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Neptun, Poseidon, Sintflut, All-Liebe

Dieses Thema im Forum "Astrologie" wurde erstellt von Arnold, 5. Juli 2005.

  1. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

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    13. Januar 2005
    Beiträge:
    4.975
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    Kirchseeon/München
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    Liebe Foris,

    Dieser Beitrag stammt von Fritz Gehre, welchen ich als persönlichen Freund zu schätzen gelernt hatte. Fritz verstarb letzten Sommer im Alter von über 80 Jahren. Ich wünsche viel Anregung und Vertiefung!

    Arnold


    Neptun – Poseidon – Sintflut – All - Liebe.


    Das neptunisch Unfassbare.


    Erst 1845 wurde Neptun als Planet entdeckt, zu einer Zeit, als das Unbewusste im Menschen wissenschaftlich mit einbezogen wurde. Zugleich ist in diesem Jahre das Telefon erfunden worden: tele = das weit Entfernte, weist wie in de Worten Telepathie, Telekinese, Television auf die unfassbaren, die grenzenlosen, die sich auf der Beweisbarkeit entziehenden Merkmale Neptuns hin. Da wir Neptun nicht mehr mit bloßen Augen sehen, können wir von da aus schließen, dass er in den imaginativen Bereich unserer Vorstellungswelt hinein gehört, ein Bereich, der außerhalb des alles begrenzenden Saturn liegt!

    Symbolisch gehört Neptun zum Wasser und in der Genesis wird vom Geist Gottes gesprochen, der im Uranfang über den Wassern schwebte. Zugleich beinhaltet das Wasserelement die Reinigung, wie sie sich geistig in der Taufe, dem Neu-geboren-Werden zeigt. Wenn die Psychoanalyse im Wasser die unbewussten, urweiblichen Kräfte sieht, wird uns auch jene bedrohliche, zerstörerische Seite bewusst, wie sie jedem in der Sintflut bekannt ist. Andererseits sehen wir die kamplose, alles liebende, die sich mit der Unendlichkeit vermählende Hingabe in Echnaton selbst. Neptun ist ein neuer Planet, der uns erst im Laufe unseres Lebens immer bewusster wird. So werde ich auf das Altertum bezogen seine zerstörerische Seite in der Sintflut und seine allumfassende Liebe in Echnatons Persönlichkeit verdeutlichen. Der griechische Poseidon macht uns über seine differenzierte Farbenpracht mit allen unseren menschlichen Eigenschaften bekannt und lädt uns ein, da hinein zu horchen.


    Babylon.


    In der Schöpfungsaussage der Babylonier ist zu Anfang alles ein Chaos, und weiter heißt es dann: „Zu der Zeit, als noch nichts oben war, das den Namen Himmel verdiente, noch etwas unten, das der Vorstellung der Erde entsprach, da mengten Apsu der Ozean, der zuerst ihr Vater war, und Tiamat das Chaos, die sie alle gebar, ihre Wasser zu einem einzigen. Die Göttin Tiamat versuchte alles was da wächst und Formen annimmt zu zerstören und sich an die Spitze zu setzen; wir haben bereits in der Mythologie von Mars gehört, wie Marduk ihr den Speer in den Mund schleuderte. Neptunisch müssen wir dies Chaos gleich einem großen, sich weit ausdehnenden Nebel verstehen, der unendlich und zugleich formlos ist. Im Wasser, als dem Fruchtbarkeitssymbol, in dem sich die männliche und die weibliche Seite vereinigen, entsteht aus dieser Mischung das Leben.

