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Poesie & Ekstase

Dieses Thema im Forum "Kreativität & Spiritualität" wurde erstellt von Tucholsky, 11. März 2009.

  1. Tucholsky

    Tucholsky Guest

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    Mevlana Jelaluddin Rumi wurde geboren am 30. September 1207 n. Chr. in Wachsch in der Region Balch, Afghanistan. Sein Vater, Baha'eddin Walad war ein Mystiker. Er heiratete Gauhar Chatun und bekam 1226 seinen ersten Sohn Sultan Walad. 1228 ging er mit seinem Vater nach Konya. 1230 wird er Professor für Theologie. Im Januar 1231 stirbt sein Vater. Am Sonnabend den 28. November 1244 trifft er Schamseddin i Täbris, der ihm die spirituellen Welten zeigt, und der ihn nach dem Verschwinden veranlasst Gedichte zu schreiben. Schamseddin verläßt Mevlana am 14. März 1246 das erstemal. Mevlana scheibt Poesie: Divan-e-Shams (über 45000 Verse) in Persisch, das Mathnavi in 7 Büchern und 24660 Doppelversen und das Fihi ma Fihi, eine Einführung in die Metaphysik um 1256. Mevlana starb in Konya am Abend des 16. Dezembers 1273 n. Chr. im Alter von 66 Sonnenjahren oder 68 Mondjahren, wenige Tage nach einem Erdbeben.



    Ich bin eine Weile mit den neun Vätern in allen Himmeln gekreist.
    Jahre habe ich mich mit den Sternen in ihren Zeichen gedreht.
    Eine Zeitlang war ich unsichtbar, denn ich weilte bei Ihm.

    *

    Der Mensch durchschreitet drei Stufen.
    Zuerst verehrt er alles: Männer, Frauen, Geld, Kinder, Die Erde und Steine.
    Dann, wenn er etwas weiter fortgeschritten ist, verehrt er Gott.
    Schließlich sagt er weder: 'Ich verehre Gott' noch 'Ich verehre Gott nicht'.
    Er hat die beiden ersten Stufen passiert und geht nun die letzte.

    *

    Diese spirituellen Schaufenster-Bummler,
    die faul danach fragen, 'Was kostet das? -
    Oh - Ich schau mich nur um.'
    Sie kommen mit hundert verschiedenen Punkten
    und machen sie schlecht, Schatten ohne Wert.
    Erschöpfung ist Liebe
    und zwei Augen nass voller Tränen.
    Aber sie gehen in den Laden,
    und in diesem Laden geht ihr ganzes Leben
    plötzlich in dem Moment an ihnen vorüber.
    Wohin gehst Du? - Nirgends wohin.
    Was hattest Du zu essen? - Nicht viel.
    Auch wenn du nicht weißt, was du möchtest,
    kauf irgendwas, damit Du ein Teil bist
    von des Tauschens Strom.
    Starte ein riesiges blödes Ding, wie Noah.
    Was die Leute von Dir denken,
    macht absolut keinen Unterschied aus.

    *

    Was ist dieser Sinn, Oh Moslems: »Weil ich mich selbst nicht kenne.«
    Weder bin ich Christ, Zarathustrier, oder Moslem;
    Ich bin kein Orientale noch Abendländer, in keinem Land und auf keiner See:
    Nicht aus der Natur, noch aus dem Himmel: Nicht von Indien, China, Bulgarien oder Saqsin;
    Nicht aus dem Irak, noch aus dem Land Khorasan.
    Mein Ort ist alokal: Mein Zeichen ist kein Zeichen.
    Ich habe keinen Körper und kein Leben: Weil ich vom Leben des Lebens bin.
    Ich habe Dualität überwunden: Ich habe die zwei Welten als EINE gesehen:
    Ich bitte EINEN, ich weiß EINEN, ich sehe EINEN, Ich rufe EINEN.

    *

    Je mehr jemand erwacht in den weltlichen Dingen,
    je mehr schläft er in spirituellen 'Dingen'.
    Wenn unsere Seele Gott verschlafen hat,
    verschließt eine andere Wachsamkeit die Tür zur göttlichen Gunst.

    *

    Die intellektuelle Suche,
    obgleich so fein wie Perlen oder Korallen,
    ist kein spirituelles Forschen.
    Dieses spirituelle Forschen ist auf einer anderen Ebene.
    Spiritueller Wein ist eine andere Wirklichkeit.

    *

    Der spirituelle Weg bringt den Körper zum Scheitern
    und danach lässt er ihn wieder gesunden.
    Er zerstört das Haus um irdischen Reichtum
    in nichtirdischen zu wandeln,
    und mit diesem Reichtum baut es sich besser als vorher.

    *

    Du bist verschwunden in die verborgene Welt.
    Auf welchem Weg?
    Du zerbrachst den Käfig und bist geflohen.
    Du hörtest die Trommel, sie rief Dich heim.
    Dies erniedrigende Lager hast Du verlassen.
    Diese verwirrende Wüste,
    wo uns falsche Orientierungen gegeben werden.
    Welchen Sinn hat jetzt ein Herrscher?
    Du bist die Sonne geworden.
    Brauchst keinen Gurt: Bist aus Dir geschlüpft.
    Ich habe gehört dass nahe dem Ende
    Du die Augen warst, die die Seele schauen.
    Jetzt ist kein Schauen, Du lebst im Innern der Seele.
    Du bist die seltsame Rose,
    die den Winterwind einließ zum Verwelken.
    Du bist Regen, der alles tränkt,
    Von der Wolke zum Boden. Keine Worte stören.
    Strömende Ruhe und süßer Schlaf neben dem Freund.

    *

    Komm nur, ja komm nur, wer immer Du bist;
    Sucher, Verehrer, Freund des Verlassens.
    Es ist kein Problem, was es auch ist,
    mit Zweifeln müssen wir uns nicht befassen.
    Du hast Eide gebrochen? Und das tausendmal?
    Auch dann komme wieder, beginne noch mal.

    *

    Alles andere, als die Liebe für den allerschönsten Gott
    ist 'ne Qual für jede Seele, auch naschen aus dem Zuckerpott.
    Was ist die Qual der Seele dann?
    Zum Tode vorzudringen, nicht vergebens,
    ohne dass man dabei dann,
    Besitz ergreift vom Wasser des Lebens.

    *

    Die Seele empfängt Erkenntnis allein
    durch die Seele und nicht durch das Denken.
    Aus Sprache und Büchern kann Erkenntnis nicht sein,
    sie kommt nach der Leerheit im Denken.
    Mysterien erkennen, das kommt so wie Licht von viel Kerzen,
    das erleuchtet die Seele der Menschen
    und in ihnen auch ihre Herzen.

    *

    Ich starb als Stein, wurde als Pflanze geboren.
    Ich starb als Pflanze und wurde Tier.
    Ich starb als Tier, als Mensch wurd' ich erkoren,
    jetzt bin ich hier.
    Warum dann Furcht vor dem Verschwinden
    nur wegen diesem Sterben?
    Das nächste mal wenn ich sterben soll,
    dann braucht ihr mit Flügeln der Engel nicht werben;
    ich werde danach mich erheben
    und höher als die Engel sein,
    Und was Du Dir nicht vorstellen kannst,
    Ich werde das sein.

    *

    Du brauchst Geld, die Liebe von Freunden,
    Du brauchst Deine Gesundheit,
    Du brauchst das Lachen.
    Aber am meisten brauchst Du das, was nur Er gibt:
    Die lebende Gegenwart von göttlicher Gunst.

