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Porzellanengel

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von LoneWolf, 18. März 2011.

  1. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Wie ein Porzellanengel war ich,
    wandernd zwischen alten Frauenhänden,
    die liebend zwar, doch fern der Welt,
    ihr Wünschen legten, tief in mich.

    Und um am Boden mich zu zerbrechen
    stürzte ich mich in die Tiefe,
    verfolgt von alter Frauen Sorgentränen,
    ließ ihr Herz ich oft im Stich.

    http://www.esoterikforum.at/forum/showpost.php?p=3131509&postcount=53
     
  2. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Das Bild zu obigem Dichtwerk.

    [​IMG]

    Fügung des Schicksals:
    In der Tat lebte ich die ersten Jahre meines Daseins Nahe der Porzellanmanufraktur und wurde oft zum einsamen Spiel im Au!-Garten abgestellt.

    Info für Nicht-Wiener:
    Der Au!-Garten heißt nicht so, weil er so sehr an den bekannten "Auwald" erinnert, sondern weil da die Sträucher und Bäume aufgrund ihres Beschnitts so extrem laut schreien und zwei hässliche Flagtürme an schmerzliche Zeiten erinnern.
     
  3. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Hätte mich damals, im Au Garten, wer gefragt, was ich den werden will, wenn ich mal groß bin, hätte ich vielleicht gesagt:

    "Insektenforscher. Oder Steinesammler. Vielleicht auch Holzschnitzer."

    Doch nie wäre ich auf die Idee gekommen, zu sagen:

    "Säufer! Oder Tablettenfreak, wie Papa."

    Nie wäre ich auf die Idee gekommen, zu sagen, was ich wirklich wurde.
     
  4. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Niemand kann zweierlei Herren dienen, niemand kann das, ohne sich zu teilen.

    Ich habe mich, so dachte ich, entschieden für den einen und den andern achtlos zum Fenster rausgeworfen.

    Jetzt aber scheints mir in manch banger Stunde, als hätten beide mich verlassen.

    Abwarten und Tee trinken. :morgen:
     
  5. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Wilhelm war Bananiker. Bananismus wurde in der ICD10 als Krankheit definiert und Wilhelm wusste: solange er keine Bananen aß, war alles gut. Da lief er rund, fast so, wie ein normaler, gesunder Mensch. Es muss sich um eine Art Allergie handeln, eine Biochemische Reaktion im Gehirn auf einen Inhaltsstoff der Banane. Vergaß Wilhelm, dass er schwerer Bananiker war, so war die Katastrophe vorprogrammiert. Sein ganzes Wesen veränderte sich, wenn er Bananen aß. Bananenfrei war er sozial, hilfsbereit, demütig um Frieden und Harmonie bemüht. Auf Bananen aber wurde er egozentrisch, selbstherrlich, rücksichtslos, gierig, laut und dämlich. Und im Bananenrausch bewegte er sich nahe hin zu einem grauenvollen Abgrund.

    Doch wie konnte er das nur immer wieder vergessen? Das verstand er nicht. Immerhin war er seit 36 Jahren Bananiker. Seit 36 Jahren immer wieder die selbe Erfahrung mit Bananen. Es war einfach nicht zu verstehen, wie er das von Zeit zu Zeit immer wieder vergessen konnte.

    Nach drei Monaten Bananen-Karenz setzte er sich in ein Lokal und bestellte sich gedankenlos eine Banane. Wie in einer Art Trance schälte er sie ab und biss genussvoll in das inhaltsarme Obst. Und er hatte die eine Banane noch nicht verspeist, bestellte er sich noch zwei. Ehe er diese drei Bananen aufgegessen hatte, bestellte er sich bei der Kellnerin schon vier weitere. Dann wechselte er das Bananenlokal. Seine Gier auf Bananen wuchs mit jeder Banane bis ins Unermessliche, wenn er mal begonnen hatte. Sein Verhalten mutierte von Banane zu Banane immer mehr ins Abscheuliche und seine zunehmende Schwäche im Denken und Handeln kompensierte er mit immer mehr Arroganz. Immer wieder und wieder das selbe Spiel. Wie konnte er das nur vergessen?

    Daraus schloss er, dass bereits vor der ersten Banane etwas nicht stimmte mit ihm. Er fragte sich, ob es sich um eine Art Schizophrenie handelte, eine Abspaltung eines Persönlichkeitsanteils. Das ganze Bild wies darauf hin, das es so sein könnte. Jener Teil seines Wesens, der wusste, dass er keine Bananen essen durfte, war einfach kurzfristig nicht da. Vielleicht wurde er abgespalten und unterdrückt. Aber von wem?

    Welcher Teil von Wilhelm K. war es, der den wissenden Teil unterdrückte?

    Oder war es der wissende Teil selbst, der sich vorübergehend Wilhelms Bewusstsein entzog? Vielleicht, um ihn tiefer und tiefer zu führen, näher hin, zum Abgrund des Grauens?

    Auch das entbehrt einer gewissen Logik nicht. Denn von selbst hätte Wilhelm nie den Mut aufgebracht, sich so nah an den Abgrund zu bewegen.

    Und weil er kein großes Diskussionsthema mehr im Esoterikforum erstellen wollte, das sich mit seinem Bananenproblem beschäftigte, schrieb Wilhelm eben in einem weiteren Beitrag in "Aufgeschrieben" seine Fragen auf.