    Wird dies wachsende, sich selbst formende Leben zerstört, dann zerstört es sich selbst, wie die Göttin Tiamat. Das Wasser aber galt als das Einzige, galt als der Uranfang der lebendigen Welt! Aus ihm heraus stieg ein sonderbares Ungeheuer, das sich Oannes nannte, halb war es ein Fisch, halb ein Philosoph; es lehrte die Menschen die Künste und Wissenschaften und teilte ihnen die Regeln des Städtebaus und die Grundsätze des Rechts mit – darauf sprang es ins Meer zurück, wo es ein Buch über die Geschichte der Kultur schrieb. Und was ist das Tierkreiszeichen Fische mit Neptun anderes, als jene uranfängliche Weisheit, jenes geheimnisvolle Auftauchen aus dem unbewussten Wasserraum, um darin wieder zu verschwinden? Die Babylonier dachten sich die ersten Menschen in tierischer Einfachheit und Unwissenheit lebend, weswegen später die Götter mit ihnen unzufrieden waren, so wie sie sie erschufen und sie in einer großen Flut mit ihren Werken vernichteten. In Oannes wird die Hilfsbereitschaft, die er der menschlichen Welt geben will, nicht angenommen. Umgesetzt bedeutet dies, dass ich über Neptun nur dem helfen kann, der zu mir kommt – alles andere führt hin zu Täuschungen oder Illusionen.

    Als die große Flut, die Sintflut über die Menschen kam und alles zerstörte, empfand der Gott der Weisheit Fa Mitleid mit den armen Geschöpfen und beschloss, wenigstens ein Paar, Utnapischtim und seine Frau zu retten. Dieses Paar baute eine Arche, die die Flut überstand, und auf dem Berge Nisir sandte Utnapischtim eine Taube aus auf Kundschaft, um den Göttern ein Opfer darzubringen. Die Götter nahmen diese Geschenke voller Überraschung und Dankbarkeit an und wie es heißt atmeten sie den ausgezeichneten Geruch ein. Wie ein gereinigtes, ein neu begonnenes Leben mutet es uns an, wenn wir im Opfer das Zurückfinden zum persönlichen Gott erkennen. Eine andere, eine sumerische Sage schildert, wie die Götter die Menschen glücklich erschaffen hatten, wie diese aber willentlich sündigten. Als Strafe dafür wurde über sie die Flut verhängt, und nur ein einziger der Sterblichen – Tagtug der Weber – ist übrig geblieben. Aber auch dieser eine verwirkte langes Leben und Gesundheit, da er die Frucht eines verbotenen Baumes aß. Neptun bedeutet das innere Wissen um Gott, bedeutet demütig dienen zu können, um den höheren Willen in sich zu spüren und aus ihm frei zu werden!


    Ägypten.


    Amenhotep IV, bekannt unter dem Namen Echnaton, dessen Büste in Amarna entdeckt wurde, enthüllt uns ein Profil von unglaublicher Feinheit, ein Antlitz, aus dem frauenhafte Sanftheit und dichterische Empfindsamkeit spricht. Große Augenlider, wie bei einem Träumer, ein langer, etwas unförmiger Schädel und ein schlanker schwacher Körperbau zeichnen ihn aus. Damit spricht bereits in der Persönlichkeit Echnatons jene transparente, durchsichtige Strahlungskraft eines Neptun. Ob es die sanfte, weibliche Empfindsamkeit oder schwächlich – zerbrechliche Körperbau ist? Sein jugendlicher Idealismus forderte einen reinen, sauberen, einen die ganze Menschheit liebenden Gott! Dieser einzige Gott war Aton, besungen im großartigen Sonnenhymnus wie in den Worten: „Die Schiffe fahren herab und fahren wieder hinauf, und jeder Weg ist offen, weil du ( Sonne ) aufgehst. Die Fische im Strom springen vor deinem Antlitz; deine Strahlen sind innen im Meere“.