    *

    Wenn Du das ewige Leben entdecken willst
    und lebst in der sengenden Wüste der Stille,
    dann schreite mutig voran auf dem Weg und
    fürchte nicht Schmerzen, Leid und Verlust.
    Nimm Schritt für Schritt gewissenhaft
    und riskiere dein ganzes Sein bewusst.

    *

    Unser Tod ist unsere Hochzeit mit der Ewigkeit. Was ist das Geheimnis? Gott ist Eins.
    Das Sonnenlicht spaltet sich, wenn es das Fenster des Hauses trifft.
    Diese Vielheit ist in der Traube vom Wein; aber sie ist nicht im Saft aus dem Wein.
    Für den, der im Licht Gottes lebt, ist der Tod der fleischlichen Seele eine Wohltat.
    Ihn zu beachten, bedeutet weder Schlechtes noch Gutes,
    weil er sich jenseits des Guten und Schlechten befindet.
    Konzentriere Deine Augen auf Gott und sprich nicht über das, was nicht sichtbar ist,
    so dass er Deinen Augen eine andere Sicht ermöglicht.
    Es ist die Sicht der physischen Augen, dass keine unsichtbaren oder geheimen Dinge existieren.
    Aber wenn sich die Augen auf das Licht Gottes richten,
    welches Ding kann verborgen bleiben in so einem Licht?
    Obgleich alles Licht aus dem Göttlichen Licht strömt, nenne nicht alle diese Lichter Das Licht Gottes,
    es ist das ewige Licht, welches das Licht Gottes ist.
    Das Tageslicht ist eine Eigenschaft des Körpers und des Fleisches.
    Oh Gott, wer gibt die Gnade der Einsicht!
    Der Vogel des Sehens fliegt zu Dir mit den Flügeln des Verlangens.

    *

    Wir sind wie die Flöte, und die Musik in uns ist von Dir;
    Wir sind wie die Berge und das Echo in uns ist von Dir.
    Wir sind wie die Schachfiguren beschäftigt mit Sieg und Fall:
    Unser Sieg und unsere Niederlage sind von Dir, O Du, dessen Werte erreichbar sind.
    Wer sind wir, O Du Seele aller Seelen, dass wir neben Dir bleiben sollen?
    Wir und unsere Existenzen sind wirklich Nicht-Existenz.
    Du bist das absolute Sein das das Vergängliche offenbart.
    Wir sind alle Löwen, jedoch Löwen auf einem Plakat:
    Von Zeit zu Zeit hetzen sie vorwärts gemäß dem Winde.
    Ihre Vorwärts-Jagd ist sichtbar, aber der Wind ist es nicht:
    Möge das, was nicht sichtbar ist, uns nicht im Stich lassen!
    Unser Wind durch den wir bewegt werden und unser Sein sind Deine Gabe;
    unsere ganze Existenz, die uns in das Sein gebiert, ist von Deiner Gabe.

    *
    O Liebende, Liebende, es ist soweit,
    aus der Welt auszusteigen ist es nun Zeit.
    Ich höre die Trommel im Ohr meiner Seele,
    sie kommt aus den Weiten der Sterne.
    Vom Kameltreiber hör' ich Befehle,
    die Karawane wartet nicht gerne.
    Er fragt uns, ob wir ihm vergeben,
    dass er uns gestört hat in unserem Schlafe,
    und warum wir Reisende schlafen, nicht leben.
    Überall in diesem Camp murmelt man 'Abreise' leise
    und Sterne gleich Kerzen hinter blauen Schleiern vertrauen uns auf ihre Weise.
    Und auf der unsichtbaren Ebene im Sein
    kamen - nun schon gut zu sehen -
    erstaunliche Leute zum Vorschein.

    *

    Man sagt dass nach Muhammad und des Propheten Offenbarung
    niemand anderer herabgestiegen ist.
    Warum nicht?
    Natürlich sind das andere auch,
    aber dann wird das nicht 'Offenbarung' genannt.
    Es ist das, auf was der Prophet verweist, wenn er sagt,
    ' Die Gläubigen sehen mit dem Licht Gottes.'
    Wenn der Gläubige mit Gottes Licht sieht, dann sieht er alle Dinge:
    Das Erste und das Letzte, die Gegenwart und das Abwesende.
    Wie sollte irgendetwas verborgen sein vor Gottes Licht?
    Und wenn etwas verborgen ist, dann ist es nicht das Licht Gottes.
    Deswegen existiert die Bedeutung der Offenbarung,
    sogar wenn sie nicht Offenbarung genannt wird.

    *

    Es schlägt die Trommel der Erkenntnis auf Verheißung,
    Wir stürmen die Straße des Himmels.
    Heute ist Deine Freude hier, aber was bleibt Dir für morgen?
    Die Armeen vom Tage verfolgen die Armee der Nacht,
    Himmel und Erde ist voll Reinheit und Licht.
    Oh! Freude für ihn, der aus dieser Welt aus Parfüm und Farbe flüchten konnte!
    Denn hinter diesen Farben und Parfüms sind diese anderen Farben im Herzen und in der Seele.
    Oh! Freude für diese Seele und dieses Herz, das flüchten konnte von der Erde aus Wasser und Lehm.
    Auch wenn dieses Wasser und dieser Lehm die Kochstätte des philosophischen Herdes enthält.

    *
    [​IMG]

    *
    In jedem Augenblick und von allen Seiten widerhallt der Ruf der Liebe:
    Wir gehen zum Himmel, wer möchte mit uns kommen?
    Wir gingen zum Himmel, wir wurden die Freunde der Engel,
    und nun wollen wir dorthin zurück, weil es unser Land ist.
    Wir sind höher als die Himmel, edler als Engel:
    Warum also nicht weiter gehen als sie?
    Unser Ziel ist die höchste Majestät.
    Was hat eine Perle zu tun mit der vernebelten Welt?
    Warum kamest Du hier her?
    Nimm dein Hab zurück.
    Was ist das hier für ein Platz?
    Das Glück ist mit uns, mit uns ist der Verlust!
    Wie die Vögel des Meeres, kam der Mensch aus dem Ozean - dem Ozean der Seele.
    Wie kann dieser Vogel, geboren aus dem Meer, hier sein Nest bauen?
    Nein, wir sind die Perlen vom Grunde des Meeres, dort wohnen wir:
    Wie könnte andernfalls die Welle der Welle nachfolgen, die von der Seele kommt?
    Die Welle mit dem Namen 'Bin Ich nicht dein Herr' ist da,
    sie hat das Gefäß der Körpers durchbrochen;
    und wenn das Gefäß zerbrochen ist,
    dann kommt die Sicht wieder und die Einheit mit Ihm.

    *

    Wenn Du nicht munter den Garten der Liebe führst,
    nimm Dir einen Moment Zeit um zu sehen warum das so ist.
    Warum liebst Du nicht? Warum wirst Du nicht geliebt?
    Sei intelligent im Leben, sei mutig und löse Dich von Überfüllung,
    das schützt dich vor dem Geschmack und dem süßen Geruch der Liebe.
    Erlaube dem Zauber seine Magie zu betreiben und bringe deine Seele in den Garten.
    Wenn Du meinst, dass Du nicht willentlich dort hin möchtest,
    dann lass Dich wenigstens von deinem Herz und deiner Seele führen.
    Warte nicht. Mach' es jetzt.

