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Psychiatrie für alle - Artikel in der taz

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Erdkröte, 14. Mai 2011.

  1. Erdkröte

    Erdkröte Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    2. Dezember 2008
    Beiträge:
    1.461
    Ort:
    NRW
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    Hallo zusammen,

    habe hier einen interessanten Artikel gefunden bezüglich der Bewertung menschlichen Verhaltens, wer ist wann als krank oder noch normal zu definieren und wer gewinnt bei immer neuen Krankheitserfindungen.

    So wie ich das selber in einer Schule erlebe, seit die Belegung/Beurteilung von Kindern mit ADHS-Sydrom vereinfacht wurde - wird mit Medikamenten wie Ritalin nur so um sich geworfen. Gesellschaftliche Problemlösung mit Psychopharmaka, wo soll dieser Ansatz hinführen ?

    Erinnert mich ansatzweise an Aldous Huxley's "Schöne neue Welt"

    Wie denkt ihr darüber ?

    Hier der Link:

    www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/psychiatrie-fuer-alle/


    LG Siegmund
     
  2. Sayalla

    Sayalla Guest

    Ich denke, dass der Pharmaindustrie mal ein Knüppel zwischen die Beine geworfen werden muss.
     
  3. magdalena

    magdalena Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    25. Mai 2009
    Beiträge:
    14.055
    ich denke so:

    je mehr sich die norm(alität) zum maß aller dinge erhebt, und in jeder abweichung von der norm einseitig das unheilsein erkennt -

    desto häufiger die reaktion in der abweichung -
    desto dramatischer die verläufe -

    und umgekehrt.

    das unheilsein schafft das unheilsein aus sich selbst heraus.

    al
    magdalena
     
  4. Nemesis5

    Nemesis5 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. Mai 2007
    Beiträge:
    26.787
    Ort:
    überhalb des Weißwurschtäquator's
    Ich kämpfe heute schon dagegen an, meinen Kindern wird übelstes Unterstellt und man erfindet immer Neues dazu. Da wird dann eine sichere Einschätzung seitens des Jugendamtes ständig revidiert, nur damit es wieder in das Schema passt. Auch bei der Kinderärztin konnte ich diese Haltung beobachten, ganz plötzlich. Es ist zum :4puke:


    Ein Teufelskreis :wut1:

    [​IMG]
     
  5. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. November 2006
    Beiträge:
    4.802
    Ort:
    :trost::trost::trost:
     
  6. magdalena

    magdalena Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    25. Mai 2009
    Beiträge:
    14.055
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    und man kann -

    selbst als vernunftbegabteste(r) eltern(teil) -

    nur bedingt gegensteuern.....

    al
    magdalena
     
  7. Nemesis5

    Nemesis5 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. Mai 2007
    Beiträge:
    26.787
    Ort:
    überhalb des Weißwurschtäquator's
    So isses.

    Ich darf ja am Montag mal wieder auf das Gesundheitsamt dackeln ... mal sehen, was man meiner Jüngsten denn nun diagnostiziert (das Kind ist wohlbemerkt nicht dabei ;) ). Es geht um die Kostenübernahme eines heilpädadogischen Kindergartenplatz, den sie seit dem 05.05.2011 besucht. Und da braucht die Dame eine Diagnose, dass es rechtfertigt, dass sie dort drin ist.

    Auf ADHS warte ich ja schon lange, dass man dazu hintendiert. Nur seit sie dort drin ist, ist das Kind viel ruhiger geworden (ohne Medis) ... sie hat ganz einfach einen ganz lieben männlichen Erzieher, der sie nur mit seiner Anwesenheit erreicht :D

    Meiner Großen dichtet man an, sie hätte Angst vor anderen Menschen, deswegen hat sie keinen Kontakt. Aha... sie hat also soviel Angst, dass sie alleine mit den öffentlichen Verkehrsmittel aus dem süden Nürnbergs nach weit nördlich über Fürth raus, fährt... um dort bei einer Freundin zu übernachten.... soviel Angst hat sie *Ironie Off* ... ja und diese Freundin fand sie im bösen Internet.

    Sie hat halt eín Problem mit Gleichaltrigen, sie selber ist von der Reife her 2-3 Jahre weiter. Sie sagt: "Das sind für mich alles Kinder, die mit ihrem pretty Prinzessinen-Kram, kann ich nicht ab" :D ... und somit sind ihre Freundinnen halt 2-3 Jahre älter, die Interessen sind alles die Gleichen und sie fühlt sich wohl. Und das gefällt dem Jugendamt nicht und schlägt Alarm: "Das ist Auffällig". Ich mag das Wort Auffällig nicht mehr hören, weil in deren Augen alles Auffällig ist.... und zwar so Auffällig, dass es schon auffällt :D

    Man arbeitet seit ein paar Monaten dran, dass beide Kinder ins Heim kommen und da halte ich gegen, bis zum erbrechen. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue.