    Die Fische sind das Fruchtbarkeitssymbol, den Ägyptern sind sie heilig, zugleich aber bedrohlich, um in Christentum als ichhys den Namen Jesous Christo Theou Hiyos Soter. Die Wege sind offen, das heißt: jeder kann den Kontakt mit Neptun aufnehmen. Die Strahlen im Meer sind unbewusst drinnen in uns, im unsichtbaren Raum , sie werden zur unerschöpflichen Lebenskraft, können aber, unbeachtet gelassen, der alles verschlingende Abgrund sein

    Aton trifft man nicht auf den Schlachtfeldern und im Siege an, sondern in Blumen und Bäumen, in allen Formen des Lebens und Wachsens: ein Gott, der allen Völkern in gleichem Maße gehört, der eine Vereinheitlichung der Mittelmeerwelt unter ägyptischer Führung bewirken soll! Sowohl diese ferne, aus wahrer und echter Sehnsucht geborene Friedenswelt, wie auch Echnatons Weggehen ( heute Tell-el-Amarna ) mit vorheriger Vernichtung der alten Götterwelt, sind jenem tiefen esoterischen Verstehen Neptuns gleichzusetzen, jenem Entdecken einer höheren, göttlichen Wirklichkeit. Zu dieser Zeit wurden die vielen von Ägypten abhängigen Staaten überfallen, doch einen Krieg, um diesen Staaten zu helfen, den konnte Echnaton nicht bejahen; deswegen hat er auch keine Truppen auf die Schlachtfelder geschickt. Ägypten verarmte, wurde kleiner, denn seine jahrhundertealten Einkünfte entfielen. Kaum 30 Jahre alt, musste Echnaton 1362 vor Christus sterben, denn er hatte die innere Reife noch nicht, um diese monotheistische, all liebende Gottheit auch anderen verstehbar zu machen. Wir können sagen, Neptun kann mit Mars, mit Gewalt oder mit äußerer Kraft nie zusammengehen, da werden wir ins Unbewusste zurückgestoßen.


    Griechenland.


    Kronos schleuderte den Hades in den Tartaros, Poseidon in die Meerestiefe und der dritte Sohn Zeus wurde, wie wir wissen, dem Kronos verheimlicht. Auf alten Vasenbildern sieht man diese Dreiheit mit den Symbolen ihrer Macht: Zeus mit dem Blitz, Poseidon mit dem Dreizack und Hades mit rückwärts gewandtem Kopf = der nicht Anzuschauende. Den Dreizack kann ich als die Zähne von Meeresungeheuern oder als die Strahlen der Sonne ansehen. Auch Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft kann symbolisch damit gemeint sein. Poseidon, so heißt es, schlug mit seinem Dreizack den Felsen auf dem später die Akropolis stehen sollte, und ließ dadurch sogar da oben ein „Meer“, eine salzige Quelle entstehen. Es wird auch erzählt, er habe bei jener Gelegenheit das erste Ross aus dem Boden entspringen lassen. Auch bei der Hengsthochzeit – Poseidon vermählte sich mit Demeter in Hengstgestalt – wurde aus dieser Vereinigung das berühmte Ross Arion mit der schwarzen Mähne geboren. Die schwarze Mähne bekam er von Poseidon, denn auch er wurde wie Hader der Gott mit den dunklen Locken genannt.

    Viele Symbole sind darin enthalten, so war das Pferd wie in den altsteinzeitlichen Felsmalereien ein chtonisches Wesen, das mit Lebens spendenden und zugleich gefährlichen Mächte in Verbindung stand. Zugleich wird die unkontrollierte Triebhaftigkeit auf das Ross bezogen, während das geflügelte Pferd die Lichtsymbolik verkörpert. Bringe ich dies mit der Lebens spendenden Kraft der Quelle zusammen, einem Sinnbild von Reinheit und fruchtbaren Überfluss, dann wird uns jener zauberhafter Dreizack Poseidons verstehbar: er bringt unsere tiefsten und unbewussten Schichten hoch hinauf auf die Erde, er macht bewusst, was wir an unschuldigen, an unberührten Trieben in uns haben – die Vereinigung des Tieres, des Dunkeln, mit den Strahlen der Sonne!