    *

    Spreche immer aus dem Herzen, niemals aus dem Verstand.
    Deine Aufrichtigkeit und dein Mut werden auch für andere ein Beispiel sein,
    und wenn sie Dir zuhören, dann werden sie begeisternd
    ihr gewonnenes Herz offenbaren.
    Dieses Sprechen des Herzens ist spirituelle Tat.
    Es bedeutet, dass Du Wahres nur sprechen musst,
    und innerhalb deiner eigenen Grenzen und Dimensionen leben musst,
    ohne jemals zu prahlen über Dinge, die Du nicht selbst leben kannst,
    oder die Du anderen nicht geben kannst.
    Das Sprechen des Herzens bringt Dir ein Geschenk,
    wann immer du sprichst, bist Du immer im Recht.
    Das Herz kennt die Wahrheit, kann nichts erzählen;
    dem Verstand fehlt Erkenntnis, erzählt aber viel.
    Lehne Dich aus und sprich aus dem Herzen und meide das Denken,
    dann siehst Du die Wunder, die zu dir zurückkommen in dein Leben.

    *
    Es kam jemand zur Tür des Geliebten und klopfte.
    Ein Stimme fragte: Wer ist da?'
    Er antwortete: 'Ich bin es.'
    Die Stimme sagte: 'Hier ist kein Platz für mich und Dich.'
    Die Tür wurde geschlossen.
    Nach einem Jahr Einsamkeit und Entzug kam der Mann wieder an die Tür des Geliebten.
    Er klopfte.
    Eine Stimme von drinnen fragte: 'Wer ist da?'
    Der Mann sagte: 'Du bist es.'
    Die Tür wurde für ihn geöffnet.


    Übertragungen ins Deutsche by 'T.'

    Literatur:

    Rumi, The Masnavi - Teachings of Rumi, The Octagon Press, ISBN 0 863040 67 5, 1979, 1994
    Annemarie Schimmel, Rumi, Eugen Diederichs, ISBN 3-424-00580-0 , 1995
    Annemarie Schimmel, Rumi, Herder spektrum, ISBN 3-451-05093-5
    Rumi, Fihi Ma fihi, Eugen Diederichs, ISBN 3-424-01297-1, 1988,1995

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    T.


     
  2. Tucholsky

    Tucholsky Guest



    Shams-i Tabrizi
    Shams ad-Din i Tabriz
    (1184-1247)

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    - Shamash - Die Sonne -



    Selbst wenn es nach tausend Jahren sein wird, diese Worte werden jene erreichen für die sie gedacht sind.

    *

    In der Zeit meiner Kindheit, war eine erstaunliche Bewusstwerdung über mich gekommen. Niemand berücksichtigte meinen Zustand. Mein Vater war von meinem Zustand ahnungslos. Er sagte, 'Zunächst einmal bist Du nicht verrückt. Ich weiß nicht, was los mit Dir ist. Es ist auch nicht das Aufrichten oder die Disziplin, und es ist nicht das und nicht das.'
    Ich sagte, 'Höre diesem einem Wort von mir zu: Mit mir bist Du wie Enteneier, die unter eine Henne gelegt wurden. Die Henne brütete sie aus, und Babyenten erscheinen. Als die Babyenten ein wenig größer wurden, gingen sie mit der Mutter zum Rand des Stromes und kamen an das Wasser. Ihre Mutter war eine Henne. Sie lief entlang des Randes des Stromes, ohne Möglichkeit in das Wasser zu steigen. Nun Vater, ich sehe, dass der Ozean mein Träger geworden ist, und dieser ist meine Heimat und mein Zustand. Wenn Du von mir bist, oder ich bin von Dir, komme in den Ozean. Wenn nicht, gehe zurück zu den Hennen. Das ist, wo Du aufgehängt wirst'.
    Er sagte, 'Wenn Du so Freunde behandelst, wie behandelst Du dann Feinde?'
    Ich ließ nie meinen Vater die äußere Form meiner Taten des Gehorsams sehen. Wie konnte ich es gewollt haben meine Innerlichkeit und meine innerlichen Zustand offensichtlich zu machen? Er war ein guter Mensch und er hatte Adel. Wenn Du ihm einige Wörter sagen würdest, würden Tränen seinen Bart herunter rollen. Aber er war kein Liebender. Ein guter Mensch ist eine Sache, ein Liebender ist etwas anderes.

    *

    In mir, da waren immer gute Neuigkeiten. Die Erwachsenen fragten mich immer, 'Warum bist Du so traurig? Hast Du nichts anzuziehen oder hast Du kein Geld?' Dann antwortete ich ihnen gewöhnlich, 'Ich wünschte, sie würden mit sogar die Kleider, die ich habe, wegnehmen, und mir dann mich an mich (selbst) zurückgeben.'

    *

    Was ist das äußerste Ende der Bedürfnisse?
    Das zu finden, was keine Bedürfnisse hat.

    Was ist das äußerste Ende des Suchens?
    Das zu finden, was gesucht ist.

    Was ist das äußerste Ende des Gesuchten?
    Den Sucher zu finden.

    *

    Die leichteste der Wissenschaften ist die Wissenschaft der Reinheitsrituale und die Zweige der Rechtswissenschaft,
    Schwerer als das sind die Prinzipien der Rechtswissenschaft.
    Noch schwerer sind die Prinzipien der Theologie und
    noch schwieriger ist die Wissenschaft der Philosophie und Metaphysik.

    *

    Lass mich in Kürze ein Wort sagen: Heuchelei macht diese Leute glücklich; und Wahrheit macht sie traurig.
    Ich sagte zu jemand: "Du bist ein großer Mann, einzig in dieser Zeit."
    Er wurde glücklich, er nahm meine Hand. Er sagte, "Ich war eifrig, ich war nachlässig."
    Letztes Jahr sagte ich ihm die Wahrheit. Er wurde mein Gegner und mein Feind.
    Ist das nicht seltsam? Du musst mit den Leuten in Heuchelei leben um mit ihnen glücklich zu sein.
    Sobald Du beginnst die Wahrheit zu sagen, musst Du fortgehen in die Berge und in die Wüste.
    Es gibt keinen Weg um mit den Leuten zu sein.

    *

    Wenn ich die Wahrheit sprechen würde, würdet ihr alle auf dieser Schule auf mein Leben zielen, aber ihr wäret nicht fähig, etwas zu tun. Das zugefügte Leid würde auf euch zurückfallen. Wenn ihr wollt, versucht es.

    *

    Ich wundere mich, was diese Leute denken, was Freundschaft mit Gott ist. Dieser Gott, der das Himmelsgewölbe schuf, der die Erde schuf, der das Universum erschienen ließ - wird seine Freundschaft so leicht gewonnen, dass man hereinkommt und vor ihm sitzt, redet und Ihm zuhört? Stellen sie sich das so vor wie eine Suppenküche? Sie kommen herein, und trinken sie hinunter? Und die sie dann wieder verlassen?

    *

    Der Fehler - der meisten Menschen - rührt daher, dass sie Gott nicht aus der Sichtweise eines Liebenden betrachten; sie schauen nur aus der Sichtweise des Wissens, der Sichtweise der Gnosis und der Sichtweise der Philosophie. Die Sichtweise der Liebe ist etwas anderes.

    *

    Ein Mann voll von Selbst kam und sagte, "Erkläre mir die Geheimnisse."
    Ich sagte, "Ich kann Dir nicht die Geheimnisse erklären. Ich erkläre die Geheimnisse dem, in dem ich nicht ihn sehe, - in dem ich mich sehe.
    Ich erkläre die Geheimnisse des Selbst mir selbst. Ich sehe mich nicht in Dir, ich sehe jemand anderes." Wenn jemand zu jemand anderem kommt, ist er einer von drei Arten: Entweder ein Schüler oder ein Gefährte oder ein Großer. Welche Art bist Du? Bist Du nicht zu mir gekommen? Er sagte, "es ist offensichtlich, in welcher Beziehung ich zu Dir bin." Ich sagte, "Es ist offensichtlich. Ich sehe ihn in Dir. Da er in Dir ist, bin ich nicht in Dir, denn ich bin nicht er."


