1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im grössten und ältesten Esoterik-Forum!
    Hier findest Du alles zu Astrologie, Lenormand und Tarot, Karten legen, Feng-Shui, Traumdeutung, Religion und Spiritualität, Engel, Familien-Aufstellung, Gesundheit, Reiki
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Passivität und Antriebslosigkeit

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Alice94, 6. September 2011.

  1. Alice94

    Alice94 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. März 2010
    Beiträge:
    3.103
    Werbung:
    Hallo!

    Ich möchte mit diesem Beitrag die Frage nach dem Ursprung von Passivität und Antriebslosigkeit stellen. Dazu habe ich auch von einer eigenen Erfahrung zu berichten: Gestern führte ich mit einer Freundin ein Gespräch, in welchem es um ihren gehemmten Antrieb und ihre Tendenz zur passiven Haltung ging. Sie schilderte mir, dass sie innerlich durchaus bestrebt sei, das Abitur erfolgreich zu absolvieren. Dennoch könne sie sich nachmittags kaum dazu motivieren, ihre Hausaufgaben akkurat und vollständig anzufertigen. Sie habe bereits mehrere Einträge wegen ihrer mangelhaften Zuverlässigkeit hinsichtlich der schriftlichen Hausaufgaben. Sie fragte mich, wo die Ursache jener Blockaden liegen könne.

    Es ist schon paradox, dass eine Person zwar den Wunsch äußert, schulisch erfolgreich sein zu wollen, aber gleichzeitig nur wenig Engagement zeigt, um dieses Ziel auch konsequent zu erreichen. Menschen, die sich mit der Komplexität der menschlichen Psyche und mit ihren vielgestaltigen Mechanismen nicht auseinandergesetzt haben, würden meine Freundin vermutlich einzig nach ihrem Verhalten bewerten und ihre Aussagen über den vorgeblichen Leistungswillen als Ausrede einstufen. Während ihrer Erzählung wirkte sie auf mich jedoch aufrichtig und ehrlich, weshalb ich ihr die prinzipielle Leistungsbereitschaft durchaus glaube. Trotzdem realisiert sie diese nicht. In ihrem Inneren müssen also Bindungskräfte aktiv sein, die sie von ihren eigentlichen Plänen und Vorhaben abhalten. Welcher Natur könnten diese unbewussten Mächte sein?

    Ich kenne dieses Freundin und ihre Familie schon relativ lange. Des Öfteren war ich dort auch zu Besuch und konnte den dortigen Umgang untereinander beobachten. Mir fiel auf, dass meine Freundin im familiären Leben nur ausgesprochen wenig gefordert wird. Aus meiner Sicht wird sie in allen Lebensaspekten immerzu verwöhnt, so dass sie niemals die Erfahrung machte, selbst für sich und ihr Leben Verantwortung zu übernehmen und die Initiative zu ergreifen. Sie fühlt sich wohl im Zentrum der elterlichen Aufmerksamkeit und in der ultimativen Verwöhnung. Ein Ausbruch aus dieser Position ist ihr zuwider, weil das erstens eigene Anstrenung, zweitens eine Änderng der Gewohnheiten und drittens eine Abschiednahme und Trauerarbeit bedeutet, denn die Tatsache, dass sich die glückselige Kinderzeit auch psychisch irgendwann einmal dem Ende zuneigt, stimmt diejenigen, welche zu viel Liebe und Zuwendung bekamen, oftmals traurig. Vor diesen Emotionen aber auch vor der neuen Erfahrung der eigenen Selbstständigkeit scheut sie sich.

    Ich glaube aber nicht, dass dies die alleinige Ursache für eine Passivität und Antriebslosigkeit ist. Bei manchen kommt sicherlich ein ungenügendes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten hinzu, so dass sie eine Aktivität in ihrem Sinne nicht wagen oder auch Angst vor dem Versagen haben. Verfehlungen schmälern das Selbstwertgefühl, weshalb bereits der Versuch, erfolgreich zu sein, vom Selbstunsicheren vermieden wird. Sich nur außerordentlich gering achtende Menschen verspüren vielleicht auch nicht den Wert und die Animation, etwas für sich selbst zu tun.