    Die Geburt Poseidons verbindet ihn mit dem Widder, denn das Pferd wurde erst viel später vom Norden eingeführt. So hat Rhea, nachdem sie Poseidon gebar, das Kind in einer Schafherde vor Kronos versteckt, bei der Quelle Arne heißt sowohl Schaf wie als Verb verleugnen. Das Nicht zeigen dürfen, das Geheim halten vor der vernünftigen Realität von Kronos, dem Saturn, kann übersetzt werden als das empfindsame, das in sich hinein gehende Schweigen von Neptun. Poseidon hielt seine Hochzeit in Widder – Gestalt, ein Hinweis auf das Widderzeitalter von 1919 – 67 vor Christus, er verwandelte die Braut in ein Schaf und sich selbst in einen Widder, ja er verwandelte sogar die Einwohner der Insel in Schafe. Neptun kann sich wie ein Schauspieler mit allem identifizieren. Doch was bedeutet die Insel, auf der die Hochzeit stattfand? Sie ist der schwer zugängliche Bereich, ein Sinnbild des Besonderen oder Vollkommenen; wir alle denken gerne an jenen traumhaften, erst in der Zukunft zu erreichenden Ort.

    Von den vielen Nachkommen Poseidons will ich den Meergreis von Ägypten, den unsterblichen Proteus nennen, dem Menelaos auflauern will. Auf seine Frage antwortet ihm die Göttin: „Ich sag es dir, Fremdling, ganz genau: wenn die Sonne im Mittag steht, steigt der Meergreis aus dem Wasser, der Greis, der die Wahrheit sagt. Er kommt beim Wehen des Westwindes im dunklen Wellengekräusel.“ Wieder entsteht jene suchende und daher dringliche Frage nach dem Vollkommenen, und wieder wird uns am Mittag am MC ganz klar bewusst, wie groß eine Wahrheit ist, die aus den dunklen Wellen des Wassers uns anweht! Aber alle mit dem Wasserelement verbundenen Wesen gehören dazu, damit uns Neptun verstehbar wird. So sind hinter den Gorgonen , die mit Masken zu vergleichen sind, die Stärke ( Stheno ) oder die Herrscherin ( Medusa ) verborgen.

    Was wir nicht kennen, und wo wir in den Gorgonen nur das Hässliche oder Schreckliche vermuten, das kann ganz anders sein, denn viele kleine Mädchen bekamen in Griechenland den Namen Gorgo. Neptun – die Maske – sie lässt nur den dahinter blicken, der stark und selbstbeherrscht zugleich ist! Da, wo die hell singenden Hesperiden weilen, über den Okeanos hinaus, da wohnen sie, die Gorgonen – ein Weg, der es hell macht in unserem Bewusstsein. Die Nereiden, die berühmten Meergöttinnen, sind von reizender Gestalt, früher bekleidet, später nackt. Alle 50 haben ihre Aufträge, wie es sich an der Namensgebung ausdrückt: „Die um Rat wissende Meergöttin“, „die Wellen Beschwichtigende“, oder „die Schenkende“; Göttinnen sind sie, deren knospenhaftes Gesicht gerühmt wird.

    Zum Schluss will ich noch auf die so genannten Wundertiere verweisen, wie den Hundfisch – vorne Hund, hinten Fisch, wie sie Homer in der Skylla beschreibt. Oder Charybdis, das alles verschlingende Ungeheuer, das unsichtbar blieb; dreimal täglich schlürfte sie das Wasser des Meeres in sich hinein, und dreimal täglich spie sie es wieder aus. Neptun, dem lateinischen Namen für den lebendigen Poseidon, wird das Tierische menschlich ein Weg, der das Dunkle heller werden lässt, der uns umwandeln soll zum bewusst empfindenden Menschen!
     
  2. blue dolphin

    blue dolphin Mitglied

    Registriert seit:
    6. Februar 2005
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    355
    Ort:
    in der Mitte meines Herzens
    Ohh danke! Das ging ja schnell :kiss3:
    Muß jetzt zwar weg, freu mich aber schon aufs nach Hause kommen, werd ich mir dann in Ruhe durchlesen.

    Nochmal alles Liebe
    blue dolphin
     
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