    Thanks and Credits to Prof. William C. Chittick


    Übertragungen ins Deutsche by 'T.' mit freundlicher Genehmigung von Prof. William C. Chittick 'Me & Rumi'

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    T.


     
  3. Mora

    Mora Guest

    love - WAS sonst

    ... und es ist nicht zu glauben und doch so wahr - Gott nicht mit Wissen sondern mit eben dieser Liebe...
     
  4. MorningSun

    MorningSun Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. März 2006
    Beiträge:
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    wo die Wirren irren ...
    Wer Schmetterlinge lachen hört,
    der weiß, wie Wolken schmecken,
    der wird im Mondschein
    ungestört von Furcht,
    die Nacht entdecken.

    Der wird zur Pflanze, wenn er will,
    zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
    und kann in einer Stunde
    durchs ganze Weltall reisen.

    Er weiß, dass er nichts weiß,
    wie alle andern auch nichts wissen,
    nur weiß er was die anderen
    und er noch lernen müssen.

    Wer in sich fremde Ufer spürt,
    und Mut hat sich zu recken,
    der wird allmählich ungestört,
    von Furcht sich selbst entdecken.

    Abwärts zu den Gipfeln
    seiner selbst blickt er hinauf,
    den Kampf mit seiner Unterwelt,
    nimmt er gelassen auf.

    Wer Schmetterlinge lachen hört,
    der weiß wie Wolken schmecken,
    der wird im Mondschein,
    ungestört von Furcht,
    die Nacht entdecken.

    Der mit sich selbst in Frieden lebt,
    der wird genauso sterben,
    und ist selbst dann lebendiger,
    als alle seine Erben.
    Novalis
     
  5. Tucholsky

    Tucholsky Guest



    Kabîr

    Kabîr, der ein einfacher Weber war, gilt in Indien als einer der größten Dichter. In Indien ist er vielleicht der meist zitierte Autor zusammen mit Tulsidas. Obwohl Kabîr fast alle in Indien existierenden Sekten kritisierte, wird er gerade mit Respekt von orthodoxen Autoren erwähnt. Nabhajî schreibt um 1585 in seinem Bhaktamal : "Kabîr weigerte sich nicht nur Kastenunterscheidungen und die Autorität der sechs Hindu Schulen der Philosophie anzuerkennen, er legte auch keinen Wert auf die vier Stadien des Lebens, wie sie für Brahmanen vorgeschrieben sind. Er hielt Religion ohne Liebe für keine Religion und Asketentum, Fasten und Almosen geben für schlecht und wertlos, wenn es nicht begleitet ist von Ergebenheit. Durch ramainis, sabdisand und sakhis gab er den Hindus dasselbe wie den Turks. Er zeigte keine Parteilichkeit zu beiden, doch gab er seine Lehre an Alle. Er sprach mit Entschlossenheit und versuchte niemals der Welt zu gefallen.



    Ich zitiere nicht aus den Schriften; Ich sehe einfach was ich sehe.

    Der Pfad der Ergebenheit windet sich auf heikle Weise.
    Es gibt auf diesem Pfad weder Fragen, noch keine Fragen.
    Das Ego verschwindet einfach in dem Moment, wo Du ihn berührst.
    Die Freude ihn ansehen zu dürfen ist so unermesslich, dass Du eintauchst und herum schwimmst, wie ein Fisch im Wasser.
    Falls jemand einen Kopf braucht, ein Liebender wird gerne aufspringen und Dir seinen anbieten.
    Kabîr's Gedichte berühren die Geheimnisse dieser Ergebenheit.

    Oh Mann, wenn Du nicht Deinen eigenen Herrn kennst, worauf bist Du so stolz?
    Leg Deine Klugheit beiseite: bloße Worte werden Dich nie mit Ihm vereinigen.
    Bertrüge Dich nicht selbst mit dem, was die Schriften bezeugen:
    Liebe ist etwas anderes als sie, und der, der sie wahrhaft gesucht hat, hat sie auch gefunden.

    Kabîr, die Laute ist verklungen, all die Saiten sind zerrissen.
    Was macht die arme Laute, wenn der Spieler fort?
    Vom Waldbrand versengt steht laut schreiend der Baum:
    Ich will nicht in des Schmiedes Hände, dass er verbrennt mich ein zweites Mal!
    Kabîr, das Liebste ist dürr, verachte das Grün am Teiche:
    Auf ein einzelnes lebendes Sein kommen viele tausend Jäger, wie oft wird es den Pfeilen entkommen?
    Der Mensch ist nur eine Puppe aus fünf Elementen, der man einen menschlichen Namen gab ...
    Doch sind wir nur Gäste für vier Tage, und trotzdem wollen wir große Zimmer!

    'Ohne Form und ohne Maß, ohne Leib, nichts Irdisches,
    im Mandala des Himmels Mitte ist ewig Er die Nicht-Gestalt.
    Mein Herr der Eine, Einzige, keinen Zweiten findet es.
    Wer sagt, dass er ist mehr als Eins, dessen Eltern waren alt.
    Kabîr sagt: "Ich ehre Gott-Sein, kenn' auch die Gottlos-Wesenheit,
    doch jenseits allem Sein und Nicht-Sein, dort ist meine Aufmerksamkeit!"

    Ein Tropfen verschmilzt mit dem Meer. Jeder kann es sehen.
    Aber ein Meer, von einem Tropfen aufgesaugt - nur Wenige können dem folgen!

    O Mann! Was hast Du erlangt, wenn Du den Puranas zuhörtest?
    Du nahmst nicht an der Andacht teil, noch speistest Du die Hungrigen.
    Du hast Lust oder Zorn nicht aufgeben, hast Dich nicht freigemacht von Habgier, Du 'Gott'!
    Du hast nie aufgehört andere zu Verleumden und all Deine Anbetung geht In Nichtigkeiten auf.
    Durch Straßenraub und Einbrüche machst Du dich satt, Du, Sünder -
    und Du fällst in diese Unkenntnis, die Dich sogar in der nächsten Welt unbeliebt macht.
    Gewalt verließ nie Dein Herz; mit lebendigen Wesen hattest Du kein Mitleid:
    Paramanand sagt: Du suchtest nie die heiligen Seelen noch sprachst Du über das Heilige.
    Du suchst und suchst, mein Freund, aber Kabîr ist verschwunden:
    Der Tropfen ist verschmolzen im Ozean, wie kann er gefunden werden?
    Du suchst und suchst, mein Freund, aber Kabîr ist verschwunden:
    Der Ozean ist verschmolzen im Tropfen, wie kann er gefunden werden?

    Wenn Du weißt, dass Du am Leben bist, dann finde das Wesentliche des Lebens.
    Das Leben gehört zu der Sorte von Besuchern, die Du nicht zweimal triffst.

    Warum herum laufen und Wasser anbieten? In jedem Haus ist ein Meer.
    Wenn irgendjemand durstig ist, er wird trinken, auf Biegen oder Brechen.

    Wissen vor Dir, hinter Dir, Wissen rechts und links von Dir.
    Das Wissen jenseits des Wissens, ist mein erkanntes Wissen.

    Das Eine betritt das Gesamte. Das Gesamte betritt jenes.
    Kabîr betritt die Erkenntnis. Nicht die polare Welt.

    Dein Herr ist in Deinem Inneren, wie der Duft in den Blumen.
    Warum suchst Du wie ein Moschustier nach Moschus im Gras wieder und immer wieder?