    Es gibt Menschen, die in ihrer Kindheit an einen Elternteil, an ein elterliches Objekt, fixiert wurden mit Hilfe diverser emotionaler Bindungsmechanismen. Zu diesen können beispielsweise Schuld- und Angstgefühle gehören. Menschen, die in ihrer frühen Kindheit eine Autonomie nicht erleben durften, keine Bestätigung und Anerkennung für neu erlerntes Verhalten empfingen, sind später im Allgemeinen ängstlich und unsicher, wenn ihre Selbstständigkeit gefordert ist. Für sie ist diese Variante der Selbsterfahrung etwas vollkommen Neues, so dass es unbekannt und angstbesetzt ist.

    Aber auch verbal oder nonverbal vermittelte Schuldgefühle können einen Menschen von der inneren und äußeren Reifung und Entwicklung abhalten. Eine Mutter, die sich selbst allein und einsam fühlt, neigt vielleicht in erhöhtem Maße dazu, sich an ihr Kind zu klammern. Das sensible Kind spürt die Abhängigkeit von Seiten der Mutter und begreift, dass sie auf seine Nähe angewiesen ist, damit sie sich emotional wohlfühlt. Das Kind empfindet also Schuldgefühle, sobald es erste Schritte in die Selbstständigkeit - und damit weg von der Mutter - unternehmen möchte. Weil gerade die frühe Kindheit die psychischen Weichen stellt, werden auch noch Jugendliche oer biologisch erwachsene Menschen von emotionalen Bindungskräften dieser Art geplagt. Unbewusste Schuldgefühle, die sich auf eine tief verinnerlichte Mutter- oder Vaterfigur beziehen, blockieren also u. a. die schulisch-berufliche Entfaltung von Menschen.

    Manche Eltern behandelten ihre Kinder zu streng. In diesen Familien war ausschließlich Leistung relevant. Die Identität des Kindes ging unter, wurde missachtet. In diesem Falle resultiert aus dieser vernichtenden Erziehung vielleicht später ein Trotzverhalten gegenüber Schule und Arbeit. Die Betroffenen sperren sich dagegen, leistungswillig zu sein, weil sie unbewusst annehmen, sich somit den verinnerlichten Elternfiguren erneut unterzuordnen und die altbekannte Ohnmacht ihnen gegenüber wiederholt zu fühlen. Der Trotz durchbricht diese Unterwerfung und fühlt sich offenbar befreiend an.

    Zum Schluss fällt es wohl auch vernachlässigten Menschen schwer, sich zu disziplinieren und ihre Pflichten angemessen wahrzunehmen. Ihnen fehlte es in der Kindheit an Erziehung und Strukturgebung, so dass ihnen folglich auch in und nach der Adoleszenz die innere Orientierung und das Ordnung schaffende, seelische Gerüst fehlt.

    Wenn Euch noch etwas zum Thema einfällt, würde ich es gerne lesen.

    Viele Grüße

    Alice
     
  2. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. November 2006
    Beiträge:
    4.802
    Ort:
    welcome back :D
     
  3. Possibilities

    Possibilities Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Oktober 2010
    Beiträge:
    7.297
    Hallo,

    kann es nicht auch eine Reaktion auf Reizüberflutung sein?
    Oder Ausdruck eines Burnouts oder einer Depression?
    Ich gehe mal davon aus, dass es sich in diesem Fall nicht um eine durch Drogenmissbrauch oder ähnliches hervorgerufene Motivationslosigkeit handelt.

    Ganz allgemein hilft bei Antriebslosigkeit auch das "Antrainieren" von Ritualen bzw einer gewissen Routine.

    Berichte mal, wie' s weitergeht.

    Freundliche Grüße
     
    McCoy gefällt das.
  4. Garfield

    Garfield Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Dezember 2007
    Beiträge:
    9.781
    Da kann so viel dahinterstecken daß man hier noch dazu wo das ganze über dritte berichtet wird überhaupt nichts sagen kann.

    Die tieferliegenden psychologischen Mechanismen die da zugrunde liegen kann nur sie selbst aufdecken. Selbst wenn sie zB verwöhnt wird und nicht gefordert könnte es trotzdem sein daß sie unterschwelligen ihr Selbstwertgefühl sabotierenden Erziehungseinflüssen von ihren Eltern ausgesetzt war und ist.

    Dazu müsste man die psychologischen Dynamiken in der Familie ansehen.

    Evtl ist Abitur und Studium auch garnicht das was ihr wirklich liegt. Evtl ist sie, trotzdem sie für ein Abitur an sich intelligent genug ist viel mehr der praktische oder musische Typ der vor Büchern einfach versauert.

