bzw. "angetan" wird... es gibt nicht nur "Täter" und Opfer".. wir sind immer beides und noch mehr.. wir sind eine seele, die sowohl schatten als licht in sich trägt.. niemand ist ein unbeschriebenes leeres blatt papier (wie j. rosseau behauptete)...

    @ duckface
    Du bist noch sehr jung, hast gerade erst dein abbi gemacht, wie ich sehe und hattest wohl den altbekannten unsinnigen einführungsunterricht in psychologie und philosophie genossen...smile.. finde den persönlich absoluten quatsch... habe sechs jahre langs an der uni psychologie stuidert und kann dir nur sagen, vergiss was sie dir da erzählt haben.. das ist mal die "spitze des eisberges" (wie freud das bewusstsein nannte) :)

    liebe grüsse

    Schwarz-Erle
     
  7. JustInForAll

    JustInForAll Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. September 2010
    Beiträge:
    8.892
    Was ist ein Mensch, wenn er in diese Welt kommt?
    Eine Festplatte mit bestimmten Eigenschaften, die der Körper von Natur aus mitbringt: DNA-Informationen der Vorfahren.
    Und was ist er als Erwachsener?
    DNA-Informationen der Vorfahren mit erweiterten Daten (eigene Erfahrungen im Leben, erworben durch Actio und Reactio.).

    Hat er etwas in sich, was jenseits dieser Programmierung Entscheidungen treffen kann?
     
  8. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2012
    Beiträge:
    3.476
    Verantwortung und Schuld sind sowieso zwei Paar Schuh.

    Einer Frau, der regelmässig verprügelt wird nützt das nichts wer denn nun Schuld dran ist.
    Verantwortung zu übernehmen heisst dafür Sorge zu tragen in der Zukunft nicht mehr in dieselbe Situation zu kommen.

    Schuld führt zum Gedanken von (Selbst-)Bestrafung, aber nie zu einer Lösung.

    :)
     
  9. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. August 2007
    Beiträge:
    16.221
    Ort:
    Saarland
    Zitat:Verantwortung und Schuld sind sowieso zwei Paar Schuh.

    Einer Frau, der regelmässig verprügelt wird nützt das nichts wer denn nun Schuld dran ist.
    Verantwortung zu übernehmen heisst dafür Sorge zu tragen in der Zukunft nicht mehr in dieselbe Situation zu kommen.

    Schuld führt zum Gedanken von (Selbst-)Bestrafung, aber nie zu einer Lösung.


    Dem stimme ich zu.

    Das ist in anderen Worten ausgedrückt, was ich auch zu dem Thema gesagt habe.

    Praktisch gesehen ist es aber trotzdem schwierig.
     
  10. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

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    Ich sprach von Verantwortung für das eigene Handeln und für den eigenen Umgang mit verschiedenen Situationen. Emotionen der Reue sind in manchen Fällen völlig in Ordnung und angemessen. Schuldgefühle können dagegen außerordentlich hinderlich sein und die Lebensqualität erheblich reduzieren.
     
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