    Niedergeschlagen sind mein Körper und mein Verstand weil Du nicht bei mir bist.
    Wie sehr ich Dich doch liebe und wünschte Dich in meinem Haus!
    Wenn ich höre, dass die Leute mich Deine Braut nennen, blicke ich verschämt zu Seite,
    weil ich weiß, dass wir uns tief im Inneren nie wirklich getroffen haben. Was aber ist dann meine Liebe zu Dir?
    Ich mache mir eigentlich keine Sorgen, dass ich zu Essen habe, Ich mache mir auch keine Sorgen, dass ich schlafen kann.
    Ich bin draußen wie drinnen ruhelos. Die Braut ersehnt sich ihren Geliebten so sehr, wie ein Durstiger das Wasser ersehnt.
    Wie werde ich jemand finden, der ihm eine Nachricht überbringt?
    Wie ruhelos Kabîr dauernd ist! Wie sehr möchte er doch den Gast sehen!

    In meinem Körper ist ein Mond, aber sehen kann ich ihn nicht! Ein Mond und eine Sonne.
    Eine Trommel schlägt, von keiner Hand berührt, aber hören kann ich sie nicht!
    Solange der Mensch sich darüber sorgt, dass er stirbt und was er besitzt, das seines ist, sind alle seine Mühen umsonst.
    Wenn der Stolz des Ich's gestorben, samt dem was es besitzt, ist des Lehrers Arbeit zu Ende.
    Der Zweck der Arbeit ist zu lernen; wenn Du erkannt hast, ist die Arbeit getan.
    Die Apfelblüte hat ihr Sein um die Frucht zu schaffen; wenn sie da ist, fällt das Blütenblatt.
    Der Moschus ist im Hirsch, aber der Hirsch beachtet es nicht: er wandert umher, um Gras zu suchen.

    Mein lieber Freund, schau aus nach dem Fremden, solange Du noch lebst.
    Such die Erfahrung, solange Du noch lebst. Denke nach und verstehe, solange Du noch lebst.
    Wenn Du dich nicht befreist, solange Du noch lebst, denkst Du Geister werden es danach tun für Dich?
    Der Glaube, dass die Seele sich mit dem Göttlichen vereinigen wird, weil der Körper verfault ist, ist reine Phantasie.
    Was zu finden ist, ist auch jetzt zu finden. Wenn Du jetzt nichts findest, wirst Du schlicht enden in einer Wohnung in der Stadt des Todes.
    Wenn Du jetzt deine Liebe dem Heiligen gibst, wirst Du im nächsten Leben zufriedenen ausschauen.
    Also, tauche ein in die Wahrheit, finde den Lehrer, suche den Klang, der nie vergeht.
    Kabîr sagt dies: Wenn nach dem Fremden gesucht wird, ist es die Intensität der Sehnsucht nach dem Fremden, die die ganze Arbeit macht.
    Sieh mich an und Du wirst einen Sklaven dieser Intensität sehen.

    Wenn Du einen Heiligen triffst, spreche mit ihm und höre ihm zu.
    Triffst Du eine unheilige Person, bleibe einfach still.
    O Vater, wenn ich spreche, welche Wörter sollte ich äußern?
    Spreche solche Wörter, durch die Du wenn Du sie aufsaugst, beim Herrn bleiben kannst.
    Durch Sprechen mit Heiligen wird man großzügig.
    Mit einem Dummkopf zu sprechen ist sinnloses Plappern.
    Durch Sprechen und nur Sprechen nimmt die Korruption nur zu.
    Wenn ich nicht spreche, was kann der arme Teufel tun?
    Kabir sagt: "Ein leerer Krug macht ein Geräusch,
    aber einer, der voll ist, macht keines."

    Suchst du mich?
    Ich sitze neben dir. Meine Schulter an deiner.
    Du wirst mich nicht in den Stupas, nicht in einem indischen Tempel,
    noch in Synagogen, noch in Kathedralen finden.
    Nicht in den Massen, nicht in Kirtans,
    nicht in Beinwickeln um deinen eigenen Hals
    und nicht durch das Essen von nichts anderem als Gemüse.
    Wenn du mich wirklich suchst, dann kannst du mich immer sehen –
    du findest mich in dem kleinsten Haus der Zeit.
    Kabîr sagt: Student, sag mir, was ist Gott?
    Er ist der Atem innerhalb des Atems.

    Ich lache, wenn Ich höre, dass der Fisch im Wasser durstig ist.
    Du begreifst nicht die Tatsache, dass das Lebendigste von Allem in Deinem eigenen Hause ist;
    und so wanderst Du mit verwirrtem Blick von einer heiligen Stadt zur nächsten!
    Kabîr möchte Dir die Wahrheit sagen: Wohin auch immer Du gehst, nach Kalkutta oder Tibet;
    solange Du nicht weißt, wo Deine Seele verborgen ist, wird die Welt für Dich niemals wirklich sein!

    Es gibt ein Land das nicht von Zweifel noch von Trauer regiert wird: Wo es den Terror des Todes nicht mehr gibt.
    In dem die Frühlingswälder erblühen, und der duftenden Geruch 'Er ist Ich' auf dem Wind geboren ist.
    In dem die Biene des Herzens tief versenkt ist, und keine andere Freude verlangt.

    Oh Bruder! Als ich vergesslich war, zeigte mir mein wahrer Lehrer den Weg.
    Ich ließ alle Riten und Feierlichkeiten hinter mir und badete nicht mehr im heiligen Wasser.
    Ich lernte, dass ich allein es war, der wahnsinnig und verrückt war,
    die ganze Welt um mich herum aber vernünftig und gesund
    und ich diese weisen Menschen nur gestört hatte.
    Von da an wusste ich, dass ich mich nicht mehr im Nebel der Ehrerbietung und Verbeugung zu wälzen brauchte:
    Ich läutete die Glocke im Tempel nicht mehr,
    ich setzte kein Götzenbild mehr auf den Thron,
    ich verehrte das Götzenbild nicht mehr mit Blumen.
    Es ist nicht die einfache Lebensweise, die das Fleisch kasteit, um den Herrn zu erfreuen.
    Wenn du deine Kleider ablegst und deine Sinne abtötest, wirst du den Herrn nicht erfreuen.
    Der Mensch, der gütig und freundlich ist, der Rechtschaffenheit praktiziert,
    der passiv bleibt inmitten der weltlichen Angelegenheiten,
    der alle Kreaturen der Erde als sein eigenes Selbst ansieht,
    der erlangt das unsterbliche Sein und der wahre Gott ist immer mit ihm.
    Kabîr sagt: "Der erlangt den wahren Namen, dessen Worte rein sind und der frei ist von Stolz und Dünkel.

    Tod nach Tod, die Welt stirbt, aber niemand weiß wie man stirbt:
    Der Diener Kabîr ist so einen Tod gestorben, dass er nie wieder sterben muss.
    Wenn der Heilige stirbt, warum weinst Du dann? Er geht nach hause ...
    Trauere über den elenden Sakta, der von einem Markt zu anderen verkauft wird!
    Ich sehne mich nach dem Tod, aber wenn ich sterbe, möge es sein vor der Tür von Ram.
    Und ich hoffe Hari fragt nicht, 'Wer ist das, der gegen meine Tür gefallen ist?

    Was es zu Sagen gibt durch das Reden, das führt zum Verschleiern der Wahrheit. Zuviel Reden führt zu Chaos.
    Nur – wie diskutiert man ohne Reden?
    Wenn du musst, dann rede mit Heiligen, mit Teufeln ist es besser den Mund zu halten.
    Es ist ein Segen mit dem Weisen zu reden, mit Dummen zu reden ist verschwendete Zeit.
    Kabîr sagt: "Das halb Gefüllte ist ewig in Bewegung. Der Erfüllte zieht es vor, still zu sein.