    [​IMG]
     
  8. Gabi0405

    Gabi0405 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. Mai 2007
    Beiträge:
    11.023
    :thumbup: Allerdings....solange wir diese Lobbyisten-Regierung haben und solange die FDP den Gesundheitsminister stellt, wird sich die Pharmaindustrie weiterhin ungehemmt an nutzlosen, überteuerten Medikamenten bereichern können.
     
  9. magdalena

    magdalena Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    25. Mai 2009
    Beiträge:
    14.055
    klingt stark danach, dass du die einmaligkeit und individualität deiner kinder respektierst. :)

    tja - damit werden sie dann eben 'anders' als die norm es gerne hätte.

    ich wünsch' dir sehr viel selbstvertauen für den beschwerlichen weg, den du gewählt hast für dich selbst und für deine kinder.

    selbstvertrauen darfst du und sollst du auch haben, denn nur durch das heranziehen von generationen, die sich dem machtmissbrauch der norm(alität) nicht mehr beugen, kann umdenken und veränderung geschehen.

    halt die ohren steif!
    selbstbewusstes auftreten wird dir den weg weisen.

    aber bitte - lass die wut weg.
    du hast sie nicht nötig -
    und schadet nur.

    al
    magdalena
     
  10. Gen Fu

    Gen Fu Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    323
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    Ich habe auch schon von vielen Stellen gehört, dass die Diagnose AD(H)S inflationär gebraucht wird. Was aber komisch ist, dass es es zwar differentialdiagnostisch betrachtet noch weitere Störungen gibt, die in Frage kommen könnten, diese aber seltener vergeben werden. ADS wird häufiger vergeben als z.B. tiefgreifende Entwicklungsstörung.
    Und diese Aussage vom schweizer Psychiater: "Wir wissen noch zu wenig über die Ursachen von psychischen Störungen, um individuelle Medikamente entwickeln zu können." ist billige Hochstapelei. Gleiche Ursachen müssen nicht zu gleichen Symptomen führen, von daher spielt die Art der Entstehung der Krankheit für das Medikament keine (wichtige) Rolle.
    Ich befürchte, dass (wie bei vielen anderen Sachen), auch hier das Geld entscheidend ist. Es kann doch kein Zufall sein, dass ausgerechnet F33.1 (oder.2) so häufig vergeben wird (rez. depr. Störung, ggw. leichte Episode oder etc.) Ich kenne Patienten, die zusätzlich und sehr eklatant andere Auffälligkeiten haben --> und trotzdem steht als Diagnose F33.2. Warum werden wohl "exotische" Diagnosen (wie beispielsweise die Depersonalisationsstörung) so viel seltener (wenn überhaupt) vergeben ? Weil sie tatsächlich seltener vorkommen ? Das zwar auch, aber hauptsächlich, weil es anscheinend bequemer ist, immer wieder die gleichen Diagnosen zu stellen. Das sind eher politisch-ökonomische Entscheidungen. Von der Diagnose hängt ein bisschen die Art der Intervention ab, wer möchte schon teuere Therapien ? Also macht man es sich leicht, indem man immer wieder z.B. F33 vergibt und hat dann seine Ruhe :rolleyes:

    Ausserdem denke ich sowieso, dass das alles so relativ ist... Auch Störungen sind meiner Meinung nach stark systemabhängig, also abhängig von der sozialen Umgebung. Andere Kulturen würden nicht von einer histrionischen PS sprechen, wenn man sich seltsam kleidet, bzw. würde man hier als gestört gelten, wenn man so "rumläuft" wie in Zambia z.B.
    Es spricht ausserdem für sich, dass bestimmte Kodierungen in alten Versionen enthalten waren, während sie in neuen aufgegeben wurden. Ein Beispiel: Im DSM III (glaube ich) galt die Homosexualität als Störung, im Sinne einer Paraphilie, unter dem Kapitel "Sexuelle und Geschlechtsidentitätsstörungen". Im DSM-IV ist gibt es diese Störung nicht mehr. Anderes Beispiel: die Narzisstische PS- in der II. Version galt es als Störung, im der III: Fassung wurde diese Kodierung aufgegeben, und jetzt in der IV. ist es wieder da ?? Sind also alle Menschen, zwischen der II. und IV. Version des DSMs nicht mehr narzisstisch gewesen, seit 1994 dann also doch wieder.:rolleyes:
    Ich denke das hat leider viel mit politischen Entscheidungen zu tun. Es hat triftige Gründe, zu welchem Zeitpunkt, welche Diagnose auf welche Art und Weise gestellt werden kann. Letzten Endes entscheidet immer der mächtigere was richtig ist und was falsch- also die Regierung.
     
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