    Vieleicht hat sie einfach Depressionen, ist überfordert. Evtl fehlt ihr der gesunde Ausgleich.

    Möglicherweise ist sie wirklich eine verwöhnte Prinzessin auf der Erbse die alles von den Eltern nachgetragen haben will.


    Ich denke wir hier werden nicht rausfinden was da los ist.
     
  5. Oracion

    Oracion Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2011
    Beiträge:
    189
    Ort:
    76534 Lichtental
    Manche Menschen sind einfach dermaßen belehrungsresistent und uneinsichtig. Da kann man irgendwann einfach nichts mehr machen, wenn alle nutzbaren Mittel bereits ausgeschöpft wurden. Letztendlich hilft ein dauerhafter Ausschluss, aber entweder wird die Person Mittel und Wege finden doch wieder zu kommen; oder sich wo anders einnisten.

    Aus meiner Sicht steckt da ein eindeutiges psychisches Problem dahinter. Keine schlimme Krankheit, jedoch ein Problem der eigenen Persönlichkeit mit Sicherheit. Lösbar ist sowas nur, wenn die betroffene Person selbst (an)erkennt, wo ihr Problem liegt; und bereit ist daran zu arbeiten. Im Sinne der betroffenen Person selbst und auch allen weiteren Personen die automatisch dadurch mit-geschädigt werden.

    Als Tip was man selbst zur Besserung unternehmen kann, beispielsweise einen Job suchen der einen ausfüllt und zufrieden stellt. Leute kennen lernen, was mit Freunden unternehmen, einem Freizeitverein beitreten usw. Mit Sicherheit wird sich dadurch vieles im Leben positiv verändern. Man sieht ja eindeutig das bestehende Problem der Person und ich für meinen Teil werde das nicht weiter unterstützen.

    Lg Oracion.
     
  6. Alice94

    Alice94 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. März 2010
    Beiträge:
    3.103
    Werbung:
    Hab Dank für Deine kritischen Hinweise. Inwieweit die Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit von psychisch belasteten Menschen aufgrund von Abwehrmechanismen vernebelt wurde, ist eine entscheidende Frage. Ich vertrete nicht die Auffassung, dass jeder Mensch immer selbst am besten die Ursachen seiner neurotischen Verhaltensweisen erkennt. Denn gerade diese kausalen Zusammenhänge möchte er ja durch seine Verdrängungen, Rationalisierungen und Projektionen ignorieren. Auch gesteht man sich selbst nur ungern eigene Fehler und Inkompetenz ein. Gewiss fällt es dem passiven Menschen leichter zu glauben, er sei infolge von Vernachlässigung und emotionaler Kälte leistungsunfähig, anstatt zu bekennen, dass er statt dessen verwöhnt wurde und sich nun selbst narzisstisch und infantil ins Zentrum der Resonanz stellt. Es fällt immer leichter, die Verantwortung Anderen beizumessen.
     
  7. flimm

    flimm Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. August 2008
    Beiträge:
    12.709
    Hallo,

    wieso muss es gleich ein psychologisches Problem sein, es gibt Menschen die sind einfach Antriebsschwächer, produzieren zu wenig Energie oder sind, wie es schon erwähnt wurde reizüberflutet, das wiederum ja auch wieder hemmt. Da braucht man eben auch viel Zeit in sich zu verarbeiten (was die Energie im Inneren verbraucht) als nach außen zu agieren.

    Doch ich stelle die Frage trotzdem, ist es ein inneres Bedürfnis das Abitur zu machen?

    Menschen mit Antriebslosigkeit gibt es viele , sie sollten mit Bedacht auswählen für was sie Energie ausgeben.


    LG
    flimm
     
  8. Urajup

    Urajup Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. November 2004
    Beiträge:
    22.275
    Ort:
    Achtern Diek
    Schilddrüsenunterfunktion? Würde ich mal abchecken lassen. Bei dieser Diagnose leidet man unter Antriebslosigkeit, Passivität und Müdigkeit....

    LG
    Urajup
     
  9. Alice94

    Alice94 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. März 2010
    Beiträge:
    3.103
    Hey, gute Idee, danke.
     
  10. Urajup

    Urajup Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. November 2004
    Beiträge:
    22.275
    Ort:
    Achtern Diek
    Werbung:
    Bitte!:)

    LG
    Urajup
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen
  1. SilverFairy
    Antworten:
    3
    Aufrufe:
    424

Diese Seite empfehlen