    Wenn Du einen Heiligen triffst, spreche mit ihm und höre ihm zu.
    Triffst Du eine unheilige Person, bleibe einfach still.
    O Vater, wenn ich spreche, welche Wörter sollte ich äußern?
    Spreche solche Wörter, durch die Du, wenn Du sie aufsaugst, beim Herrn bleiben kannst.
    Durch Sprechen mit Heiligen wird man großzügig.
    Mit einem Dummkopf zu sprechen ist sinnloses Plappern.
    Durch Sprechen und nur Sprechen nimmt die Korruption nur zu.
    Wenn ich nicht spreche, was kann der arme Teufel tun?
    Kabir sagt: "Ein leerer Krug macht ein Geräusch,
    aber einer, der voll ist, macht keines."

    Es ist nichts als Wasser in den heiligen Becken, ich weiß es, ich bin in ihnen geschwommen.
    Alle die Götter-Skulpturen aus Holz und Elfenbein sagen kein Wort, ich weiß es, ich habe sie angeschrieen.
    Die heiligen Bücher aus dem Osten sind nichts als Worte, ich habe sie alle an einem Tag durchblättert.
    Das, wovon Kabîr spricht, ist nur das, was er durchlebt hat. Wenn Du irgendetwas nicht durchlebt hast, ist es nicht wahr.

    Sie will die Illusionen der Macht wissen, die Schlägerin machtvoll will sie uns sein.
    Ihre Hände sind wie das Netz einer Falle, Ihre sprechende Stimme ist lieb und rein.
    Für Kesava den Erhalter ist sie Fülle des Alls, für Gott Shiva die Göttin der Welten.
    Für Priester Idol der Verehrung im Geist, Heiliges Wasser ist sie Pilgern am Ganges.
    Für Yogis ein Partner im Geiste ist sie und Königin ist sie in Königs-Palästen.
    Für Einige ist sie ein Diamant unbezahlbar, für Einige hat sie gar keinen Wert.
    Für Anhänger ist sie die Hingabe selbst, Brahma hat sie zur Gemahlin erwählt.
    Kabîr sagt: "Höre, Oh Schüler des Übens, diese Geschichte ist noch nicht erzählt".

    Ein spiritueller Athlet wechselt gerne die Farben seiner Kleider, aber sein Verstand bleibt grau und lieblos.
    Er sitzt den ganzen Tag in einem Altar-Raum so daß ein Besucher nach draußen gehen muss um dort die Berge zu loben.
    Oder er bohrt Löcher in seine Ohren, sein Bart wächst gewaltig als Matte, so dass manche Leute ihn schon mit einer Ziege verwechseln.
    Er geht hinaus in die einsame Wildnis, unterdrückt seine Triebe und will weder Mann noch Frau sein...
    Er rasiert seinen Schädel, legt sein Gewand in einen orangenen Bottich, liest die Bhagavad-Gita, und wird ein ungeheurer Erzähler.
    Kabîr sagt: "Falls Du gerade in einem Leichenwagen in das Land des Todes fährst, halte bloß Deine Hände und Füße still."



    Übertragungen ins Deutsche by 'T.'

    Literatur:
    Charlotte Vaudeville, A Weaver Named Kabîr, Oxford University Press, 1993, ISBN 0 19 563933 2 (English)
    Kabîr Sahab ka bîjak, ed. by Hamsdas Shastri and Mahabir Prasad, Kabîr Granth Prakashan Samiti, 1950, Barabanki
    Linda Hess, Shukdeo Singh, The Bîjak of Kabîr, 2002, ISBN 0 19 514876 2 (English)
    Songs of Kabîr, translated by RabindranathTagore, 1915, New York, The MacMillan Company, (English)
    Songs of Kabîr, translated by RabindranathTagore, Red Wheel/Weiser, Boston, 2002. ISBN 1-57863-249-8 (English)
    Santiniketana, Kabîr by Sri Kshitimohan Sen, 4 parts, 1910-191, Brahmcharyasrama, Bolpur
    Kabir, Im Garten der Gottesliebe, 2005, Kristkeitz, Übersetzung der 'Songs of Kabir' von Rabindranath Tagore, ins Deutsche übertragen von Gunther Wolf, ISBN 3932337174
    Die Lieder des Kabir, Bengali Übersetzung aus dem Hindi von Kshiti Mohan Sen, Englische Übersetzung von Rabindranath Tagore, Asssistiert von Evelyn Underhill. Credit für die Englische Übersetzung von Ajit Kumar Chakravarty. Die Referenzen in den Liedern: Santiniketana, Kabîr by Sri Kshitimohan Sen, 4 parts, Brahmacharyasrama, Bolpur 1910-1911. Deutsche Übersetzung Volker Doormann, nur online als: www.doormann.org/Kabirlieder.pdf


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    T.


     
  6. Tucholsky

    Tucholsky Guest

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    Kabîr Shaloks


    O Kabîr, es gibt einen Weg heraus aus dieser Welt der Täuschung:
    Erkenne die Seele, was es auch kostet.

    Sterben, sterben, nur die Welt stirbt. Aber Nein!
    Niemand weiß, wie man stirbt in einer Weise, auf das er niemals wieder sterben muß.

    Kabîr sagt: "Es gibt zehn Avatare und viele Götter und Göttinnen, die in die Welt kamen,
    doch sie sind ohne jeden Nutzen für euch, denn auf ihren Köpfen wächst Wassergras."

    Mensch, das ist Dein Wert: Dein Fleisch ist nicht zu gebrauchen!
    Deine Knochen können nicht verkauft werden um daraus Ornamente zu machen und Deine Haut kann nicht auf einem Instrument gespielt werden.

    Womit kann man die Welt vergleichen? Mit einer Schafsherde:
    Eines fällt in den Graben, der Rest hinterher.

    Ich bin weder Hindu noch Muslim!
    Ich bin dieser Körper, ein Schauspiel der fünf Elemente, ein Drama der tanzenden Seele mit Freude und Leid.

    Sich in Grenzen bewegen: Mensch. Sich ohne Grenzen bewegen: Heiliger.
    Sowohl die Grenzen als auch das Grenzenlose hinter sich lassen - unergründliche Gedanken...

    Wenn Du weißt, dass Du am Leben bist, dann finde das Wesentliche des Lebens.
    Das Leben gehört zu der Sorte von Besuchern, die Du nicht zweimal triffst.

    Warum herum laufen und Wasser anbieten? In jedem Haus ist ein Meer.
    Wenn irgendjemand durstig ist, er wird trinken, auf Biegen oder Brechen.

    Diskutiere nicht über Wissen und Prinzipien mit denen, die es nicht verstehen.
    Jene, die die Prinzipien und wahres Wissen verstehen, verweilen, um sie in sich aufzunehmen.

    Dein Herr ist in Deinem Inneren, wie der Duft in den Blumen.
    Warum suchst Du wie ein Moschustier nach Moschus im Gras wieder und immer wieder?

    Kabîr, Ich bin der Schlimmste von Allen. Jeder andere ist gut.
    Wer immer das versteht, ist mein Freund.

    Kabîr, töte nur das, das wenn es tot ist, Frieden bringt.
    Jeder wird Dich einen guten, einen sehr guten Menschen nennen und niemand wird denken, dass Du ein schlechter Mensch bist.

    Kabîr, der Sterbliche verliert sein Vertrauen dieser Welt zuliebe, aber letztlich wird die Welt nicht mit ihm gehen.
    Der Idiot schlägt seinen eigenen Fuß ab mit der Axt in seinen eigenen Händen.

    Weder der Guru ist echt noch der Schüler. Ein bloßes Spiel der Täuschung und Habgier.
    Wer das Meer im Steinboot zu durchqueren versucht, wird mit Sicherheit ertrinken!

