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Nicht gesucht und doch gefunden...

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von paula marx, 19. August 2008.

  1. paula marx

    paula marx Guest

    Werbung:
    Volkstümliches aus dem Königreich Sachsen, auf der Thomasschule gesammelt von Oskar Dähnhardt


    Finster war's, der Mond schien helle
    Auf die grünbeschneite Flur,
    Als ein Wagen blitzesschnelle
    Langsam um die Ecke fuhr.

    Drinnen saßen stehend Leute
    Schweigend ins Gespräch vertieft,
    Als ein totgeschossner Hase
    auf dem Wasser Schlittschuh lief

    Und ein blondgelockter Knabe
    Mit kohlrabenschwarzem Haar
    Auf die grüne Bank sich setzte,
    Die gelb angestrichen war.

    Neben ihm 'ne alte Schrulle,
    zählte kaum erst sechzehn Jahr',
    in der Hand 'ne Butterstulle,
    die mit Schmalz bestrichen war.

    Droben auf dem Apfelbaume,
    der sehr süße Birnen trug,
    hing des Frühlings letzte Pflaume
    und an Nüssen noch genug.
     
  2. Urajup

    Urajup Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. November 2004
    Beiträge:
    22.274
    Ort:
    Achtern Diek
    Das Ideal

    Ja, das möchste:
    Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
    vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
    mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
    vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
    aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
    Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

    Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
    Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
    Radio, Zentralheizung, Vakuum,
    eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
    eine süße Frau voller Rasse und Verve -
    (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
    eine Bibliothek und drumherum
    Einsamkeit und Hummelgesumm.

    Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
    acht Autos, Motorrad - alles lenkste
    natürlich selber - das wär ja gelacht!
    Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

    Ja, und das hab ich ganz vergessen:
    Prima Küche - erstes Essen -
    alte Weine aus schönem Pokal -
    und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
    Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
    Und noch ne Million und noch ne Million.
    Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
    Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

    Ja, das möchste!

    Aber, wie das so ist hienieden:
    manchmal scheints so, als sei es beschieden
    nur pöapö, das irdische Glück.
    Immer fehlt dir irgendein Stück.
    Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
    hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
    hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
    bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

    Etwas ist immer.

    Tröste dich.

    Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
    Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
    Daß einer alles hat:
    das ist selten.

    Kurt Tucholsky 1927 (kein Sachse!);)





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  3. Karv

    Karv Mitglied

    Registriert seit:
    25. Juli 2008
    Beiträge:
    785
    Ort:
    Wien
    Mh, das kannte ich anders... mist... neu lernen... xD
     
  4. paula marx

    paula marx Guest

    Und wie lautet der Text, den Du kennst, Karv?
    Bin absolut nicht neugierig, nur verdammt gespannt :D
     
  5. Karv

    Karv Mitglied

    Registriert seit:
    25. Juli 2008
    Beiträge:
    785
    Ort:
    Wien
    Naja, mein Text is irgendwie so, wie wenns ein besoffener bei der 3. Strophe verhaut hätte... xD

    Finster wars
    der Mond schien helle
    Als ein Wagen blitzeschnelle
    Langsam um die runde Ecke fuhr

    Drinnen saßen stehend Leute
    Schweigend ins Gespräch vertieft
    Als ein totgeschossner Hase
    Auf der Sandbank Schlittschuh lief

    Auf dieser grünen Bank
    Die rot angestrichen war
    Saß ein blondgelockter Jüngling
    Mit rabenschwarzem Haar
     
  6. Eselsohr

    Eselsohr Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Juli 2008
    Beiträge:
    829
    Ort:
    Norddeutschland
    Werbung:
    Hallo Paula,


    doch gesucht! Danke Paula, das habe ich schon seit meiner Kindheit mal zu Ende hören wollen. Den Anfang nur einmal gehört und nie vergessen, und wie hat man sich für jedes „richtige“ Gedicht quälen müssen.

    Mach nur weiter so, Du trainierst immer gut meine Lachmuskeln, das tut gut.

    :banane::banane::banane::banane::banane::banane:
     
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