    1. Wo war der Teil von Wilhelms Persönlichkeit, der sehr wohl um das Bananenproblem wusste, wenn Wilhelm der Bananensucht verfiel?
    2. Und wer unterdrückte diesen wissenden Teil?
    3. War der unwissende, der dumme Teil von Wilhelms Persönlichkeit in der Lage, den Wissenden zu unterjochen?
    4. Und wenn ja: warum war das so?

    [​IMG]
     
  6. dragonheart7

    dragonheart7 Sehr aktives Mitglied

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    Der letzte Beitrag war richtig nachvollziehbar - sehr gut beschrieben !
    Vielleicht bekommen nun einige mal einen Einblick aus einem anderen Blickwinkel ..... LG
     
  7. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Gestern bin ich sogar schon wieder mit dem Automobil gefahren. Im öffentlichen Straßenverkehr :rolleyes:

    Für alle Wiener: Gestern Nachmittag war ich im 22. Bezirk mit einem Möbeltransporter unterwegs.

    Doch jetzt ist die Gefahr vorbei und ich hab den Kika-Bus ohne Unfall wieder zurück gebracht. Gott sei Dank... alles gut gegangen. :banane:

    Die Leute, für die Autofahren reine Routine ist, die werden mich nicht verstehen, aber das macht nichts.

    Für mich war das ein richtiges Erfolgserlebnis :)
     
  8. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Nein, es klingt wie ein Witz, aber es entspricht schon der Wahrheit, dass ich bereits vor einigen Wochen zu einer Freundin sagen musste: "Du, (Namen sind Schall und Rauch) ich kann dir nicht fahren, bei der Übersiedlung. Tut mir leid. Ich hab die letzten Jahre über zuviel gesoffen und jetzt nehm ich auch noch verschiedene Psychopharmaka. Mein Nervensystem ist voll im Arsch und der Verkehr macht mir Angst. Ich helf dir gern, beim Tragen und Möbel aufbauen, aber fahren kann ich nicht zur Zeit. Die Verantwortung ist mir zu groß."

    Es war demütigend, dass ich ablehnen musste. Aber ich hatte nicht ohne Grund Fahrverbot über mich selbst verhängt und spürte auch keinen Drang in mir, über meinen Schatten zu springen. Ein anderer Freund ist dann statt mir gefahren und darüber war ich sehr froh.

    Vorgestern aber, als ich zusagte, den noch ausstehenden Transport zu übernehmen, fühlte sich das ganz anders an.

    Da war kein Schatten mehr, über den ich erst hätte springen müssen.
     
  9. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Ich muss das Leben
    nicht verstehn.
    Dann wird es werden
    ein Trauerfest.
    Lass ich mich durch die Tage gehn,
    ohne zu denken, was ich tu,
    kommt über mich
    die Höllenpest.

    Stopf ich Bananen
    in meinen Mund (wie dem Pawlow sein Hund :D)
    und frag nicht
    nach des Treibens Grund,
    bloß weil sie schmecken
    und meine Sinne täuschen,
    holt mich am Schluss
    der Höllenhund.

    Ich muss das Leben nicht verstehn,
    will doof ich von der Erde gehn.
    Alles hat ein Für und Wider.
    Auch des Rilkes schöne Lieder.

    http://www.youtube.com/watch?v=WGkUvSjSlqQ&feature=related

    :D


    Es werde lauter!

     
  10. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Ein wenig wehmütig dachte Wilhelm an seine bananenfreie Zeit zwischen 1986 und 1996.

    "Zehn Jahre ohne Bananen... ach, wie schön war das Leben damals. Wie habe ich das bloß geschafft?"

    Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen! Das Vergessen selbst war Teil der Abhängigkeit.

    Während dieser bananenfreien Zeit hatte er keinen Tag wirklich voll und ganz auf sein Bananenproblem vergessen und besonders die ersten zwei Jahre hatte er sich konzentriert damit auseinandergesetzt und darauf geachtet, dass er nicht mal Bananenaroma, wie es in manchen Mehlspeisen Verwendung findet, zu sich nahm.

    Nach und nach normalisierte sich sein Gehirnstoffwechsel wieder und Bananenlokale, die ihn am Anfang noch stark anzogen, stießen ihn immer mehr ab, wenn er daran vorbei ging. Er hatte damals eine Freundin, die sehr geduldig und in psychohygienischen Belangen sehr gründlich war. Mit der redete er sehr viel über seine Bananiker-Persönlichkeit und das damit verbundenen Problem.

    Ja, das Vergessen war Teil der Abhängigkeit und es brauchte ein paar Jahre, bis das Gehirn bereit war, das Problem wirklich hinten anzustellen. Auch in der Bananen-Entzugsanstalt haben die Fachärzte das so ähnlich dargestellt. Etwa zwei Jahre ohne Bananen braucht es, bis sich der Gehirnstoffwechsel normalisiert.

    Darum schrieb Wilhelm gern und viel über sein Bananen-Problem. Um sich selbst darauf zu stoßen, worauf das träge Hirn gern vergaß. Das er es öffentlich, in einem Esoterikforum tat, ändert nichts daran, dass er es vor allem für sich selber tat, denn nur so konnte er das Bananen-Problem nach und nach aufarbeiten.

    Die geduldige Freundin von anno dazumal gab es zwar noch, doch sie hatte jetzt anderes zu tun. Sie hatte nicht mehr soviel Zeit wie früher und Wilhelms neue Freunde redeten nicht so gern über Bananen-Probleme. Lieber verbargen und pflegten sie diese. Darum war Wilhelm froh, dass es das geduldige Esoterikforum gab, mit seinem Unterforum "Aufgeschrieben".

    Gott, schütze das Esoterikforum und komme über das gesamte Internet. :rolleyes:
     

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