    Kabîr, warum Weinen wenn ein Heiliger stirbt? Er geht nur zurück nach seinem Zuhause.
    Weine um den armen Teufel, den treulosen Zyniker, der von einem Laden zum anderen verkauft wird.

    Kabîr, der treulose Zyniker ist wie eine Knoblauch Zehe.
    Sogar wenn Du es in einer Ecke sitzend isst, ist es für jeden offenbar.

    Kabîr, die Göttin der Illusion Maya ist eine Diebin, die einbricht und den Laden plündert.
    Nur Kabîr wurde nicht geplündert; er hat sie in zwölf Teile geteilt.

    Kabîr, Frieden kommt nicht in diese Welt durch viele Freundschaften.
    Die, die ihr Bewusstsein auf den Einen Gott konzentrieren werden ewigen Frieden finden.

    Kabîr, sei nicht so stolz, wenn Du Deinen schönen Körper betrachtest.
    Heute oder Morgen wirst Du ihn zurück lassen, wie die Schlange ihre Schuppenhaut.

    Kabîr, lass mich Dich an dies erinnern. Sei nicht skeptisch oder zynisch.
    Die Freuden, die Dir Vergnügen machten in der Vergangenheit - jetzt musst Du ihre Früchte essen.

    Kabîr, die Tür zur Befreiung ist sehr eng, enger als die Breite eines Senf Korns.
    Dein Verstand ist größer als ein Elefant, wie soll der da durch?

    Kabîr, wenn Ich so einen wahren Lehrer treffe, der mich gnädig segnet mit dem Geschenk,
    dann wird sich mir die Tür zur Befreiung weit öffnen, und ich werde leicht hindurch kommen.

    Kabîr, Ich habe keine Hütte, kein Loch, kein Haus oder Dorf.
    Ich hoffe, dass der Herr nicht danach fragt, wer Ich bin. Ich habe keinen sozialen Status oder Namen.

    Kabîr, Ich sehne mich zu sterben; lass mich sterben an der Tür des Herrn.
    Ich hoffe dass der der Herr nicht fragt, "Wer ist das, der vor meiner Tür liegt?"

    Kabîr, wir sind Puppen aus Lehm, aber wir beanspruchen den Namen der Menschheit.
    Wir sind hier nur Besucher für ein paar Tage, aber wir beanspruchen so viel Raum.

    Kabîr, lebe mit den heiligen Menschen, die Dich letztlich mit ins Nirvana nehmen.
    Lebe nicht mit den treulosen Zynikern, sie führen Dich zum Ruin.

    Kabîr, der reine Tropfen Wasser fällt vom Himmel und verbindet sich mit dem Staub.
    Millionen schlauer Leute mögen es versuchen, aber sie werden scheitern - es kann nicht wieder getrennt werden.

    Kabîr, ich war auf einer Pilgerreise nach Mekka und Gott traf mich auf dem Weg.
    Er schalt mit mir und fragte: "Wer hat dir erzählt, dass ich nur dort bin?"

    Kabîr, Ich ging nach Mekka - wie viele Male , Kabîr? Oh Herr, was ist mein Problem?
    Du hast zu mir nicht mit Deinem Munde geredet.

    Kabîr, die Erde gehört zu dem Heiligen, aber sie ist in Besitz genommen durch Diebe.
    Sie sind keine Last für die Erde, sie empfangen ihre Wohltaten.

    Kabîr, der Reis wird mit dem Schlegel geschlagen, um ihn von der Hülse zu befreien.
    Wenn Menschen in böser Gesellschaft leben, ruft der gerechte Richter des Dharma sie zur Abrechnung.

    Triochan sagt, 'Oh Naam Dayr, Maya hat Dich verführt mein Freund.'
    Warum drückst Du Muster auf diese Blätter und konzentrierst Dein Bewusstsein nicht auf den Herrn?

    Kabîr, Oh Dualität, Du bist mächtig und stark auf der Erde und im Himmel.
    Die sechs Shaastras und die 84 Siddhas sind verschanzt hinter Skeptizismus.

    Kabîr, nichts ist meins im Inneren meines Selbst. Was immer dort ist, es ist Dein Oh Herr.
    Wenn ich das an Dich übergebe, was schon Deins ist, was kostet es mich?

    Kabîr, wiederhole, "Du, Du", Ich bin geworden, wie Du. Nichts von mir verbleibt in meinem Selbst.
    Wenn der Unterschied zwischen meinem Selbst und anderen entfernt ist, dann - wohin ich auch schaue, sehe ich nur Dich.

    Kabîr, ich wurde stumm, wahnsinnig und taub.
    Ich bin verkrüppelt - der wahre Lehrer hat mich mit seinem Pfeil durchbohrt.

    Kabîr, der reine Tropfen Wasser fällt vom Himmel auf den schmutzigen Boden.
    Das musst Du anerkennen, dass ohne das Sangat, die heilige Ansammlung es sich in verbrannte Asche verwandelt.

    Kabîr, sie unterdrücken lebende Wesen und töten sie und nennen es angemessen.
    Wenn der Herr für ihre Abrechnung ruft, wie wird ihr Zustand sein?

    Kabîr, es ist Tyrannei Gewalt zu verwenden, der Herr wird Dich zur Abrechnung rufen.
    Wenn Deine Abrechnung ausgerufen wird, Dein Gesicht und Dein Mund geschlagen werden.

    Kabîr, jene die das Böse denken, und falsche Hoffnung hegen - keine ihrer
    Wünsche werden sich erfüllen; sie werden in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung vergehen.

    Kabîr, es ist leicht Deine Rechnung auszugleichen, wenn Dein Herz rein ist.
    Im wahren Gericht des Herrn wird Dich niemand festnehmen.

    Kabîr, jene, die das Böse denken - keine ihrer Wünsche werden sich erfüllen;
    sie werden in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung vergehen.

    Kabîr, wer auch immer in Erinnerung des Herrn meditiert, er allein ist glücklich in dieser Welt.
    Jemand, der geschützt und gerettet ist durch den Schöpfer, wird niemals zaudern, hier oder in künftigen Leben.

    Kabîr, ich wurde zerquetscht wie Sesam Samen in einer Ölpresse, aber ein Lehrer rettete mich.
    Meine vorgefügte wesentliche Bestimmung ist nun offenbar geworden.

    Kabîr, meine Tage sind vorüber, und ich habe meine Zahlungen zurückgestellt, das Interesse an meinem Konto nimmt zu.
    Ich habe nicht über den Herrn meditiert und mein Konto ist stets schwebend. Nun ist der Moment meines Todes gekommen.

    Kabîr, der Sterbliche ist ein kläffender Hund, der einem Kadaver nachjagt.
    Durch die Gunst guten Karmas habe ich den wahren Lehrer gefunden, der mich gerettet hat.

    Mit Deinen Händen und Füßen mache alle Deine Arbeit,
    aber lasse Dein Verbleiben mit dem makellosen Herrn.

    Kabîr, niemand gehört mir und ich gehöre zu niemand Anderem.
    Der Eine, der die Schöpfung schuf, in Ihm werde ich aufgenommen werden.

    Kabîr, das Mehl ist in den Matsch gefallen; nichts ist in meine Hände gefallen.
    Das, das gegessen wurde, während es der Boden war, das allein ist von Bedeutung.

    Kabîr, Macht auszuüben ist Tyrannei, auch wenn Du es legal nennst.
    Wenn Deine Abrechnung aufgerufen wird für das Gericht des Herrn, wie werden dann Deine Umstände sein?

    Kabîr, das Essen aus Bohnen und Reis ist vortrefflich. Es ist abgeschmeckt mit Salz.
    Wer würde seine Kehle durchschneiden, um Fleisch zu seinem Brot zu haben?

    Kabîr, jemand ist bekannt, dass er berührt wurde durch den Lehrer, wenn seine emotionalen Bindungen und seine physischen Krankheiten ausgerottet sind.
    Er ist nicht verbrannt durch Freude oder Schmerz, und so wurde er der Herr selbst.

    Kabîr, es ist ein Unterschied, wie Du den Namen des Herrn "Raam" singst. Das ist etwas, das sorgfältig überlegt sein will.
    Jeder verwendet dasselbe Wort für den Sohn des Dasrath und für den wunderbaren Herrn.

    Kabîr, verwende das Wort "Raam" nur um vom alles durchdringenden Herrn zu sprechen. Du musst diese Unterscheidung treffen.
    Das eine "Raam" durchdringt alles, während das andere nur Ihn selbst enthält.

    Kabîr, in den Häusern, in welchen weder das Heilige noch der Herr geachtet sind, -
    diese Häuser sind Einäscherungsstätten; Dämonen wohnen in ihnen.

    Diskutiere nicht über Wissen und Prinzipien mit denen, die es nicht verstehen.
    Jene, die die Prinzipien und wahres Wissen verstehen, verweilen, um sie in sich aufzunehmen.

    Weder der Guru ist echt noch der Schüler. Ein bloßes Spiel der Täuschung und Habgier.
    Wer das Meer im Steinboot zu durchqueren versucht, wird mit Sicherheit ertrinken!

    O Kabîr, es gibt einen Weg heraus aus dieser Welt der Täuschung: Erkenne die Seele, was es auch kostet

    Oh Kabîr, folge dem schmalen Pfad in der Mitte. Das ist der einzige Weg den Ozean zu überqueren.
    Wenn du abweichst nach rechts oder links und auf einer Seite fällst, wirst du mit Sicherheit ertrinken!

    Wenn die Braut und ihr Lover Eins sind, wer sorgt sich um die Hochzeitsfeier?

    Die einzige erwachte Frau ist die Frau, welche die Flöte gehört hat.


    Übertragung ins Deutsche & © by 'T'.


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    T.


     
  7. Tucholsky

    Tucholsky Guest



    Kabîr

    Alle sind als Menschen geboren und jeder weiß das. Die Betrüger haben die Menschen geteilt in Hohe und Niedrige.

    Gerade wie der Ochse des Ölmannes, obwohl er nahe am Haus ist, denkt, dass es weit ist, in der gleichen Weise ist es nutzlos, wenn jemand Yogaübungen vervollkommnet hat, aber es verfehlt die Wünsche des Verstandes zu erreichen.

    Aus Angst vor dem Hohn der anderen gibt sich der Mensch in der Öffentlichkeit dem Baden in der Dämmerung hin, schmiert Asche auf seine Stirn, ohne sich Gedanken darüber zu machen und wahre Wichtigkeit der Selbstzerkenntnis zu verstehen, dass Gott in ihm wohnt.

    Wie ein Papagei, der eine Semira Knospe schmeckt, und an in seiner faserartigen Struktur festhält, besucht ein unwissender Mensch nur zur Schau heilige Plätze, und macht seine Verehrungen im Tempel ohne irgendwelche Resultate.

    Zu der Zeit ihres Todes, singen Hindus den Namen von Rama, und Moslems den von Khuda, aber keiner von ihnen erinnert Gottes Namen während ihrer Lebenszeit.

    Kabir meint, dass in den Sippen und ihre Konfession Menschen in Kasten teilen, das Streit anregt. Besser als der Brahmane ist ein Esel, der nützlichen Dienst für den Menschen macht, ein Hund ist besser als ein Geborener aus einer niederen Kaste um das Haus zu schützen, ein Hahn ist besser als ein Mullah, der einen Mann von seinem Schlaf aufweckt.

    Der Mensch sollte eitlen Klatsch meiden, da es nutzlos ist und sich engagieren in guten Taten, die ihn führen, um das Ziel zu erreichen.

    Hindus und Moslems kämpfen im Namen Rama und Rahim zur Zerstörung. Aber keiner von ihnen versteht die Tatsache, dass der Allmächtige eins ist.

    Es ist lohnend eine Verehrung an die Steinidolen im Tempel anzubieten (anstelle von Gott im Inneren) wie das die Hindus tun, oder Zuflucht zu suchen (ohne Gott) für das Erreichen der Rettung, wie das die Moslems tun. Gott, der im Herzen jedes Seins wohnt, ist der eine, dessen Schutz gesucht werden muss.

    Das gelernte Wissen des Menschen ist ohne Nutzen für ihn, wenn er keine Kontrolle über seine Zunge hat.
    Wegen seiner Äußerungen wird er andere verletzten und verursacht den Verlust des Friedens im Verstand.

    Gerade wie das Weben des Webers Faden für Faden das Ende näher bringt, ebenso können wir nicht vom Tod weglaufen, weil Tod uns Schritt für Schritt führt.

    Der allmächtige Gott, der aufmerksam in jedem Individuum sitzt, leitet die Tätigkeiten des Menschen entsprechend seines allmächtigen Willens.

    Gott ist die Quelle aller Kreationen des Universums in der selben Weise wie der Samen, der die Blätter, die Zweige und die Früchte hält.

    Gott existiert im Herzen eines Jeden, wie der Pupille im Auge. Aber Unwissenheit veranlasst den Menschen, ihn in der Ferne zu suchen.

    Der König, der Bettler und der Heilige erfahren alle Bedrängnis und Sorge. Glücklich und zufrieden ist der, der seinen Verstand kontrolliert.

    Der 'Vogel des Verstandes' fliegt hier und dort um weltliches Vergnügen zu schmecken, solange der 'Falke der Erkenntnis' es nicht übernimmt.

    Es gibt wenige Leute, die durch die Anmut des Allmächtigen dem Stoßen und Ziehen der materiellen Freuden oder der Sinneslust entkommen.

    Jemand, der es vermeidet, seine Augen auf jede mögliche Frau zu werfen und sie für seine Schwester oder Mutter hält, wird nicht durch Tod verschlungen.

    Anhängsel, wie eine versuchende Frau, bezaubert sogar den weisen Mann; wenn sie fortgetrieben ist, schlägt sie zurück, wieder und wieder.


    Übertragung ins Deutsche & © by 'T'.


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    T.


     
  8. Dorlis

    Dorlis Mitglied

    Registriert seit:
    30. Dezember 2006
    Beiträge:
    907
    Ort:
    Bayern
    Manche Menschen in Unwissenheit sagen: "Ich GEBE mir Mühe".

    Ich sage: Ich GEBE dir Dank,lieber T.

    Für alles , eben ALL- ES

    :blume:

    Liebevolle Grüsse

    Dorlis​
     
  9. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Liebe Dorlis,

    ich sage Dir ein Geheimnis, wenn Du es nicht schon selbst weißt: Ohne Dich und das was Du gibst, könnte ich es nicht leisten.

    Alles Liebe für Dich.

    :blume:

    T.
     
  10. Dorlis

    Dorlis Mitglied

    Registriert seit:
    30. Dezember 2006
    Beiträge:
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    Bayern
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    Nein, SO "wusste" es ich es nicht,lieber T. Nun liebe ich - ES zu wissen.


    Ein grosses Gefühl, keine Emotion !
    Keine Zelle verschweigt mir
    den Tanzimglück,
    der der Seele entspringt.
    Glückseligkeit.
    Embodiment of Love.
    Großes
    DU.


    Torlis S.

    :blume:

     
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